Das Berzin-Archiv

Das Buddhismus-Archiv von Dr. Alexander Berzin

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Ein Meditationskurs über die fünf Arten des tiefen Gewahrseins

Alexander Berzin
München, Deutschland, 11-13. Oktober 1993

Urspründlich veröffentlicht unter
"Fünf Weisheiten: im Aryatara Institut e. V., München (1993)." Übers. Tom Geist.
München: Aryatara Institut, 1994.

Zweiter Tag

Gestern haben wir mit der Belehrung über die fünf Weisheiten der Buddha-Familien begonnen und wir haben gesehen, dass sich die Buddha-Familien eigentlich auf Aspekte der Buddha-Natur beziehen. Buddha-Familie bezeichnet die Eigenschaften oder Charakteristiken all jener, die zur Familie derer gehören, die Buddhas werden können, mit anderen Worten: jedes fühlenden Wesens. Wir haben gesehen, dass wir alle die Buddha-Natur besitzen, d.h. wir alle haben Faktoren, die uns erlauben, ein Buddha zu werden. Und es gibt nicht die Buddha-Natur, sondern es gibt tatsächlich viele Aspekte, die die Buddha-Naturen ausmachen. Wir haben uns den Geist angesehen als ein Beispiel dieser Faktoren. Wir haben gesehen, dass „Geist“ beides umfasst, was wir in westlicher Art in Herz und Geist trennen, nämlich die intellektuelle, rationale und die intuitive, emotionale Seite. Ferner beinhaltet er die Sinneswahrnehmungen und jenen Aspekt, der uns am Leben hält.

Hier sind wir etwas tiefer eingestiegen. Wir haben gesehen, dass der Geist kein Ding ist, das in uns zu finden ist, wie etwa das Gehirn, sondern dass es eine Aktivität unseres Gehirns und unseres Nervensystems ist, d. h. was sich ereignet im Sinne von Erfahrung und dem, was erfahren wird. Was wir erfahren, steht in Bezug zu einem Objekt, d.h. wir können nie eine Erfahrung ohne Inhalt haben. Wir können keinen Gedanken haben, ohne einen Gedanken zu denken; wir können nicht denken, ohne dass wir einen Gedanken denken.

Dann haben wir die Definition von Geist betrachtet und sahen, dass es eine Definition in drei Begriffen ist: „bloß“, „Klarheit“ und „Gewahrsein“. Wir haben jedes dieser Worte genauer betrachtet. Klarheit bezieht sich auf das Entstehen eines Objektes, ob es klar ist oder nicht. Wir haben dann über das Auftauchen von Gedanken, von Anblicken und von Tönen gesprochen, und das ist das, was wir erfahren. Es ist genau das was passiert; ein Gedanke oder ein Gefühl entsteht. Zur gleichen Zeit haben wir die Erfahrung von Gewahrsein, und zwar dadurch, dass wir uns auf das Objekt beziehen. In anderen Worten: Wir sehen das Objekt, und wir denken oder fühlen das Objekt. Wir können es verstehen oder auch nicht verstehen. Wir können uns dessen bewusst sein oder nicht bewusst sein. Es ist also eine Form der Beziehung. Wir haben gesehen, dass diese beiden Prozesse simultan ablaufen, und nicht zuerst der Gedanken entsteht und wir ihn dann denken; so läuft es also nicht ab. Denn wie würden wir wissen, dass der Gedanke entstanden ist, damit wir ihn denken können? D.h., es gibt das gleichzeitige Entstehen und die Bezugnahme zu einem bestimmten Objekt oder Inhalt. Oder, um genauer zu sein: Es gibt ein Entstehen und eine Bezugnahme auf den jeweiligen Inhalt, in Bezug auf den Inhalt unserer Erfahrung. Und das Wort “bloß” bezieht sich darauf, dass es nur eines Minimums bedarf, welches sich ereignen muss. So wie z.B. nur eine Dunkelheit entsteht und wir völlig darin versinken, wenn wir beispielsweise schlafen, ohne zu träumen. D.h. es muss sich nicht furchtbar viel ereignen, sondern nur ein grundlegendes Minimum.

So, das war „Geist“. Wir haben dann auch die fünf Weisheiten eingeführt als die fünf verschiedenen Arten des Beziehens zu dem, was entsteht. Habt ihr schon irgendwelche Fragen? Habt ihr die allgemeine Idee davon verstanden, was wir mit Geist meinen?

Frage: Wir haben darüber gesprochen, dass wir uns bewusst werden und dass die Objekte zur gleichen Zeit in unseren Geist eintreten. Nun stellt sich mir die Frage: Wenn das so ist, werde ich dann nur dessen gewahr, wessen ich schon gewahr bin? Wo ist der Lernprozess, d.h. wo kann ich etwas gewahr werden, was ich noch nicht weiß?

