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Das Buddhismus-Archiv von Dr. Alexander Berzin

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Überblick über den Lam-rim, die Stufen des Pfadgeistes

Tsenzhab Serkong Rinpoche I
London, England, OKtober 1982
Übersetzung ins Englische durch Alexander Berzin
Lektorat des Englischen durch Alexander Berzin und Pauline Yeats
Übersetzung ins Deutsche: Susanne Schmieder, Lektorat: Monika Dräger

Die beste Art eine kostbare menschliche Wiedergeburt zu nutzen

Wir alle haben eine kostbare menschliche Wiedergeburt erlangt, mit einem kostbaren menschlichen Körper, der uns größtmöglichen spirituellen Fortschritt erlaubt. Um Erleuchtung zu erlangen könnten wir keine bessere Möglichkeit haben, als wir das jetzt als menschliche Wesen haben – nicht einmal wenn wir als Indra, König der Götter, wiedergeboren wären!

Da es keine bessere Arbeitsbasis gibt als die, die wir jetzt haben, ist es wichtig, dass wir möglichst alle Maßnahmen kennen, um sie auf bestmögliche Art zu nutzen. Der allerbeste Weg, um spirituellen Fortschritt zu erzielen, ist in uns selbst ein gütiges und warmes Herz immer weiter zu entwickeln. Auf der Basis der Herzenswärme können wir dann fortfahren und das hingebungsvolle Herz der Bodhicitta-Ausrichtung entwickeln. Dies ist der Wunsch, Erleuchtung zu erlangen, mit anderen Worten: der Wunsch, all unsere Unzulänglichkeiten zu beseitigen und unser höchstes Potenzial zu erreichen, um fähig zu sein, jedem so gut wie möglich helfen zu können. Wenn wir unser Herz für andere und dem Ziel, Erleuchtung zu erlangen, hingeben, dann ist das die beste Art, wie wir unsere kostbare menschliche Wiedergeburt nutzen können.

Positives Potenzial, welches aus dem Verhalten in früheren Leben resultiert, als Grundlage für Erfolg in dieser Lebensspanne

Menschlichen Wesen haben viele verschiedene Charaktere, und unter ihnen allen trifft man selten auf jene, die überhaupt ein Interesse daran haben, ihre zukünftigen Leben positiv zu beeinflussen, geschweige denn, Erleuchtung zu erlangen. Die meisten Menschen sorgen sich nur darum, für sich Glück in diesem Leben zu finden. Trotzdem sind wir alle insofern gleich, dass wir alle glücklich sein wollen und niemand von uns leiden oder Probleme haben möchte.

Für diejenigen, die sich darauf konzentrieren, in diesem Leben glücklich zu werden, gibt es zwei Arten von Glück: körperliches Glück und geistiges Glück. Die meisten Menschen beschränken ihre Aufmerksamkeit auf eine Art des körperlichen Glücks. Aber auch wenn man auf das körperliche Glück achtet und obwohl alle daran arbeiten und versuchen, ein gewisses Maß davon in das Leben zu bringen, wissen die meisten nicht wirklich, wie das geht. Ein Beispiel: Da gibt es diejenigen, die im Streben nach Nahrung, Kleidung, Schutz und Ansehen hinausgehen und morden, meucheln oder unschuldige Kreaturen abschlachten. Andere werden in Diebstahl, Betrug oder Einbruch verwickelt, alles im Streben nach Glück und dem Versuch, eine bestimmte Art von körperlichem Wohlbefinden zu erlangen. Aber wie sehr sie sich auch bemühen, sie kennen keinen wirklich geeigneten Weg, dieses Wohlbefinden zu erzielen. Und statt des Glücks schaffen sie sich selbst nur noch mehr Probleme.

Auf der anderen Seite können Menschen, die so gut sie können bemühen, ihren Lebensunterhalt redlich zu verdienen, sei es in der Wirtschaft, im Handel, der Landwirtschaft, den Künsten und so weiter, in zwei Gruppen eingeteilt werden. Da gibt es jene, die damit erfolgreich sind, die es schaffen, Reichtum und viel Besitz zu erlangen, und jene, die nicht erfolgreich sind, oder sogar gänzlich scheitern. Wenn man fragt, woran es liegt, dass manche erfolgreich sind und andere scheitern, ist die Antwort, dass es die Saat und die Potenziale sind, die sie in vergangenen Leben aufgebaut haben. Diejenigen, die in den vergangenen Leben destruktiv gehandelt haben, haben damit viel negatives Potenzial aufgebaut und als Folge davon scheitern sie in diesem Leben. Diejenigen, die im vorigen Leben konstruktiv gehandelt haben, haben positives Potenzial aufgebaut und das begründet ihren Erfolg und ihr Glück in diesem Leben.

