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Das Buddhismus-Archiv von Dr. Alexander Berzin

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Einführung in die „Vierhundert Verse“

Alexander Berzin
Englisch und Deutsch, Berlin, Deutschland, Juni 2007

Teil 2: Überwinden der fehlerhaften Auffassungen in Bezug auf die konventionelle Wahrheit der Dinge

Unbearbeitete Abschrift
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Summary of Previous Session

We saw that the first four chapters of Aryadeva’s text speak about overcoming the four types of incorrect consideration with respect to the body.

Ja, und wir haben uns ein Stück weit mit den ersten vier Kapiteln von Aryadevas Text beschäftigt bisher. Und dort geht es ja darum, dass es, dass dort Übungen gezeigt werden, mit denen man sich von vier Arten von fehlerhaften Betrachtungen des Körpers befreien kann.

And this is in the larger discussion of the first half of the text, the first eight chapters, which speak about overcoming our incorrect views about the conventional truth of things and the disturbing emotions that arise from that.

Und diese vier Kapitel stehen eben im größeren Kontext des, der ersten Hälfte des gesamten Textes, wo es generell darum geht, fehlerhafte Betrachtungsweisen der konventionellen Seite der Dinge zu beseitigen und die störenden Emotionen zu überwinden, die aus diesen fehlerhaften Betrachtungsweisen resultieren.

And we spoke about the first three chapters already.

Und wir hatten die ersten drei Kapitel komplett besprochen.

This was the ridding ourselves of grasping at the body as permanent when in fact it’s impermanent.

Dort geht es darum, sich vom Greifen nach dem Körper als etwas Beständigem zu befreien, wo er doch unbeständig ist,

Then the second chapter, grasping at the body as pleasurable when in fact it’s a source of suffering.

vom Greifen nach dem Körper als etwas Angenehmem, da er etwas Unangenehmes ist,

And the third was grasping at the body as clean as opposed to being unclean.

vom Greifen nach dem Körper als etwas Reinem, während er stattdessen unrein ist.

And we started the background discussion of chapter four, regarding the body as possessing an impossible “self” when in fact it doesn’t.

Und wir hatten mit der Hintergrunddiskussion für das vierte Kapitel begonnen, wo es darum geht, sich vom Greifen des Körpers zu befreien, wo man danach greift, dass der Körper ein unmögliches Selbst besitzt würde, während er ein solches unmögliches Selbst nicht besitzt.

So now we’re ready to begin the actual content of Aryadeva’s presentation in chapter four.

Und  können jetzt mit dem vierten Kapitel, mit dem eigentlichen Inhalt des vierten Kapitels, beginnen.

Chapter Four: Indicating Methods for Ridding Yourself of Grasping at (the Body as Having) an Impossible “Self” (about Which to Feel Pride) (continued from Session One)

Aryadeva speaks now in terms of this fourth type of incorrect consideration, in terms of the disturbing emotion that would arise on its basis – namely, pride.

Aryadeva spricht ja hier über diese vierte fehlerhafte Betrachtungsweise, und er, ja und, und er spricht sich selbst hier wie ein, wie ein König an; ach so, ja, er redet über die, über fehlerhafte Betrachtungsweisen, die bezogen auf den Körper eben störende Emotionen auftreten lassen können; und hier geht’s, hier tut er das am Beispiel des Körpers, dass man also stolz ist auf sich.

Feeling proud about “me” that can be known all by itself, standing on its own. And he addresses himself to a king, the king of this area.

Oder also ich bin, nach dem Motto ich bin stolz auf „mich“, und das Ich dabei als etwas für sich Erkennbares, für sich allein Begreifbares auffasst, unabhängig von anderem. Und dabei spricht er sich selbst als, als König an, wie den König der dortigen Region,

And this is quite typical of so many of these texts – like Nagarjuna’s Letter to a Friend and Precious Garland – they are written specifically directed to the king, although they have a much wider application.

was in diesen Texten relativ typisch ist, was ja auch Nagarjuna zum Beispiel in einigen seiner Texte tut. Und natürlich ist es trotzdem, obwohl es erst mal vordergründig den König anspricht, genereller anwendbar, wovon dort die Rede ist.

I would just guess that perhaps kings being the patrons of the monasteries, they therefore elicit a stronger concern in terms of teachings (receiving teachings, I should say).

Alex kann sich nur denken, dass es vielleicht so war, dass die, weil die Könige eben dann vielleicht Gönner der Klöster waren, dass dann eben sie ein stärkeres oder starkes Interesse daran hatten, eben auch entsprechend Belehrungen zu bekommen.

Do you follow this point?

Und Alex fragt, ob Ihr das nachvollziehen könnt:

When we have pride, it’s usually based on – in this example – “I am the king,” as if there were a “me” that one could think about independently of any sort of body, or basis, or acts, or how you became king, and so on.

Also wenn man stolz ist, dann basiert das eben zum Beispiel auf der Vorstellung „Ich bin König“, als wäre da ein „Ich“, was unabhängig von eben irgendwas anderem existieren könnte und unabhängig von irgendwas anderem erkennbar wäre, unabhängig vom Körper, vom eigenen früheren Handeln, unabhängig davon, wie man König geworden ist.

That “I am the king” and then you feel proud.

Dann denkt man eben „Ich bin König“ und ist dann eben auf dieser Grundlage stolz.

Is the body the king?

Und dann ist die Frage: Ist eben zum Beispiel der Körper der König?

What is the king?

Was ist der König eigentlich?

But to think in terms of “I am the king,” you have to be in reference to something.

Wenn man natürlich an einen König denkt, dann muss man sich zumindest auf irgendetwas beziehen.

Or when we see the king, “There’s the king.” Well, what do you see?

Und auch wenn man einen König empfängt, dann kann man sich eben fragen: Was ist der König eigentlich?

(4.1) What hallowed (arhat) in the world
    would develop arrogant pride
Thinking, “I (am king and this land is exclusively) mine”?
Why, because all lands are equally (used)
By everybody (on them). 
So, addressing the king, Aryadeva says there’s no reason for a king to feel proud of his so-called “self.”

Und er spricht eben den König an und sagt dann, dass es als König eben unangebracht ist, auf das eigene „Selbst“ oder sogenannte „Selbst“ stolz zu sein und meint eben:

The land, after all, he says, isn’t yours; it’s equally shared by everyone living on it.

Das Land gehört dir nicht, einfach weil es von allen anderen geteilt wird, die dort leben.

(4.2) As a servant of the masses, having been apportioned
    one-sixth (as your wage),
What is the reason for your arrogant pride?
Whatever (is to be done), you have to do that.
This comes from your having been (appointed) under their power. 
Also, you are the servant of the people.

Und man ist der Diener der Leute,

You are paid for by their taxes; so, in fact, you work for them.

denn man wird von ihren Steuern bezahlt und muss für sie arbeiten.

(4.5) As protector of the world (if you feel you can be arrogant,
Well,) to be able to protect (the people,
    even though you’re) the ruler of the land,
You have to be looked after (by those you protect). 
Why then for one (petty reason) do you have arrogance?
Why aren’t you parted from arrogance because of the other (reason,
    namely, that you have to be provided for)? 
And, in order to be able to protect and take care of them, they have to protect and take care of you.

Und wenn einen die Leute beschützen und sich um einen kümmern, dann ist das nur, damit man sich um die Leute kümmern kann und für sie sorgen kann.

So you don’t just exist as a king all by itself.

Insofern kann man eben an solchen Dingen erkennen, dass der König nicht einfach so losgelöst für sich selbst als König existiert.

(4.6) Since among all the castes (everybody) gloats
    at their own karma and work,
It’s difficult to find anyone who makes his livelihood
    (without pride and attachment).
If, since (you share one-sixth of the people’s income),
    you also receive (one-sixth of their) destructive (karmic debts),
Then, for you, an excellent rebirth shall be rare. 
Then he goes on to say: you share not only in the wealth that you gain from them in taxes, but also in the negative karmic force that they build up in your service, such as in war.

Und weiterhin heißt es dann eben, dass man teilt nicht nur die Steuereinnahmen oder den steuerlichen Reichtum, den man von den Leuten einnimmt, sondern auch die negative karmische Kraft, die die Leute ansammeln, wenn sie einem dienen, zum Beispiel wenn sie im Krieg für einen kämpfen.

This is stated quite explicitly in Abhidharmakosha, that the general or the king that orders people into war builds up as much negative karma as each of the individual soldiers builds up when they kill someone.

Das wird im Abhidharmakosha sehr, sehr deutlich gemacht, dass es eben so ist, wenn ein König die Leute in den Krieg schickt, da  er dann eben auch die gleiche negative Kraft aufbaut wie die Leute, die eben selbst diesen Krieg dann wirklich führen.

(4.8) If thinking, “The protection (of the people) depends on me,”
You (forcefully) extract tribute from the world
And (in the process) you yourself, in fact, commit negative deeds,
    (such as by executing those who don’t pay),
Then who can be equal to this in unkindness? 
(4.9) If it were improper to treat criminals kindly,
Then you shouldn’t protect
Any childish ordinary being (either, with kindness,
For they’ve all been naughty). 
(4.10) As (treating others badly) can in no way be a cause
    for enhancing your own happiness,
It doesn’t bring this about.
Although (you may justify killing animals, for instance,)
For reasons such as (it’s permitted
    according to seemingly correct) scriptural authority,
Nevertheless, as it’s not something positive,
    (your negative karmic debts) will have no end. 
Also, how can you be so happy about being a king if you punish people and cause them hardship and pain?

Wie kann man so als König glücklich sein, wenn man andere Menschen bestraft und ihnen Leiden und Schwierigkeiten einbringt?

How could that be a source of your happiness?

Wie kann das eine Quelle von eigenem Glück sein?

How can you be happy if you’re constantly exploiting the people who live under you in fighting wars?

Wie kann man sich freuen, wenn man andere ausbeutet und sie fortschickt, um Kriege für einen zu führen und solche Dinge?

That’s speaking not only in terms of immediate happiness but long term, in terms of the karmic effects of this type of negative behavior.

Hier geht es natürlich nicht nur um das unmittelbare Glück und die unmittelbaren Folgen, sondern eben auch um die längerfristigen karmischen Auswirkungen solcher Handlungen.

(4.21) (After all) it’s related that castes (evolved) in this world
For all the methods of livelihood that were.
Therefore, for all limited beings, there are no (truly existing
And definite) caste divisions (from the beginning).
(4.22) A long time has passed (since caste divisions were first drawn)
And women’s minds are fickle (often bearing the children
    of men of different castes).
Therefore, there isn’t anyone who is from a (definite, pure) caste
Who can say he’s (totally) of the royal caste. 
(4.23) If activity (determined your caste)
Then even an outcaste, (by protecting others,) should be called
     a member of the royal caste,
And by the activity (of reading the Vedas)
Why shouldn’t even an outcaste be considered to have become a brahmin? 
In the Indian context, people have a very strong consciousness of belonging to a caste, and that can be quite a source of pride – thinking, “I’m from this high caste or that high caste” – particularly, here, from the royal caste.

In diesem indischen Kontext ist es eben so, dass die Menschen teilweise ein sehr starkes Kastenbewusstsein oder Kastenempfinden haben und das dann natürlich wiederum ne ziemliche Quelle von Stolz ist, wenn Leute denken, ich gehöre eben zu dieser oder jener hochgestellten Kaste.

So Aryadeva addressed the whole caste issue next, and he says: your high position comes from previous karmic causes, not from the caste itself.

Und Aryadeva weist eben darauf hin, dass diese Position in ner bestimmten Kaste, dieser Status, aus früheren karmischen Ursachen hervorgegangen ist und nicht von der Kaste selbst irgendwie bestimmt wird oder von der Kaste selbst kommt.

There’s nothing inherent about your position in life, so think about how your present actions will affect your future rebirths.

Es ist nichts inhärent vorhanden, was einen als, zum Mitglied dieser Kaste macht, also sollte man eben über die eigenen Handlungen nachdenken und über die  karmischen Auswirkungen, die sich daraus ergeben werden.

Furthermore, if your occupation determined your truly existent caste, then even an untouchable could be considered a brahmin or a member of the royal caste if they worked as such.

Wenn außerdem die Tätigkeit, die Beschäftigung bestimmen würde, zu welcher Kaste man wahrhaft gehört, dann wäre es so, dass auch ein Unberührbarer zum Brahmanen oder zum Mitglied der königlichen Kaste würde, wenn er eben diese entsprechende Tätigkeit ausführt.

So this whole concept of caste is really very illogical.

Also ist diese ganze Vorstellung von Kasten wirklich sehr unlogisch.

(4.25) Those who generate pride over their authority
Need to look at others who (also) have power –
Their equals or especially their superiors.
(Pride) doesn’t remain in the hearts of sublime ones
    (who understand in this way).
Also, if you’re so proud of your authority and power, you should look at other rulers who are even more powerful.

Wenn man also stolz auf die eigene Autorität und Macht ist, dann kann man sich, oder dann, wenn der König dies ist, dann kann er, dann soll er sich andere Herrscher vergegenwärtigen, die eben noch mächtiger sind.

This is a general piece of advice that’s always given, in terms of pride, that there’s always somebody who is better or has more of what you think that you are the best at.

Das ist also ein genereller Ratschlag gegen Stolz: Also wenn man denkt, man ist besser in irgendner Form oder hat mehr, dann kann man sich andere in Erinnerung rufen, die einen da noch übertreffen.

And, if you think that you are the worst, there’s always somebody who is worse.

Und wenn man also andererseits denkt, dass man dann wirklich der Schlechteste von allen ist in irgend ner Beziehung, dann kann man das auch relativieren, indem sich in der Regel, also indem sich eigentlich immer jemand finden lässt, der noch entweder der noch schlechter dran ist, dem es noch schlechter geht und so weiter.

Although I suppose Bill Gates is the most wealthy person in the world, but, still, national treasuries have more money.

Auch wenn es vielleicht bei Bill Gates so ist, dass er der, wirklich der reichste Mensch der Welt ist, trotzdem im Zweifelsfall ist dann, sind dann wenigstens Staatsfinanzen noch umfangreicher.

And, you know, these teachings in this chapter are not just applicable to a king, and it’s important when studying this type of material to apply it to our own situation.

Und die Erklärungen in diesem Kapitel sind eben nicht nur für Könige anwendbar und es ist wichtig, solche Punkte eben auf die eigene Situation zu beziehen.

For instance, one could be proud of being any profession, let’s say being a doctor.

Wenn man zum Beispiel auf den eigenen Beruf stolz ist, ganz gleich was das ist, nehmen wir mal das Beispiel eines Arztes,

But that as well is something which arose dependent on others.

dann kann man eben auch sich vor Augen halten, dass das Arzt-Sein abhängig ist von anderen,

You are the servant of others, being a doctor – you have to take care of them.

dass man der Diener anderer ist und ein Arzt sich eben um andere kümmern muss.

And we share in not only the positive force of helping people to get better, but sometimes doctors make mistakes, their patients die – we have to share in that aspect as well – sadness of the families.

Dass man nicht nur positive Kraft dadurch gewinnt, dass man anderen hilft, sondern dass Ärzte eben manchmal auch Fehler machen, dass ihre Patienten sterben, dass dann auch bei den Familien entsprechend, Familien entsprechend in Trauer sind und so weiter.

And the position of being a doctor comes about through causes – a lot of hard work – it’s not just there all by itself.

Und die Position eines Arztes, die kommt natürlich aufgrund von vielen Ursachen und Umständen und viel harte Arbeit zustande und nicht einfach so bloß für sich.

And there are always doctors who are better and doctors who are worse than we are.

Und wenn, und es gibt auch immer Ärzte, die besser oder die schlechter sind als man selbst.

Chapter Five: Indicating the Behavior of Bodhisattvas

(5.1) There are no actions of the Buddhas
That are not causes (for benefiting others).
Even their breath is issued
Only for the sake of (acting as a) medicine for limited beings. 
Chapter five deals with indicating the behavior of bodhisattvas.

Kapitel 5 beschäftigt sich, oder zeigt das Verhalten von Bodhisattvas auf.

Aryadeva starts out with a very central point:

Aryadeva kommt dann eben zu einem sehr wichtigen Punkt:  

there are no actions of a Buddha that are not causes for benefiting others.