Antwort: Nun, wir können etwas Neues sehen, was wir vorher noch nicht gesehen haben, und wir können etwas lernen, worüber wir vorher noch nichts gehört haben. Wir müssen uns erinnern, dass der Begriff „Gewahrsein“ aus der Definition nicht sich-bewusst-sein bedeutet, sondern es bedeutet, dass man sich auf etwas bezieht, und dieser Bezug kann auch sein, dass man es nicht versteht. Wir können etwas zum ersten Mal lernen und es kann sein, dass wir uns dessen nicht gleich bewusst sind, sondern wir können es lernen und uns dessen nicht bewusst sein; auch das ist eine Art von Bezugnahme. Es kann auch sein, dass wir etwas gar nicht bemerken, etwas, das ganz unterschwellig abläuft; z.B. kann es sein, dass wir im Kino ganz kurz den Spot sehen: „Trink Coca-Cola“, und wir bemerken es nicht wirklich, kriegen aber die Botschaft mit; auch das ist auch eine Beziehung, weil es erfahren wird. Wir erleben diese Nachricht, denn tatsächlich stehen Leute auf und gehen Coca-Cola trinken.

Einwurf: Aber wir sind uns dessen nicht bewusst!

Antwort: Richtig, sich-dessen-nicht-bewusst-sein ist auch eine Art der Beziehung. Es ist aber trotzdem Erfahrung. Es ist etwas Anderes, wenn sich am anderen Ende der Welt etwas ereignet, denn das sehen wir nicht und wir wissen auch nichts davon. Daher haben wir keinen Bezug dazu, denn wir machen davon keine Erfahrung.

Frage: Ich habe vorhin in der Meditation die Erfahrung gemacht, dass die Gedanken wie Vorschläge kommen, als ob jemand anderes zu mir sagt: „Du könntest doch dieses oder jenes machen“, und dies lenkt mich von der Beobachtung des Atems ab. Ist das unabhängig von uns oder ein anderer Aspekt von uns?

Antwort: Es ist ein Aspekt von dem, was geschieht. Es ist das, was die ganze Zeit geschieht, aus Gewohnheit heraus. Denn wir haben nicht das, was wir Vergegenwärtigung nennen, einen Geistesfaktor, der dazu führt bzw. uns hilft, dass wir uns immer auf das Objekt ausrichten, ohne abzuwandern. Die Konzentration hält uns dort und die Vergegenwärtigung verhindert, dass wir abwandern. Weil dieser Faktor noch schwach ist, machen wir die Erfahrung, dass unser Geist überall hin wandert.

Frage: Ist es so, dass unser Geist etwas Anderes ist als wir Selbst?

Antwort: Das ist, worüber wir nachdenken, und was wir zu verstehen versuchen: Ist es so, dass es ein Selbst ohne einen Geist gibt? Wenn der Geist getrennt wäre von dem Selbst, so konnte man ein Selbst ohne einen Geist haben. Geist bedeutet hier Erfahrung. Gibt es also ein Selbst, das getrennt ist von der Erfahrung?

Einwurf: Ich kann es nicht ausdrücken; es ist mehr eine Verwunderung darüber, irgendetwas wacht auf und dann spüre ich wieder den Atem.

Antwort: Die Frage, die es zu untersuchen gilt, ist: Sind wir woanders hingegangen oder ist es lediglich so, dass ein Gedanke an Vergangenheit oder Zukunft entstanden ist, und es das Denken dessen gibt? Wir müssen untersuchen, ob wir tatsächlich irgendwohin gegangen sind. Was würde es bedeuten: Wir sind irgendwohin gegangen? Sind wir in einen anderen Raum in unserem Kopf gegangen? Es mag so erscheinen, aber wir müssen die tatsächliche Realität untersuchen. Das Gewahrsein hat sich jetzt nur auf etwas Anderes ausgerichtet; das ist alles. Dies sind die Dinge über die wir nachdenken müssen. Es sind nicht einfach Fragen, auf die wir eine Antwort bekommen, sondern es sind die Fragen, über die wir selbst immer wieder nachdenken müssen und welche wir mit unserer eigenen Erfahrung überprüfen müssen. Auch wenn uns Dinge in einer bestimmten Weise erscheinen mögen, müssen wir die eigentliche Realität dessen sehen, was geschieht.

Frage: Ist es natürlich, dass der Geist immer in die Zukunft und die Vergangenheit tendiert? Oder ist das auch kulturspezifisch, dass wir so erzogen werden, dass wir immer planen und zurückdenken und so wenig im Hier sind?

Antwort: Ich denke, das ist wohl überall so. Wenn man die Traumzeit-Erfahrungen eines australischen Ureinwohners nimmt, ist sie leicht verschieden von unserer westlichen Erfahrung der Zeit, aber selbst jene Erfahrung ist nicht im gegenwärtigen Zeitpunkt; diese Traumzeit-Erfahrung ist wie das Eintreten in den Bereich der Vorfahren, versehen mit verschiedenen Symbolen etc. Sie erfahren die Dinge dann aus dieser anderen Perspektive heraus. Aber selbst das ist nicht der gegenwärtige Moment, obgleich es auch nicht Vergangenheit oder Zukunft als solches ist.

Frage: Mit anderen Worten: Sie profitieren von dem Wissen ihrer Ahnen, die 500 Jahre zuvor gelebt haben, und profitieren von diesem Wissen in der Jetztzeit, weil sie im Traum zurückgehen zu diesen Ahnen?