Wenn man diese Erklärung für die Frage, warum manche Menschen erfolgreich sind und andere scheitern, nicht akzeptiert, sollte man bedenken, dass es tatsächlich keinen Grund gibt, weshalb diese Diskrepanz sonst existieren sollte. Wenn Menschen mit der gleichen Menge an Mühe und Fähigkeit arbeiten, sollten sie auch im gleichen Ausmaß Erfolg haben. Manche Menschen denken, der Erfolg käme von der Art der Arbeit, die sie für ihren Lebensunterhalt in diesem Leben verrichten – so wie z. B. in der Wirtschaft oder im Handel – aber das erklärt es nicht gänzlich. Die tatsächlichen Ursachen für den Erfolg sind die Potenziale, die durch konstruktive Handlungen in vergangenen Leben aufgebaut wurden, während die Arbeit und Aktivität, die wir in diesem Leben verrichten, als Umstände oder Bedingungen wirken, die diesen Ursachen ermöglichen zu reifen.

Demzufolge hängt Erfolgt von Ursachen und Bedingungen, die zusammen auftreten, ab. Die Ursachen stammen aus vergangenen Leben – also Potenziale, die während vergangener Leben aufgebaut wurden. Die Umstände entstehen aufgrund der Zeit und Mühe, die während dieser Lebenszeit aufgewendet wurde. Diese beiden müssen zusammentreffen.

Für künftige Leben sorgen

Egal, wie wohlhabend die Menschen in diesem Leben geworden sind und wie viel Pracht sie genossen hat: niemand scheint mit dem zufrieden zu sein, was er angesammelt hat. Niemand sagt: „Jetzt habe ich genug; jetzt brauche ich nichts mehr.“ Sie sind nie zufrieden mit dem was sie haben. Sie möchten immer mehr. Sie nutzen ihr ganzes Leben um zu arbeiten. Aber ihre findet so nie ein Ende.

Das wird zu einem immer wiederkehrenden Kreislauf, wie bei einem Bauern, der über die Jahreszeiten hinweg arbeitet, seine Felder bestellt und erntet. Im Frühling pflanzt er wieder und beginnt den Kreislauf wieder von vorne. Das ist ein Beispiel, wie wir immer weiter fortfahren zu arbeiten.

Obwohl wir nie daran danken, dass die Arbeit in diesem Leben ein Ende findet, gibt es tatsächlich eine Zeit, wo sie endet – nämlich zum Zeitpunkt unseres Todes. An diesem Punkt endet sie in einem Zustand von Gram und Kummer anstatt in einem Zustand des Glücklichseins.

Deshalb betrügen sich diejenigen selbst, die hauptsächlich für Nahrung, Kleidung und Anerkennung in diesem Leben arbeiten. Das ist deshalb so, weil sie – obwohl sie vielleicht körperliches Wohlbefinden erlangen – nicht in der Lage sind, geistiges Glück zu erlangen. Ohne geistiges Glück bleibt ihr Leben unerfüllt und sie sterben in einem unglücklichen Zustand.

Deshalb ist es wichtig zu versuchen, für ein länger anhaltendes geistig begründetes Glück zu arbeiten. Das körperliche Glück, das wir in diesem Leben erlangen, ist nichts Langfristiges. Wenn man echtes, dauerhaftes Glück will, muss man für künftige Leben sorgen. Wenn man diese mit einbezieht, kann man sich um echtes, dauerhaftes Glück bemühen.

Wenn wir daran arbeiten, Glück in künftigen Leben zu erlangen, erfüllt dies die Definition dessen, was es bedeutet, ein spiritueller Mensch zu sein, der sich mit der spirituellen Praxis des Dharma beschäftigt. Wenn man sich auf die Sorge um das jetzige Leben beschränkt, auf Dinge, die vergänglich sind, dann ist man eher ein weltlicher, materieller Mensch. Wenn man beginnt, die Belange künftiger Leben mit einzubeziehen, dann wird man ein spiritueller Mensch.

Sich destruktivem Verhaltens zu enthalten als Weg zum Glück in künftigen Leben

Der Weg, um Glück für künftige Leben zu sichern, beinhaltet bestimmte „präventive Maßnahmen“ des Dharma. Genauer gesagt bedeutet es, dass man sich selbst davon abhält, destruktive Handlungen zu begehen. Es gibt zehn spezifisch destruktive Handlungen, welche drei körperliche, vier sprachliche und drei geistige Handlungen einschließen. Indem wir es vermeiden, und uns davor hüten, auf eine dieser Weisen destruktiv zu handeln, werden wir Glück in künftigen Leben bewirken.