Er weist darauf hin, dass ein Buddha, dass keine Handlung eines Buddhas ohne Nutzen für andere ist.

This is because Buddhas are omniscient and know what’s of benefit and what is not.

Und der Grund dafür ist eben, dass ein Buddha allwissend ist und deshalb auch weiß, was nützlich und was nicht nützlich ist.

So anything that a Buddha – and, by implication here, that a bodhisattva does – is for the benefit of others.

Aus diesem Grund sind eben sämtliche Handlungen eines Buddha und eben – letztlich gedanklich ergänzt – auch eines Bodhisattva ausschließlich von Nutzen für andere.

(5.3) The Able Sage (Buddha) possesses (the foresight to know
When) to act and not to act,
What to teach and not to teach.
Therefore, what reason is there to say
 that the Omniscient One is not omniscient?
Sometimes people look at certain aspects of the Buddha’s teachings and say, “Why in the world did Buddha teach that?

Und wenn man mal also bestimmte Erklärungen hört, dann fragt man sich vielleicht manchmal: „Warum hat der Buddha das nun ausgerechnet erklärt?

This seems really strange,”

Das ist ja schon irgendwie ein Stück merkwürdig“.

but if one analyses more deeply, the only reason Buddha taught anything was to benefit others, and if we don’t see what the benefit of a particular teaching is, that doesn’t mean that it doesn’t have some benefit for someone.

Aber ganz gleich, was es ist, also es wird immer für den Nutzen von irgendjemandem gedacht sein oder gemeint gewesen sein, auch wenn man für sich selbst vielleicht diesen Nutzen jetzt an sich selbst nicht, nicht weiß oder, genau.

Like, for instance, Buddha taught many different philosophical positions, and one could say “Well, why did Buddha teach these other philosophical positions that were not so accurate, that could be faulted?”

Zum Beispiel könnte man sich eben fragen: „Warum hat der Buddha all diese verschiedenen philosophischen Positionen gelehrt, warum hat er all die anderen Systeme auch erklärt, die eben nicht so genau sind und die eben widerlegt oder falsifiziert werden können?

But, in fact, Buddha taught them because they suited specific individuals who were at the point at which they were.

Der Grund dafür ist eben, dass es für einzelne bestimmte Individuen passend war und zu ihrem Nutzen.

Aryadeva comes back to this point several times – here, and later in the text.
(5.4) Because you cannot see (any action),
Such as going and so forth, (becoming) positive and so on
Except through the thought (that motivates it),
Therefore the mind is established as crucial for all karma. 
Then Aryadeva makes a very important point here that requires really further understanding.

Dann kommt ein weiterer sehr wichtiger Punkt, den Aryadeva anspricht,

He says that all actions become beneficial depending on their motivation and intention.

nämlich dass alle Handlungen, die man ausführt, nützlich und schädlich in Abhängigkeit von der Motivation und Absicht sind

(5.5) For bodhisattvas, then,
Constructive (actions) and even (normally) destructive ones
Become constructive and good through their intentions.
Why? Because these (actions) are controlled
    (in accordance) with their minds.
Thus, bodhisattvas can make even ordinarily destructive actions into constructive ones through their motivation and intention.

und dass ein Bodhisattva also aufgrund seiner Absicht auch Handlungen oder dass, ja, Handlungen  zu etwas Konstruktivem werden lassen kann, die in der Regel eigentlich eher zerstörerisch und destruktiv sind.

So then one can debate about this point.

Und diesen Punkt kann man eben natürlich debattieren.

Let’s say if you look at euthanasia.

Wenn man zum Beispiel das Beispiel der Euthanasie nimmt.

You basically kill somebody in order to – who is close to death, and has no chance of recovery, and is experiencing extreme pain.

Wenn man also jemanden tötet, weil er oder der dem Tod relativ nah ist, der keine Möglichkeit hat zur Genesung und der eben starkem Leiden und starken Schmerzen ausgesetzt ist.

Whether it’s a person or your pet dog or cat.

Ganz gleich, ob das nun ne Person ist oder beispielsweise ein Haustier wie ein Hund oder ne Katze.

And, if your motivation is good, in the sense that I have compassion for this person or animal and I want to save them from terrible pain, does that make killing the animal a constructive action from a karmic point of view?

Wie ist es dann, wenn die Motivation gut ist und wenn man eben wirklich möchte, dass die Person dadurch frei von Leiden und Schmerzen wird, ist das dann karmisch konstruktiv?

Well, we also have to take into consideration that we’re killing the animal or the human being – that we’re not doing it simply because it’s too much for us, and we can’t deal with it, and this is the easier way out.

Und da kam erst mal nochmal der Einwand, dass man auf jeden Fall sehr genau kucken muss, ob man die andere Person vielleicht nicht auch ja in gewissem Sinne loswerden möchte, einfach weil man selbst nicht mehr ertragen kann, damit konfrontiert zu sein.

But we’re talking about if it’s really motivated by compassion.

Und Alex meinte, das ist auf jeden Fall richtig. Wenn es jetzt aber so wäre, dass es wirklich aus Mtgefühl ist, Beispiel dafür  hier gehen wir aber davon aus, dass die Motivation wirklich Mitgefühl ist,

And the classic example for this is in one of the Jataka stories of a previous life of the Buddha in which he was – everybody knows this story – that he was the navigator on a ship with 499 merchants.

ein klassisches Beispiel dafür gibt es in den Jataka-Geschichten, was wahrscheinlich jeder kennt: Und es war also so, dass der Buddha in einer früheren Geburt als Bodhisattva eben Navigator auf einem Schiff war mit 499 Händlern.

And the oarsman of the ship was going to kill everybody, and there was no way to stop him except to kill the oarsman, which the Buddha did out of great compassion to save all the other people, the passengers, from being killed, and also to help prevent this oarsman from going to some horrible hellish rebirth.

Und eben der Steuermann vorhatte, die alle zu töten. Und dass es keinen anderen Weg gab, ihn aufzuhalten, als eben diesen Steuermann stattdessen zu töten. Und der Buddha tat eben dann genau das aus großem Mitgefühl, um einerseits die ganzen Passagiere zu retten und um andererseits zu verhindern, dass dieser Steuermann eben diese Absicht ausführen kann und dadurch dann eben auch noch ne sehr, also sehr viel Leid durch höllische oder Wiedergeburt in Höllen erfährt.

Was that a virtuous, constructive action of the Buddha – the killing, itself?

Und es stellt sich eben die Frage, war das nun ne konstruktive Handlung, dieses Töten?

And, if we look at the teachings, it says that one needs to differentiate the action from the motivation, and each of them will have their own result, karmic result.

Und wenn wir uns also die Erklärung ankucken, dann müssen wir zwei verschiedene Dinge unterscheiden, nämlich einerseits die eigentliche Handlung und andererseits die Motivation, aufgrund derer die Handlung ausgeführt wird. Und beide führen zu getrennten Ergebnissen.

And so the result of the motivation was that Buddha, through this, completed building up his first countless eons (or zillion eons) of positive force or merit.

Und bei dieser Geschichte mit dem Buddha, wo er dann diesen Steuermann getötet hat, heißt es, dass er durch diese reine Motivation die erste unzählige Ansammlung von zahllosen Altern an der Ansammlung von Verdienst vollendet hat damit, an positiver Kraft.

But, by the negative force of the killing, which by nature is destructive, Buddha – I forget if he got a headache or a thorn in his foot, something like that.

Andererseits ist es aber so, dass die Handlung des Tötens, was von Natur aus ne zerstörerische Handlung war, dann eben trotzdem eine negative Auswirkung hatte. Alex ist sich nicht mehr sicher, ob es dann so war, dass der Buddha dadurch eben noch mal Kopfschmerzen hatte oder ob er sich dann dadurch, ob das dadurch war, dass er sich einen Dorn in den Fuß getreten haben soll.

So, because of the very strong positive motivation, it weakened the consequences of the negative act of killing, but it didn’t completely transform that negative, destructive action into a constructive one.

Jedenfalls durch diese sehr positive Motivation kann natürlich dann die negative Auswirkung sehr abgeschwächt werden, aber es ist trotzdem ne negative Handlung und sie kann nicht in etwas Positives umgewandelt werden.

So, when we look at the bodhisattva vows, one of the secondary vows is that a bodhisattva, when necessity calls for it, mustn’t say, “Oh, I can’t do this or that action, because of my vows,” and so on.

Und bei den sekundären Bodhisattva-Gelübden gibt es eine Aussage, dass, wenn Notwendigkeit dafür besteht, dass man dann Dinge tun soll, die zerstörerisch sind. Dass man da nicht einfach sagen kann, ich darf das jetzt nicht tun wegen meinen Gelübden.

Like, for instance, a woman is drowning and a monk bodhisattva says, “Well, I can’t touch a woman. That’s against the vinaya.” – that this is incorrect.

Im Vinaya gibts ja auch Beispiele, die in so ne Richtung gehen: Zum Beispiel wenn ne Frau ertrinkt, dann kann ein Mönch natürlich nicht einfach sagen, ich darf jetzt die Frau nicht anfassen, er muss sie natürlich retten.

And so at certain times when, as a bodhisattva, we have to do something which is destructive, that there’s no other way to prevent harm – and we’re not talking here about this example that I used from the vinaya because, in general, touching a woman is not by nature something which is destructive, but if we think of something a little bit more serious than that – then a bodhisattva has to be willing to take on the negative karmic consequence of the destructive action upon themselves, be willing to experience even a hellish rebirth in order to be able to benefit others.

Ne Frau anzufassen ist allerdings keine von Natur aus zerstörerische Handlung. Bei den Bodhisattva-Gelübden gehts also an der Stelle um schwerwiegendere Dinge. Aber jedenfalls wenn man dann negative Handlungen ausführt, dann sind es eben trotzdem negative Handlungen. Und der, die Idee dahinter ist eher, dass ein Bodhisattva dann eben im Zweifelsfall auch bereit ist, die entsprechenden negativen Auswirkungen tatsächlich auf sich zu nehmen und im Zweifelsfall auch Wiedergeburten in ner Hölle auf sich zu nehmen, wenn es eben nötig ist, um anderen wirklich nützen zu können dadurch.

That’s the point. Nevertheless, the motivation and intention is the most important factor, in terms of our behavior.

Andererseits ist es aber schon so, dass die Motivation insgesamt und die Absicht der wichtigste Faktor sind.

Participant: [missing]
Alex: Right. He’s pointing out that in some commentaries on these bodhisattva vows, it says that what we’ve been explaining is the case for the seven destructive actions out of the ten that are normally described – these are the three of body and the four of speech – because this aspect is not dealing with destructive ways of thinking, since that’s not affecting anybody else directly.

Dann kam nochmal die Frage, wie das ist, dass es eben nen Kommentar gibt, wo gesagt wird, dass diese, dass man die sieben zerstörerischen Handlungen, also die drei zerstörerischen Handlungen des Körpers und die vier zerstörerischen Handlungen der Rede, nur dann ausführen kann, wenn man ein Bodhisattva ist, der bestimmte Wunderkräfte hatte: die Fähigkeit hat, entweder nen toten Baum wiederzubeleben oder ne Person, die gestorben ist, das Bewusstsein dieser Person wieder mit dem Körper zu verbinden.

But, concerning those, this is only permitted – to engage in these actions – if you have the extraphysical powers in order to be able to – if you take the life of some being, that you’re able to bring them back to life.

Und dass man solche zerstörerischen Handlungen sonst nicht tun darf, wenn man diese entsprechenden besonderen Fähigkeiten nicht besitzt. Und Alex meinte dann, also für die Fähigkeit, jemanden ins Leben zurückzurufen, gibt’s ja auch so ne klassische Geschichte

And I think the classic example of that was Tilopa with Naropa.

von Tilopa und Naropa.

Remember, Naropa was the most learned, educated abbot of Nalanda when he went off and met Tilopa.

Naropa war ja der gelehrteste Abt von Nalanda, als er eben ausgezogen ist und später dann Tilopa getroffen hat.

And so, in order to convince Naropa that he had really something special to be able to teach him, then Tilopa would eat fish alive and then lay their bones out on the ground and snap his fingers and bring it back to life.

Und brauchte es natürlich ein bisschen was, auch ihn vielleicht zu überzeugen. Und es heißt eben, dass dann Tilopa nen lebendigen Fisch gegessen hat und dann später die Gräten auf den Boden getan hat und mit dem Finger geschnipst hat und dann der Fisch wieder lebendig war.

Now I don’t think that what was involved here was compassion for the fish.

Allerdings stellt sich die Frage, ob an der Stelle eben wirklich Mitgefühl für den Fisch mit im Spiel war. 

So I think that this explanation deals with perhaps the demonstration – I mean, there’s another bodhisattva vow: in order to convince others into a positive course of action, that if it’s necessary to use extrasensory powers, extraphysical powers, you don’t refrain from that on the grounds of being too humble and so on.

Da gibt es dann eben noch ne andere Erklärung, wo davon die Rede ist, dass man als Bodhisattva sich nicht mit Wunderkräften zurückhalten darf und mit dem Verwendung besonderer Fähigkeiten, wenn es nötig ist, jemanden, jemanden in ne, in ne bestimmte positive Richtung zu lenken. Wenn man eben diese Fähigkeiten besitzt und es wirklich von der Situation her notwendig ist, dann darf man sich eben nicht zurückhalten und sagen, ich bin jetzt so bescheiden und mach das deshalb nicht.

Perhaps it’s more in reference to that. I don’t know.
Participant: It wasn’t exactly in that vow, but maybe it’s specific to a particular monastery that says it’s like this or like that.

Und dann kam nochmal die Frage, ob es nicht vielleicht auch in nem bestimmten Kloster so ist, dass eben diese, oder dass es so erklärt wird, dass man nur mit bestimmten Fähigkeiten diese zerstörerischen Handlungen tun darf.

Alex: I don’t know whether the interpretation that you gave of that is from some special monastery or not. That, I don’t know.

Und Alex meinte, dass kann er nicht sagen,

But certainly one has to be on a fairly high level to be able to act out of pure compassion when you commit a destructive action for the benefit of others.

Jedenfalls ist es definitiv so, dass man auf ner sehr hohen Stufe sein muss, um solche negativen Handlungen dann wirklich durchzuführen, weil es einfach so ist, dass es sehr viel voraussetzt, tatsächlich reines Mitgefühl zu haben, aufgrund dessen man das dann, aufgrunddessen man dann zerstörerische Handlungen wirklich mit dem Wunsch des Wohls anderer ausführt.

Because if, in acting in a destructive way, it’s not pure compassion, and in fact there is some anger involved, and so on, then the action itself becomes far more destructive.

Und wenn es eben so ist, dass diese zerstörerischen Handlungen nicht aus reinem Mitgefühl passieren, dann ist es eben zum Beispiel so, dass ganz schnell auch Ärger mit im Spiel ist und so was in der Richtung und dann wirds natürlich wesentlich zerstörerischer.

And this goes back to other abhidharma points on karma, which is that the effect of an action is influenced not just by the motivation with which it is intended (before you do the action), but the accompanying emotional state with which you commit the action.

Und auch in den Abidharma-Texten werden auch weitere Faktoren besprochen, die eben die Auswirkung einer Handlung sehr verstärken. Und da gehört nicht bloß die vorhergehende Motivation dazu, die einen ursprünglich zum Ausführen der Handlung verhandelt, zum Ausführen der Handlung treibt, sondern auch die, der begleitende emotionale Zustand, den man eben  während der Handlung selbst hat.

And even though, let’s say, you are motivated by compassion for your children to kill the malaria mosquitoes – to slap at the malaria mosquito that’s biting your child – when you actually hit it, usually there’s a lot of aggression and anger;

Wenn es also zum Beispiel so ist, dass man Mitgefühl mit dem eigenen Kind hat und es deshalb vor einem Moskito schützen möchte, das vielleicht Malaria hat, dann ist es trotzdem so, dass man beim Töten des Moskitos Aggressionen empfinden wird, Aggression empfinden muss in der Regel.

you really want to kill the thing. So one has to be very careful. Or exterminating. Exterminating is a good example. And you’re actually into exterminating the insects in your house.