Antwort: Ja; genau das gleiche können wir aber auch erreichen, wenn wir über die Geschichte nachdenken, oder über unsere eigene Vergangenheit, unsere eigenen Erfahrungen; es ist also nichts überaus Besonderes.

Ich denke, wir alle haben jetzt eine grundlegende Idee von „Geist“. Jetzt können wir auf diese fünf Aspekte eingehen, auf diese fünf Weisheiten. Wenn wir darüber sprechen, haben wir eine grundlegende Ebene von Pfad und Resultat. Die Ebene der Grundlage behandelt die Ebene von allen fünf, wie wir sie jetzt besitzen, als Teil/Aspekt der Buddha-Natur. Wir können sie „Weisheit“ nennen, aber das wäre töricht. Das Wort Weisheit übersetze ich hier lieber mit „tiefem Gewahrsein“. Im Tibetischen gibt es viele verschiedene Worte, die wir alle mit „Weisheit“ übersetzen, und dadurch verlieren wir viele Unterschiede und deren Bedeutungen. Das Gewahrsein wird als „tief“ bezeichnet, weil es sehr tief in uns steckt, wie eine Buddha-Natur; es war die ganze Zeit über schon vorhanden. Wir können sie fünf Arten von Gewahrsein nennen, und Gewahrsein bezieht sich auf die Definition, die wir von Geist benutzt haben, also fünf Arten der Bezugnahme.

Zuerst wollen wir die Fähigkeit erlangen, sie zu erkennen, und dann sehen, was die Ebene des Resultats sein wird (dann erst ist es angemessen, sie als Weisheiten zu bezeichnen); mit anderen Worten, was ein Buddha hat und wie ein Buddha diese Dinge erfährt. Die Pfade beziehen sich dann auf die Meditationsprozesse, um genau dies zu entwickeln. Diese Meditation ist viel einfacher, wenn wir uns gegenseitig ansehen. Vielleicht bilden wir jetzt einen Kreis, damit wir uns gegenseitig besser sehen können. Es gibt viele Meditationen, die wir für uns alleine durchführen, aber die folgende Meditation ist schwer allein durchzuführen.

Das, was wir üben wollen, ist eine bestimmte Art und Weise, andere Leute zu sehen. Denn wenn wir einmal die Dinge betrachten, die uns zur Erleuchtung führen, dann sprechen wir davon, dass wir die zwei Ansammlungen aufbauen. „Ansammlung“ ist ein dummes Wort, denn wir sammeln keine Briefmarken. Es ist mehr wie das Aufladen einer Batterie, mit der wir dann weitermachen können. Wir wollen ein Lager einrichten, indem wir sog. „Einsicht“ und „Verdienst“ ansammeln. Wieder dumme Worte, denn wir gehen nicht hinaus, um etwas zu verdienen, wie die Pfadfinder hinausgehen, um ein Verdienstabzeichen zu bekommen. Es geht also nicht darum, Punkte zu sammeln: fünf Punkte dafür, einer alten Frau über die Straße zu helfen, drei Punkte fürs Geschirrwaschen und am Ende eine Medaille, die wir wie ein General am Hemd tragen können. Das ist Verdienst, aber darüber sprechen wir nicht.

Wir sprechen über positives Potential oder positive Kraft, das wir entwickeln wollen, indem wir anderen immer mehr helfen, mit einer mehr gebenden Einstellung usw. Das ist die hauptsächliche Ursache dafür, den physischen Körper eines Buddhas zu erlangen, mit dem wir dann wirklich allen Wesen in der besten Art und Weise helfen können. Aber wir müssen auch Weisheit erlangen, denn es geht nicht darum, anderen auf eine neurotische Art und Weise zu helfen, mit dem Gefühl: „Ich bin ja so prächtig.“

Wenn wir über das Entwickeln von Einsicht sprechen, geht es nicht darum, einen zündenden Funken zu haben, dann zwei usw., bis man hundert solcher Blitzlichter hat, und dann ist es soweit: Wir erhalten eine weitere Medaille. Sondern wir bauen immer mehr das tiefe Gewahrsein auf (wofür, wie gesagt, das gleiche Wort wie für die fünf Weisheiten benutzt wird). Das ist die hauptsächliche Ursache dafür, den Geist eines Buddhas zu erlangen. Aber es muss verbunden sein mit der Entwicklung von positivem Potential, indem wir anderen helfen. Sonst ist es nur abstraktes Wissen, und darüber sprechen wir nicht. Worüber wir sprechen werden, ist das Aufbauen eines Schatzes an tiefem Gewahrsein, was in Verbindung mit dem Aufbauen positiver Potentiale (aus dem Helfen für andere) durchgeführt wird. Es steht also immer im Kontext dazu, anderen zu helfen; das geschieht im Umgang mit anderen Leuten. Die Übung können wir in einer Gruppe wie dieser hier durchführen, indem wir uns gegenseitig anschauen; oder es ist gut in der U-Bahn oder S-Bahn praktizierbar, also überall dort, wo eine Menschengruppe vorhanden ist.