Wir haben nun festgestellt: wenn man auf konstruktive Weise handelt, dann beginnt man eine spirituelle Praxis, die dazu führt, dass sich die Dinge sowohl in diesem als auch in künftigen Leben positiv entwickeln. Diese Art des konstruktiven Verhaltens beinhaltet, dass man zum Beispiel Folgendes betrachtet, Tiere oder Insekten absichtlich zu töte, oder absichtlich zu stehlen – und dann die Nachteile und negativen Ergebnisse, die daraus folgen, zu erkennen. Es beinhaltet, das zu erkennen und dann den festen Entschluss zu fassen, nicht zu töten oder zu stehlen. Wenn Menschen eine solche Entscheidung treffen ist es nicht nötig, eine Armee- oder Polizeieinheit zu haben, um sicherzugehen, dass sie richtig und konstruktiv handeln. Ihr eigenes Gespür für Moral und Ethik hält sie von destruktiven Handlungen ab.

Strenge ethische Prinzipien einzuhalten, ist also eine präventive Maßnahme, die es ermöglicht, in einem glücklichen Geisteszustand zu sterben. Andernfalls wird man wahrscheinlich in einem Zustand größten Kummers und größter Angst sterben. Aber wenn man diese präventiven Maßnahmen, nämlich ein ethischer Mensch zu sein, ergriffen hat, hat man nichts zu befürchten. Man kann sicher sein, dass man als Mensch wiedergeboren wird, oder sogar als Gott in einem der göttlichen Bereiche – als Indra oder jemand vergleichbares.

Unkontrollierbar wiederkehrende Probleme in allen Leben

Selbst wenn wir als Mensch wiedergeboren werden – oder sogar als König der Götter – man wird Probleme im Leben haben. Es gibt unkontrollierbare, wiederkehrende Probleme unabhängig davon, wo und als was man wiedergeboren wird. Es gibt also keinen Punkt, der es, wenn man ihn befolgt, ermöglicht, einen davor zu bewahren, in eine schlechte Wiedergeburt geboren zu werden. Auch dann nicht, wenn man einer Ethik des Unterlassens destruktiver Handlungen folgt und sich wünscht, sich davor zu bewahren. Es ist also egal, wo oder als was man wiedergeboren wird – es wird Schwierigkeiten geben.

Dies zeigt, dass ein größerer Blickwinkel erforderlich ist. Wenn man zum Beispiel einen beruhigten und zur Ruhe gekommenen Geist entwickelt hat, der im Sanskrit „shamata“ und im Tibetischen „shinay“ genannt wird, kann man als Gott in einer der höheren Ebenen der Existenz – der Ebene der ätherischen Formen oder der Ebene der formlosen Wesen – wiedergeboren werden. Man könnte dann all den Ruhm dieser Art des Wiedergeburtszustandes erlangen. Aber sogar als Wesen innerhalb einer dieser höheren Ebenen der Existenz wiedergeboren zu werden ist nichts Besonderes. Es ist genauso, wie wenn man in das oberste Stockwerk eines Hochhauses geht – wenn man einmal dort oben angekommen ist, gibt es dort nichts anderes mehr zu tun als wieder hinunter zu gehen.

Vertrauen in das Wort Buddhas gewinnen

Deshalb ist es notwendig zu versuchen, die Probleme zu beseitigen, egal wo man wiedergeboren wird und darüber hinaus zu gehen. Um das zu tun, müssen wir zur Wurzel der Probleme und Leiden vordringen und diese durchschneiden. Dies geschieht mit unterscheidendem Gewahrsein, sodass wir klar zwischen Realität und Fantasie unterscheiden können. Auf diese Weise verwirklichen wir schließlich die Leerheit, was vollkommene Abwesenheit von unmöglichen Arten der Existenz bedeutet. Dieses klare Verständnis der Realität beseitigt für immer unsere falschen Projektionen, und dadurch die Probleme und das Leid, die wir in jedem Leben erfahren können. Es beschert uns eine immer währende Freude und es ist etwas, das wir erreichen können.

Aus den klassischen Texten, die die Worte des Buddha bewahren können wir etwas über die Lehren von der Leerheit lernen. Aber wie können wir Vertrauen in die Gültigkeit dieser Schriften erlangen, nicht nur in die Lehren, die Leerheit betreffen, sondern alles betreffend, wovon Buddha darin gesprochen hat? Vertrauen in deren Gültigkeit muss auf der Basis von Analyse und Logik erreicht werden. Nehmen Sie zum Beispiel die Leerheit. Wir können die Gültigkeit der Leerheit ermitteln, indem wir uns auf Logik stützen. Darüber hinaus können wir die Gültigkeit der Lehre, wie man vertiefte Konzentration und einen beruhigten und zur Ruhe gekommenen Geist erreicht, bestätigen, indem wir die Instruktionen, wie man das erreicht, in die Praxis umsetzt und diesen Zustand selber erreichen. Zusätzlich können wir an uns selbst erfahren, dass wir durch diese Übungen schließlich die verschiedenen Arten von erhöhter, übersinnlicher Wahrnehmung erreichen, die als „Nebenprodukte“ solch einer Konzentration beschrieben werden. Wir können die verschiedenen Punkte, die vom Buddha gelehrt wurden, durch unsere eigene Erfahrung bestätigen.

