Das Berzin-Archiv

Das Buddhismus-Archiv von Dr. Alexander Berzin

Zur Textversion für diese Seite wechseln. Zur Haupt-Navigation springen.

Startseite > Tägliche Praxis > Gebete und Tantra-Praktiken > „Hunderte von Tushita-Gottheiten“

„Hunderte von Tushita-Gottheiten“

(dGa'-ldan lha-brgya-ma, Migtsema Migtsema-Tsongkhapa-Praxis)
Übersetzung ins Englische: Alexander Berzin, May 2001
Übersetzung ins Deutsche: Monika und Christian Dräger, Juli 2011

1)Zu den Kostbaren Drei Juwelen schlage ich
eine sichere Richtung (in meinem Leben) ein;
ich werde alle begrenzten Wesen befreien.
Um sie alle in einen erleuchteten Zustand
   in Sicherheit zu bringen,
bestärke und korrigiere ich meine Bodhichitta-Ausrichtung. [3x]

2) Möge der Erdboden in jeder Richtung rein sein,
ohne ein einziges Sandkorn,
so glatt wie die Handfläche eines Kindes,
natürlicher Weise geglättet, wie ein Beryll-Edelstein.

3) Mögen göttliche und menschliche Gaben,
tatsächlich dargebrachte sowie vorgestellte,
als unvergleichliche Wolken von Samantabhadra-Gaben
die Sphäre des Raumes vollkommen ausfüllen.

4) Aus dem Herzen des Schützers Hunderter von Gottheiten
aus Tushita, dem Land der Freude,
an der Spitze einer Regen-tragenden Wolke,
die einem Hügel von frischem, weißen Sauerrahm gleicht,
bitten wir Dich, dass Du zu diesem Ort
herabkommen und ihn segnen mögest,
König des Dharma, Losang-dragpa, der Allwissende,
mit Deinen beiden spirituellen Söhnen.

5) (Die Ihr) vor uns im Himmel auf einem Löwenthron,
auf Lotus und Mond sitzt,
erhebende, makellose Gurus, wir bitten Euch,
dass Ihr, mit einem weißen Lächeln voller Freude,
Hunderte von Äonen verweilen möget,
um die Lehren zu fördern,
als das herausragendste Feld zum Vermehren von positiver Kraft
für uns, mit einem Geist, der an Tatsachen glaubt.

6) Euer Geist hat den Verstand, der in vollem Umfang
versteht, was gewusst werden kann,
Eure Rede, welche (die Dinge) eloquent erklärt,
wird ein Genuss für die Ohren derer mit gutem Geschick,
Eure Körper sehen blendend aus,
sind bekannt für ihre Herrlichkeit,
wir verbeugen uns vor Euch, die anzusehen,
anzuhören oder sich an sie zu erinnern wertvoll ist.

7) Erfrischende Gaben von Wasser, von verschiedenerlei Blumen,
duftendem Weihrauch, Licht,
parfümiertem Wasser und anderen Dingen –
diesen Ozean an Wolken von Gaben,
die wir tatsächlich dargebracht und uns hier vorstellt haben,
bringen wir Euch dar, dem vorzüglichsten Feld,
durch das positive Kräfte anwachsen.

8) Was auch immer wir an destruktiven Handlungen
mit Körper, Rede oder Geist begangen haben,
angehäuft seit anfangsloser Zeit,
und insbesondere die Brüche der drei Gruppen von Gelübden,
bekennen wir offen, eine nach der anderen,
mit glühendem Bedauern aus der Tiefe unseres Herzens.

9) In diesem degenerierten Zeitalter habt Ihr Euch
in einem unglaublichen Ausmaß von Studium
und Praxis beharrlich bemüht
und, indem Ihr Euch selber
von den acht kindischen Gefühlen befreit habt,
habt Ihr die Ruhepausen und Bereicherungen
Eures Lebens sinnvoll gemacht.
Aus der Tiefe unseres Herzens erfreuen wir uns, oh Beschützer,
an den gewaltigen Wogen Eurer erleuchtenden Taten.

10) Heilige, erhebende, makellose Gurus,
aus den Wolken der allwissenden Zuneigung,
welche in den Himmeln eurer Dharmakayas wogen,
bitten wir Euch, einen Regen von tiefgründigem
und weitreichendem Dharma
auf uns, die saugfähige Erde, auszuschütten,
(für jene, die) danach streben,
   auf geeignete Weise gezähmt zu werden.

11) Möge, was auch immer an positiven Kräften
hierdurch aufgebaut wurde,
den Lehren und den Umherwandernden nützen,
und mögen (die positiven Kräfte) insbesondere dazu dienen,
dass das Herz der Lehren des erhebenden,
makellosen Losang-dragpa für immer schlägt.

12) Ich widme diesen Boden,
der mit duftenden Wassern besprengt
   und mit Blumen bestreut ist,
der mit dem Berg Meru, den vier Inseln,
der Sonne und dem Mond bedeckt ist,
den Buddha-Felder und bringe ihn ihnen dar,
Mögen hierdurch all jene, die (in Samsara) umherwandern,
in ein reines Land geführt werden.
Om idam guru ratna mandala-kam nir-yatayami.
Ich sende dieses Mandala zu den kostbaren Gurus aus.

13) Durch die Kraft, (die sich daraus ergibt),
dass ich so innigliche Bitten ausgesprochen habe,
strömen von den Herzen des erhebenden,
makellosen Vaters und seiner beiden spirituellen Söhne
heilige Strahlen von weißem Licht aus.
Ihre Spitzen vereinigen sich zu einem (Lichtstrahl)
und treten durch die Scheitel unserer Köpfe in uns ein.

14) Durch den Kanal dieser weißen Röhren aus Licht
fließt reichlich weißer Nektar, von der Farbe der Milch,
und reinigt uns von Krankheiten, Dämonen,
negativen Kräften, Hindernissen
und ständigen Gewohnheiten, ohne irgendetwas auszulassen.
Unsere Körper werden so rein und klar wie Kristall.

15) Du bist Avalokiteshvara –
   ein großer Schatz an ungerichteter Zuneigung,
Manjushri – ein Gebieter der makellosen Weisheit,
Vajrapani – ein Zerstörer der Horden von dämonischen Kräften,
Tsongkhapa, das Kronjuwel der gelehrten Meister
   des Landes des Schnees,
zu deinen Füßen, Losang-dragpa, bringen wir unsere Bitten vor.

Mantra:
Mig-me tse-wäi ter-chen chän-rä-zi
dri-me khyen-päi wang-po jam-pä-yang
dü-pung ma-lü jom-dzä sang-wäi-dag
gang-chän khä-päi tsug-gyän tsong-kha-pa
lo-zang drag-päi zhab-la söl-wa-deb.
[viele Male wiederholen]

16.) Glorreicher, kostbarer Wurzelguru,
komm’ und ziere Lotus und Mondsitz
am Scheitel unserer Köpfe.
Sorge für uns durch Deine große Güte,
und führe uns zu den verwirklichten Errungenschaften
Deines Körpers, Deiner Rede und Deines Geistes.

17) Glorreicher, kostbarer Wurzelguru,
komm und ziere den Lotussitz in unseren Herzen.
Sorge für uns durch Deine große Güte
und bleibe unerschütterlich bis ins Herz unserer Erleuchtung.
18) Mögen wir durch diese konstruktiven Handlungen
schnell selber zu einem Guru-Buddha werden
und danach alle umherwandernden Wesen,
ohne ein einziges auszulassen, zu diesem Zustand führen.