Das erste wird das „spiegelgleiche tiefe Gewahrsein“ genannt, das also wie ein Spiegel ist. Wir alle besitzen dies, denn eine Art, wie wir uns mit dem, was auftaucht, in Beziehung setzen, ist, dass wir einfach widerspiegeln. Wir sprechen hier nicht nur vom visuellen Widerspiegeln, sondern wir spiegeln auch mit dem Gehör wider, also mit allen Sinnen. Es ist ein einfaches Reflektieren, wie es ein Mikrofon mit einem Ton macht. D. h. ohne Kommentar, ohne dass wir in unserem Kopf reden, sondern einfach nur sehen (wenn wir jetzt einmal nur von der visuellen Ebene sprechen). Wenn wir anderen helfen wollen, ist es sehr, sehr wichtig, dazu auch wirklich fähig zu sein. Wenn jemand mit uns spricht und uns von seinen Problemen erzählt, unser Geist dabei aber hin und her wandert, und wir die ganze Zeit kommentieren und beurteilen, was da gesagt wird, dann hören wir nicht wirklich zu. Wir müssen fähig sein, ohne jeglichen Kommentar zuzuhören, völlig fokussiert wie ein Spiegel, d.h. es wird nur reflektiert. Wenn wir Menschen ansehen, müssen wir wirklich sehen, was mit ihnen passiert. Wenn wir versuchen, jemandem zu helfen, können wir sehr viel über ihn sagen, indem wir sehen, wie seine Körperhaltung ist, wie sein Ausdruck ist, die Spannung in den Muskeln und den Schultern. Wenn man Psychologie studiert, lernt man, diese Dinge zu lesen, denn es ist sehr wichtig, all dies zu sehen. Wir können sehen, ob jemand aufgeregt ist, oder ob er müde ist; der Spiegel sieht es, er reflektiert es. Das ist die grundlegende Funktion, die wir weiterzuentwickeln versuchen, denn das ist wirklich wichtig, wenn wir anderen helfen wollen.

Wenn wir diesen Raum betrachten, werden alle Einzelheiten reflektiert, aber wenn wir uns dann abwenden, ist es sehr schwer, sich an die Kleidung der Einzelnen zu erinnern. Das wurde aber reflektiert, es wurde registriert. Es hängt davon ab, wie viel Aufmerksamkeit wir hatten. Wir versuchen, diese Qualitäten aufzubauen, und wenn wir von den Einschränkungen frei werden, dann können wir diese spiegelgleiche Weisheit eines Buddhas haben, mit der dann alles in vollkommener Weise widergespiegelt wird (in völliger Aufmerksamkeit). Nun wollen wir versuchen, mit offenen Augen zu meditieren; bitte schließt die Augen nicht. Wir schauen uns gegenseitig an, bewegen also unseren Kopf und betrachten alle, und versuchen dabei nur der Spiegel zu sein, tatsächlich die Anderen zu betrachten und zu sehen, was los ist: ohne Kommentar. Dies ist das Schwierige: ohne Kommentare. Ein bisschen haben wir damit schon gearbeitet, als wir uns auf den Atem ausgerichtet haben, und dies brauchen wir tatsächlich in allen Meditationen.

Wenn Menschen diese Übung zum ersten Mal durchführen, oder auch zum zweiten oder dritten Mal, geschieht es oft, dass man anfängt zu lachen. Wenn dies passiert, versuchen wir es einfach zu ignorieren, denn es ist ein Zeichen für Verlegenheit und ein Gefühl von Scheu. Eigentlich ist es ein Schutzmechanismus, um uns vor Intimität zu schützen. Wenn jemand z.B. Sexualprobleme hat, und eine Situation beginnt intim zu werden, dann wird, aufgrund der Angst vor intimen Kontakt, gelacht oder ein Witz gerissen, um die Intimität zu verhindern oder zu brechen. Dieses Phänomen ereignet sich bei vielen Menschen wir versuchen, diesen Impuls hier einfach zu ignorieren, und er wird dann weggehen. Wir vermeiden damit auch, dass es andere ansteckt. Wenn unser Geist abzuwandern beginnt, dann bringen wir ihn wieder zurück, indem wir uns erinnern und das Wort Spiegel sagen. Wir versuchen das für etwa fünf Minuten, und von Zeit zu Zeit werde ich das Wort Spiegel oder kein Kommentar sagen: seht euch also alle gegenseitig an...

„Spiegel“..... „kein Kommentar“.... „Spiegel“..... „Spiegel“..... „kein Kommentar“.... „Spiegel“ ..... „kein Kommentar“.... „kein Kommentar“....

O.K., es klappte.

Frage: Ich glaube, dieses „Widerspiegeln“ nicht richtig zu verstehen. Wenn jeder nur einfach den anderen spiegelt, was ist dann? Ist dann alles eins? Ich spiegle dich oder du spiegelst mich, oder wie?

Antwort: Das tibetische Wort bedeutet übersetzt „Spiegel“. Vielleicht ist das passendere Wort „Kamera“. Es ist nicht so, dass wir die anderen so widerspiegeln, dass sie sich selbst in uns sehen können, sondern wir sind eher wie ein Mikrofon, das alle Details in sich aufnimmt; oder wie eine Kamera, die alle Details aufnimmt. So ist Kamera ein weniger verwirrendes Wort als das tibetische Wort Spiegel.