Auf diese Weise entwickeln wir – auf der Grundlage unserer eigenen harte Arbeit und Anstrengungen um das zu verwirklichen, was Buddha in Bezug auf Themen, die man durch Logik und persönlicher Erfahrung für wahr erklären kann, gelehrt hat – einen überzeugten Glauben in die allgemeine Gültigkeit von Buddhas Worten. Mit der Sicherheit, die wir aus diesem überzeugten Glauben bekommen, entwickelt wir ein tiefes Vertrauen in andere – mehr verborgene Dinge – von denen Buddha gesprochen hat.

Zum Beispiel sagte der Buddha, wenn wir auf konstruktive Weise handeln, werden wir als Ergebnis davon in einem besseren Zustand wiedergeboren – als Mensch oder Gott. Wenn wir andererseits destruktiv und negativ handeln, folgt daraus eine Wiedergeburt als Geschöpf der Hölle, als ein so genannter „hungriger Geist“ oder als Tier. Das sind Aussagen über verhaltensbedingte Ursache und Wirkung, die durch eigene Erfahrung oder Logik schwer zu belegen oder zu bestätigen sind. Aber man muss sie nicht auf der Basis von blindem Vertrauen in die Autorität der Schriften akzeptieren. Weil Logik und Erfahrung die Gültigkeit dessen zeigen, was Buddha über das Erlangen von vertiefter Konzentration und eines korrekten Verständnisses der Leerheit gelehrt hat, ist es auch absolut begründet zu akzeptieren, was Buddha über Verhalten und dessen Ergebnisse gesagt hat.

Konsequenterweise müssen wir über die Aussagen, die der Buddha über die Leerheit, über die Realität, über die gänzliche Abwesenheit von unmöglichen Arten von Existenz gemacht hat, sehr genau nachdenken. Basierend auf der Erkenntnis, dass diese korrekt sind, ist es wichtig, dass wir weitere Aussagen des Buddha sorgfältig prüfen: dass das Ergebnis von konstruktivem Handeln Glück ist; dass das Ergebnis von negativem, destruktivem Handeln Leiden ist. Dann erlangen wir einen überzeugten Glauben, dass diese Aussagen auch richtig sind und – darauf aufbauend – treffen wir die feste Entscheidung, unser eigenes Verhalten entsprechend zu verändern. Wenn wir Glück möchten, müssen wir uns in einer Art und Weise verhalten, die dieses hervorbringt: Wir müssen konstruktiv und positiv handeln.

Entsagung – die Entschlossenheit von allen Problemen frei zu sein

Es wäre von uns auch gut, zu bedenken, dass die Arbeitsbasis der kostbaren menschlichen Wiedergeburt, die wir jetzt gerade haben – mit all ihren dazugehörigen Möglichkeiten für spirituellen Fortschritt – nicht einfach aus dem Nichts erschienen ist. Sie ist das Ergebnis dessen, dass wir ungeheuer viel positives Potenzial in früheren Leben aufgebaut haben. Wir müssen uns sehr konstruktiv und positiv verhalten haben und das hat die Wiedergeburt und die Möglichkeiten, die nun vorhanden sind, hervorgebracht. Deshalb dürfen wir diese Gelegenheit nicht verschwenden. Wenn wir nun ausschließlich in die Angelegenheiten aus diesem Leben, wie Nahrung und Kleidung, Ruhm und Ansehen zu erwerben, verstrickt sind, dann wird diese Lebensspanne verschwendet. Wenn das die einzigen Anliegen sind, dann sind wir aufgrund dieser Fixierung nicht in der Lage, uns von der völligen Fixierung auf dieses Leben abzuwenden.

Auf der anderen Seite ist es so, dass wir unser ganzes Bemühen darauf ausrichten, in künftigen Leben als eine Wiedergeburt als Gott, so wie Indra, glücklich zu sein, dann bringt auch das Probleme mit sich. Schauen Sie sich die Art von Leben, die ein Gott führt, an. Dieser Gott verfügt über ungeheures Glück und hat nicht einmal vorübergehende oberflächliche Probleme. Aber zum Zeitpunkt des Todes empfindet ein solcher Gott Reue und Bedauern, denn ein ganzes Leben voll Glückseligkeit scheint nur ein Traum zu sein, und wird unermessliches Leid und Unglück im Angesicht des Todes bringen. Solch eine Wiedergeburt zum Ziel zu haben ist also nicht die Lösung um alle Probleme zu lösen.

Vielmehr müssen wir aus der Arbeitsbasis, die wir in einem kostbaren menschlichen Körper haben, das Beste machen. Denn das ist etwas, das verloren geht. Es gibt niemanden, der, nachdem er geboren wurde, dem Tod entkommen ist. Der Tod ist etwas, das mit Sicherheit zu allen kommt und das ist nur eine Frage der Zeit. Niemand kann mit Sicherheit sagen, wann seine oder ihre Zeit gekommen ist. Über diese Tatsachen nachzudenken, ernüchtert uns und lässt in uns den Wunsch aufkommen, den ganzen Gewinn aus den Möglichkeiten, die wir jetzt haben, solange wir leben und gesund sind, zu nutzen.

