Das Berzin-Archiv

Das Buddhismus-Archiv von Dr. Alexander Berzin

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Die Kalachakra-Initiation

Ursprüngliche deutsche Veröffentlichung:
Berzin, Alexander. "Kalachakra – Das Rad der Zeit".
Übers. Sönam Tharchin (Wolfgang Exler).
München: Barth Verlag, 2002.

Erstveröffentlichung auf Englisch als:
Berzin, Alexander. Taking the Kalachakra Initiation.
Ithaca, Snow Lion, 1997.

Neuausgabe:
Introduction to the Kalachakra Initiation.
Ithaca: Snow Lion, 2010.

Part V: Überblick über die Kalachakra-Initation

12 Überblick über die Initiation

Der folgende Überblick ist als Skizze der drei Tage der Kalachakra-Initiation gedacht. Wer dem Ritual beiwohnt, wird durch ihn einen hilfreichen Führer durch die Stufen der Zeremonie erhalten. Da die meisten Leute den diakritischen Zeichen auf den Buchstaben der Sanskrit-Keimsilben während der Initiation wenig Bedeutung beimessen, wurden sie weggelassen.

Die Vorbereitungszeremonie

A. Erzeugen der Motivation und Übertragung der inneren Ermächtigung

1. Wir spülen unseren Mund, machen drei Niederwerfungen und bringen ein Mandala dar.

2. Unser Lehrer Kalachakra erklärt die richtige Motivation für den Erhalt der Ermächtigung

3. Innere Ermächtigung.

Lichtstrahlen aus dem Herz unseres väterlichen Lehrers Kalachakra ziehen uns in seinen Mund. Wir schmelzen zu einem Tropfen Bodhichitta, gehen durch sein Vajraorgan hindurch und treten in den Lotusschoß unserer Mutter Vishvamata ein. Dort lösen wir alle gewöhnlichen Erscheinungen auf, indem wir uns auf die Leerheit ausrichten. Während wir das Gewahrsein der Leerheit aufrechterhalten, entstehen wir zuerst als ein blaues HUM, dann als ein blauer Vajra und schließlich als ein einfacher Kalachakra. Wir haben ein Gesicht, zwei Arme, einen blauen Körper, das rechte Bein ist rot und ausgestreckt, dass linke weiß und abgewinkelt, und wir sind ohne Partnerin. Licht strahlt vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra aus, das alle männlichen und weiblichen Buddhas herbeiruft. Sie treten durch seinen Mund ein, schmelzen in seinem Herzen durch das Feuer der Zuneigung, gehen in der Form von Bodhichittatropfen durch sein Vajra-Organ hindurch in den Lotusschoß unserer Mutter und ermächtigen uns dort. Wir strahlen aus dem Lotusschoß heraus und nehmen unseren Platz in der schwarzen östlichen Vorhalle des Mandalapalastes ein.

B. Bitte um Gelübde; Vernanlassung der Schüler, am Tantra festzuhalten

1. Wir bitten um sichere Ausrichtung, die Übungen der zusichernden Stufe des anstrebenden Bodhichitta und die Bodhisattva-Gelübde, indem wir einen Vers dreimal wiederholen.

2. Unser Lehrer Kalachakra spricht über Tantra, um unsere Bewunderung dafür hervorzurufen.

C. Nehmen der Gelübde: Beschützen; Transformierung und Erhebung

1. Wir nehmen die sichere Ausrichtung und die Bodhisattva-Gelübde, indem wir einen Vers dreimal wiederholen.

2. Wir erbitten und nehmen die tantrischen Gelübde. Dies wird normalerweise ausgelassen und erst am nächsten Tag durchgeführt.

3. Beschützen der Schüler mit Untrennbarer Methode und Weisheit durch Umwandlung ihrer sechs Elemente in die Natur der sechs weiblichen Buddhas.

Wir visualisieren, dass das Wasser-Element unseres Körpers zu einer weißen Silbe U wird, die aufrecht auf einer weißen Mondscheibe an unserer Stirn steht. Das Wind-Element wird ein schwarzes I auf einer schwarzen Rahuscheibe an unserem Herzen. Das Raum-Element wird ein grünes A auf einem grünen kreativen Tropfen auf der Krone unseres Kopfes. Das Erd-Element wird ein gelbes LI auf einer gelben Kalagnischeibe an unserem Nabel. Das Feuer-Element wird ein rotes RI auf einer roten Sonnenscheibe an unserer Kehle. Und das Bewusstseins-Element wird ein blaues AH auf einer blauen Scheibe des tiefen Gewahrseins an unserer Schamgegend.

