Das Berzin-Archiv

Das Buddhismus-Archiv von Dr. Alexander Berzin

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Das Yoga der Untrennbarkeit des Spirituellen Meisters von Avalokiteshvara

von Seiner Heiligkeit dem Vierzehnten Dalai Lama Losang Tenzin Gyatso, übersetzt von Alexander Berzin im Oktober 2010
Übersetzung ins Deutsche (2013): Boris Unterer, Lektorat: Monika Dräger

Einschlagen einer sicheren Richtung (Zuflucht) und Bestärken der Bodhicitta-Motivation

Zu Buddha, Dharma und der Höchsten Versammlung
schlage ich, bis zu meinem gereinigten Zustand,
eine sichere Richtung ein.
Durch die zur Erleuchtung führenden Netzwerke, die ich durch meine (Handlungen des) Gebens und weiteren (aufgebaut habe),
möge ich die Buddhaschaft erlangen, um jenen zu helfen,
die (im Daseinskreislauf) wandern. [3x]

Die vier unermesslichen Geisteshaltungen

Mögen alle begrenzten Wesen Glück und die Ursachen von Glück besitzen.
Mögen alle begrenzten Wesen von Leid

und den Ursachen des Leids getrennt sein.
Mögen alle begrenzten Wesen nie getrennt sein
vom Glück, welches ohne Leiden ist.
Mögen alle Wesen in Gleichmut verweilen,
jenseits der dualistischen (Gefühle) von Nähe und Distanz,
Anhaftung und Abneigung. [3x]

Reinigung von Umgebung und Opfergaben

Möge der Erdboden in jeder Richtung rein sein,
ohne ein einziges Sandkorn,
so glatt wie die Handfläche eines Kindes
und von Natur aus spiegelnd wie ein Kleinod aus Beryll.

Mögen die Opfergaben von Menschen und Götterwesen,
sowohl die tatsächlich aufgestellten, wie auch die vorgestellten,
wie unvergleichliche Wolken von Samantabhadra-Opfergaben
vollständig die Sphäre des Raums erfüllen.

OM NAMO BHAGA-VATE
VAJRA-SARA PRA-MARDA-NE,
TATHA-GATA-YA ARHA-TE,
SAMYAK-SAM-BUDDHA-YA,
TADYA-THA, OM VAJRE VAJRE
MAHA-VAJRE, MAHA-TEJA-VAJRE,
MAHA-VIDYA-VAJRE,
MAHA-BODHICHITTA VAJRE,
MAHA-BODHI-MANDA
UPA-SAMKRAMA-NA VAJRE,
SARVA-KARMA AVA-RANA
VISHO-DHANA VAJRE SVA-HA. [3x]

Durch die Wahrheit der Drei Seltenen und Höchsten Kleinode,
die Inspiration aller Buddhas und Bodhisattvas,
durch die große Macht der vollständig erleuchtenden Netzwerke
von positiver Kraft und tiefem Gewahrsein
und durch die Kraft der reinen und unfassbaren leeren Sphäre der Realität,
möge alles in seine übereinstimmende wahre Natur transformiert werden.

Visualisierung

In der Sphäre des Raumes von Dharmakaya,
die gemeinsam mit großem glückseligem Gewahrsein entstanden ist,
inmitten von Wolkenbergen mannigfaltiger Samantabhadra-Opfergaben,
auf einem Thron, der mit Juwelen erstrahlt und von Löwen gestützt wird,
sitzt auf Kissen von wassergeborenem Lotos, Sonne und Vollmond,
der höchste edle Arya, Lokeshvara, der große Schatz des Mitgefühls,
in der Gestalt eines Mönches mit safranfarbenen Roben.

Oh Vajradhara, Wurzelmeister, gütig in dreifacher Weise,
glorreicher, erhebender, makelloser Losang Tenzin Gyatso,
Dein Gesicht lächelt erfreut mit rosa scheinendem Glanz.
Deine rechte Hand vor deinem Herzen,
in der Geste des Lehrens des Dharma,
hält ( den Stängel) eines weißen Lotos, mit einem Buch (darauf),
das mit einem (aufrecht stehenden) Schwert gezeichnet ist.
Deine Linke ist in Meditationshaltung und hält ein tausendspeichiges Rad.
Du bist in die drei Dharmaroben von strahlender Safranfarbe gehüllt
und Dein Kopf ist mit dem Hut eines Pandits bedeckt,
in der Farbe veredelten Goldes.