Wir müssen also von der völligen Fixierung darauf wegkommen, Dinge nur für dieses Leben erreichen zu wollen. Wir erreichen dies, indem wir uns bewusst machen, dass die vergänglichen Dinge dieses Lebens überhaupt keine dauerhafte Essenz haben. Auf diese Weise wenden wir uns von der Fixierung auf die Dingen in diesem Leben ab und entwickeln die Entschlossenheit von Problemen, die auf dieser Art von Fixierung basieren, frei zu sein. Diese Art von Entschlossenheit frei zu sein wird „Entsagung“ genannt.

Genauso müssen wir zukünftige Leben betrachten und all die verschiedenen Arten von Situationen, in denen wir vielleicht wiedergeboren werden können. Wenn wir an den Glanz und das Glück denken, das wir in künftigen Leben als Mensch oder Gott erreichen könnten, müssen wir uns in Erinnerung rufen, dass auch dies Probleme mit sich bringt. Egal wie gut es uns auch gehen mag, es werden unkontrollierbar immer wieder Probleme auftreten. Folglich müssen wir auch davon loskommen, in Bezug auf künftige Leben an diesen Dingen zu haften und auf sie fixiert zu sein. Das schaffen wir, indem wir versuchen, eine zweite Art von Entschlossenheit zu entwickeln. Nämlich die Entschlossenheit, frei zu sein von Problemen, die durch diese Fixierungen in künftigen Leben entstehen.

Es gibt also zwei Arten von Entschlossenheit frei zu sein. Es gibt die Entschlossenheit frei zu sein von Problemen in diesem Leben, und die Entschlossenheit frei zu sein von Problemen in allen künftigen Leben.

Unbeständigkeit

Ein spirituell Übender ist jemand, der der Tatsache gewahr ist, dass keine Situation im Leben statisch bleibt; jemand, der der Unbeständigkeit und des Todes gewahr ist; jemand, der sich seiner oder ihrer Probleme und auch der Probleme, die im Leben auftreten gewahr und bewusst ist. Das motiviert solch einen Übenden, verschiedene vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, um diese Probleme zu vermeiden. Wenn es möglich wäre, die Vergänglichkeit, die Probleme und den Tod, einfach durch Vergessen verschwinden zu lassen, wäre das das sehr schön – es wäre großartig. Aber die Wahrheit ist, dass das das nicht geht. Die Tatsachen, dass man sterben wird und dass es im Leben Probleme gibt, einfach zu ignorieren, führt nicht dazu, dass diese Tatsachen verschwinden. Es ist deshalb viel besser, sich der Probleme bewusst zu sein, um ihnen realistisch begegnen zu können und um dann verschiedene Maßnahmen ergreifen zu können, um sie zu beseitigen. Darum geht es in einer spirituellen Praxis.

Auch Buddha selbst, als er die verschiedenen Überlieferungszyklen dieser Maßnahmen begann, tat dies indem er über Unbeständigkeit, darüber, dass nichts statisch bleibt, lehrte. Seine ganze spirituelle Suche begann mit der Erkenntnis der Unbeständigkeit. Und genauso, als sein Leben endete und er verschied, geschah dies im Zusammenhang damit, allen die Tatsache der Unbeständigkeit zu verdeutlichen.

Die Vier Edlen Wahrheiten

Außerdem ist es so, dass Probleme nicht aus dem Nichts kommen. Sie passieren nicht grundlos. Alle unsere wahren Probleme und alles Unglück entstammt wahren Ursachen – nämlich impulsgesteuertem Verhalten und störenden Emotionen und Geisteshaltungen – mit anderen Worten: Karma und Verblendung. Es ist das impulsgesteuerte Handeln aus störenden Emotionen und Geisteshaltungen heraus, das uns all die Probleme einhandelt.

Nun, bei diese beiden Ursachen für alle Probleme, können wir erkennen, dass die Wurzeln für impulsgesteuertes Verhalten in den störenden Emotionen und Geisteshaltungen liegen. Und wenn wir die 84.000 verschiedenen Arten von störenden Emotionen und Geisteshaltungen untersuchen, die in den buddhistischen Texten beschrieben wurden, dann entdecken wir , dass sie alle aus einer einzigen Quelle stammen: nämlich der Ignoranz oder der Unwissenheit, die dazu führt, dass unser Geist nach einer wahrhaft begründeten Existenz und nach einer wahrhaft begründeten Identität greift.