Frage: Was ist mit den Gefühlen? Soll man das auch empfangen oder fühlen?

Antwort: Wir üben im Moment eine Funktion. Im tatsächlichen Leben kann es verbunden sein mit Interesse, Mitgefühl und Fürsorge. Wenn wir jetzt über die fünf Arten von Weisheiten oder Gewahrsein sprechen, bauen wir eine nach der anderen auf, und erst zum Schluss versuchen wir alle fünf zusammenzubringen. Dann versuchen wir gleichzeitig auch das positive Potential von Liebe, Mitgefühl usw. aufzubauen. Wenn wir darin ein wirklicher Virtuose wären, so wie ein Buddha, würde das alles zur gleichen Zeit ablaufen. Es ist aber ein langer Weg, und wir müssen eins nach dem anderen lernen. Das absolute Minimum, was wir erreichen müssen, ist, wirklich wie eine Kamera zu werden, so dass wir wirklich sehen oder hören, was tatsächlich abläuft.

Frage: Das ist in unserer Kultur etwas eher Weibliches und daher vielleicht schwieriger für Männer, so zu empfinden, bzw. dies hier mitmachen zu können?

Antwort: Hmm, vielleicht; ich kenne eure Kultur nicht, aber das sollte kein Haupthindernis sein, auch wenn es sein mag, dass sich Männer ein bisschen scheuer fühlen.

Frage: Zu der Anweisung: kein Kommentar. Wenn ich jemanden anschaue, dann kommt sofort ein Gefühl oder ein Gedanke, ein Kommentar: „Er ist traurig oder nervös“, „er hat Sorgen oder er ist fröhlich.“ Wie kann ich das trennen? Es ist doch ein gleichzeitiger Bezug: Ich sehe etwas und habe den gleichzeitigen Kommentar darüber, was jetzt vorgeht in dem Anderen?

Antwort: Nun, man kann dies sehen, ohne es sagen zu müssen. Warum muss man es sagen? Es ist vielleicht unsere Gewohnheit es zu sagen, aber es ist nicht notwendig.

Frage: Aber ich kann keinen Baum sehen, ohne „Baum“ zu denken und im Kopf zu sagen.

Gegenfrage (Alex): Was meinst du mit sagen oder denken?

Antwort: Bewerten, evaluieren. Man sieht etwas und bewertet dann eine Person als traurig ...

Alex: Kann man das denn nicht auch machen, ohne es im Kopf zu sagen, einfach nur sehen? Wenn wir dieses Bild dort anschauen, können wir es doch einfach sehen, ohne etwas dazu sagen zu müssen.

Einwurf: Dies ist ein Vorgang, den man einfach lernen muss.

Alex: Diese Funktion ist vorhanden, sie ist ein Teil von uns, denn wir sehen, wir hören, wir schmecken, wir riechen – es ist alles da. Aber wenn wir anfangen dies zu kommentieren, entsteht ein dicker Filter, der das, was wir sehen, bewölkt oder verschleiert. Denkt daran, wir versuchen Feingefühl und Intuition aufzubauen; daran arbeiten wir, und dies ist der erste Schritt. Um Feingefühl zu entwickeln, ist der Spiegel oder die Kamera der erste Schritt. Normalerweise sind wir überhaupt nicht sensibel dafür, zu sehen, was mit anderen Menschen ist, weil wir uns einen oder zwei Aspekte herauspflücken und diese kommentieren. Dann wandert unser Geist mit diesen Gedanken ab. Versuchen wir es nochmals. Wir verwenden jetzt das Wort Kamera ...

Kamera“.... „kein Kommentar“.... „Kamera“... „Kamera“... „kein Kommentar“.... „Kamera“ ... „ kein Kommentar“.... „Kamera“...

Okay. Während ich jetzt weiter spreche, seid ihr das Mikrofon. Hört zu, ohne Kommentar. Es ist dieselbe Funktion; das ist sehr wichtig, wenn Menschen mit uns sprechen. Nur zuzuhören und nicht über etwas Anderes nachzudenken und nicht zu urteilen oder zu kommentieren wie: „Dieser Junge ist blöd.“ Vielleicht bekommt ihr eine kleine Idee von der Art dieser Praxis. Es ist etwas, was wir überall und jederzeit durchführen können. Wir könnten es auch üben, indem wir einfach die Wand anstarren, auch da können wir einfach die Kamera sein. Aber wir wollen dies verknüpfen mit dem Prozess, dass wir anderen helfen wollen. Deswegen führen wir es mit anderen Menschen durch. Wenn wir in der S- und U-Bahn üben, müssen wir die Menschen nicht anstarren. Wir können das insgeheim tun oder den Blick umherschweifen lassen, statt den Boden anzustarren.