Deine Aggregate, Elemente, die Anreger deiner Sinne,
deren Objekte und deine Körperglieder
bilden einen vollständigen Mandalakreis
mit der funktionellen Natur der fünf Buddhafamilien
von väterlichen und mütterlichen (Buddhas),
männlichen und weiblichen Bodhisattvas, sowie zornvollen Beschützern.

Im Zentrum einer Kuppel
aus Bändern schimmernden fünffarbigen Lichts,
(sitzt Du) mit beiden Beinen (überkreuzt)
in der (vollständigen Lotos-)Haltung, einem unzerstörbaren Vajra (gleich).
Du lässt Wolkenmassen ausströmen,
ein Netzwerk (deiner) illusionären (Emanationen), die (alle) bezähmen.

In Deinem Herzen ruht Avalokiteshvara,
ein Wesen von tiefem Gewahrsein,
mit einem Gesicht und vier Armen.
Das (obere) Händepaar hat die Handflächen zusammengelegt,
die (unteren) Hände halten eine Gebetskette aus Kristall
und einen weißen Lotos.

(Avalokiteshvara) ist geziert mit Juwelenschmuck und Seidengewändern.
Seine linke Schulter ist mit einer Antilopenhaut bedeckt
und einem jugendlichem Neumonde (gleich)
sitzt er mit überkreuzten Beinen auf einem Lotos und Mond.

In seinem Herzen ist ein Wesen der tiefen Konzentration,
eine strahlende weiße Silbe HRIH,
von der Lichtstrahlen in alle zehn Himmelsrichtungen ausstrahlen.

Mein spiritueller Meister,
Deine drei Orte sind mit den drei Vajra-(Keimsilben) versehen.
Lichtstrahlen gehen vom HUM Deines Herzens aus
und laden all die unendlichen Drei Höchsten (Juwelen) vor mich ein.

Sie lösen sich in Dich auf und deine essentielle Natur wird dadurch
zu einem Amalgam jeglicher sicherer Ausrichtung.

Siebengliedriges Gebet

Dein erleuchtender Körper, den zu betrachten Befreiung bringt,
ist prächtig geschmückt mit einer deutlichen und vollständigen Zahl hervorragender Zeichen und vollkommener Merkmale.
Deine erleuchtende Sprache ist unbehindert
und mit ihren sechzig wohlklingenden Qualitäten angenehm zu hören,
Dein erleuchtender Geist, so tiefgründig in seiner Allwissenheit
und weitreichend in seiner liebevollen Zuneigung,
ist schwierig zu ergründen.
Ich werfe mich mit Ehrfurcht und Respekt
vor dem Kreis Deines Schmuckes nieder,
den drei verborgenen Faktoren.

Ich bringe Dir materielle Opfergaben dar -
die, die ich besitze und auch jene, die niemandem gehören,
sowohl tatsächlich aufgestellt, wie auch die geistig geschaffenen -
und auch meinen Körper, meinen Wohlstand
und das gesamte Netzwerk meiner glänzenden, förderlichen Handlungen,
die ich über die drei Zeiten hinweg aufgebaut habe
und stelle sie mir als einen Ozean (voller) Wolken
von Samatabhadra-Opfergaben vor.

Jegliche Fehler, die ich auf Irrwegen begangen habe,
meine negativen Taten und die Übertretungen
der natürlicherweise bzw. untersagten unlöblichen Handlungen,
(angerichtet) mit einem Geist, der von
düsterer Finsternis der Unwissenheit umwölkt war –
ich bekenne sie mit tiefer Reue
und verspreche davon abzulassen mit einem Geist,
der nicht (auf wahrhaft begründete Existenz) gerichtet ist.

Aufrichtig und aus der Tiefe meines Herzens
erfreue ich mich an den befreienden Taten der glorreichen Meister
und an der Fülle der strahlenden, nutzbringenden Taten,
die von mir selbst und anderen in den drei Zeiten (vollbracht wurden),
sowohl von gewöhnlichen Wesen als auch von hoch verwirklichten Aryas,
die das Bewusstsein (aller) drei Fahrzeuge besitzen.