So etwas wie eine wahrhaft begründete Identität gibt es jedoch nicht – weder für uns noch für sonst irgendetwas – aber dennoch greift unser Geist nach Dingen, als ob sie eine wahrhaft begründete Identität oder Existenz hätten. Wenn wir also in der Lage sind wahrzunehmen und zu unterscheiden, dass ein solches Ding, wie eine wahrhaft begründete Identität unmöglich ist, wirkt das als Gegenmittel für das Ergreifen von Dingen, als hätten sie solch eine Identität.

Wenn wir das Verständnis erlangen, dass es kein solches Ding wie eine wahrhaft begründete Identität gibt – dass nichts eine wahrhaft begründete Identität hat – wird dieses Verständnis als „wahrer Pfadgeist“ , „wahrer Pfad“ bezeichnet – eine der Vier Edlen Wahrheiten. Es ist ein Pfadgeist, den hoch verwirklichte Wesen, die „Aryas“, als wahr oder richtig und zum Erlangen von Befreiung und Erleuchtung führend ansehen.

Wenn wir einen wahren Pfadgeist haben, also das unterscheidende Gewahrsein, dass es kein solches Ding wie eine wahrhaft begründete Identität von etwas gibt – dann werden wir keine störenden Emotionen oder Geisteshaltungen mehr haben, da die Verblendungen auf Projektionen und dem Glauben an unmögliche Arten der Existenz basiert. Wenn wir keine störenden Gefühle oder Geisteshaltungen mehr haben, werden wir auch nicht impulsgesteuert handeln. Und wenn wir nicht mehr impulsgesteuert handeln, schaffen wir uns keine Probleme mehr. Der Zustand, in dem in unserer Erfahrung Probleme nicht mehr länger entstehen, wird „wahre Beendigung“ genannt.

Das ist die Darstellung der vier Tatsachen, die von den Aryas, den hoch verwirklichten Wesen als wahr angesehen werden. Dies sind die Vier Edlen Wahrheiten. Die beiden ersten Wahrheiten, handeln davon, was störend wirkt, nämlich wahre Probleme und ihre wahre Ursachen: impulsgesteuertes Verhalten und störende Emotionen und Geisteshaltungen. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf die letzten beiden Wahrheiten richtet, die davon handeln, was Befreiung ist, dann wünschen wir uns, dass wir eine wahre Beendigung aller Probleme erreichen, indem wir ihre Ursachen für immer beseitigt. Und der Weg dies zu tun, ist einen wahren Pfadgeist zu entwickeln. So kommen wir dazu, diese vier Tatsachen, die von hoch hoch verwirklichten Wesen als wahr angesehen werden, zu erkennen und zu verstehen,.

Auf dieser hervorragenden Arbeitsbasis aufbauend, die wir durch die kostbare menschliche Wiedergeburt haben, müssen wir nun all unsere Anstrengung darauf richten, die Vier Edlen Wahrheiten zu verwirklichen. Wenn wir das tun, dann ziehen wir den rechten Nutzen aus den Möglichkeiten, die wir mit dieser Wiedergeburt haben. Wenn wir als heilsame Gewohnheit des Geistes, ein dauerhaftes, stabiles Gewahrsein aufbauen, dass es so etwas wie eine wahrhaft begründete Existenz nicht gibt, dann werden wir alle Probleme für immer ganz beseitigt haben.

Mitgefühl entwickeln

Nun ist es ist zwar sehr schön, all die eigenen Probleme loszuwerden – das ist jedoch nicht ausreichend. Das ist deshalb so, weil man ja nur eine Person ist, es aber noch unzählbar viele Andere gibt. Es ist unmöglich zu zählen, wie viele andere Wesen es gibt und jedes von ihnen hat Probleme – sie alle leiden auf die eine oder andere Art und Weise. Aus diesem Grund ist es nicht fair nur für uns selbst zu arbeiten: wir müssen eine Lösung für alle finden.

Wenn man darüber nachdenkt wird uns deutlich, dass alle anderen begrenzten Wesen überaus gütig zu einem waren – es gibt in Wirklichkeit nichts gütigeres als andere Wesen. Wenn wir über die Güte der Buddhas nachdenken, und über die Güte der begrenzten Wesen, erkennen wir, dass beide gleich sind. Ein Beispiel: Wenn wir Honig mögen, dann ist es wichtig, dass wir daran denken, woher der Honig kommt. Er kommt von vielen Bienen, und diese Bienen müssen viel arbeiten um ihn herzustellen: sie müssen zu so vielen Blumen fliegen, Pollen sammeln, und den Honig in einer Wabe absondern und einlagern. Wenn unsere Hoffnungen, Honig essen zu können, sich erfüllen sollen, müssen wir uns auf die Arbeit und die Güte dieser kleinen Insekten verlassen. Genauso verhält es sich, wenn wir an das Fleisch denken, das einige vielleicht essen, wenn sie zum Beispiel Nahrung brauchen, die dem Körper mehr Kraft gibt wenn sie krank und schwach sind. Woher kommt es? Es kommt von Tieren, die ihr Leben geben müssen damit wir für unsere Kraft und Nahrung Fleisch erhalten.