Weil man ja dieses Moskito wirklich töten möchte. Und genau so, wenn man jetzt vielleicht Insekten im Haus hat und dann eben diese Insekten vollständig ausrotten möchte, dann ist es auch sehr deutlich, dass ne Menge Aggression mit im Spiel ist, weil man sie dann eben vollständig beseitigen will.

Even though there’s a good motivation to start with, you really get into killing, and you start to have very negative thoughts – that you really want to kill these things. And then also there’s the negative emotion with which you end the action. You feel good. “Ah, I got them all. I killed them all!” You feel proud and happy, so you rejoice in it. So that’s even worse.

Und ein weiterer Faktor, der dann eventuell noch dazukommt,  ist die abschließende Emotion: am Ende ist es vielleicht sogar noch so, dass man dann stolz darauf ist und denkt „Ah, das ist was wirklich toll, ich hab sie alle erwischt“. Das macht die Sache dann natürlich auch nochmal schwerwiegender.

So, even if we have to do some negative action out of compassion to help others, you shouldn’t feel proud about it or feel happy that we did this, or that we had to do this.

Also selbst wenn man jetzt wirklich aus Mitgefühl negative Handlungen ausführen muss für das Wohl anderer, dann sollte man darüber nicht stolz sein oder nicht glücklich sein, dass man das getan hat.

And there are many, many examples that we can think of this.

Und es gibt also viele Beispiele, die man anbringen könnte für das Ausführen negativer Handlungen mit nem positiven Ziel:

If you think back into World War II: The people who hid either Jews or other people who were being hunted down by the Nazi regime, if they were a bodhisattva and if the special forces came to the house and said, “Are you hiding anybody?” would they, as a bodhisattva, say, “Oh, yes” – because to lie is a negative action – “Oh, yes. There they are. Over there, behind that wall.”

Wenn also, wenn im Zweiten Weltkrieg jemand vielleicht Juden versteckt hat, die verfolgt wurden und dann vielleicht irgendwelche Sondereinheiten zum Haus gekommen sind und gefragt haben, ja, „Wird hier irgend jemand versteckt?“, dann wäre es sicher nicht angebracht, dass ein Bodhisattva in dieser Situation sagt: „Oh ja, die sind hier!“. „Die sind hier hinter der, hinter der Wand.“

So there are conceivable situations in which this teaching is applicable.

Insofern gibt es durchaus vorstellbare Situationen, wo diese Erklärung eben anwendbar ist auch für uns.

Participant: What is the role of regret? If somebody regrets a negative action.

Zuhörer: Welche Rolle spielt das Bereuen, wenn man eine negative Handlung bereut?

Alex: Oh, regretting a negative action helps to lessen the negative consequences of it.

Und die Frage war, was die Rolle von Reue ist bezogen auf eine negative Handlung ist. Und Alex meinte, dass eben Reue oder Bedauern die negativen Konsequenzen, verringern kann oder abschwächen kann, die sich ergeben.

So, if we’ve had to act negatively – or even if we didn’t have to, but we did because of our disturbing emotions – then we can lessen the consequences by acknowledging that it was something that was wrong and mistaken.

Und so dass man sich eben vor Augen hält, dass man was Negatives, also ganz gleich, ob man nun was Negatives getan hat, um anderen zu nützen oder vielleicht auch was Negatives getan hat aufgrund von störenden Emotionen, ohne dass man das hätte tun müssen – in beiden Fällen kann man sich eben vor Augen halten, dass man etwas Negatives getan hat

We regret doing it.

und es eben bedauern, dass man‘s getan hat.

That doesn’t mean feeling guilty, but “I wish I hadn’t done that,” and to promise to try our best not to repeat it, and to reaffirm the positive direction that we’re going in life, and to apply some sort of counteracting opponents to balance out and outweigh the negative things that we’ve done – so, doing a lot of constructive things.

Das hat jetzt nichts mit Schuldgefühlen zu tun, aber dass man sich eben vor Augen hält, dass es was Negatives war und dass man wünscht, man hätte es nicht getan und dass man eben sich so gut wie möglich bemüht, das nicht zu wiederholen. Und auch die positive Richtung im eigenen Leben wieder für sich innerlich erneuert und diese negative Handlung eben kompensiert, indem man sich bemüht, möglichst viel Positives tut.

In that example, by the way, of hiding the Jews, the person who says that “No, we don’t have any here” would be doing this not out of hatred for the special forces that are searching for the Jews, and it’s not because…

Bei diesem Beispiel, wenn eben jemand jetzt Juden versteckt hätte und die, dann die, diesen Sondereinheiten vielleicht sagen würde: „Nein, hier ist niemand“, dann wäre das eben ne Handlung, die nicht aus, aufgrund von Abneigung oder Ablehnung gegenüber diesen Sondereinheiten passieren würde, sondern eben aufgrund von Fürsorge für die versteckten Juden.

I’ll put it another way: and they would be doing it with the willingness to accept the consequences on themselves if they were found out, what they were doing. And then it becomes a bodhisattva type of action.

Und zusätzlich wäre es ne Handlung, bei der derjenige bewusst in Kauf nehmen würde, dass er eben ne negative Handlung tut, indem er lügt und  bereit ist eben auch die Konsequenzen zu tragen, falls es jetzt eben rauskommen würde, dass er gelogen hat.

Well, Monica points out the important point – that we need a combination of compassion and wisdom.

Und Monika meinte eben, dass Mitgefühl ja vielleicht alleine nicht genug ist, sondern dass da eben auch, dass dies auch mit Weisheit verbunden sein muss.

And so engaging in a destructive action is only when we use our wisdom to see that there’s absolutely no other means to save the situation.

Und dass man eben erst mal kucken muss, ob es wirklich überhaupt keine Alternative gibt also.

Now the example that you give in terms of the malaria mosquitoes and, if you have the money, buying a mosquito net or a mosquito repellent, that’s all very nice as a preventive measure.

Sie ist also auf das Beispiel mit der Mutter und dem Moskito zurückgekommen: Vielleicht gibts eben andere Möglichkeiten, vielleicht könnte sie eben, wenn sie das Geld dafür hat, ein Moskitonetz oder eben ja so Repellents kaufen, und das, die, die Insekten vertreiben,. Dann bestünde eben nicht die Notwendigkeit, das Insekt zu töten.

But when the mosquito is actually on your sleeping child’s face, you don’t say, “Well, let me go out to the store and buy a mosquito net, and then I’ll come back and put it up.”

Und Alex meinte, das ist richtig, aber wenn es jetzt eben die Situation so ist, dass das Moskito dem Kind schon auf dem Gesicht sitzt, dann wird  man natürlich jetzt nicht zum Laden, sagen „Ich geh jetzt zum Laden und kauf erst mal Repellents.“

You can’t press the pause button on the mosquito.

Sondern dann wird’s so sein, dass man keine Pause-Taste für das Moskito hairgendwas tun musst und.

Of course that becomes an interesting question – do you slap the baby in the face in order to kill the mosquito or not?

Gut, und dann, meinte Alex, stellt sich natürlich dann auch die Frage, muss man jetzt das Kind dann sozusagen mit schlagen, um das Moskito töten zu können.

And, in some cases, you may have to. That sometimes – this is another aspect of karma – sometimes you have to do a small destructive action for the sake of a larger positive one.

Könnte eventuell in der Situation sein, dass man eben ne negative Handlung tun muss, die eben aber im Vergleich mit dem, was man verhindern will, geringer ist.

Participant: Only a small percentage of mosquitoes carry malaria, and…

Dann kam dann eben auch der Einwand, dass man ja nun in der Regel schlecht wissen kann, dass dieses Moskito nun genau mit Malaria infi, oder Malaria überträgt.

Alex: Surely one has in this situation, if you’re living in a malaria infested area and… I’m not an entomologist, but I think that there are certain types of mosquitoes that specifically carry malaria. But let’s not get into a discussion of insects. I think that all of this is covered in the topic of combining wisdom with compassion.

Und da meinte Alex dann eben, gut,  in Malariagebieten, wenns dann ne bestimmte Art von Moskito ist, die es  übertragen kann usw.

Question: What if you wish a good rebirth for this insect?

Zuhörer: Was ist, wenn man dem Tier eine bessere Wiedergeburt wünscht?

Alex: That is also helpful. But just to kill anything that you don’t like with the wish “Better luck next time” is dangerous.

Gut, andererseits ist es halt so, dass man nicht einfach alles töten kann, was man nicht mag und denkt dann, ja  „Viel Glück beim nächsten Mal“ oder so.

But of course it’s important to make prayers for whatever it is that you might have to kill.

Wenn man eben wirklich töten muss, ist es natürlich gut, entsprechend auch Gebete zu machen.

(5.8) A spiritual mentor who wishes to benefit a disciple
Needs to show deference to his (inclinations and needs).
Because he knows not (how) to benefit himself,
(A disciple) is called “one who’s to be taught.” 
Then Aryadeva goes on to say that bodhisattvas, then, need to help tame disciples in accordance with the disciples’ inclinations and needs.

Der nächste Punkt, den Aryadeva dann anspricht, ist, dass Bodhisattvas, um ihren Schülern zu helfen, eben auf ihre Bedürfnisse eingehen müssen,

In other words, you teach others in accordance with what they need, like a doctor would.

so wie ein Arzt eben auf die Bedürfnisse der Patienten eingeht

(5.9) Just as a doctor doesn’t fight with a (patient)
Seized by demons and rage;
Likewise, a sage sees the disturbing emotions as the enemy,
Not the person who’s possessed with these emotions. 
And you don’t fight with them;

und nicht jetzt mit seinen Patienten kämpft.

the enemy is not the patient but the sickness.

Weil eben der Feind nicht der Patient ist, sondern die Krankheit des Patienten.

So the same applies to when we’re trying to help somebody as a spiritual teacher.
The important thing is to see that the thing that we’re trying to overcome is the disturbing emotions of the disciple.

Und es geht darum, dem Schüler zu helfen, seine störenden Emotionen zu überwinden,

Because it’s very easy to get upset with the disciple when they are lazy and they don’t follow what we tell them to do – we get angry with them, and so on.

was aber eben vielleicht nicht immer einfach ist, wenn der Schüler eben zum Beispiel faul ist oder eben nicht das tut, was man ihm sagt und so weiter.

The person isn’t the problem; the disturbing emotion is the problem.

Aber dann sind eben die störenden Emotionen das Problem.

(5.10) Whatever (teachings) anyone has preference for,
He should be (taught to) act (in accord with) these first.
By no means is (someone a) vessel for (the profound)
    sacred teachings
If they would cause him (spiritually) to decline
    (if he were taught them prematurely).
Therefore, in terms of teaching disciples or helping others, Aryadeva says that it’s best to teach others first the topics that they have preference for and that they are most suited for, and not immediately the most profound topics, when they’re not ready for hearing them and hearing about them would cause them to decline spiritually.

Und es wird eben gesagt, dass der Lehrer, also wenn ein Lehrer eben Schülern Erklärungen gibt, dass er dann mit den Themen anfangen soll, dass, mit, für die sie, oder die sie vorziehen und eben nicht zu schnell sein soll. Und dass der Lehrer den Schülern eben nicht sofort die tiefgründigsten Themen beibringen sollte, die ja zu nem spirituellen Verfall der Schüler führen könnten, wenn sie diese zum falschen Zeitpunkt beigebracht kriegen.

So this is important to keep in mind, so that we avoid prematurely teaching others about voidness or tantra practices, etc.

Und dann geht’s ja, zum Beispiel dass man eben niemandem sofort voreilig Leerheit oder Tantra zu erklären versucht, der dafür noch nicht bereit ist.

Now, again, when it says, “teach others what they have preference for,” I don’t think that’s saying specifically that when somebody comes and says, “Oh, teach me tantra!” and you know that this person has completely crazy ideas and is completely without any background, that you just teach them that first, on a deep level.

Wenn also jemand jetzt, wenn man jetzt jemandem das erklären soll, wofür, was er eben vorzieht, dann ist das sicherlich nicht so gemeint, dass, wenn jemand kommt und sagt „Ja, ich will jetzt Tantra erklärt kriegen“, dass man eben dann sofort vom ersten Tag auf ner tiefgründigen Ebene Tantra erklärt.

You might say something very superficial about it, or say… Like I remember with my own teacher, Serkong Rinpoche:

Sondern es gab mal die, ne Situation, wo jemand zu Serkong Rinpoche gekommen war,

Somebody who was completely spaced out, a hippie on drugs, came to see him and said he wanted to be taught the six yogas of Naropa.

ein Hippie, der gerade im Drogenrausch war und der meinte, er würd jetzt gern die Sechs Yogas von Naropa erklärt bekommen.

And Serkong Rinpoche took him very seriously and said, “That’s very good, that you’re interested in that. That’s really wonderful.

Und Serkong Rinpoche meinte dazu eben, dass er das, dass das sehr gut sei, dass er sich dafür interessieren würde

And, if you want to study this, then this is the way that you start, as preparation,” and then he directed him to more basic teachings.

und dass er eben, wenn er, wenn er das studieren wollte, so und so anfangen sollte. Und dann hat er ihn eben auf grundlegendere Erklärungen erst mal, erst mal hingewiesen,

He didn’t just say, “That’s stupid. You’re not ready for that.”

aber er hat ihn sehr ernst genommen und hat nicht einfach gesagt, das ist ja dämlich. Sondern, ja.

(5.11) Just as a mother would be more especially
    concerned and loving
Toward a child afflicted with a sickness;
Likewise, the loving affection of bodhisattvas
For those not nice is especially (great). 
Just as a mother would be especially caring and kind toward a child when the child is sick, likewise a bodhisattva treats especially kindly those who are emotionally troubled.

Und es heißt, dass ein Bodhisattva sich genauso um andere kümmert wie ne Mutter, die sich um ihr krankes Kind kümmert und die dann natürlich sehr besorgt ist, wenn ihr Kind eben krank ist.

And, in fact, there isn’t anybody that a bodhisattva doesn’t try to help.

Und es gibt auch niemanden, dem ein Bodhisattva nicht helfen würde, dem ein Bodhisattva eben nicht zur Befreiung und zur Erleuchtung führen würde.

That’s why bodhisattvas are willing to remain for as long as the universe endures, leading everyone to liberation and enlightenment.

Und aufgrund dieses Wunsches zu helfen ist es eben so, dass Bodhisattvas so lange bei den anderen Lebewesen bleiben, wie das Universum fortbesteht. Und das ist also ein wichtiger Punkt.

A lot of people, when they are confronted with somebody who is very emotionally upset, get very frightened and, in a sense, reject them or push them away, perhaps because of a feeling of inadequacy, that “I can’t really deal with this type of person or this type of situation.”

Wenn jemand jetzt sehr aufgebracht ist oder, oder so, dann ist es oft so, dass wir dann eher Angst bekommen und nicht wissen, wie wir mit der Situation umgehen und dass wir dann die andere Person vielleicht eher abweisen oder zurückweisen, eben vielleicht weil wir so’n Gefühl haben, dass wir nicht, nicht ausreichend mit dieser Situation umgehen können.

But Aryadeva points out that this is the type of person that a bodhisattva would be the most kind towards, the most gentle towards.

Und das sind aber die Personen, denen ein Bodhisattva gegenüber am freundlichsten und am sanftesten gegenüber wäre.

And obviously in this type of situation, if we don’t know how to handle this, with kindness we would direct them to somebody who could.

Und wenn man also selbst mit so ner Person nicht wirklich umgehen oder so ner Person nicht helfen kann, dann kann man wenigstens versuchen, sie eben auf ne freundliche Art und Weise an jemanden zu verweisen, der ihr helfen kann.

An example comes to my mind. When you encounter somebody who is a heroin addict or a complete alcoholic, sometimes, again, the type of attitude that many people might have is to reject this person as really being totally hopeless and no good.

Wenn beispielsweise jemand heroinsüchtig ist oder Alkoholiker ist, dann ist es oft so, dass Leute die Einstellung haben, dass sie denken, die Person ist, ist völlig, ja, verloren oder ist ein völlig hoffnungsloser Fall und auf diese Art und Weise die andere Person dann total zurückweisen. Und denken die Person ist ja nichts mehr wert oder so was in der Richtung.

“I can’t deal with this, and I don’t want to deal with this.”