Ich ersuche Dich, lasse im Raum der Tiefgründigkeit und des Friedens
die himmlische Melodie des erhabenen Dharma erschallen,
die den Neigungen der mannigfaltigen Wesen entspricht,
die der Zügelung bedürfen,
und rufe (dadurch) alle aus ihrem Schlaf,
deren Geist emotional und erkenntnismäßig verschleiert ist.

Bis alle wandernden Wesen den befreienden Atem
glückseligen Gewahrsams erlangen werden,
mit der Verwirklichung, die von den Extremen
des zwanghaften Daseins und der Idylle des Nirvana losgelöst ist,
verweile bitte fest auf den Thronen meiner unzerstörbaren Vajras ,
mit Deinen Beinen überkreuzt in der unabgelenkten Position von EVAM.

All das glanzvolle Gute, welches ich ausführte,
tue oder weiterhin vollbringe,
all das widme ich, damit ich angenommen werde
von erhebenden, makellosen spirituellen Meistern
und damit ich alsdann nie von ihnen getrennt sein möge;
und – nachdem ich die Gebete
von den höchsten Taten Samantabhadras erfüllt habe –
damit ich die Erleuchtung zum Wohle
aller umherwandernden Wesen erlangen möge.

Mandala-Opfergabe

Diesen Boden, der besprengt ist mit duftenden Wassern,
bestreut mit Blumen
und geschmückt mit dem Berg Meru,
den vier Inseln, der Sonne und dem Mond,
widme ich den Buddha-Feldern und bring ihn ihnen dar.

mögen dadurch alle, die wandern,
in die reinen Länder geführt werden.

Körper, Rede und Geist von mir selbst und anderen,
alles, an dem wir uns erfreuen,
mitsamt unserem reichhaltigen Vorrat
an nutzbringendem Potential aus allen drei Zeiten,
ein prächtiges juwelenbesetztes Mandala
und ausgedehnte Samantabhadra Opfergaben –
all dies stelle ich mir vor und bringe es Dir dar.
O mein spiritueller Meister, mein Yidam, meine Drei Kostbaren Juwelen:
Nehmt es an aufgrund der Kraft eures Mitgefühls
und gewährt mir (dadurch eure) Inspiration.

IDAM GURU RATNA MANDALA-KAM NIRYATA-YAMI
Ich entsende dieses Mandala zu Dir, mein kostbarer spiritueller Meister.

Inspiration von unserem spirituellen Meister erhalten

Aus dem HRIH im Herzen (von Avalokiteshvara in Deiner Brust),
mein erhebender, makelloser spiritueller Meister,
fließen Nektarströme und Licht in den fünf Farben.
Sie treten durch meinen Scheitel in mich ein
und reinigen mich von meinen negativen karmischen Anlagen und Schleiern;
sie führen mich zur Erlangung
der höchsten und allgemeinen verwirklichten Errungenschaften
ohne jegliche Ausnahme.

OM AH GURU VAJRADHARA MANJUSHRI
VAGINDRA SUMATI SHASANA DHARA
SAMUDRA SHRI BHADRA
SARVA SIDDHI HUM HUM
[Wiederhole das Namensmantra Seiner Heiligkeit des Dalai Lama so oft wie es dir möglich ist.]

Gebet um Inspiration für die Entwicklung der Bewusstseinsstufen im aufsteigenden Weg (Lam-rim)

Inspiriere mich, dass ich mich in angemessener Weise
und mit reinen Gedanken und Taten auf Dich stützen möge,
nachdem ich die Gewissheit gefunden habe,
dass Du, mein gütiger und erhebender spiritueller Meister,
der du die unfehlbaren Arten von Pfadgeist lehrst,
und dadurch die Basis für ausnahmslos
jede vorläufige und langfristige Glückseligkeit legst
und (damit) eine Fülle unerschöpflicher (Quellen) sicherer Ausrichtung bist.

Inspiriere mich, (wenn ich schließlich begriffen habe),
dass diese Arbeitsgrundlage der Ruhepausen und Ausstattungen,
die wertvoller ist als selbst Abermillionen kostbarster Juwelen,
sogar wenn man eines erlangt hat, es niemals beständig bleibt
und es nie gewiss ist, wann es wieder abhanden kommt –
dass ich (dann mein Leben) mit reinen Dharmataten verbringe
und was immer in diesem (Leben) auch erscheinen möge,
ich dadurch niemals abgelenkt werde.