Wenn wir also einmal die feste Entschlossenheit, von allen Problemen frei zu sein, getroffen haben, ist es wichtig, dass wir diese Geisteshaltung auf andere übertragen. Genauso wie wir selbst die Entschlossenheit haben, von unseren Problemen frei zu sein, sollten wir jetzt auch den Wunsch haben, dass jeder andere auch von seinen Problemen befreit sein möge. Diese Geisteshaltung wird als „Mitgefühl“ bezeichnet.

Wenn wir nicht ernsthaft über die eigenen Probleme und darüber, dass wir sie nicht haben wollen nachgedacht haben – und wenn wir nicht die Entschlossenheit, von ihnen frei sein zu wollen, entwickelt haben – wird es sehr schwer sein, die Probleme anderer ernst zu nehmen. Wir wären nicht in der Lage, echtes Mitgefühl, das anderen die Freiheit von ihren Schwierigkeiten wünscht, zu entwickeln. Wenn zum Beispiel eine Amtsperson während ihrer oder seiner Karriere sehr viel erlitten hat und dann eine gehobene Position erreicht, wird diese Person Verständnis und Mitgefühl für die Probleme anderer haben. Solch eine Person wird eher anderen zu helfen als jemand, der oder die eine Amtsperson wurde und das ganzes Leben in Ruhe verbracht hat, und nicht weiß, was es heißt zu leiden.

Bodhicitta

Die Geisteshaltung, durch die man wünscht, dass andere frei von Leid sein mögen wird als „Mitgefühl“ bezeichnet. Die Geisteshaltung, durch die man wünscht, dass alle glücklich sein mögen, ist die Definition von „Liebe“. Wenn wir den Wunsch eines jeden, glücklich und frei von Problemen zu sein, bedenken und uns entscheiden, dass wir wirklich etwas dafür tun müssen und zwar nicht nur auf einer oberflächlichen Ebene, sondern ihnen wirklich zu helfen, sich von ihren Problemen zu befreien, weil alle so gütig gewesen sind, wird diese Übernahme der Verantwortung als „außergewöhnlicher Entschluss“ bezeichnet.

Wenn wir lediglich mit selbstsüchtigen Belangen beschäftigt sind, ist es unmöglich, irgendeinen Grad der Verwirklichung zu erreichen oder die guten Eigenschaften eines Buddha zu entwickeln. Wenn wir uns jedoch von der Selbstsucht abwenden und uns um die Not anderer kümmern, dann ist das für uns die Grundlage, ein erleuchteter Buddha zu werden. Aus einer selbstsüchtigen Besorgnis heraus verstricken wir uns in Mord, Diebstahl, und so weiter, um Reichtümer für uns selbst zusammenzusammeln. Solche ungeschickten Maßnahmen bringen nur noch mehr Probleme und die Wurzel all dessen ist Selbstsucht.

Buddha Shakyamuni war in der Lage, seinen Erleuchtungszustand, einen gänzlich klaren, voll entwickelten Geist zu erlangen, weil für ihn einzig das Wohlbefinden anderer wichtig war. Tatsache ist, dass alle Buddhas, zu allen Zeiten, auf ihrer Fürsorge für andere basierend den Zustand der Verwirklichung ihres höchsten Potenzials erreicht haben. Wenn wir also realistisch sind, erkennen wir, dass sogar wenn wir den außergewöhnlichen Entschluss gefasst haben mögen, „Glück für jeden zu erreichen und sie von all ihren Problemen zu befreien“, wir nicht in der Lage sind, das zu tun, egal wie sehr wir uns das auch wünschen. Nur ein Buddha hat die Fähigkeit allen zu helfen, ihre Schwierigkeiten zu überwinden und glücklich zu werden.

Darum ist es nötig, dass wir unser Herz vollkommen dem Nutzen für Andere widmen und dass wir den erleuchteten Zustand eines Buddha erreichen, um das so gut als möglich zu tun. Das wird als „Bodhicitta-Ausrichtung“ bezeichnet.

Stellen Sie sich vor, dass wir mit einem hingebungsvollen Herzen, das eine Bodhicitta-Ausrichtung hat, eine einfache Gabe darbringen, z. B. eine Blume. Wenn die Intention dieser Opfergabe ist, allen zu helfen und Erleuchtung zu erlangen, um das so gut wie möglich tun zu können, dann ist das positive Potenzial, das sich daraus entwickelt, enorm. Tatsächlich ist es so, dass, wenn es unser Ziel ist allen zu helfen, der Nutzen daraus dem Ziel entsprechend ist. Er ist so groß wie die Anzahl aller Wesen. Der Nutzen, der entsteht, wenn wir unser Herz ausschließlich und ernsthaft diesem Weg widmen ist viel größer, als wenn wir eine ganze Welt von Gold und Juwelen den Buddhas als Opfergaben darbringen würden. Sogar wenn wir allen Wesen im Universum zu essen gäben, hätte nur ein Moment mit diesem hingebungsvollen Herzen mit Bodhicitta-Ausrichtung größeren Nutzen.

