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Die drei Arten der erleuchtenden Worte Buddhas
Alexander Berzin
März 2007
Übersetzung ins Deutsche: Tara Dorn
Es gibt drei Arten der erleuchtenden Rede Buddhas (tib.
sangs-rgyas-kyi bka'-gsum), die sich nach den vorherrschenden Bedingungen (tib.
bdag-rkyen) ihres Ursprungs unterscheiden.
- Erleuchtende Worte, die der Buddha mit eigenem Mund gesprochen hat (tib.
zhal-nas gsung-pa 'bka). Beispiele dafür beinhalten „Die Sutras des weitreichenden
unterscheidenden Gewahrseins“ (tib.
Shes-rab-kyi pha-rol-tu
phyin-pa'i mdo, Skt.
Prajnaparamita Sutra, Sutras von der Vollkommenheit der Weisheit) zu finden.
- Gestattete Worte (tib.
rjes-su gnang-ba‘i gsung) sind Passagen in Sutras, die nicht direkt von Buddha selbst
gesprochen wurden, jedoch gestattet sind zur Schilderung des Gesamtzusammenhangs innerhalb dessen
der Buddha lehrte. Beispiele hierfür sind einführende Passagen, die erklären, wo und wann ein Sutra
gelehrt wurde, die die Schüler später hinzufügten, als sie sich der Sutras Wort für Wort erinnerten
und dann die Einzelheiten der Übermittlung, der Zuhörerschaft und so weiter hinzufügten. Unter den
zwölf schriftlichen Kategorien enthalten Beispiele hierfür die ethischen Erzählungen (tib.
gleng-bzhi, Skt.
nidana) zu finden sowie anderswo verbindende Passagen (tib.
mtshams-sbyor, Skt.
samdhi) und hilfreiche Passagen (tib.
mthun-'gyur).
- Erleuchtende Worte, die von Buddha inspiriert sind (tib.
byin-gyis rlabs-pa‘i bka‘), sind solche, die nicht direkt von Buddha sondern durch des
Buddha Inspiration von jemand anderem gesprochen werden.
[Siehe:
Die
zwölf schriftlichen Kategorien.]
Erleuchtende Worte, die durch Buddha inspiriert sind,
sind von dreierlei Art:
- Erleuchtende Worte die vom Körper des Buddha inspiriert sind (tib.
skus byin-gyis rlabs-pa‘i bka‘), wie solche von Bodhisattvas in Frage- und
Antwort-Sitzungen untereinander in Gegenwart des Buddha. Ein Beispiel dafür ist: „Das Sutra von den
zehn (Arya Bodhisattva) Ebenen des Geistes“ (tib.
mDo-sde sa-bcu-pa, Skt.
Dashabhumika Sutra).
- Erleuchtende Worte die von der Rede des Buddha inspiriert sind (tib. gsungs-gis byin-gyis
rlabs-pa‘i bka‘). Ein Beispiel dafür ist: Das Sutra über das Lindern der Reue des Arya Ajatashatru
(tib.
'Phags-pa ma-skyes dgra’i ’gyod-pa bsal-ba‘i mdo, Skt.
Aryajatashatru Kaukrtyavinodana Sutra).
- Erleuchtende Worte die vom Geist des Buddha inspiriert sind (tib.
thugs-kyis byin-gyis rlabs-pa‘i bka‘) .
Erleuchtende Worte , durch den Geist des Buddha
inspiriert, sind von dreierlei Art:
- Erleuchtende Worte inspiriert durch die Kraft der Wahrheit in Buddhas Geist (tib.
thugs bden-pas byin-gyis rlabs-pa’i bka') beziehen sich darauf, wie seine Beweggründe oder
Wünsche die Erfahrung anderer beeinflussen und sie so anregen, einen Aspekt seiner Lehren zu
verstehen. Zum Beispiel werden bestimmte Menschen durch die Kraft der Wahrheit in Buddhas Geist
dazu angeregt, das Säuseln des Windes durch die Blätter als Dharma-Lehre zu erfahren.
- Erleuchtende Worte inspiriert durch das Mitgefühl in Buddhas Geist (tib.
thugs thugs-rjes byin-gyis rlabs-pa‘i bka‘). Zum Beispiel kann jemand, inspiriert durch
das Mitgefühl des Buddhas plötzlich und unbeabsichtigt Worte äußern, die anderen den Dharma
mitteilen – ohne dass er vorher Kenntnis oder Bekanntschaft mit dem Dharma hatte.
- Erleuchtende Worte inspiriert durch Buddhas vertiefte Konzentration (tib.
thugs ting-nge-‘dzin-gyis byin-gyis byin-gyis rlab-pa‘i bka'). Zum Beispiel lehrte
Avalokiteshvara „Das Herz des weitreichenden unterscheidenden Gewahrseins: Alles übertreffende
siegreiche Dame“ (tib.
bCom-ldan‘das-ma shes-rab-kyi phal-rol-tu phyin-pa‘i snying-po, Skt.
Bhagavati Prajnaparamita Hrdaya; Das Herzsutra) inspiriert durch die völlige Vertiefung
des Buddha in die vertiefte Konzentration, die die Vielfalt der Erscheinungen ausdrückt, bekannt
als „Die Erscheinung des Tiefgründigen“.
[Siehe:
Das Herzsutra.]