4. Transformation und Erhebung von Körper, Sprache und Geist der Schüler.

Wir visualisieren an unserem Herzen auf einer schwarzen Rahuscheibe ein schwarzes HUM für den Geist, an unserer Kehle auf einer roten Sonnenscheibe ein rotes AH für die Sprache und an unserer Stirn auf einer weißen Mondscheibe ein weißes OM für den Körper. Unser Lehrer Kalachakra berührt diese drei Stellen mit dem Vajra in seiner Hand, indem er Wassertropfen aus einer Muschelschale über uns sprenkelt. Dann bringt er uns Gaben dar.

D. Werfen des Neemzweiges; Ausgeben von Wasserschlucken und anderen Dingen

1. Um die eigentlichen Verwirklichungen festzustellen, die wir am einfachsten erlangen können, werfen wir einen Neemzweig auf eine Tafel, auf die ein Mandala gezeichnet ist. Dies tun wir, indem wir den Zweig mit beiden Händen senkrecht direkt über die Tafel halten und ihn fallen lassen, während wir ein Mantra rezitieren.

2. Wir erhalten eine Hand voll Wasser. Zunächst spülen wir unseren Mund mit einem kleinen Teil davon, spucken diesen aus uns trinken den Rest mit drei Schlucken. Dies reinigt die Befleckungen von Körper, Rede und Geist.

3. Wir erhalten zwei Kusha-Gräser, ein langes und ein kurzes. Wir legen sie in unseren Schoß.

4. Wir erhalten ein rotes Schutzband, das wir entweder um den rechten oder den linken Oberarm binden. Wir tragen dieses Band entweder bis Maitreya kommt oder bis wir reine Liebe entwickelt haben.

E. Anordnen der sechs Buddhafamilien; Herbeifuen Vajrasattvas

1. Wir visualisieren die Keimsilben der sechs männlichen Buddhas an sechs Stellen unseres Körpers: An unserer Stirn ein weißes OM, an unserer Kehle ein rotes AH, an unserem Herzen ein schwarzes HUM, an unserem Nabel ein gelbes HOH, an der Krone unseres Kopfes ein grünes HAM und an unserer Schamgegend ein blaues KSHAH. Die sechs Buddhas aus dem Mandala emanieren Repliken ihrer selbst, die in die sechs Silben hineingehen und sich auflösen.

2. Wir wiederholen ein langes Mantra, um Vajrasattva herbeizurufen und damit unseren Körper, unsere Rede uns unseren Geist umzuwandeln und zu erheben.

F. Verstärken der Freude der Schüler durch Darlegen des Dharmas; Anweisungen zur Erforschung der Träume

1. Unser Lehrer Kalachakra verstärkt unsere Freude, indem er erklärt, wie selten diese Gelegenheit ist, die tantrischen Lehren zu treffen.

2. Er schenkt uns das Sechs-Silben-Mantra OM AH HUM HOH HAM KSHAH, das wir ihm nachsprechen (im Tibetischen wird "ham kshah" als "hankya" ausgesprochen). Er weist uns an, dieses Mantra an diesem Abend zu rezitieren, bevor wir uns zurückziehen, und das lange Kusha-Gras parallel zu unserem Körper und mit den Spitzen auf unseren Kopf zeigend unter unsere Matratze zu legen sowie das kurze Gras senkrecht zum langen unter unser Kissen zu legen, die Spitzen von unserem Gesicht wegzeigend, während wir auf unserer rechten Seite liegen. Er empfiehlt uns, in dieser Position zu schlafen, während unser Gesicht in Richtung des Mandalas schaut. Auch wenn unser Kopf nicht in die richtige Richtung zeigt, stellen wir uns dies vor und fühlen es. Er gibt uns auf, die Träume zu beobachten und zu erinnern, die wir zur Zeit des frühen Tagesanbruchs haben, genau zum Zeitpunkt, an dem der Himmel hell zu werden beginnt.

Der Erstre Tag der eigentlichen Ermächtigung

I. Eintritt mit verdundenen Augen und außerhalb des Vohangs bleibend

1. Wir spülen unseren Mund mit Wasser und machen drei Niederwerfungen. Unser Lehrer Kalachakra ermahnt uns, nicht stolz wegen glücksverheißenden oder niedergeschlagen wegen unheilverkündenden Träumen zu sein. Alle Träume sind leer von inhärenter Existenz. Er bringt ein Torma dar, um Störungen zu verjagen. Wir bringen ein Mandala dar.