Inspiriere mich, dass – nachdem ich für alle Zeit
von Herzen eine sichere Richtung
zu den Drei Höchsten (Juwelen) eingeschlagen habe,
diesen besten Schutz vor den Ängsten
vor schlechten Geburtsformen, die so schwer zu ertragen sind -
ich dann in der Lage sein möge,
mich von meinen negativen karmischen Anlagen zu befreien
und förderliche Handlungen auszuführen,
indem ich die (inneren) Antriebe, die mich zu Taten treiben,
in Einklang bringe mit dem (Verständnis)
von Ursache und Wirkung heller und dunkler (Verhaltensweisen).

Inspiriere mich, dass (nachdem ich) meinen Geistesstrom
mit der starken Entschlossenheit, frei zu werden, wachgerufen habe,
die auch die Pracht des Götterkönigs
als (bloße) Täuschung zu sehen vermag,
gleich Sirenen mit ihren verführerischen, betörenden Reizen,
ich die drei (höheren) Übungen praktizieren möge.

Inspiriere mich, wenn ich über die Lage nachsinne,
in der sich die wandernden Lebewesen befinden,
die (alle) meine Mütter waren,
und mich seit anfangsloser Zeit in ihrer Güte großgezogen haben,
welche (jetzt) gepeinigt werden von den lähmenden Folgen
zwanghaften Daseins oder ruhigen Nirvanas,
ich eine höchste Bodhicitta-Absicht entwickeln möge
und mich im Ozean der (Bodhisattva-)Taten schulen.

Inspiriere mich, damit ich in meinem Geistesstrom
den Yoga eines verbundenen Paares entwickeln möge:
einen still gewordenen und zur Ruhe gekommenen Zustand von Shamatha
und Vipashyana, den Geisteszustand von außergewöhnlicher Wahrnehmungsfähigkeit ,
wodurch die abertausend Mirakel der Leerheit,
welche von Anbeginn frei von den Extremen
(von wahrhaft begründeter Existenz und völliger Nichtexistenz) sind,
lebendig und unbehindert im Spiegel
meiner makellos klaren und unabgelenkten vollständigen Vertiefung erscheinen.

Inspiriere mich, damit ich nach dem Eintritt
durch das Tor zur außerordentlich tiefgründigen Mantrapraxis
durch die Güte meines umfassend befähigten Vajradhara-Mentors,
einem Halter der Vajras,
dazu im Stande sein möge, die eng bindenden Praktiken und Gelübde
in genauer Übereinstimmung aufrechtzuerhalten –
(denn) sie sind die Wurzeln tatsächlicher Verwirklichungen.

Inspiriere mich, dass ich nach der Durchtrennung der Unrast
meiner alles fabrizierenden karmischen Energiewinde
mit dem scharfen Schwert tiefen Gewahrseins
von nicht-dualem glückseligen Gewahrsein und Leerheit,
(noch) in dieser Lebenszeit den außergewöhnlich glückseligen Zustand des Mahamudra manifestieren möge –
das vereinte Paar von erleuchtendem Körper und Geist.

Verschmelzung unseres spirituellen Meisters in unsere Herzen

Auf diese Weise gebeten, kommst Du,
mein höchster spiritueller Meister,
freudig (über meinen Scheitel).
Durch meine Brahmaöffnung trittst Du ein
und löst Dich in den unzerstörbaren Tropfen
im Zentrum meines achtblättrigen Herzens auf.

Jetzt, genau an diesem Ort, mein spiritueller Meister,
erscheint Dein erleuchtender Körper
wie zuvor mit den drei Wesen ineinander,
klar und deutlich von neuem auf einem Lotos und Mond.

Die Silbe HRIH im Herzen (Avalokiteshvaras) in deiner Brust
ist von einer Girlande seines sechssilbigen Mantras umgeben.
Von ihnen fließt ein Strom von Nektar herab,
der mich von allen Krankheiten, schädlichen Geistern,
negativen karmischen Anlagen und Schleiern bereinigt
und der meine guten Qualitäten von Schriftverständnis
und Verwirklichungen vermehrt.
Auf diese Weise erlange ich die vollständige Inspiration
der Siegreichen (Buddhas) und ihrer spirituellen Nachkommen
ohne dass etwas fehlt.

Weiteres Licht strahlt aus,
das die ganze Umgebung und alle Lebewesen darin
von ihren Fehlern bereinigt.
Ich verweile im höchsten Yoga,
das Erscheinungen, Laute und Erkenntnisse
als die drei verborgenen Faktoren der edlen Aryas wahrnimmt.