Und dann geht’s eben auch sehr, so ein Grund dafür ist  eben oft, dass, dass man dann vielleicht sich mit dieser Person oder dem Problem nicht beschäftigen will oder nicht weiß, wie man sich damit beschäftigen soll.

And then especially you identify the person themselves as being bad.

Und dann geht’s eben auch sehr, sehr schnell dahin, dass man die Person selbst als negativ identifiziert.

That, one has to really be careful of.

An der Ecke muss man also dann vorsichtig sein.

And so this of course underlines the point that was made just shortly ago, which is that together with compassion we need wisdom or discriminating awareness – to know what would be the best means to help this person, or who would be the better person to help them, or who would know who would be the better person to help them.

Und das unterstreicht noch mal einen wichtigen Punkt, also dass wir eben neben Mitgefühl auch zusätzlich Weisheit benötigen. Dass wir eben wissen müssen oder einschätzen müssen, was es ist, womit dem anderen am besten geholfen werden kann oder wer ist ne Person, die dem anderen am besten helfen kann. Oder wer könnte zumindest jemanden kennen, der der anderen Person besser helfen kann.

Question: Is there anybody that really we can’t help? And what about somebody who wants to have some distance from us?

Und da kam dann die Frage, was man denn tut, wenn man eben ner anderen Person nicht helfen kann oder wenn die andere Person sich eventuell auch distanziert und Abstand möchte.

Alex: Well, to answer the second part first, that can be a great help to someone – to give them space, to give them distance, and not push ourselves on them.

Und Alex meinte, also wenn die andere Person Abstand möchte, dann kann das vielleicht sogar besser sein oder eine große Hilfe sein für die andere Person, wenn wir eben der anderen Person auch den Raum lassen und uns nicht aufdrängen.

Is there anyone that we can’t help?
Well, we might not be able to help them right now, but ultimately, as a bodhisattva, we have the wish to be able to help everybody, to bring everybody to liberation and enlightenment.

Wenn wir, also vielleicht kann es sein, dass wir in bestimmten Situationen im Augenblick nicht helfen, andererseits ist es so, dass wir als ein Bodhisattva natürlich die Bestrebung haben, letztlich allen zu helfen, letztlich alle zur Befreiung und Erleuchtung zu führen.

So, if we can’t help now, as I said, if they come to us…
I remember very clearly the case when I was translating for the old Serkong Rinpoche:

Und wenn jetzt jemand zu uns kommt, also da gabs mal bei Serkong Rinpoche ne Situation, wo jemand eben zu Serkong Rinpoche gekommen ist

Somebody came to him with a problem and he said, “I don’t have the karmic connection with you to be able to help you with this problem, but this other person does, this other lama does,” and directed him to the other person.

und ihn um Hilfe gebeten hat. Und Serkong Rinpoche meinte, ich kann dir da nicht helfen, wir haben einfach die karmische Verbindung nicht, dass ich dir dabei helfen kann. Aber der und der Lama, der kann dir dabei helfen, und hat ihn dann eben zu jemand anderem hingeschickt.

So sometimes we have to admit that “I don’t have the ability to help you.” This is if they come to us.

Und wenn, das wär also was, wenn man, was man tun kann vielleicht, wenn die andere Person zu jemand zu einem kommt und  man nicht weiß, wie man helfen soll.

If they don’t come, we don’t go around pushing ourselves on others when they don’t want our help, because that would be counterproductive.

Wenn die andere Person nicht kommt, dann kann man sich der anderen Person natürlich auch nicht aufdrängen, also zumindest, wenn die andere Person wirklich die Hilfe nicht annehmen möchte. Dann kann es auch kontraproduktiv sein.

But we have the willingness to help.
And, in situations in which we can help and they would be receptive to our help, then, if it’s possible, we do help.

Und wenn wir andererseits eben die Möglichkeit zur Hilfe haben und die andere Person die Hilfe haben möchte, dann sollten wir es natürlich auch tun.

But of course helping or not helping, or entering into any situation, is dependent on (or relies on) many, many, many different factors.

Es kommt eben natürlich immer drauf an also, ob wir helfen können oder nicht helfen können oder auch generell in welche Situation wir uns begeben können, sollten oder nicht sollten, das hängt natürlich immer von extrem vielen Faktoren ab.

If somebody is hit by a car, for example, and we see it in the street, and there are already various passersby or doctors who know something about how to take care of an injured person, and an ambulance is on the way, and so on – and we have no idea how to take care of an injured person, but we’re a bodhisattva and we want to help – well, perhaps the best way of helping is to not have yet another person standing around, and to give space to those who know how to deal with this situation.

Wenn es eben zum Beispiel so ist, dass irgendwo ein Unfall gewesen ist und jemand ist vielleicht von einem Auto angefahren, und es sind schon eine ganze Menge Leute da, die sich vielleicht ein Stück um die Erstversorgung kümmern und ein Krankenwagen ist auf dem Weg und die Leute, die dort sind, die wissen, was sie mit dem Verletzten tun müssen und man selbst hat eigentlich keine Ahnung, wie man jetzt diesem Verletzten in irgend ner Form helfen müsste, dann ist in so ner Situation, wenn man da helfen möchte, wahrscheinlich die Hilfe, wenn man eben eher nicht im Weg steht und dafür sorgt, dass nicht noch ne weitere Person da rumsteht.

(5.17) Those (bodhisattvas) who have even the five
    extrasensory abilities for (helping) all beings
(Will assume even) inferior forms,
Like those of lowly (animals, in order to help others.
Such are) their extremely difficult actions (to benefit others). 
Bodhisattvas take on any form to be able to help others, even that of an animal.

Gut, also und Aryadeva weist eben  darauf hin, dass Bodhisattvas jede Form annehmen, die, mit der sie anderen helfen können, auch sogar die eines Tieres.

Therefore, it’s important not to deprecate or put them down, or to put anybody down, because you never know who’s a bodhisattva.

Insofern ist es wichtig, sie nicht schlecht zu machen oder generell niemanden schlecht zu machen, weil wir einfach nicht wissen können, wer ein Bodhisattva ist.

Now we might say that this is fairly irrelevant to our ordinary experience, but I know, having been interpreter for various lamas, that they act completely differently with different people.

Das klingt vielleicht erst mal so, als ob das für unser Leben nicht wirklich ne Relevanz hat, aber da Alex eben für verschiedene Lamas auch Übersetzer gewesen ist, hat er eben wirklich erlebt, dass sie sich sehr unterschiedlich gegenüber verschiedenen Leuten verhalten haben.

With some people they are very friendly and warm and kind and loving, and with others they are completely stern and strict, and scold them, and so on.

Also einigen Menschen gegenüber waren sie extrem freundlich, extrem warmherzig und zuvorkommend, und bei anderen waren sie sehr verschlossen und streng und haben mit ihnen geschimpft und so weiter.

And they are able to change instantly from one to another.

Und es war teilweise wirklich so, dass diese Lamas das dann eben von einem Augenblick auf den anderen sozusagen umschalten konnten.

And so when we are trying to help others, we need to be very flexible and not insist that “This is the way that I am.

Und wenn wir also anderen helfen wollen, dann müssen wir da auch in dieser Hinsicht flexibel sein. Dann dürfen wir  nicht denken, ja, ich bin aber so und so.

And I want to be true to myself, to my character, and I am only going to act in this one way.”

Und ich muss doch mir selbst treu bleiben und meinem Charakter entsprechen. Und ich kann doch nur auf die und die Art und Weise sein, weil das andere wär doch nicht, wär doch falsch oder so was.

We take on whatever form, whatever type of appearance is necessary to be able to help the other.
You know, the Shakespeare line, “This above all: to thine own self be true.”
Das ist also wesentlich.
(5.19) (Freedom from) death, the Dharma teachings
    and (opportunities for) other lives –
(All these) are indicated by the (single) word giving.
Therefore, every time bodhisattvas hear the word giving
(It gives them great joy). 
Bodhisattvas are the happiest when they’re able to be giving and they can give to others, even just hearing the word “generosity” makes them joyous.

Ein Bodhisattva ist eben froh, wenn er von anderen, oder wenn er, wenn er was geben kann und freut sich sogar schon über das, über das Wort Großzügigkeit, wenn er es hört.

(5.20) To give in order to receive (something back, however),
Thinking great (enjoyment) will come about in this (lifetime)
    as the result from generous giving,
Is just like selling and so forth,
And is despised (by the hallowed ones). 
So we need to avoid the attitude of giving to others in order to receive something back in return.

Und da ist es eben wichtig, dass man nicht was gibt, um einfach bloß wieder was zurückzubekommen.

Because to act in that way is no different from a business transaction.

Das wäre nichts anderes als, als ein Tauschhandel oder als ne geschäftliche Transaktion.

So an example that is often given (it’s not given here in this text) is that if we have trained to be a doctor or a nurse, or something like that, then we would be very happy if we could actually use what we have been trained to do to help others; it’s not as though we would resent that.

Ein häufiges Beispiel dafür, was dafür eben gegeben wird, auch wenn es jetzt hier in dem Text nicht gegeben wird, ist, dass, wenn man eben ne Arztausbildung oder eine Pflegerausbildung hat, dass man dann eben sich freut, wenn man jemandem dann wirklich damit helfen kann mit dem, was man gelernt hat, und in dem man sich geübt hat und dass man dann eben keine, keine Reserviertheit oder Abneigung dagegen empfindet.

So, likewise, when a bodhisattva is asked to give something to somebody or to do something to help somebody, they don’t resent that, but actually they’re very happy to be of some help.

Und wenn ein Bodhisattva also gefragt wird, gebeten wird, was zu geben oder etwas zu tun, um anderen praktisch zu helfen, dann wird er sich freuen, dass er eben helfen kann.

And, if we apply that in a very practical sense, then we might not be such an advanced bodhisattva that we can work for everybody day and night without taking a rest, and so sometimes we have to say, “I’m very happy for your request,” and so on, “I can’t get to it right now, but I will.”

Und wenn man das eben praktisch anwenden möchte, dann ist es bei uns eventuell nicht so, dass wir dann solche Bodhisattvas sind, das wir tatsächlich Tag und Nacht ununterbrochen für andere arbeiten können, aber dann können wir eben vielleicht wenigstens sagen: „Danke für Deine Bitte, und ich kanns zwar jetzt im Augenblick nicht machen, aber ich werd Dir helfen.“

And so, in this way, we don’t feel resentment that they’ve asked us to do something.

Und das verhindert dann eben, dass wir gleich so ne Ablehnung empfinden, wenn wir gefragt werden.

But, on the other hand, you don’t just put it off till tomorrow, tomorrow, tomorrow.

Andererseits ist es aber eben wichtig, dass man es auch nicht auf morgen und übermorgen und überübermorgen verschiebt,

We say, “I’m very busy this week, but next week I’ll get to that. So please be patient.”

sondern dass man eben dann meinetwegen sagt: „Diese Woche bin ich sehr beschäftigt, aber nächste Woche habe ich Zeit. Und hab bitte ein bisschen Geduld.“

 I’m thinking of the example of all the emails that I get with questions because of the website.

Alex hat da so ein bisschen seine Emails in Erinnerung, die er ständig kriegt wegen seiner Internetseite, in denen dann die Leute irgendwelche Sachen fragen.

Chapter Six: Indicating Methods for Ridding Yourself of Disturbing Emotions

(6.1) Since pleasurable things cause desire to increase
And painful things cause anger to expand,
Why are pleasurable things not included as ascetic practices
And why are painful things included as (these) practices? 
Now chapter six: Indicating Methods for Ridding Yourself of Disturbing Emotions.

Kommt das sechste Kapitel. Das zeigt Methoden auf, um sich selbst von störenden Emotionen zu befreien.

And this is speaking about not the deepest method for getting rid of disturbing emotions – namely, the understanding of voidness – but is speaking about temporary measures that we can use.

Und hier ist nicht die Rede von den tiefsten Methoden, das wäre dann das Verständnis der Leerheit, sondern hier gehts um Methoden, mit denen man sich zeitweise davon befreien kann.

Aryadeva speaks primarily here about the three poisonous emotions which cause the greatest suffering; that’s longing desire, anger, and naivety.

Aryadeva spricht hier vor allem von den drei vergifteten Geisteshaltungen oder vergifteten Emotionen, die die größten Schwierigkeiten bereiten. Das ist: begehrliches Anhaften, Ärger und Naivität.

(6.2) The activity of desire is to gather (things);
The activity of anger is to dispute;
And the activity of naivety is like wind
    for all the elements (such as fire) –
It causes (the other disturbing emotions) to flare up. 
The activity of desire is to gather things to us.

Die Handlung des Verlangens ist, dass man bemüht ist, Dinge zu einem zu bringen.

So we have desire. Attachment. Desire is to get things that we don’t have;

Und also begehrliches Verlangen besteht darin, Dinge bekommen zu wollen.

attachment is to keep what we have and not let go.

Anhaftung besteht darin, Dinge behalten zu wollen.

Anger, its activity is to dispute and get things away from us.

Dann die Handlung des Ärgers ist, Streit zu verursachen und Dinge von einem entfernen zu wollen.

And the activity of naivety is to act as the basis that causes the other two to come up or flare up.

Und die Handlung der Naivität ist, dass sie als Grundlage für die anderen beiden wirkt, damit diese beiden aufflammen können.

That’s naivety specifically about cause and effect, behavioral cause and effect, and naivety about reality – how things exist, either conventionally or ultimately.

Naivität hat verschiedene Formen. Es gibt Naivität bezogen auf Ursache und Wirkung. Und es gibt Naivität bezogen auf die letztliche Wirklichkeit, darauf bezogen, wie die Dinge existieren. Und die Existenzweise, die man versteht, kann eben entweder ein Verständnis bezogen auf das, auf die endgültige oder auf die konventionelle Existenzweise der Dinge bezogen sein.

(6.3) Not meeting with (what you cherish),
    you have suffering due to desire.
From not having the force (to overcome enemies),
    you have suffering due to anger.
From not fully understanding (reality),
    you have naivety.
(Being overpowered) by those (three poisonous attitudes),
    you don’t comprehend those (sufferings they cause you as suffering). 
Aryadeva then speaks a little bit further about what these three poisonous attitudes are.

Dann geht Aryadeva etwas ausführlich darauf ein, was diese drei vergifteten Emotionen sind. Und, oder Einstellungen sind.

And he says: not meeting with what you like, you experience desire (so you want to have what you like);

Und Verlangen entsteht oder kommt zustande, wenn wir Dinge nicht bekommen können, die wir bekommen möchten.

and not having the force to overcome what you dislike, you experience anger (“I have to get rid of it!”);

Wenn wir nicht die Macht haben, etwas von uns zu entfernen, das wir nicht mögen, entsteht Ärger.

and not fully understanding reality, we experience naivety.

Und wenn wir kein vollständiges Verständnis der Wirklichkeit besitzen, dann entsteht Naivität.

(6.4) Just as you see that (people) do not simultaneously meet
With phlegm and bile;
Likewise, you see that (people) do not simultaneously meet
With desire and anger (toward the same object). 
But Aryadeva points out that some people experience desire and some people experience anger towards the same object, so the emotional response is not inherent in the object itself but has to do with the state of mind of the person.

Und Aryadeva weist darauf hin, dass eben einige Personen Anhaftung und andere Personen Ärger dem gleichen Objekt gegenüber empfinden, d. h. die Reaktion ist nicht inhärent im Objekt vorhanden, sondern sie hat mit dem Geisteszustand der einzelnen Person zu tun.

That’s something which is very easy to understand from just very simple everyday examples, like certain kinds of food.

Das ist an Alltagsbeispielen leicht zu verstehen, wenn wir eben verschiedene Essen haben,

Some people will hear that “This is what we’re having for dinner,” and they have great desire for it because they like it very much;

dann kann es eben sein, dass es irgendwo was Bestimmtes zu Mittag gibt, und einige Personen mögen das sehr gerne, haben vielleicht Verlangen danach,

and another person will get very angry because they don’t like it, and they wish very much that it wasn’t being served and they could get something else.

und jemand anders kann das überhaupt nicht gerne, mag das überhaupt nicht gerne und wird dann vielleicht sogar ärgerlich und wünscht sich, dass es eben nicht das, sondern etwas anderes geben sollte.

So the response is not in the object itself but in the individual person.