2. Um Freude über die Gelegenheit zu erzeugen, die höchste Verwirklichung der Erleuchtung zu erlangen, wiederholen wir ein langes Mantra zweimal in Sanskrit und einmal in Tibetisch.

3. Wir bitten um sichere Ausrichtung, die Übungen der zugesicherten Stufe des anstrebenden Bodhichitta und die Bodhisattva-Gelübde, indem wir einen Vers dreimal wiederholen.

4. Die Hauptschüler erhalten rituelle Unter- und Obergewänder und Kronenerhebungen. Wir alle erhalten rote Augenbindenstreifen, die wir uns um die Stirn legen, und eine Blume, die wir in unseren Schoß legen.

5. Wir werfen den Neemzweig und nehmen drei Schlucke Wasser zur Reinigung, so wie am Tag zuvor.

6. Wir wandeln uns in einen einfachen Kalachakra um: Wir haben ein Gesicht und zwei Arme, halten Vajra und Glocke, haben einen blauen Körper, das rechte Bein ist rot und gestreckt, das linke weiß und abgewinkelt, und wir umarmen eine blaue Vishvamata, die ein Gesicht und zwei Arme hat und ein Hackmesser und eine Schädelschale hält. Wir visualisieren an unserem Herzen auf einer schwarzen Rahuscheibe ein schwarzes HUM, an unserer Kehle auf einer roten Sonnenscheibe ein rotes AH und an unserer Stirn auf einer weißen Mondscheibe ein weißes OM. Licht dieser drei Silben füllt unseren Körper und wandelt ihn in klares Licht um.

7. Unser Lehrer Kalachakra frägt uns nach unserer Familieneigenschaft, Hinayana oder Mahayana, und was wir bewundern. Wir antworten, dass wir vom Glück Begünstigte mit einer Mahayana-Buddhanatur sind und dass wir das höchst glückselige Gewahrsein der Erleuchtung suchen.

8. Nachdem wir einen wehmütigen Vers nachgesprochen haben, der unser Bedürfnis nach einer sicheren Richtung ausdrückt, nehmen wir Zuflucht und die Bodhisattva-Gelübde, indem wir einen weitern Vers dreimal nachsprechen.

9. Wir erbitten die tantrischen Gelübde, indem wir einen Vers nachsprechen, und nehmen sie dann, indem wir einen weiteren Vers dreimal wiederholen.

10. Unser Lehrer Kalachakra erklärt die fünfundzwanzig Arten gezügelten Verhaltens. Wir wiederholen dreimal einen Vers, mit dem wir versprechen, sie einzuhalten.

11. Das allesumfassende Yoga.

Indem wir unser Herz dem Erlangen der Erleuchtung widmen, um allen zu nutzen, erzeugen wir konventionelles Bodhichitta, das wir in Form einer weißen Mondscheibe visualisieren, die flach an unserem Herzen liegt. Dann erzeugen wir tiefstes Bodhichitta, den Geist, der auf die Leerheit ausgerichtet ist. Dies visualisieren wir als einen weißen Vajra, der aufrecht auf der Mondscheibe an unserem Herzen steht. Wir sprechen ein Mantra nach und bestätigen, dass wir diese beiden Einstellungen immer im Herzen und im Geist behalten werden. Unser Lehrer Kalachakra emaniert eine Replik der beiden von einer ähnlichen Mondscheibe und einem ähnlichen Vajra in seinem Herzen, die sich in den Mond und Vajra in unserem Herzen auflöst. Während er einen Vajra und eine Blume an unser Herz hält, rezitiert er ein Mantra, das diese Einstellungen stabilisiert.

12. Unser Lehrer Kalachakra legt seinen Vajra auf unseren Kopf und erinnert uns daran, Vertraulichkeit zu bewahren.

II. Betreten des Mandalapalastes mit verbundenen Augen
A. Betreten, Umrunden und Niederwerfen

1. Der Vorhang ist nun zur Seite gezogen und wir betreten den Mandalapalast durch den schwarzen Osteingang. Unsere Augen sind verbundenen und wir werden vom blauen Karmavajra geführt, dem emanierten Assistenten unseres Lehrers Kalachakra. Karmavajra streckt uns seine rechte Hand entgegen, in der er einen Vajra hält. Wir ergreifen ihn mit unserer linken Hand und umrunden das Erdgeschoss dreimal im Uhrzeigersinn in dem Korridor zwischen der Wand und der erhöhten Plattform, während wir ein Mantra rezitieren.