Die Logik dahinter kann man begründen, wenn man Folgendes bedenkt: Gäbe man allen Wesen im Universum eine Mahlzeit, dann würde das den Hunger nur einmal stillen. Die Wesen würden bald wieder hungrig werden und ihr Problem mit dem Hunger würde fortbestehen. Wenn wir aber mit einer Bodhicitta-Ausrichtung wünschten, dass wir für immer alle Probleme von jedem lindern könnten und wir uns der Erleuchtung widmeten, um dies so gut wie möglich zu tun, würde das zwar nicht den Hunger von allen lindern, aber es würde die Fähigkeit hervorbringen, ihre Probleme vollkommen zu beenden.

Abschließende Bemerkungen

Als ein Schritt in Richtung der Entwicklung einer Bodhicitta-Ausrichtung, ist es deshalb wichtig, dass wir uns fest versprechen, niemandem Leid zuzufügen. Wenn wir die ganzen Nachteile und Beeinträchtigungen sieht, die entstehen, wenn wir andere – egal wen – verletzen, und uns versprechen, das nicht zu tun, bringt das großen Nutzen. Es ist folglich eine sehr lobenswert Art von Verhalten. Ein festes Versprechen, dass wir niemanden verletzen werden ist eine spirituelle Maßnahme, die wir jetzt sofort anwenden können. Man darf nicht denken, die spirituelle Praxis sei sehr erhaben und distanziert.

Kurz gesagt: ein spirituell Praktizierender zu sein bedeutet nicht, irgendwie ein exotisches Leben zu führen. In der Geschichte gibt es viele Beispiele von Menschen, die kein klösterliches Leben führen und die großartige spirituell Praktizierende waren. Wenn wir die Biografien der 84 hoch verwirklichten Mahadiddhas des antiken Indien betrachten, dann sind viele darunter, die Haushälter waren.

Wir brauchen auch nicht bedrückt zu sein, wenn wir alt sind oder glauben, dass alte Menschen keine spirituell Praktizierenden werden könnten. Wenn man Berichte von früher betrachtet, findet man das Beispiel des Haushälters Shrijati, der 80 Jahre alt war, als er ein spirituell Praktizierender wurde. Er war in seiner Lebenszeit noch in der Lage, den Zustand eines befreiten Wesens, oder Arhat, zu erreichen. Man ist also nie zu alt.

Auf der anderen Seite, sollten wir, wenn wir jung sind, nicht nur leichtfertig sein, sondern alle Energien nutzen, um maßgeblich in unserer spirituellen Praxis voranzukommen. Und wir sollten nicht glauben, dass wir es auf später verschieben könnte, wenn wir älter sind, und dann die vorbeugenden spirituellen Maßnahmen anzuwenden – denn es ist unmöglich zu wissen, wann der Tod eintritt. Auch ist es so, dass Alter etwas ist, das anscheinend sehr plötzlich über uns kommt. Und wenn das passiert, dann fühlt es sich so an, als wäre unser Leben schlagartig verronnen.

Es gibt viele einfach positive Dinge, die man wir tun können. Ich kenne in anderen Ländern ein paar Menschen, die viel Mühe und Geld aufwenden, um Vögel zu füttern. Sie haben Futterhäuschen draußen vor ihren Häusern und geben Tausende aus, um jeden Tag Futter hinaus zu streuen. Das ist eine ausgezeichnete Übung: es macht mich glücklich, das zu sehen, denn das ist wirklich eine Art von Bodhisattva-Übung. Es gibt auch viele Beispiele von Tibetern, die als Flüchtlinge nach Indien kamen und die Brot für die Tauben ausstreuten und Reis für die anderen Vogelarten. Das ist eine hervorragende Art von Praxis um ein langes Leben zu bewirken.

Wenn wir also die Diskussion des heutigen Abends zusammenfassen möchten, sind Folgendes die wichtigsten Punkte:

  • Entwickle ein gütiges und warmes Herz um fortwährend für das Wohl der anderen zu sorgen

  • Verletze niemals jemanden oder etwas; verursache niemals Leid oder Probleme

Das sind die wichtigsten Punkte in Bezug auf eine hervorragende spirituelle Praxis. Es ist wichtig, dass wir alle Vorteile dieser Arbeitsbasis, die wir durch die hervorragende menschlichen Wiedergeburt haben nutzen, indem wir unser Herz gänzlich mit einer Bodhicitta-Ausrichtung anderen widmen und um Erleuchtung zu erlangen. Auf diese Weise, werden wir wirklich in der Lage sein, den Zustand eines Wesens zu erlangen, das vollkommen geistesklar und voll entwickelt ist – ein vollkommen erleuchteter Buddha.