Und insofern kann man eben relativ einfach erkennen, dass die Reaktion nicht im Objekt selbst angelegt oder vorhanden ist, sondern dass sie eben von den Personen ausgeht.

That’s because everybody is different and individual.

Und die Personen sind natürlich alle verschieden und individuell.

And because different people (and specifically here disciples) are different and have different emotional responses to things, then, as a spiritual teacher, we need to treat disciples differently, Aryadeva says, depending on the disturbing emotion that they suffer from the most.

Und da eben verschiedene Personen verschieden sind und hier geht’s um dann um Schüler vor allem, muss eben ein Lehrer auch seine verschiedenen Schüler unterschiedlich behandeln, je nach dem, welche störenden Emotionen am stärksten da bei ihm vorherrschen.

And I think this applies not just to disciples or students if we’re a teacher, but perhaps some of these points could also be applied to our children if we’re raising children – that you need to deal with each child as an individual, in terms of the personality, the type of disturbing emotions that that child might have.

Und das gilt nicht nur für Schüler, die man vielleicht hat, sondern vielleicht auch, wenn man eigene Kinder hat. Dann muss man eben jedes Kind auch auch als Individuum behandeln. Und jedes Kind hat eben ne eigene Persönlichkeit, hat verschiedene störende Emotionen, die bei ihm vorherrschen.

Some children have a lot of anger and are very aggressive.

Einige Kinder sind vielleicht sehr oft wütend,

Other children are very greedy and selfish. You treat them differently.

andere sind vielleicht relativ gierig oder eigensüchtig.

(6.5) (A spiritual mentor) should use (disciples with) desire as servants.
Why? Because not to be deferential (with them)
    is a medicine for their (desire).
But for those with anger, he should treat them as lords,
Because the medicine for their (anger) is (showing them) deference. 
And very interesting, what Aryadeva recommends, especially to think about how skillful this might be with somebody from a Western background.

Und es ist interessant, was Aryadeva jetzt also vorschlägt. Und kann man sicher ein bisschen drüber nachdenken erst mal, wie geschickt dieser Rat ist in unserer jetzt in unserer westlichen Situation und in unserer westlichen Kultur.

Or is this general advice that applies to anybody from any cultural background?
He says it is best to treat disciples who have a great deal of desire as servants and not be deferential to them – in other words, don’t praise them and don’t give them preference, and so on – because that just increases their desire for more.

Jedenfalls meint Aryadeva, dass Schüler, die starkes Verlangen haben, eben nicht mit Ehrerbietung behandelt werden sollten, also nicht besonders gelobt werden sollten, nicht  bevorzugt werden sollten und so weiter, und sondern stattdessen wie Diener behandelt werden sollten.

But disciples with anger, we should treat as lords and be deferential to them so that we don’t aggravate their anger.

Und jemand, bei dem Ärger vorherrscht, der sollte eben wie ein Herr oder Herrscher behandelt werden und eben mit Ehrerbietung, so dass man seinen Ärger nicht anstachelt.

So I think it takes quite a lot of thinking to see how good a piece of advice this is in terms of our modern situation as well.

Und wie gesagt kann man sich drüber erst mal vielleicht sich Gedanken machen, ob das nun in unserer Situation auch vielleicht ein angemessener Rat ist oder nicht.

If somebody is very desirous and wants something all the time and is greedy – not giving it to them, does that help them to overcome the desire or does it make them want it even more?

Wenn also jemand sehr, sehr fordernd ist in ner Beziehung und will ständig, fordert ständig Zeit und Aufmerksamkeit vielleicht vom, vom Partner ein, dann, dann ist die Frage, hilft so was zum Beispiel wirklich?

It’s clear that if you give it to them all the time, they will never be satisfied and always want more;

Also es ist schwierig, wie man sich dann vielleicht verhalten soll. Wenn man dem anderen immer nachgibt und ständig seinen Erwartungen entspricht, dann ist es klar, dass der andere trotzdem nie zufrieden gestellt sein wird.

but not giving it to them at all, does that help them to overcome their desire?

Andererseits wenn man überhaupt nicht darauf eingeht, dann kann es eben sein, dass es auch sehr, sehr schwierig wird.

Participant: They might say, “Stupid teacher! I’ll leave you.”

Und Monika meinte dann, wenn man gar nicht darauf eingeht, dann sagt der Schüler vielleicht: „Na ja, dummer Lehrer, dann gehe ich jetzt.“

Alex: I don’t know. I’m not thinking only in terms of student-teacher.

Und Alex meinte aber, er meint jetzt hier nicht nur Lehrer-Schüler-Beziehungen,

I’m thinking in terms of parent-child, or in a relationship if somebody is very greedy and desirous for a lot of affection and all of your time.

sondern eben auch Eltern-Kind-Beziehung oder eben Partnerbeziehung. In ner Partnerbeziehung, wenn eben ein Partner ständig Zeit einfordert und  Aufmerksamkeit

For instance, if you give it to them all the time, it’s clear that they will want more; it’s never enough.

und der andere Partner, und Zuneigung, dann, und der andere Partner versucht dem die ganze Zeit nachzugehen, dann wird es trotzdem eben nie ausreichend sein.

But if you don’t give them the affection and kind words that they would like, often they feel even worse, more starved, don’t they?

Andererseits, wenn der Partner das nicht tut, dann wirds eben vielleicht auch für das Gegenüber schlimmer, also für denjenigen, der diese Erwartung hat, und er fühlt sich dann vielleicht noch, findet noch größeren Mangel,

So I think that one has to be quite careful in this situation.

insofern ist das also ein bisschen schwierig.

And I’m thinking back on my own situation, my own experience. And I think in a Dharma student-teacher relationship, in which the basic contract from the beginning, if it’s really a serious type of relationship, is: “No matter what you do, I’m not going to get angry with you.

Wenn man jetzt aber ne Dharma-Lehrer-Schüler-Beziehung nimmt, und Alex nimmt n’bisschen an, und also bei solchen Beziehungen ist es so, wenns ne wirklich ernsthafte Beziehung ist, dann steht eigentlich am Anfang die unausgesprochene Abmachung, keine, also es spielt keine Rolle, was der Lehrer auch tun mag,

I will see whatever you do, teacher, as a method to benefit me or help me,” then it can work and can be quite effective.

man wird immer es so betrachten, dass der Lehrer versucht, einem zu helfen.

In my own case, certainly I wanted to help, and so on, and serve my teacher, and do all of these things, with attachment to being appreciated, and thanked, and stuff like that.

Und bei Alex war es so, dass er eben Serkong Rinpoche helfen wollte und ihm nützen wollte, und dass das aber eben auch damit zu tun hatte, dass er Aufmerksamkeit und Wertschätzung dafür empfangen wollte.

And my teacher thanked me twice in nine years.

Und das Ergebnis davon war dann, dass Serkong Rinpoche ihm in neun Jahren genau zweimal gedankt hat.

He never said thank you. And that was very helpful for me to realize why am I helping him to help others.

Und Alex meint, für ihn war das also sehr hilfreich, dass Serkong Rinpoche sich so verhalten hat. Wenn also am Anfang eben wirklich diese Abmachung steht, und dass eben so in so, in so ner Beziehung, in so nem Kontext ist, dann kann das also schon helfen.

Is it, as Geshe Dhargyey always used to use the example, just so that I’d get a pat on the head, like a dog, and wag my tail?

Aber es ist eben immer die Frage, man muss also genau kucken, warum man so was tut, warum man eben zum Beispiel dem Lehrer hilft anderen helfen, ob es eben, wie Geshe Dhargyey dann teilweise gesagt hat, bloß wie bei einem Hund ist, der dann den Kopf gestreichelt oder gekrault haben will und dann den Schwanz wedelt.

So it works when there’s this contract – when there’s this understanding.
(6.11) When (it’s the case that things) come about
    by dependently arising, (they cannot be truly existent).
Seeing (this), naivety will not arise.
Therefore, you should make all efforts (in this,
Since) only this topic shall be related in this (text). 
Aryadeva goes on to explain how each of the three poisonous emotions has great disadvantages.

Aryadeva fährt dann fort und bespricht eben die Nachteile der drei vergifteten Geisteshaltungen.

And therefore those who have naivety need to study dependent arising, so that they understand how cause and effect and reality works.

Und wenn wir eben sehr von Naivität beeinflusst sind, dann ist es wichtig, abhängiges Bestehen zu studieren, um besser Ursache und Wirkung zu verstehen und die Wirklichkeit besser zu verstehen.

(6.13) The Buddhas have said that those with desire
Should in all ways give up having
    excellent good food, clothing and shelter,
And should always abide
In the vicinity of their spiritual mentors. 
And those with desire need to stay away from food, entertainment, and so on, that they’re attached to, and stay close to their spiritual teacher.

Und jemand, der sehr starkes Verlangen hat, der sollte eben von Essen und Unterhaltung und anderen Dingen, an denen er haftet, fernbleiben und stattdessen in der Nähe des Lehrers bleiben.

Again, one needs to think quite carefully about that.

Auch das ist was, worüber man also nachdenken kann.

(6.14) To become angry with someone you have no ability (to affect)
Only makes your face ugly.
And not to have love for someone you have the ability (to help) –
This is said to be vile. 
And those with anger need to think about how becoming angry with someone or something is never helpful.

Und bei Schülern, die sehr von Ärger geprägt sind, ist es also wichtig, dass sie dann darüber nachdenken, dass es in keiner Situation hilfreich oder nützlich ist, mit jemandem oder etwas ärgerlich zu sein.

I think a good example of that is when we are in a friendship or relationship with somebody and they haven’t been paying enough attention to us.

Und wenn man jetzt ne Freundschaft hat oder ne Beziehung, und man hat das Gefühl, dass man zu wenig Aufmerksamkeit bekommt,

If we get angry and make a scene with them, is that going to make them want to spend more time with us, or just turn them off even more? “I’m so angry with you. Why don’t you like me more? Why don’t you want to be with me more?” And then you scream and yell at them.

dann ist es zum Beispiel sicher nicht sehr hilfreich, ärgerlich zu werden oder ne große Szene zu machen und zu sagen „Ja, ich bin jetzt so ärgerlich, warum, warum liebst du mich nicht mehr, oder willst du nicht mit mir zusammen sein?“

They just want to run away, don’t they?

dann wird die andere Person doch erst recht weglaufen wollen.

This point about if you have a lot of attachment to food and entertainment, staying away from that and staying with your teacher, I think we need to understand that in a monastic context.

Also diese Anweisung eben in der Nähe des Lehrers zu bleiben, die bezieht sich sicherlich auf ne klösterliche Umgebung,

That living in your teacher’s house, you’re not going to have all sorts of entertainment going on. You might not necessarily get all the kinds of chocolate and other kinds of foods that you actually like.

wo eben dann die Schüler im Haus des Lehrers wohnen und eben dann nicht alle möglichen Unterhaltungen und alle möglichen Arten von Schokolade und Essen und so weiter zur Verfügung haben.

And usually, because you have such respect for your teacher, you don’t act in a very greedy type of way. If you’re sitting at the table with your teacher, you don’t just make a pig out of yourself with all the food. You’re naturally a little bit shy out of respect.

Und üblicherweise wird man dann, wenn man zum Beispiel mit dem Lehrer am Tisch sitzt, nicht anfangen irgendwie gierig in sich rein zu essen oder so etwas in der Richtung.

Many of the points here that Aryadeva says about the disadvantages of anger, and how to overcome it, are repeated by Shantideva and elaborated in his chapter on patience.

Viele der Punkte, die hier besprochen werden, wie man, wie man, was die Nachteile des Ärgers sind und wie man Ärger überwindet, die werden auch von Shantideva in seinem Geduldskapitel besprochen und dann dort weiter ausgeführt.

Many of the points are derived from here.

Sehr viele Punkte, die Shantideva anspricht, kommen eben hier aus diesem Text und von hier.

(6.25) (In short,) any (yogi with) a consciousness (that realizes)
That consciousness (itself) is perfectly devoid
    of (a truly existing) abiding and so on
Will have no place in his intelligent (mind)
For disturbing emotions to reside.
So, in conclusion, Aryadeva says a bodhisattva needs to rid himself or herself of these three disturbing emotions and help others to do the same.

Zusammengefasst ist es also so, sagt Aryadeva, dass ein Bodhisattva eben die drei störenden Emotionen überwinden muss und anderen helfen sollte, das gleiche zu tun.

Chapter Seven: Indicating Methods for Ridding Yourself of Craving for Pleasurable Objects that People Desire

Chapter seven speaks about indicating methods for ridding ourselves of craving for desirable objects of enjoyment.

Der Titel des siebten Kapitels ist das Aufzeigen von Methoden, um sich vom Verlangen nach Vergnügungsobjekten oder ja, Genussobjekten zu befreien.

That’s the title of the chapter, but actually it’s speaking about craving for worldly pleasures.

Und es geht hier darum, dass man sich also von weltlichem Vergnügen befreit oder dem Verlangen nach weltlichem Vergnügen.

Obviously, worldly pleasures would come from – or at least we think it comes from – desirable objects of enjoyment, like food, entertainment, beer, and so on.

Wir sind der Meinung, dass weltliches Glück oder weltliches Vergnügen eben von Vergnügungsobjekten kommt wie eben Essen oder Unterhaltung, Bier usw.

(7.1) This ocean of suffering
Has no end at all.
Childish one, why do you not generate fear
At being immersed in it?
Aryadeva starts out by pointing out that the ocean of suffering from uncontrollably recurring samsaric rebirth will be endless unless we work to get out of it.

Und Aryadeva schreibt eben, dass wir immer, dass wir, dass wir nicht aus dem Ozean der samsarischen Wiedergeburt herauskommen werden und dass wir wieder und wieder ihn erleben werden, wenn wir eben uns nicht bemühen, uns daraus zu befreien.

(7.2) Your youth (of the present) has come behind
    (your old age of the past)
And will come once again ahead (of it, just after death).
Even if (you’re proud of your youth, thinking) it’ll last,
Yet, in this world, (youth, old age, and death) are like
    competitors in a race (vying to come) first. 
It just repeats over and over again. Youth comes before old age, and then it comes after it again in one’s next lifetime, so it’s pointless to cling to youth and feel proud about it.

Und es ist eben so, dass nach der Jugend kommt das Alter und nach dem Alter kommt wiederum die Jugend. Und im nächsten Leben wechseln sie sich ab. Und es ist also völlig unsinnig, jetzt sich an die Jugend zu klammern und stolz auf die eigene Jugend zu sein.

And youth, old age, and death are like competitors in a race to see which one will come first.

Und er schreibt auch, dass Geburt, Alter und Tod sich wie in nem Wettrennen befinden und miteinander wetteifern, wer jetzt vorn liegt oder wer erster ist.

Will death come before old age? This type of thing.

Und er weist eben auch darauf hin, dass es zum Beispiel sein kann, dass  man stirbt, bevor man wirkliches älteres Alter erreicht.

(7.3) Since, in compulsive samsara, you don’t have (the power
To guarantee) another (better) rebirth as you wish,
What intelligent person would not have fear,
Being under the power of something else,
    (namely, karmic impulses and disturbing emotions)? 
And there’s no guarantee about what kind of rebirth will follow from this one, and so it’s proper to live in fear and dread, he says, while under the influence of disturbing emotions and karma, and to renounce them, and to renounce recurring samsaric rebirth under the control of them.

Und es gibt also keine Sicherheit oder keine Garantie, welche Wiedergeburt auf diese Geburt folgen oder auf dieses Leben folgen wird. Und deshalb ist es also solange man  also unter dem Einfluss von störenden Emotionen und Karma steht, angebracht, in Angst und Schrecken sich zu, ja, voller Angst und Schrecken zu sein und es ist angebracht, die störenden Emotionen und die samsarischen Wiedergeburten zu verwerfen,  ihnen zu entsagen

(7.4) There’ll be no end in the future (to your recurring samsaric
   rebirths, if you make no effort now) –
Indeed, in all lives (you’ve remained) an ordinary being –
So, make your life (be not meaningless) like that.
Don’t become the same as you’ve been in the past. 
(7.5) The occurrence of a (proper) listener, (teachings) to be listened to,
And one to explain them is extremely rare to find.
Therefore, in short, though recurring samsara won’t be endless
    (if these conditions come together),
It’ll have no end (if they’re not). 
So what we need to do instead is to make effort in listening to the Dharma, thinking about it, and meditating on it.

und sich eben im Dharma zu bemühen, im Hören des  Dharma, im Nachdenken darüber und in der Meditation.