Mantra-Rezitation

OM MANI PADME HUM
[Wiederhole das Mantra Avalokiteshvaras sooft wie möglich.]

OM VAJRA-SATTVA SAMAYA MANU-PALAYA,
VAJRA-SATTVA TVENO-PATISHTA,
DRIDHO ME BHAVA,
SUTOSHYO ME BHAVA,
SUPOSHYO ME BHAVA,
ANURAKTO ME BHAVA,
SARVA SIDDHIM ME PRAYACCHA,
SARVA KARMA SUCHA ME,
CHITTAM SHRIYAM KURU HUM,
HA HA HA HA HOH BHAGAVAN,
SARVA TATHAGATA VAJRA,
MA ME MUNCHA,
VAJRI BHAVA,
MAHA-SAMAYA-SATTVA,
AH HUM PHAT [1x]
[Wiederhole das Vajrasattva Mantra einmal, um dich von Fehlern in der Mantra-Rezitation zu bereinigen.]

Gebete

Im weißen Jasmingarten der Dharmamethode,
des Siegreichen Kleinod des Geistes (Manjushri),
mögen die Blüten von Darlegung und Verwirklichung
durch den tausendfachen Strahlenglanz
des aufgehenden Mondes meiner vortrefflichen Taten
genauso erblühen wie in diesem Gleichnis.
Wenn so alles auf dem Antlitz der großen Erde glückverheißend geworden ist,
möge (das Universum) davon geschmückt sein,
bis (das letzte) zwanghafte Dasein beendet ist.

Indem das prächtige juwelenbesetzte Banner,
das niemals eingeholt wird,
hoch über die drei Ebenen zwanghafter Existenz
und noch darüber hinaus gehisst wird,
(das Banner) von Gandens spiritueller und weltlicher Herrschaft,
welches mit Myriaden strahlender, nutzbringender
und ausgezeichneter (Eigenschaften) erstrahlt,
möge es alle Wünsche hunderttausendfach stillen,
für (jedweden) Nutzen und Glückseligkeit.

Wenn die Wolkenberge der Dunkelheit unserer degenerierten Zeit
weit vom ausgedehnten Antlitz unserer Erde verbannt worden sind
und eine einladend schöne Göttin uns umfassenden Reichtum spendet,
so mögen dann alle Wesen mit Stolz und ausgelassener Freude erfüllt sein
über die prachtvollen guten Omen,
(diesen) Erscheinungen von Glückseligkeit und Wonne
die allerorts erstrahlen und sich überall verbreiten.

Kurz, mein Beschützer,
indem ich von dir freudig angenommen wurde
ohne während der Perlenkette meiner Leben
jemals von Dir getrennt zu sein,
möge rasch, einfach und mühelos
zur großen Königsstadt eines vereinten Paares gelangen
(und ein Buddha werden) mit majestätischer Herrschaft über alle.

Glücksverheißender Vers

Durch die Kraft des wundersamen Mitgefühls
der Siegreichen Buddhas und ihrer spirituellen Nachkommen,
mögen überall und immerdar
die Menge von Not und Bedrängnis befriedet werden –
und mögen sich die Verheißungen guter Anzeichen verbreiten,
mit allem was im zwanghaften Dasein und friedvollem Nirvana
nutzbringend und erstrebenswert ist,
(möge sie sich) sich vermehren und ausdehnen wie der zunehmende Mond.

Widmung

Avalokiteshvara Tenzin Gyatso,
Du Quelle allen Nutzens, und allen Glücks, ohne Ausnahme,
mögen Deine Füße in diesem von schneebedeckten Bergen umkränzten Reich
fest verwurzelt (mit einem langen Leben),
bis ans Ende des zwanghaften Daseins verweilen.

Solange, wie der Raum verweilt
und solange wandernde Wesen verweilen,
ebenso lange möge auch ich verweilen,
um die Leiden der wandernden Wesen zu vertreiben.

Aufgrund des Lehrers, der in diese Welt gekommen ist,
und kraft seiner Lehrtätigkeit, erleuchtend wie Sonnenlicht,
sowie durch Schüler und Mentoren,
die seine Lehre pflegen und in Harmonie miteinander leben,
möge alles glückverheißend sein, damit die Lehren
unermesslich lange bestehen bleiben.