2. In der schwarzen östlichen Eingangshalle wandeln wir uns in einen grünen Akshobhya um und werfen uns vor der Hauptgestalt dreimal nieder, während wir ein Mantra wiederholen. Eine Replik des Akshobhya des Mandalas löst sich in uns auf.

3. Wir bleiben in der schwarzen östlichen Eingangshalle, wandeln uns in einen schwarzen Amoghasiddhi um und werfen uns vor ihm dreimal nieder, während wir ein Mantra wiederholen. Eine Replik des Amoghasiddhi des Mandalas löst sich in uns auf.

4. Wir gehen im Uhrzeigersinn  zur roten südlichen Eingangshalle, wandeln uns in einen roten Ratnasambhava um und werfen uns dreimal vor ihm nieder, während wir ein Mantra wiederholen. Eine Replik des Ratnasambhava des Mandalas löst sich in uns auf.

5. Wir gehen im Uhrzeigersinn zur weißen nördlichen Eingangshalle, wandeln uns in einen weißen Amitabha um und werfen uns dreimal vor ihm nieder, während wir ein Mantra wiederholen. Eine Replik des Amitabha des Mandalas löst sich in uns auf.

6. Wir gehen im Uhrzeigersinn zum gelben westlichen Eingang, wandeln uns in einen gelben Vairochana um und werfen uns dreimal vor ihm nieder, während wir ein Mantra wiederholen. Eine Replik des Vairochana des Mandalas löst sich in uns auf.

7. Wir gehen im Uhrzeigersinn zum schwarzen östlichen Eingang, während wir ein gelber Vairochana bleiben, und werfen uns vor unserem Lehrer Kalachakra dreimal nieder, während wir ein Mantra wiederholen.

B. Schwören von Eiden

1. Unser Lehrer Kalachakra legt seinen Vajra auf unseren Kopf und erklärt die Vorteile des Einhaltens der Vertraulichkeit.

2. Er lässt seinen Vajra auf unserem Kopf und erklärt die körperlichen Nachteile davon, diese nicht einzuhalten.

3. Er legt seinen Vajra an unser Herz und erklärt die geistigen Nachteile davon, diese nicht einzuhalten.

4. Während er sowohl die Vorteile des Einhaltens der Vertraulichkeit wie die Nachteile des Brechens der Vertraulichkeit erklärt, gibt er uns aus einer Muschelschale einen Schluck Vajra-Schwur-Wasser.

5. Unser Lehrer Kalachakra nimmt unsere Hand und erklärt uns die Wichtigkeit davon, niemals unseren Vajrameister herabzusetzen.

C. Aufrufen der Wesen des tiefen Gewahrseins, herabzukommen

1. Wir wiederholen dreimal einen Bittvers. Wir lösen alle Erscheinungen auf, indem wir uns auf die Leerheit ausrichten. Während wir das Gewahrsein der Leerheit aufrechterhalten, entstehen wir als blaues HUM und wandeln uns in einen vollständigen Vajravega um, grimmig und kraftvoll, mit einem blauen Körper, vier Gesichtern, sechsundzwanzig Armen und zwei Beinen. An unserem Nabel wandelt sich ein gelbes LAM in ein quadratisches, gelbes Erdmandala um, das mit einem Rad gekennzeichnet ist, und darauf befindet sich ein gelbes HOH, das aufrecht auf einer gelben Kalagnischeibe steht. An unserem Herzen wandelt sich ein schwarzes YAM in ein schwarzes, bogenförmiges Windmandala um, das mit zwei Bannern gekennzeichnet ist, und darauf befindet sich ein schwarzes HUM, das aufrecht auf einer schwarzen Rahuscheibe steht. An unserer Kehle wandelt sich ein rotes RAM in ein dreieckiges, rotes Feuermandala um, das mit einem Juwel gekennzeichnet ist, und darauf befindet sich ein rotes AH, das aufrecht auf einer roten Sonnenscheibe steht. An unserer Stirn wandelt sich ein weißes VAM in ein weißes, rundes Wassermandala um, das mit einer Vase gekennzeichnet ist, und darauf befindet sich ein weißes OM, das aufrecht auf einer weißen Mondscheibe steht. Licht strahlt von diesen vier Silben und vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra aus und zieht vier Buddhaformen heran: Den weißen Vajra-Körper, die rote Vajra-Rede, den schwarzen Vajra-Geist und das gelbe Vajra-Tiefe-Gewahrsein. Sie lösen sich in die vier Silben auf.