Now of course a lot of people in the West, particularly, take objection to this word “fear” and using fear as a motivation, because that can become quite neurotic when it goes to an extreme.

Im Westen werden vielleicht viele Einwände haben, wenn jetzt hier Furcht als Motivation genannt wird. Und wenn man ne extreme Furcht hat, dann ist das sicherlich auch was Neurotisches.

But I think we need to examine that a little bit more closely.

Aber man muss sich das genauer ansehen.

When you are engaged in some sort of dangerous work – let’s say you are handling high-power machinery, an electric saw or something like that, that could easily cut your hand off – to just say, “Well, I really hope it doesn’t happen, that I cut my hand off with this,” (which would be dread:

Wenn man zum Beispiel ne gefährliche Arbeit ausführt, zum Beispiel ein Gerät verwendet, was sehr viel, hinter dem sehr viel Kraft steckt, wie eine elektrische Säge oder so was, mit der man sich leicht die Hand abschneiden könnte, dann wird man nicht einfach bloß sagen: „Ja, ich hoff mal, dass mir nichts passieren wird“.

“I really wouldn’t like that to happen”) is perhaps not strong enough in the beginning.

Das wär halt dann eher, dass man also so ne gewisse Vorsicht hat oder was in der Richtung. Das wird am Anfang vielleicht nicht ausreichen,

In the beginning, certainly I am afraid of cutting my hand off, and so I’m going to be really, really careful about how I use this machine.

am Anfang wird man sicherlich wirklich Angst haben, dass man sich in die Hand schneidet

I don’t want to hurt myself with it and I don’t want to hurt anybody else.

oder dass man jemanden anders damit schadet.

I’m afraid that I’m going to hurt somebody else, and so I’m going to be really careful.

Also wird man wirklich, wirklich aufpassen, dass man eben genau das nicht tut. Und dass man auch niemand anders verletzt.

This I think is not necessarily neurotic. It could become neurotic of course if it goes to an extreme.

Das ist noch nicht zwingend neurotisch, auch wenns natürlich, wenn  es zu nem Extrem wird, neurotisch werden kann.

But if we’re speaking about levels of motivation, I think as Westerners we have to be a little bit careful not to dismiss the helpfulness of fear on a beginning level.

Und man sollte also von der Warte her auch Furcht nicht als nen Motivationsfaktor völlig vernachlässigen, zumindest für ne anfängliche Stufe.

And fear is introduced in Buddhism only as a beginning level motivation.

Und im Buddhismus ist es so, dass mit Furcht auch wirklich nur auf ner anfänglichen Stufe gearbeitet wird.

Fear of worse rebirths and, here, Aryadeva points out, fear of coming under the influence of your disturbing emotions.

Und Aryadeva weist eben darauf hin, dass es angebracht ist, sich davor zu fürchten, völlig unter die Macht der störenden Emotion zu kommen.

“I’m afraid if I really come under the influence of my anger, I’m going to kill you” – there are some people whose anger is so strong – “And so I am really going to control myself not to do that.”

Dass man zum Beispiel, also zum Beispiel wäre es angebracht, wenn man sich fürchtet, dass man so ärgerlich wird und so unter die Kontrolle von Ärger verfällt, dass man dann aus diesem Ärger heraus eventuell jemanden töten könnte. Einige haben ja vielleicht sehr, sehr starken Ärger, bei der, bei denen durchaus die Gefahr besteht.

Because what is the context in which fear is introduced in lam-rim (the graded stages of the path)?

Insofern ist es also wichtig auch den, der Kontext, in dem im Buddhismus eben Furcht eingeführt wird,

It’s in the context of exercising self-control not to act disruptively, not to cause harm.

der, ist der, in dem man sich bemüht, ethische Selbstdisziplin zu entwickeln und sich zurückzuhalten, so dass man keine zerstörerischen Handlungen ausführt.

Then of course compassion etc. as motivations are something that we develop on a more advanced level.

Später werden dann andere Motivationen wie zum Beispiel Mitgefühl aufgebaut auf höheren Stufen. 

So, for instance, we have to make a big difference here between, let’s say, when I’m afraid that I’m going to make a mistake…

Es besteht zum Beispiel ein großer Unterschied dazwischen, auf welche Art man Angst hat. Wenn man sagt, „Ich hab Angst, nen Fehler zu machen“,

Well, the Buddhist usage of that type of state of mind would be:

dann würde man dies im buddhistischen Kontext so verstehen,

“I’m afraid that I’m going to make a mistake, therefore I will be very careful and not just recklessly do things.”

dass man sagt, „Ich hab Angst nen Fehler zu machen, also werde ich wirklich aufpassen und werd nicht einfach völlig unachtsam sein oder völlig unkontrolliert sein“.

Buddhism is not recommending that: “I’m afraid I’ll make a mistake, therefore I won’t do anything; I won’t even try.”

Und wenn es allerdings so ist, dass man sagt „Ich hab Angst was falsch zu machen, also mach ich lieber überhaupt nichts“,

When our fear gets to the point where we don’t even try to do anything – we just basically conclude, “I’m no good. I’m incapable” – that’s not really appropriate or helpful.

dann wär das ne Angst, die nicht wirklich hilfreich ist. Wenn man dann eben, weil man dann anfängt zu denken „Ja, ich bin ja zu überhaupt nichts gut und ich bin total unfähig“. Und so was in der Richtung. So ist es nicht gemeint.

Now obviously we don’t try to do things that we don’t have the skill to do; that is something else.

Natürlich wird man nicht jetzt Dinge versuchen, für die man die passenden Fähigkeiten nicht besitzt.

But the point here is to develop, through fear, some sort of self-control and taking care – being careful – and training ourselves more and more deeply, as Aryadeva explains.

Worum es aber hier geht, ist, dass man durch ne gewisse Furcht eben Selbstkontrolle und auch ne gewisse Vorsorglichkeit entwickelt und sich dann auf dieser Grundlage eben weiter übt, um diese n, tiefere Verständnis, tiefere Übungen ausführen zu können, wie Aryadeva das erklärt.

(7.7) (The suffering of) people on (this) earth,
    (which is) the ripening of their negative karmic debts,
Is seen to vie only (with that of the joyless hell realms).
Therefore, compulsive samsaric existence appears
The same as a slaughtering ground to the hallowed (aryas).
(7.8) If you become mad
From your mind not remaining (under your control),
What wise person would consider as not mad
Someone still living a compulsive samsaric existence? 
(7.9) When you try to turn away from the suffering
    of (excessive) walking and so on (by sitting down and so forth,
The pleasure of relief) is seen (eventually) to decline.
Therefore, those with intelligence should enhance their minds
To exhaust all their (throwing) karma. 
One of the main points in this chapter is the emphasis on renunciation.

Der wesentliche Punkt, der hier betont wird, ist das Arbeiten an Entsagung.

Renunciation of worldly pleasures.
Samsaric pleasures.
And so Aryadeva speaks about how the various types of suffering of samsaric rebirth, the suffering of suffering, the suffering of change – that no worldly happiness or pleasure is ever satisfying.

Und Aryadeva beschreibt hier eben die verschiedenen Formen von Leiden. Das Leiden des Leidens, das Leiden des Wandels, was bedeutet, dass es eben kein weltliches Vergnügen gibt, welches wirklich dauerhaft wäre.

(7.10) When a first cause of even one result (such as the mind)
   does not appear,
At such a time, at seeing the extensive (results)
Of even a single (negative action),
In whom would the fear (of recurring samsaric existence) not arise? 
And also how there is an increase of karmic results – from one negative action, it can bring about many repeated disastrous results.

Und dann weist Aryadeva darauf hin, dass eine, also das Anwachsen von Wirkung hin. Eine Handlung kann also sehr viele karmische Auswirkungen haben.

(7.11) There’s no certainty that all (worldly karmic) fruits
(Such as prosperity) will come about.
And since even if they do come about, they will come to an end,
Why destroy yourself for their sake? 
And it’s not even certain that we’ll get worldly happiness from constructive behavior, because we could destroy the positive force from acting constructively by getting angry – particularly anger toward a bodhisattva or somebody who is working like a bodhisattva to help others.

Und darüber hinaus ist es auch noch so, dass selbst die positiven Handlungen, die wir durchführen, nicht zwingend auch zu positiven Ergebnissen führen, weil es so ist, dass die positive Kraft die wir durch das Ausführen positiver Handlungen aufbauen, auch wieder durch Ärger zerstört werden kann, insbesondere durch Ärger gegen Bodhisattvas oder durch Ärger gegen andere, die anderen ähnlich wie ein Bodhisattva helfen.

(7.12) (Worldly) actions, done with effort, once they are done,
Will disintegrate without any effort.
As this (naturally) happens,
Won’t you ever distance yourself from attachment
    to (worldly) actions?
(7.13) There’s no happiness to be had (in the consciousness) of the past
    (since it’s already ceased),
Nor is there in that of the future (for it hasn’t yet occurred).
It’s (the same) with that of the present too, since it will come to pass.
Therefore, for what reason do you (make all this effort)
    in karmic actions (for worldly pleasure)? 
(7.14) The wise generate fear even for higher status (states of rebirth)
The same as (they do) for the joyless hell realms.
It’s rare for them not to generate fear
For any situation anywhere in compulsive samsaric existence. 
In any case, worldly happiness – whether it’s the past, or present, or future worldly happiness – can never satisfy, because it’s impermanent (it doesn’t last).

Weltliches Glück, ganz gleich, ob es vergangenes, gegenwärtiges und zukünftiges Glück ist, wird niemals dauerhaft sein, einfach aus, und niemals ausreichend sein, einfach aus dem Grund, weil es unbeständig ist und nicht anhalten kann.

So don’t make effort merely for worldly happiness and to obtain pleasurable objects of desire; the wise renounce that aim.

Aus diesem Grund ist es eben nicht ausreichend, sollte man sich nicht damit zufrieden geben, einfach nur auf weltliches Glück hinzuarbeiten. Und es heißt eben dann oder  Aryadeva sagt dann eben, dass die Weisen dieses Streben bloß nach weltlichem Glück zurückweisen oder dem entsagen.

Now these are topics that are not the most pleasant and nice things to think about.

Dieses Thema ist wohl nicht das angenehmste oder netteste im Buddhismus,

But I think it’s very important – I mean, I don’t just think it’s very important, but obviously, within the context of the Dharma, it’s very important to think about renunciation and what the role of the pursuit of worldly pleasures plays in our life.

aber es ist eben auch wichtig, für den Buddhismus wichtig, dass man über Entsagung wirklich nachdenkt und sich eben anschaut, welche Rolle spielt die Suche nach weltlichem Glück eigentlich in meinem Leben.

And think of a very easy, simple example, like, “I want to have a good time.”

Um ein einfaches Beispiel zu bringen: Die meisten von uns wollen sicherlich ne gute Zeit mit anderen haben

That’s a type of worldly pleasure. And most of us would like to have a good time, and have a good time with our friends, our loved ones, and so we are very much craving to have a good time with this one or that one, to do this or that.

oder überhaupt ne gute Zeit haben und beispielsweise mit Freunden oder nahestehenden Personen. Und dann wollen wir eben mit dieser Person zusammen sein oder mit jener Person zusammen sein.

But the person doesn’t have time, they’re busy, they’re seeing somebody else, and we get annoyed.

Aber die andere Person ist vielleicht beschäftigt oder ist gerad mit jemand anders zusammen und tut irgendwas. Und dann funktioniert das nicht, dann sind wir frustriert.

And, even if we’re having a good time – a so-called “good time” – it comes to an end, or maybe it lasts too long and we get bored or tired, or the person starts to get on our nerves.

Oder selbst wenn es uns gelingt, eben das zu haben, was wir als gute Zeit betrachten, dann wird es eben irgendwann aufhören oder es geht vielleicht zu lange und dann sind wir gelangweilt oder müde oder wir gehen uns gegenseitig auf die Nerven.

And, when we’re frustrated that I’m not having a good time with this one, or this one doesn’t have time for me to have a good time with them, then we are looking for somebody else.

Und wenn wir eben mit ner bestimmten Person frustriert sind und irgendetwas nicht so läuft, wie wir es wollen und eben denken, dass wir keine gute Zeit haben, dann suchen wir wiederum nach jemand anders.

And, when we no longer have a good time with that new person, then we look for somebody else.

Und wenn es dort nicht so läuft, wie wir wollen, suchen wir wieder nach jemandem anders usw.

And we’ve been doing this for countless, countless lives.

Und das haben wir eben unzählige Male und über unzählige Leben hinweg immer und immer wieder getan.

When are we going to wake up and realize that it’s not going to work?

Es stellt sich schon die Frage, wann wir endlich aufwachen bei dem Ganzen und eben weil das einfach diese Art, nach Glück zu suchen, schon vergeblich ist.

This is futile, to have this as the main aim in our life – to have a good time: “Okay, I have to do my work.

Und dann ist es eben so, dass wir vielleicht denken „Ja, ich muss meine Arbeit machen.“ 

I have to do this or that.

Ich muss dies und das machen.

 But at least there’s the hope of having a good time on the weekend, or a good time at night, or a good time on my vacations, and so on.”

Aber am Abend hab ich dann ne gute Zeit. Oder im Urlaub, da hab ich dann aber ne gute Zeit.

So one needs to apply these meditations on renunciation of worldly pleasure to very, very ordinary everyday experience, our own personal experience.

Das ist also wichtig, diese Meditation über Entsagung auch auf solche ganz grundlegenden, ganz einfachen Alltagsbeispiele anzuwenden und ganz gewöhnliche, persönliche Beispiele dafür zu verwenden.

I think this particular example of wanting to have a good time – entertainment, whatever – is very relevant to a lot of people.

Wie eben, ob man, wenn man ne gute Zeit haben möchte, nach Unterhaltung sucht und so weiter. Das ist sicherlich für viele von uns recht relevant.

So the wise renounce that aim.

Und es ist eben davon die Rede, dass die Weisen also dieses Ziel aufgeben.

That doesn’t mean that we purposely try to have a bad time.

Das bedeutet natürlich nicht, dass wir jetzt absichtlich versuchen würden, ne schlechte Zeit zu haben,

We aim for some more lasting goal.

sondern es geht darum, dass man eben auf ein höheres Ziel hinarbeitet, auf ein bleibenderes Ziel.

(7.17) When you turn your mind (from pleasurable objects) in this (life)
(Because of wishing for higher rebirth),
It’s well known that (in future lives) you’ll still
   be focused on them.
As this is a distorted Dharma (practice),
    for what reason should this be accepted as correct? 
Just to renounce working for worldly happiness and pleasurable objects in this lifetime, though, is not enough, Aryadeva says, because we could cling to have worldly happiness in our future lives.

Und es reicht noch nicht aus, dass wir einfach dem Wunsch nach Glück und nach Vergnügen in diesem Leben aufgeben, sondern wir müssen auch aufhören, uns an das weltliche Glück zukünftiger Leben zu klammern.

So he’s saying that the initial level of motivation in the graded path (lam-rim) is not enough.

Das bedeutet also, dass die Motivation, die im Lamrim als grundlegende Motivation bezeichnet wird, eben noch nicht ausreichend ist.

(7.23) Doing positive actions for a reward is in all ways
The same as (being attached to) a salary.
How could anyone who accepts that any constructive actions
    (done like that are also only causes for further samsara)
Ever commit destructive acts? 
So don’t perform constructive Dharma actions simply for the award of having a good time in future lives, in some godly, heavenly rebirth.

Und dass es nicht ausreicht, positive Dharmahandlungen auszuüben, nur um in zuküftigen Leben eine gute Zeit zu haben, beispielsweise in irgendwelchen Götterbereichen, wo man eben sehr Angenehmes erfährt.

If we do that, it’s no better than being attached to receiving a salary for doing good work.

Denn wenn man danach strebt, dann wäre es so, als ob man Anhaftung an die Bezahlung einer Arbeit hat, die man gut ausführt.