Die zweite Art von Gewahrsein ist das gleichsetzende Gewahrsein, bezüglich der Qualität oder Eigenschaft der Dinge. Das ist etwas, was wir alle tun, denn wir alle können feststellen, dass diese vier Menschen dort gleicherweise Frauen sind. Wir müssen nicht in unserem Kopf „Frauen“ sagen, um zu sehen, dass es Frauen sind, oder? Wir können sehen, dass diese drei Personen Männer sind, ohne „Männer“ sagen zu müssen. Oder wir können sehen, dass diese Hosen gleichermaßen blau sind und wir müssen nicht „blau“ sagen. Wir haben also die Fähigkeit zu sehen, dass die Dinge gleich sind und zu einer Kategorie gehören. Dies ist jetzt noch eingeschränkt oder begrenzt, denn wir können nicht jeden als gleich sehen. Als ein Buddha aber können wir alle als gleich sehen, in dem Sinne, dass wir alle gleichermaßen glücklich sein wollen und nicht unglücklich sein wollen, und dass wir alle das gleiche Recht darauf haben, glücklich und nicht unglücklich zu sein.

Dies bildet eine Grundlage für die Fähigkeit eines Buddhas, allen Wesen gegenüber in gleichem Maße Liebe und Mitgefühl zu empfinden. Wir üben uns, um das zu entwickeln, indem wir jeden betrachten und versuchen zu sehen, dass wir alle gleich sind darin, glücklich und nicht unglücklich sein zu wollen. Nun jedoch betrachten wir mehrere Menschen gleichzeitig, statt nur eine Person zu nehmen; ob sie nun jung oder alt sind, ob Mann oder Frau, ob hübsch oder weniger hübsch. Wir sind alle gleich, und wir versuchen nun, alle in dieser Weise als gleich zu sehen, ohne zu kommentieren. Das gleiche tun wir auch in der U-Bahn, egal ob der andere ein Türke oder ein Deutscher ist. Wir versuchen, alle gleich zu sehen. Jetzt versuchen wir dies, und wenn unser Geist abwandert, bringen wir ihn zurück mit dem Wort gleich....

gleich“ ... „kein Kommentar“.... „gleich“... „gleich“... „gleich“... „kein Kommentar“... „ gleich“.... „gleich“... „kein Kommentar“... „kein Kommentar“... „gleich“... „gleich“... „gleich“... „gleich“...

Okay. Dies folgt offensichtlich der ersten Meditation. Zuerst müssen wir jeden einzelnen einfach sehen, so wie eine Kamera. Dann können wir alle als gleich sehen. Wenn wir die Möglichkeit dazu haben, ist es äußerst kraftvoll und effektiv, dies in einer Gruppe von drei oder vier Menschen zu üben, und zwar vor einem großen Spiegel. Z.B. nimmt man einen Spiegel, in dem man sich in voller Größe sehen kann, und legt ihn quer, so dass alle sich gegenseitig sehen können, und wir uns selbst auch sehen können. Uns dabei selbst als gleich zu sehen mit den anderen in dieser Gruppe ist, psychologisch gesehen, äußerst, äußerst kraftvoll, denn normalerweise sehen wir uns ja nicht selbst. Wir können alle diese Übungen in einer Gruppe vor einem Spiegel durchführen, aber es ist ganz besonders kraftvoll, es mit der Übung der Gleichheit durchzuführen. Ich empfehle euch, diese Erfahrung wirklich einmal auszuprobieren!

Die dritte Art von Gewahrsein ist das individualisierende Gewahrsein, bzw. das Gewahrsein der Individualität aller Dinge. Wir alle haben diese Fähigkeit. denn wir alle können Dinge oder Menschen als Individuen sehen. Ich kann sehen. dass dies Valerie ist, ohne „Valerie“ in meinem Kopf sagen zu müssen; ich sehe, es ist Valerie. Ich kann sehen, dass dies Jakob ist und dies Albert. Wir können es sehen, wir müssen es nicht sagen. Wenn wir wirklich allen helfen möchten, müssen wir fähig sein, jeden als Individuum zu sehen. Was nicht notwendigerweise heißt, dass wir jeden beim Namen kennen müssen, aber wir sind alle Individuen, mit unserem individuellen Hintergrund, unserer Persönlichkeit und unseren Talenten, aber oftmals sehen wir das überhaupt nicht. Wenn wir Chinesen sehen, sehen sie für uns alle gleich aus, wir sehen nicht die Individuen, und auch bei einem Afrikaner oder Türken: Sie sind alle gleich, eben Türke usw. Wenn wir dazu neigen, Menschen nur in Bezug auf ihre Hautfarbe oder ihre Nationalität zu sehen, ist es besonders wichtig zu üben, sie als Individuum zu sehen.

Wir üben das, um es entwickeln zu können und wie ein Buddha die Individualität aller sehen zu können. Dies basiert wiederum auf den ersten beiden Weisheiten. Zuerst mit der Kamera sehen; dann sehen, dass alle gleich sind, was heißt, wir sind gleichermaßen für alle offen und sehen dabei jeden einzelnen als Individuum. Wir versuchen jetzt, jeden als ein Individuum zu betrachten, auch wenn wir die Person nicht kennen. Aber wir können die individuellen Merkmale dieser Person sehen, ihr Alter oder ihre Hautfarbe usw. Es gibt viele Dinge, die man so sehen kann. Und natürlich wieder ohne Kommentar. Z.B. sehen: das ist Valerie, ohne zu sagen „Das ist Valerie“; oder sehen, dass dies jemand mit blondem Haar ist. Das braucht man nicht sagen, man kann es sehen. Dies ist eine junge Person oder eine alte Person; all das kann man sehen, es muss nicht gesagt werden. Wenn unsere Aufmerksamkeit abwandert, bringen wir sie zurück mit dem Wort Individuum.