2. Unter unseren Füßen wandelt sich ein schwarzes YAM in ein schwarzes, bogenförmiges Windmandala um, das mit YAM gekennzeichnet ist. Darüber wandelt sich ein rotes RAM in ein rotes, dreieckiges Feuermandala um, das mit RAM gekennzeichnet ist. Darüber entsteht an jeder unserer Fußsohlen ein rotes, Licht ausstrahlendes JHAI. Licht vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra berührt das Windmandala und wühlt es auf, was das Feuermandala zum Lodern bringt. Licht von den beiden Silben JHAI strahlt durch die Poren unserer Fußsohlen und regt die Silben auf den vier Planetenscheiben an, welche Licht emittieren, das unseren gesamten Körper anfüllt. Gleichzeitig strahlt Licht vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra aus und zieht alle Buddhas in Gestalt von Vajravegas und Kalachakras heran, die den gesamten Raum anfüllen, auf uns herabregnen und sich in unserem Körper auflösen.

3. Während er ein Mantra rezitiert streut unser Lehrer Kalachakra Blütenblätter auf unseren Kopf.

4. Wir sichern und stabilisieren die Herabkunft der Wesen des tiefen Gewahrseins, indem wir unsere sechs Chakras mit den Keimsilben der sechs Eigenschaften der Buddhafamilien von Methode und Weisheit verschließen und siegeln. An unserer Stirn visualisieren wir ein weißes OM, an unserem Herzen ein schwarzes HUM, an unserer Kopfkrone ein grünes HAM, an unserem Nabel ein gelbes HOH, an unserer Kehle ein rotes AH und an unserer Schamgegend ein blaues KSHAH.

5. Um ein Vorzeichen unserer zukünftigen Verwirklichung zu erhalten, lüften wir für einen Moment die Augenbinde, blicken nach oben und betrachten, welche Farbe wir zuerst sehen. Dann legen wir die Augenbinde wieder an.

6. Karmavajra, der emanierte Assistent unseres Lehrers Kalachakra, führt uns, während wir das Mandala dreimal im Uhrzeigersinn umrunden.

7. Unser Lehrer Kalachakra steht in Gestalt Karmavajras am Osteingang des Mandalapalastes und rezitiert Worte der Wahrheit, mit denen er darum bittet, dass seinen Schülern diejenige Buddhafamilie gezeigt werden möge, zu welcher sie die stärkste Verbindung haben.

III. Eintreten als jemand, der das Mandala sehen kann

1. Noch immer in der Gestalt von Vajravega bringen wir dem Mandala die Blume dar, die man uns zuvor gegeben hat. Wir halten die Blume mit beiden Händen direkt über eine Tafel, auf die ein Mandala gezeichnet ist und die über eine Vase gehalten wird. Während wir ein Mantra rezitieren lassen wir die Blume fallen. Entsprechend der Richtung, in der die Blume landet, erkennen wir die Eigenschaft der Buddhafamilie, mit der wie die engste Affinität besitzen, und erhalten den vertraulichen Namen dieser Buddhafamilie. Die Blume wird uns zurückgegeben und wir legen sie auf unseren Kopf, während wir ein Mantra wiederholen. Durch die Berührung unseres Kopfes durch die Blume erfahren wir glückseliges Gewahrsein der Leerheit.

2. Wir entfernen die Augenbinde und sehen deutlich das Mandala. Unser Lehrer Kalachakra beschreibt das Mandala und all die Gestalten darin.

3. Mit Freude über das Sehen des Mandalas rezitieren wir einen Vers, der unsere enge Verbundenheit zum Ausdruck bringt.

Der zweite Tag der eigentlichen Ermächtigung

IV. Geben der Ermächtigungen an diejenigen, die eingetreten sind

1. Immer noch in der Form von Vajravega, erbitten wir die sieben Ermächtigungen des Eintretens wie ein Kind, indem wir einen Vers dreimal wiederholen.

2. Unser Lehrer Kalachakra wirft Gaben in ein Feuer, um alles unglückverheißende zu bereinigen, und bringt dann weitere Gaben dar.