(7.24) But those who see wandering beings
To be like illusory people, similar to
(Creations from) a collection of mechanical devices,
Go to a hallowed, extremely radiant state of
    The supreme achievement (enlightenment). 
(7.25) (Therefore) for those who, (seeing reality,)
    find no joy whatsoever
In any (pleasurable) object of recurring samsara,
Joy in any situation in it
Is something totally inappropriate  
So Aryadeva concludes that, if we can see all worldly happiness and pleasurable objects to be like an illusion, we can overcome clinging to them and attain liberation and enlightenment.

Und Aryadeva schließt damit, dass wir, dass wir meinen, dass wenn wir die, das weltliche Glück wie eine Illusion betrachten, dass wir, dass wir dann aufhören werden, uns daran zu klammern und dass wir auf diese Art und Weise Befreiung und Erleuchtung erreichen werden.

So he’s giving a hint that actually, in order to achieve the aim of liberation on the basis of renunciation, we need to gain the understanding of voidness.

Es ist also so, dass wir Entsagung benötigen, um, ja, dass Entsagung die Grundlage dafür darstellt, dass wir auf Befreiung hinarbeiten können. Und die eigentliche Befreiung, darauf weist Aryadeva hier eben hin, um die zu erreichen, ist ein Verständnis von Leerheit notwendig.

In fact, it’s with the understanding of voidness that we can intensify our renunciation.

Mit dem Verständnis von Leerheit ist es andererseits so, dass das, dass die Intensität der Entsagung wiederum verstärkt wird.

So renunciation is necessary for understanding voidness, and voidness helps us to develop renunciation.

Das heißt durch, auf der Grundlage von Entsagung haben wir die Möglichkeit, ein Verständnis von Leerheit zu gewinnen und dieses Verständnis von Leerheit führt dann wiederum dazu, dass sich die Entsagung verstärkt.

What does this imply?

Und was folgt jetzt daraus?

This implies – if we bring it back to our practical example – that when we are having a good time with somebody, or a good time with entertainment, even if it’s by ourselves, that we see it to be like an illusion.

Also wenn wir tatsächlich eine gute Zeit mit jemandem haben oder einfach auch nur uns selbst unterhalten und allein ne gute Zeit haben, dann wäre es gut, das eben wie ne Illusion zu betrachten.

It appears to be something which is permanent and solid, and that it’s really going to make us happy, but it doesn’t exist that way, in the way in which it appears.

Es scheint eben so, dass das, was wir dann erleben, beständig scheint, dass es solide scheint, und, also es scheint beständig, solide und letztlich befriedigend für uns zu sein, aber es ist eben nicht tatsächlich so auf diese Weise vorhanden, wie es erscheint.

It’s like an illusion, in that sense.

Und weil es nicht so existiert wie es erscheint, existiert es wie eine Illusion.

And therefore we can enjoy it for what it is; don’t try to enjoy it for what it is not.

Und wenn wir das verstehen, dann können wir die Dinge so genießen, wie sie sind oder als das genießen, was sie sind und nicht als etwas, was sie eigentlich nicht sind.

What it is is just some sort of ephemeral thing – changes from moment to moment, it’s not going to last, it’s not going to satisfy.

Das heißt, wir können, oder sie können sich als etwas genießen, was flüchtig ist, was nicht bleibend ist und uns nicht letztlich befriedigt.

And, on that basis, enjoy it, and we will gain liberation from clinging to it and all the suffering that comes from that, and the disappointment that follows afterwards when it doesn’t satisfy.

Und dann werden wir nicht eben nicht so enttäuscht sein und nicht so danach greifen, wenn, wenn es eben zu Ende geht und wenn wir eben dann nicht vollständig dadurch befriedigt sind.

You know, when we’re with somebody and having a good time and they say, “Well, I’ve got to go now,” if we cling, we say, “But couldn’t you just stay another half hour?
Couldn’t you just stay another hour?” as if at the end of that half hour, or an hour, it will have been enough.

Wenn wir mit ner anderen Person zusammen sind und vielleicht ne gute Zeit haben und die andere Person sagt, ich muss jetzt leider los, dann ist es eben zum Beispiel so, dass wir vielleicht sagen „Ja, kannst du nicht noch ne halbe Stunde bleiben oder noch ne Stunde bleiben?“

That doesn’t work.

Als ob es dann dadurch genug wäre, aber so funktioniert das ja nicht.

 

Chapter Eight: Training Disciples

Chapter eight concerns training disciples.

Und das achte Kapitel heißt dann „Das Training von Schülern“.

And there’s a great emphasis here in Aryadeva’s presentation on how to, as a teacher, how to help others, how to help disciples.

Und in Aryadevas Text gibt es also generell ne relativ starke Betonung darauf, wie Lehrer ihren Schülern helfen sollen oder helfen können.

(8.1) Just as dissimilar people
Will not stay close friends for long
   (when their attachment is gone);
Likewise, desire will not stay for a long time
In those who realize the faults of all (things). 
He says that, just as dissimilar people will not remain friends for long, likewise, those who see the faults of samsaric phenomena will lose all desire to stay with them.

Und Aryadeva sagt dann: So wie es, so Menschen, die sich sehr unterscheiden, nicht lange zusammenbleiben, so wird man auch den Wunsch, in Samsara bleiben zu wollen, verlieren, wenn man seine Nachteile erkennt.

In other words, if you have some sort of friend and you don’t really have anything in common, you won’t find anything attractive that keeps you together.

Wenn man also Freunde hat, mit denen man eigentlich nichts gemeinsam hat, dann fehlt da auch, fehlen da auch Anziehungspunkte, die dafür sorgen, dass man eben nahe beieinander bleiben möchte.

So, likewise, when you see the faults in worldly pleasure and so on, and that is dissimilar from your more spiritual aims, then you won’t want to stay with that pursuit of worldly pleasure.

Und wenn man eben die Fehler des Samsara sieht und wenn man erkennt, wie sie sich von dem, von den eigenen spirituellen Zielen und Bemühungen unterscheiden, dann wird man eben auch nicht weiter diese Bemühungen auf weltliches Glück lenken wollen.

Well, basically that’s saying we have to see that this is not really what I want, and then, if you see that this is not really what I want, you won’t want to stay with it. This is in reference to worldly pleasures.

Das heißt, es läuft letztlich darauf raus, das man verstehen muss, dass diese Suche nach weltlichem Glück nicht wirklich das ist, was man eigentlich möchte. Und dann möchte man das auch nicht weiter fortsetzen.

I think also to understand the whole discussion of renunciation, we need to put it into the context of the lam-rim.

Und es ist auch gut, sich vor Augen zu halten, wo eben diese Diskussion über Entsagung im Lamrim enthalten ist, an welcher Stelle und in welchem Kontext.

And in lam-rim (the graded stages of the path), what follows from renunciation is becoming a monk or a nun – taking vows for individual liberation.

Und es ist so, dass diese, dass Entsagung im Zusammenhang damit diskutiert wird, dass man dann eben Mönch oder Nonne wird, um die, und die Gelübde der individuellen Befreiung nimmt.

That’s what the word pratimoksha means – for individual liberation.

Also Pratimoksha bedeutet individuelle Befreiung oder persönliche Befreiung.

You see that the pursuit of worldly happiness and pleasure of having the perfect relationship with this one or partnership with that one, and so on – the perfect job, the perfect home, the perfect wardrobe, etc. – this is ridiculous, and it doesn’t lead to anything.

Das heißt, dass man eben dieses, dass man erkennt, dass dieses Streben nach weltlichem Vergnügen, nach perfekten Partnerschaften, nach dem perfekten Job, nach dem perfekten Zuhause, der perfekten Garderobe usw. letztlich lächerlich ist, letztlich zu nichts führt.

Therefore, with renunciation, you turn completely to the spiritual aim. That’s why someone becomes a monk or a nun.

Und dass man dann auf dieser Grundlage eben Entsagung entwickelt und Mönch oder Nonne wird.

And that’s the context with which it’s always presented in the lam-rim, and I think we need to not belittle that context or forget about it.

Und das ist also die Stelle im Lamrim, an der diese Diskussion von Entsagung auftritt. Und insofern sollte man also diesen Kontext nicht vernachlässigen.

Does that mean absolutely everybody has to become a monk or a nun in order to gain liberation?

Muss nun also jeder ein Mönch oder ne Nonne werden, um persönliche Befreiung zu erreichen?

No. But certainly is much easier that way.

Und Alex meint, das ist nicht der Fall, aber es wird dadurch wesentlich erleichtert.

(8.2) Some have attachment for a certain (object or person);
Some have repulsion for that very same (thing);
And some are insensitive toward it.
Therefore, an object of desire is not (truly existent as such). 
Aryadeva goes on to explain that because any object can be an object of attraction, repulsion, or indifference for different people, then objects and persons don’t exist by their own power as truly attractive.

Aryadeva weist dann als nächstes darauf hin, dass jedes Objekt, ganz gleich welches Objekt, ne Grundlage für Anhaftung, Abneigung oder Gleichgültigkeit sein kann für verschiedenste Leute. Das heißt, ne Person oder ein Objekt ist nicht von sich aus attraktiv.

(8.3) There are no such things as (truly) existent desire and so forth
Without conceptual thought (incorrectly considering them to be so).
Who among those with intelligence would hold
(Both) perfectly established deepest (existence)
    and (existence established by merely) conceptual thought? 
The desirability of an object or the desirability of a person is established merely by mental labeling and dependently arises based on that.

Sondern die Abhängigkeit einer Sache, die beruht nur oder beruht letztlich auf geistiger Benennung und Zuschreibung.

(8.4) There’s no such thing as any (male)
    being (inherently) bound together
With any (female).
If you were (truly existently) bound together to someone else,
It would be illogical for you ever to become separated. 
So the consequence of that is that in any relationship between two persons, he explains, there’s no such thing as a truly existent connection between them that can last forever.

Und auch wenn man ne Beziehung zwischen zwei Personen hat, dann gibt es da keine wahrhaft vorhandene Verbindung zwischen diesen beiden, die ewig bestehen könnte.

This is one of the strongest aspects of clinging that we have, is to other people that we find so attractive, and we fall in love with, and we become obsessed with.

Und es, das ist ja einer der stärksten Aspekte unseres Klammerns, dass wir an anderen Leuten hängen.

And usually, when you fall in love with somebody and you become obsessed with them, you become totally out of balance and ignore all the other aspects of your life, not only your spiritual life, but even your other friends, your work, your other responsibilities, and so on.

Und dann ist es eben so, dass wir so angezogen sind und so verliebt sind und so besessen sind, dass wir dann auch völlig aus der Balance geraten, völlig aus dem Gleichgewicht geraten und sämtliche anderen Aspekte unseres Lebens völlig in den Hintergrund treten. Nicht nur die spirituelle Praxis, sondern eben auch unsere Arbeit, andere Freunde usw.

You just want to stay with this person, as if, as we say in the West, this relationship was made in heaven.

Und wir nur noch mit dieser einen Person zusammen sein wollen. Im Westen sagt man ja vielleicht, das ist ne Beziehung, die ist wie im Himmel gemacht,

But there’s no truly existent inherent connection between any two people that can last forever.

aber es ist eben so, dass es nicht ne wirklich existierende, wahrhaft aus sich heraus bestehende Verbindung zwischen zwei Personen geben kann.

So it brings in the whole teachings, again, on impermanence, and seeing the body as unclean and a source of suffering, and so on.

Hier kommen also auch wieder diese Erklärungen über Unbeständigkeit hinein und über die Unattraktivität des Körpers und über den Körper als eine Quelle des Leidens.

And without some impossible “soul” – “I” love “you.”

Und darüber, dass der Körper eben nicht als nicht oder generell nicht, der Körper nicht mit nem, mit ner unmöglichen Seele versehen ist, und dass es eine unmögliche Seele generell nicht gibt. Wir denken aber dann eben „Ich“ liebe „dich“, so als ob es da eben so ein „Du“ gäbe, was ganz für sich existiert.

So, to really help disciples, we need to help them to overcome this type of clinging.

Und es geht eben darum, dass wir, dass man  als Lehrer den Schülern helfen sollte, dieses Greifen nach verschiedenen Dingen zu überwinden.

Which means, of course, we don’t want to establish them clinging to us as a teacher.

Das bedeutet natürlich auch, dass man nicht dafür sorgen sollte, dass der Schüler an einem selbst, am Lehrer anhaftet und nach ihm greift.

Remember Marpa kicking Milarepa out of his house. “It’s time for you to go to the mountains to the cave and meditate!”

Da gibts eben zum Beispiel ne Geschichte, wo Marpa Milarepa rausgeworfen hat und dann eben ihm gesagt hat, dass es jetzt Zeit wäre, in die Berge zu gehen und zu meditieren.

By pointing out that the desirability of a person or an object is something which arises dependently on mental labeling, that for one or another reason we label and regard somebody as desirable, this leads of course to the understanding of voidness, and that’s the main topic of this chapter, is how to teach voidness to disciples.

Diese Erklärung darüber, dass die begehrenswerte, dass, dass die, dass das begehrenswert oder nicht begehrenswert sein von Personen und Objekten von geistiger Zuschreibung oder Benennung abhängt, weil wir eben bestimmte Dinge als begehrenswert betrachten und benennen. Diese Erklärung führt dann eben oder leitet dann über zu der Erklärung der Leerheit, die eben dann das Haupt-, der, ja, es ist, es ist n, also dieses, das Hauptthema in diesem Kapitel ist wie man, wie man Leerheit anderen Schülern vermittelt

That’s the prelude to the second half of the text, which speaks about the actual teachings on voidness.

und ist dann eben die Überleitung zum zweiten Teil des Textes. Und der zweite Teil des Textes beschäftigt sich dann eben mit Leerheit.

(8.5) Those with little positive force
Won’t even entertain doubts about this teaching (on voidness).
But merely by entertaining doubts (about it),
Your compulsive existence will become threadbare. 
One of the most important factors in being able to understand voidness correctly is having built up a sufficient amount of positive force or merit, so that the mind is open and receptive and clear enough to be able to understand voidness.

Ein wichtiger Faktor für das, für die Fähigkeit, Leerheit zu verstehen ist, dass man sehr, sehr viel positive Kraft oder Verdienst angesammelt haben muss, einfach weil man dadurch nen offeneren Geist und mehr Klarheit und Empfänglichkeit entwickelt.

Otherwise you have a lot of mental and emotional blocks.

Und wenn dies nicht der Fall ist, dann wird man eben viele geistige und emotionale Blockaden haben.

And so Aryadeva says, in a very famous verse, that those who’ve built up little positive force or merit will not even have doubts about the teachings on voidness.

Und Aryadeva sagt eben auch in nem Vers, der recht bekannt ist, dass diejenigen mit wenig positiver Kraft nicht einmal Zweifel über die Leerheit haben.

They won’t even wonder, “Could this possibly be true or not?”

Das heißt sie denken nicht mal: „Ja, könnte das wirklich sein, dass das so ist?“.

But those who have positive force, for them their samsaric existence becomes threadbare, like an old piece of clothing that has worn out and will very easily have a hole broken in it.

Und dass andererseits diejenigen mit sehr viel positiver Kraft eben, oder dass für die anderen Personen mit sehr viel positiver Kraft die samsarische Existenz schon dadurch mürbe wird, dass sie mit der Leerheit konfrontiert wird, werden.

All of this implies that we need to understand fully the deepest teachings on voidness;

Es ist also wichtig, die, die tiefste Erklärung zu verstehen, eben die Erklärung über Leerheit,

Aryadeva says there’s no other way to gain liberation.

weil es einfach kein, keine andere Methode gibt, um Befreiung zu erreichen.

(8.7) (You might say,) “I shall pass beyond sorrow (with nirvana),”
But, without seeing void (phenomena) to be devoid (of true existence),
The Thusly Gone (Buddha) has said that
You can’t pass beyond sorrow with a distorted view. 
But don’t think that the teachings on voidness mean that everything is totally nonexistent.

Und Aryadeva weist darauf hin, dass Leerheit aber nicht bedeutet, dass die Dinge völlig nicht vorhanden wären.

This is often the accusation that the other Buddhist schools, even, accuse Prasangika of saying – that the Prasangika position is equivalent to nihilism, that nothing exists.

Das ist ne Beschuldigung, die die anderen Schulen, auch die anderen buddhistischen Schulen, oft gegen die Prasangikas, ja, erheben, und dass eben Prasangika ein völliger Nihilismus sei.