Individuum“... Dies impliziert offensichtlich Respekt für jede Person.... „Individuum“.... „ kein Kommentar“... „Individuum“.... „Individuum“.... „kein Kommentar“... „Individuum“.... „ Individuum“.... „kein Kommentar“ .... „Individuum“.... „Individuum“.... „Individuum”...

Okay. Wir bekommen jetzt langsam eine Idee davon, wie diese Meditationen sind. Es ist schon spät, aber wir wollen jetzt auch noch die letzten beiden Arten ansprechen. Keine Sorge, auch wenn wir das ganze jetzt ein wenig schnell durchgehen, wir werden es morgen wiederholen. Wir versuchen jetzt noch, alle fünf durchzukriegen.

Die vierte Art ist vollbringendes Gewahrsein, bzw. das Gewahrsein, Dinge zu vollbringen. Wir alle haben es. Wir können in unsere schmutzige Küche gehen, können uns umsehen und ganz genau sehen, was getan werden muss. Wir können sehen, dass das Geschirr zu spülen ist, dass der Tisch gesäubert und der Boden gefegt werden muss, und wir müssen das nicht in unserem Kopf sagen. Wir können einfach sehen, dass das Geschirr zu spülen ist. Wenn wir mit dem Auto fahren, können wir sehen, dass wir das Lenkrad nach rechts oder links drehen müssen oder dass wir bremsen müssen. Wir müssen das nicht in unserem Kopf sagen. Und wenn wir ein Arzt wären und an eine Unfallstelle kämen, könnten wir dem einzelnen ansehen, dass der eine geschient und der andere bandagiert werden muss. Man kann sehen, was zu tun ist, und man tut es. Als Buddha könnten wir bei allen sehen, was jeder einzelne benötigt, und jedem helfen, seine Probleme zu beseitigen und die Erleuchtung zu erlangen.

Dies folgt offensichtlich daraus, dass wir die Individualität der einzelnen Personen sehen. Die ersten drei Übungen helfen uns, dadurch ein Feingefühl zu entwickeln, dass wir Widerspiegeln, dass wir allen gegenüber gleich offen sind und dass wir sie als Individuen sehen. In dieser Weise entwickeln wir Feingefühl den anderen gegenüber, und darauf gründet sich die Entwicklung der Intuition, mit der wir sehen, was zu tun ist. Intuitiv zu sein ist nichts Mysteriöses. Es ist eine Fähigkeit, die man kultivieren und aufbauen kann, und die aus diesen drei Arten der Weisheit hervorgeht. Wenn wir versuchen diese zu üben, indem wir uns gegenseitig in der Art ansehen, dass wir sehen, was für den einzelnen getan werden muss, dann kann es sein, dass wir im Moment keinerlei Vorstellung davon haben, was wirklich zu tun ist. Insbesondere, wenn wir die Person gar nicht kennen. Dies ist am schwierigsten zu praktizieren. Aber wir bekommen eine Idee davon, worüber wir sprechen und worum es geht, wenn wir darüber sprechen, was Feingefühl und Intuition sind. Wir können sehen: Mit dieser Person muss ich etwas sanfter sein und mit jener etwas strikter. Oder mit dieser muss ich etwas ernsthafter sein und mit jener mehr humorvoll. Offensichtlich handeln wir ganz anders, wenn wir einem Hund, einem Baby oder einem Erwachsenen begegnen. Wir sehen bei jedem, wie wir zu handeln haben, nicht wahr?

Lasst uns das nochmals üben, indem wir uns gegenseitig anschauen und versuchen zu sehen, was zu tun ist, um dieser Person zu helfen. Auch wenn wir keine wirkliche Vorstellung haben, wie wir dem Anderen helfen können, so haben wir doch ein gewisses Gefühl, eine Idee davon, was zu tun wäre; und wieder (was stets das Schwierige ist), ohne es im Kopf zu denken. Wenn unser Geist abwandert, bringen wir ihn wieder zurück mit dem Gedanken was zu tun ist ...

was zu tun ist“... „was zu tun ist“, „kein Kommentar“... „was zu tun ist“... „was zu tun ist“ ...

Es ist, als ob wir jedem Einzelnen in diesem Raum etwas erklären müssten. Wir müssten es jedem Einzelnen anders erklären, damit es jeder auf seine Weise verstehen kann. Ganz einfach nur erklären, man muss ja nicht vorher einen Plan aufstellen, wie man etwas erklären will, oder? Man weiß einfach, wie man etwas erklären kann, und man tut es einfach. Wenn man einem Kind oder einem Erwachsenen etwas erklären will, braucht man keinen großen Plan aufzustellen, sondern es einfach in angemessenen Worten tun. Das ist es, worüber wir sprechen.

was zu tun ist“ ... „kein Kommentar“ ... „was zu tun ist“....