So Aryadeva warns against that – by doing actions that you understand lack true existence you can gain liberation – but he also points out that we must be careful to avoid all sectarian views and not grasp at different actions or different positions on voidness as being truly existent so-called “things” that are to be either accepted or rejected.

Und Aryadeva warnt davor, dass man das so eben nicht verstehen sollte. Und er weist auch darauf hin, dass man die verschiedenen Sichtweisen über die Leerheit nicht verkehrt auffassen sollte, dass man keine sektiererischen Ansichten entwickeln sollte und nicht sich an verschiedene Ansichten von Leerheit halten oder sie übertrieben zurückweisen sollte.

(Frage eines Teilnehmers: …Fremdwörter, gibt’s da irgendwie deutsche Wörter für, Nihilismus und, und, so zwei, drei Fremdwörter kamen vor, die sagen mir gar nichts.

Übersetzer: Also Nihilismus bedeutet, dass, dass man meint, es würde gar nichts existieren.)

(8.9) If you are brought to generate fear by thinking,
    “(If things were devoid of true existence)
Everything would be (totally) nonexistent,
    And so what is the use (to make effort to gain liberation)?
Well, if actions (actually) had truly established existence,
(Realization of) this teaching (of voidness)
    could not bring the action about of reversing (samsara).
Nihilism implies that, as Aryadeva explains, that you think that voidness of true existence means that nothing exists and if nothing exists then there is no use of working for liberation, so you don't do anything.

Also Nihilismus erklärt Aryadeva auch, das würde, das ist die Vorstellung, dass dann, dass man meint, ja, alles ist leer, also existiert überhaupt nichts. Und wenn überhaupt nichts existiert, dann würde es  auch gar nichts nützen, auf die Befreiung hinzuarbeiten.

That’s the consequence of the nihilist fallacy.

Und diese Fehleinschätzung, die weist Aryadeva aber eben zurück.

(8.14) (Buddha) spoke about generosity for those of least (capacity),
He spoke about moral discipline for those who are middling
And, for those who are of supreme (capacity), he spoke about
    (voidness, the method) to pacify (all suffering).
Therefore, always (aspire to) make yourself supreme.
Disciples need to be led according to their capacity.

Und Aryadeva weist darauf hin, dass es eben wichtig ist, Schüler auch entsprechend ihrer Kapazität und Schritt für Schritt anzuleiten.

And so here we find a forerunner of the whole structure of lam-rim, of graded levels of capacity, and what you teach first, second, and third – you need to teach in stages. Although it’s not exactly the same way that it’s formulated in the lam-rim (the graded stages of the path).

Und das ist also so’n bisschen ne, ja, Vorwegnahme des Lamrim, die hier auftritt, auch wenn die Stufen verschiedene sind, ist hier eben von drei Stufen die Rede, nach denen man die Schüler Schritt für Schritt führen kann.  

He says that Buddha taught generosity for those of least capacity, ethical discipline for the middling, and voidness for those of supreme capacity.

Und Aryadeva sagt eben, dass der Buddha jene, die die geringste Kapazität besitzen, Großzügigkeit gelehrt hat, jene mit mittlerer Kapazität ethische Disziplin und jene von überragender Kapazität die Leerheit.

So that’s interesting to think about, in terms of how you can actually help others.

Wenn man also anderen helfen will und sich fragt, wie man anderen helfen kann,

He says you don’t start out with telling them to develop more self-control and discipline, but help them by saying, “Be more generous. Be more giving and kind.”

dann würde man ihnen also nicht sofort sagen, dass sie disziplinierter mit sich umgehen sollten oder so was in der Richtung, sondern man würde damit beginnen, dass man ihnen empfiehlt, großzügiger zu sein, gütiger mit anderen umzugehen usw.

Although it might seem to us that, well, that’s the advanced level of motivation of Mahayana, but actually that’s a very simple teaching.

Das klingt zwar vielleicht erst mal so, als sei das die hohe Motivation wäre, ne fortgeschrittene Mahayana-Motivation wäre, aber in dieser Form ist das eben relativ einfach.

If you see what His Holiness the Dalai Lama always teaches on the simplest level to the general audiences – to be a kind person. That’s the most basic, introductory thing. At least you could try to be a nice person, a kind person.

Und wenn Seine Heiligkeit auf der grundlegendsten, einfachsten Ebene Erklärungen gibt, dann erklärt er eben auch, wie man, dass man ne bessere Person sein sollte und sich bemühen sollte, grundlegend mit anderen gut umzugehen und wenigstens ein guter Mensch sein sollte.

Then, if you’re a little bit stronger, some ethical discipline to control your wild actions or disturbing emotions and destructive behavior.

Und wenn dann jemand eben stärker ist, oder, ja, dann kann man ihm eben beibringen, dass er diszipliniert mit sich umgehen sollte, dass er bestimmte zerstörerische Handlungen und Verhaltensweisen und Emotionen, mit ihnen arbeiten soll und sie eben nicht, ja, ihnen nicht nachgeben sollte.

And then for those who have supreme capacity, teach them voidness.

Und wenn jemand dann noch stärker geworden ist, dann kann man ihn eben Leerheit lehren.

(8.15) First, you turn away from demeritorious (actions);
Intermediately, you turn away from (grasping at a gross) self;
And, finally, you turn away from all views (of true existence).
Anyone who knows (these stages for leading a disciple) is wise. 
Then Aryadeva outlines three stages of teaching.

Aryadeva hat dann drei, eine Abfolge in drei Stufen,

And actually this is very, very similar to lam-rim, what we find in the three stages, just the emphasis is just slightly different.

wie man, wie ein Lehrer die Erklärungen geben sollte und die sind dem Lamrim dann sehr ähnlich, den Abstufungen im Lamrim, wenn auch mit anderer Betonung.

He says: first teach them, other disciples, to turn from destructive actions;

Und er erklärt eben, dass es als erstes wichtig ist, dass man den Schülern beibringt, sich von zerstörerischen Handlungen abzuwenden.

that’s what one does for the initial scope of motivation.

Und das entspricht also der ersten Stufe der Motivation im Lamrim.

Then, intermediately, to turn from grasping for a gross “self” is what you need in order to gain liberation.

Und dann soll man ihnen helfen, sich vom Greifen nach einem groben Selbst zu befreien, was eben notwendig ist, um Befreiung zu erreichen.

And, finally, to turn from all views of truly established existence.

Und das Dritte ist dann, dass man sich von allen Formen des Greifens nach einer, oder ja, des Greifens nach wahrhaft begründeter Existenz befreit, und das für alle Phänomene.

This is what you need to gain enlightenment.

Dieses Verständnis ist dann notwendig, um Erleuchtung zu erreichen.

Now this is according to the non-Prasangika schools, that we find it presented like that, and so actually this teaching could be understood in both a non-Prasangika and Prasangika manner.

Und so, wie es hier formuliert ist, entspricht es erst mal eher den Nicht-Prasangika-Schulen. Und man kann diese Aufzählung aber eben, oder den letzten Teil davon, auf, auf eine Prasangika und eine Nicht-Prasangika Art und Weise auslegen.

According to non-Prasangika – this would be within Mahayana Chittamatra and Svatantrika schools – then it’s a different understanding of voidness that you need for liberation than what you need for enlightenment;

Und die Mahayana-Schulen außer der Prasangika-Schule, das heißt, das sind die Svatantrikas und die Chittamatrin, die sind eben der Meinung, dass man die persönliche Befreiung erreichen kann,

you just need to understand the lack of a more basic form of impossible existence with respect to persons – yourself – to gain liberation, but then a more sophisticated level of understanding of voidness of all phenomena in order to become a Buddha.

indem man ein grundlegenderes Verständnis von einer nicht-, von einer bestimmten unmöglichen Existenzform hat und dass man dieses Verständnis nur bezogen auf die Person benötigt. Wenn man aber dann Erleuchtung erreichen möchte, dann muss man laut diesen Schulen ein Verständnis einer subtileren unmöglichen Existenzweise haben und dieses Verständnis auf alle Phänomene anwenden können.

Or we could understand this in a Prasangika sense, which is that you see you need to have the same understanding of voidness for gaining either liberation or enlightenment, but first you apply it in terms of persons or selves and then you apply it to all phenomena.

Bei den Prasangikas wird es allerdings so erklärt, dass es ein bestimmtes Verständnis gibt, was sowohl auf die Person als auch für alle Phänomene angewendet muss und dass man dieses Verständnis sowohl für die Befreiung als auch für die Erleuchtung benötigt. Und dass man dieses Verständnis aber eben zuerst auf die Person anwenden sollte und dann auf alle Phänomene anwenden sollte.

So this is a good example of how this text functions as a root text.

Das ist auch ein gutes Beispiel dafür, wie so nen Wurzeltext eben als ne Grundlage dienen kann,

You can get either with it; even within Madhyamaka, either the Svatantrika or Prasangika manner of explaining it.

um dann anhand des gleichen Textes eben verschiedene Lehrmeinungen zu erklären, in diesem Fall zum Beispiel eine Svatantrika- und eine Prasangika-Position.

(8.16) (Buddha) has explained that anyone who’s the seer
    of (the voidness of) one phenomenon,
That (person) is the seer of (the voidness of) everything.
That which is the voidness of one (thing) is, by nature,
(The same as) the voidness of all (things). 
Also he has a very famous line here:

Und dann folgt eben ne sehr bekannte Zeile, wo es heißt,

if you’ve understood the voidness of one thing, then you’ve understood the voidness of everything, so it’s not necessary to go through every single item of existence in order to understand the voidness of all phenomena.

dass man, wenn man die Leerheit einer Sache erkennt, die Leerheit von allen erkennt. Das bedeutet also, man muss jetzt nicht jede einzelne Sache durchgehen, wenn man versucht, die Leerheit zu verstehen, sondern es reicht, wenn man die Leerheit an einem Phänomen versteht, dann hat man sie generell verstanden.

(8.20) (Buddha) indeed taught (true) existence,
Non-(true) existence, both (true) existence
And non-(true) existence, and neither of the two.
In accordance with the sickness, can’t anything be called a medicine? 
Then the last major point of this chapter, and the last major point for today, is that Buddha didn’t teach voidness in the same manner to everyone.

Dann kommen wir zum letzten Punkt dieses Kapitels. Und dort ist davon die Rede, dass der Buddha die Leerheit nicht für alle auf die gleiche Art und Weise erklärt hat.

One medicine doesn’t suit every sickness.

Sondern dass so wie eben eine Medizin nicht alle Krankheiten heilen kann.

So, for some disciples, Buddha taught that phenomena have truly established existence.

Sondern es ist davon die Rede, dass der Buddha einigen, die alle Phänomene als wahrhaft existent oder, ja, wahrhaft existent gelehrt hat,

To other disciples, that some phenomena have truly established existence and some phenomena lack it.

anderen hat er einige Phänomene als wahrhaft existent gelehrt

And to yet other disciples, that nothing has truly established existence.

und anderen wiederum hat er gelehrt, dass überhaupt keine Phänomene wahrhaft existiert.

And what we can recognize here is probably the earliest formulation of what’s called, usually, the three turnings of the wheel of Dharma.

Und das ist also eine der frühesten Formulierungen der sogenannten drei Drehungen des Dharmarades

The three rounds of transmission of the Dharma teachings.

oder auch der drei Übermittlungszyklen der Erklärung oder der Lehren.

I don’t want to go into detail about what they are, but it’s on this basis – And, mind you, in different groups of teachings Buddha taught differently.

Wir haben jetzt nicht die Gelegenheit, dass, uns damit tief uns damit zu beschäftigen, aber jedenfalls diese drei verschiedenen, ja, sogenannten Drehungen des Dharmarades basieren eben auf Grundlage dieser Unterscheidung, was wahrhaft existiert und was nicht. Und das heißt, der Buddha hat eben die Leerheit verschiedenen Schülern unterschiedlich erklärt.

And this is referring to different tenet systems within Buddhism, and in each of the tenet systems – for instance Vaibhashika (that everything has true existence), Chittamatra and also Sautrantika (that some do and some don’t), and in Madhyamaka (that nothing has true existence) – in each of these schools, truly established existence is defined differently.

Und wenn man also das System der Vaibhashika nimmt, dann ist wie gesagt alles wahrhaft existent. Bei den Sautrantikas und bei den Chittamatren sind einige Phänomene wahrhaft existent und andere nicht und bei den Madhyamakas gibt es überhaupt keine Phänomene, die wahrhaft existent sind. Und bei diesen verschiedenen Lehrmeinungssystemen ist es allerdings so, dass wahrhaft begründete Existenz in diesen verschiedenen Systemen jeweils unterschiedlich definiert wird, wie auch immer das sei.

But, in any case, this is one of the earliest sources of that whole division of Buddhist teachings and the whole basis for dividing the teachings of Buddha into various philosophical tenet systems.

Das ist, dieser Text ist also ne sehr frühe Einteilung für die verschiedenen Einteilungen der buddhistischen Erklärungen und damit auch für die Einteilung in diese Lehrmeinungssysteme.

(8.21) If you (fully) see the pure (view of voidness,
    you go) to a supreme abode (of liberation),
And if you see it a little, (you go) to an excellent rebirth state.
Therefore, those who are wise should always enhance their intelligence
To reflect on (the voidness of) their inner selves. 
And Aryadeva points out that even an understanding of the less sophisticated views of voidness is of great benefit, since it will at least enable us to get higher rebirth states or better rebirth states.

Und Aryadeva weist darauf hin, dass auch schon das Verständnis der weniger ausgefeilten Lehrmeinungen sehr hilfreich ist, weil man dadurch zumindest eine höhere Wiedergeburt erreichen wird.

(8.25) Just as you can see the end of a seed (when it gets burned),
Although (the line it has come from) has no beginning;
Likewise, (when you’ve eliminated unawareness,)
Rebirth indeed will not come to happen,
    because its causes will not be complete.
But the full understanding of voidness – with that, all the seeds of karma are burned, and you gain liberation. And, with that, he ends the first half of the text.

Dass, und dass ein volles Verständnis der tiefgründigsten Lehrmeinung aber dann letztlich dazu führen wird, dass man die Befreiung erreicht. Und das ist dann das Ende der ersten Hälfte des Textes.

I think we can see from this brief summary of the main points of even just the first half of this text, that it’s a very important early source for so many of the themes and points that are developed later in the Indian and Tibetan literature.

Und auch schon jetzt an dieser Zusammenfassung der ersten Hälfte des Textes können wir  erkennen, dass dieser Text also ne sehr wichtige frühe Quelle für viele Themen ist, die dann später in anderen tibetischen Erklärungen eben besprochen werden.

And there are many, many points within it that His Holiness may choose to elaborate very deeply – like, for instance, these three rounds of transmission of the Dharma – or His Holiness might just read over the verses very quickly and go on to something else.

Und es gibt also viele Punkte, die Seine Heiligkeit hier eventuell herausgreifen könnte und dann detaillierter erläutern könnte, wie z. B. eben diese drei Übertragungen oder drei Umdrehungen, je nachdem, des Dharma. Es kann aber auch sein, dass Seine Heiligkeit eben dann über diese Punkte hinwegliest und etwas anderes detaillierter erklärt.

But if we have at least an idea of the scope of the subject matter, then we can appreciate the importance of this text and develop interest in studying it in more detail in the future.

Aber es ist eben gut, eine ungefähre Vorstellung vom Umfang dieses Textes zu haben, so dass man dann eben vielleicht ein Interesse entwickelt, später diesen Text noch mal detaillierter zu studieren.

So we’ll end here for today, and then tomorrow we’ll speak about the second half of the text, in which Aryadeva goes into great detail about the application of the understanding of voidness (the Prasangika understanding of voidness) in order to overcome distorted, mistaken views about how various things exist.

Ja, das ist die erste Hälfte des Textes und morgen werden wir dann die zweite Hälfte des Textes besprechen. Und in der erläutert Aryadeva, wie man das Verständnis von Leerheit verwendet oder anwendet, um bestimmte verzerrte und fehlerhafte Sichtweisen über die Existenzweise der Dinge zu beseitigen.

So let’s end with a dedication. We think whatever positive force, whatever understanding has come from this, may it go deeper and deeper and act as a cause for reaching enlightenment for the benefit of all.