Okay. Wir können an dem Beispiel, dass wir wissen, wie man etwas einem Kind oder einem Erwachsenen erklärt, sehen, dass es sich um eine unserer Fähigkeiten handelt, die als eine unserer Buddha-Naturen bezeichnet wird.

Die fünfte Art ist das, was im Sanskrit als „Dharmadhatu“ bezeichnet wird. „Dharmadhatu“ bedeutet die „Sphäre der Realität“, was im Grunde genommen bedeutet, dass wir die Natur der Dinge sehen können. Mit dem Gewahrsein der Realität, können wir die relative Natur der Dinge sehen; z. B. kann ich sehen, dass dies eine Tasse und jenes ein Tisch ist. Ich kann sehen, was es ist. Ich muss nicht „Tisch“ sagen, um zu sehen und zu wissen, dass dies ein Tisch ist. Wir können auf einer konventionellen Ebene sehen, dass dies ein Kind, ein Erwachsener, Deutscher oder Afrikaner ist; das können wir sehen, es ist die konventionelle Natur. Aber wir wollen auch die tiefste Natur sehen, und wie ein Buddha beides sehen, was bedeutet, dass wir zur konventionellen Natur auch gleichzeitig die Leerheit der Person sehen können.

An dieser Stelle wollen wir nicht zu kompliziert werden. Im Grunde genommen versuchen wir zu sehen, dass – obwohl dies in konventioneller Betrachtungsweise eine alte Person sein mag – es nicht bedeutet, dass sie in dieser Kategorie eingesperrt ist: beständig, ewig und mit allen Urteilen versehen, die wir darüber hinaus noch haben. Selbst wenn es eine alte Person ist, sollte man nicht die Einstellung haben: „Ach, ich brauch’ mir keine Probleme schaffen und dieser Person etwas erzählen. Sie stirbt sowieso in ein paar Jahren und ist ohnehin zu alt, um noch etwas zu lernen.“ Oder bei jungen Menschen: „Na, junge Leute sind sowieso nicht ernsthaft; hoffnungsloser Fall.“ Wir beurteilen sie, indem wir sie eingesperrt betrachten in den Kategorien, die ihre konventionelle Natur sind. Sie sind eine alte Person, eine junge Person, oder der dritte ist ein Afrikaner. Im Grunde genommen wollen wir sehen lernen, dass jeder offen ist, in dem Sinne, dass sich jeder entwickeln kann, wachsen kann, und schließlich ein Buddha werden kann. Das ist sehr wichtig, wenn wir versuchen anderen zu helfen. Selbst wenn wir sehen, dass diese Person so und so ist und diese und jene Eigenheiten hat, können wir erkennen, dass sie offen ist und die Möglichkeit hat zu wachsen und ein Buddha zu werden; wir verurteilen sie nicht einfach.

Wir üben das jetzt, indem wir jeden Einzelnen betrachten und ihn als offen sehen, Wir haben gesehen, was zu tun ist, und jetzt müssen wir erkennen, dass jeder einzelne offen ist, wodurch die Handlung effektiv sein kann, und dass jeder wachsen kann. Wenn unsere Aufmerksamkeit abklingt, bringen wir sie zurück mit dem Wort offen, und wiederum keine Kommentare...

offen“... „offen“.... „kein Kommentar“... „offen“... „offen“... „kein Kommentar“... „offen“ ... „offen“... „offen“.... „offen“....

Okay. Dies war die Einführung in die fünf Arten von Gewahrsein, und morgen werden wir sie nochmals üben und diese Meditation durchführen. Dann versuchen wir alle fünf zusammenzuführen. Damit sie wirklich effektiv sein können, sind sie offensichtlich mit einem anfänglichen Gefühl von Liebe und Mitgefühl anderen gegenüber zu verbinden. Es ist nicht genug, nur Liebe und Mitgefühl zu empfinden, sondern wir müssen sehen was vor sich geht, und wir müssen allen gegenüber gleich offen sein. Wir müssen sie als Individuen sehen und erkennen, was für sie zu tun ist, und wir müssen sehen, dass sie offen sind und wachsen können. Dann haben wir die Kombination zweier Flügel, nämlich Mitgefühl und Weisheit, deren Ansammlung uns zur Erleuchtung bringt. Morgen werden wir in die Erläuterung einfließen lassen, was geschieht, wenn diese Arten von Gewahrsein mit Verwirrung vermischt werden und wie man sich von diesen Verwirrungen befreien kann; das zeigt eine weitere Methode, die störenden Emotionen zu reinigen und in reines Gewahrsein zu transformieren.

So, lasst uns zum Abschluss einen kleinen Brandy nehmen, indem wir uns für fünf Minuten auf den Atem ausrichten.

Möge, was an positiver Energie aufgebaut worden ist, dazu dienen, dass alle Wesen ihre Probleme und ihre Beschränkungen überwinden und dass alle ihre Potentiale erkennen und verwirklichen mögen zum Wohle aller. Danke schön.