A. Wasser-Ermächtigung

1. Geführt von einer Emanation unseres Lehrers Kalachakra umrunden wir das Mandala im Uhrzeigersinn bis zur weißen nördlichen Eingangshalle, in der wir uns mit dem Gesicht zum weißen Körper-Gesicht unseres Lehrers Kalachakra hinsetzen.

2. Wir bringen ein Mandala dar, um die Wasser-Ermächtigung zur Reinigung unserer fünf Körperelemente zu erbitten, und wiederholen dreimal ein Ersuchensmantra.

3. Innere Ermächtigung.

Lichtstrahlen vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra ziehen uns in seinen Mund. Wir schmelzen zu einem Tropfen Bodhichitta, gehen durch sein Vajraorgan hindurch und gelangen in den Lotusschoß Vishvamatas. Dort lösen wir alle gewöhnlichen Erscheinungen auf, indem wir uns auf die Leerheit ausrichten. Während wir das Gewahrsein der Leerheit aufrechterhalten, entstehen wir zunächst als ein weißes OM, dann als ein weißer Lotus und schließlich als ein weißer Vajra-Körper, mit überkreuzten Beinen sitzend, drei Gesichtern und sechs Armen und eine rote Pandaravasin umarmend, die ebenfalls drei Gesichter und sechs Arme hat. Licht strahlt vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra und kommt mit Wesen des tiefen Gewahrseins zurück, die mit uns als Vajra-Körper verschmelzen. Erneut strahlt Licht von seinem Herzen aus und ruft alle männlichen und weiblichen Buddhas an. Unser Lehrer Kalachakra bringt an sie Gaben dar und bittet sie, seine Schüler zu ermächtigen. Freudig zustimmend vereinigen sie sich und schmelzen in die Form von Bodhichittatropfen. Sie treten durch seine Kopfkrone ein, kommen durch seine Körpermitte herab und gehen durch sein Vajraorgan hindurch in den Lotusschoß Vishvamatas, wo sie uns ermächtigen. Wir strahlen aus dem Lotusschoß heraus und kehren zur weißen nördlichen Eingangshalle zurück, wo wir unseren Sitzplatz einnehmen.

4. Unser Lehrer Kalachakra beseitigt Störungen und reinigt unsere körperlichen Elemente und das Wasser einer Vase in die Leerheit. Im Zustand der Leerheit werden unsere fünf Elemente und das Vasenwasser als die fünf weiblichen Buddhas erzeugt, mit überkreuzten Beinen und die fünf männlichen Buddhas umarmend, wobei alle Gestalten drei Gesichter und sechs Arme haben. Innerhalb unseres Körpers befinden sich die fünf weiblichen Buddhas an unserem Kronen-, Stirn-, Kehl-, Herz- und Nabel-Chakra. An der Stirn jeder von ihnen ist ein weißes OM, an der Kehle ein rotes AH, am Herzen ein schwarzes HUM und am Nabel ein gelbes HOH.

5. Licht strahlt aus vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra und kommt mit Wesen des tiefen Gewahrseins zurück, die mit den weiblichen Buddhas der Vase und unserer Elemente verschmelzen. Die weiblichen Buddhas des Mandalas ermächtigen die weiblichen Buddhas der Vase und jede erhält als einen bekrönenden Schmuck das Siegel der männlichen Hauptfigur ihrer Buddhafamilie. Unser Lehrer Kalachakra bringt Gaben an die weiblichen Buddhas der Vase dar. Sie schmelzen in Bodhichittatropfen und wandeln sich zurück in das Vasenwasser.

6. Erneut strahlt Licht vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra aus, das ermächtigende Gestalten in Form von männlichen und weiblichen Buddhas und Bodhisattvas anruft. Er bringt ihnen Gaben dar und bittet sie, seine Schüler zu ermächtigen. Sie stimmen zu. Einige rezitieren glücksverheißende Verse, andere werfen Blumen, einige grimmige vertreiben Störungen. Unser Lehrer Kalachakra rezitiert die glücksverheißenden Verse, während sein Helfer Karmavajra die Vase hochhält. Die weiblichen Buddhas des Mandalas übertragen die eigentliche Wasser-Ermächtigung mit weißen Bodhichittavasen, indem sie ein wenig auf unsere Kopfspitze träufeln.

7. Während er einen Vers und ein Mantra rezitiert, benetzt unser Lehrer Kalachakra fünf Stellen unseres Körpers mit Wasser aus der Muschelschale: Die Spitze unseres Kopfes, unsere rechte und linke Schulter und die rechte und linke Hüfte. Er versprengt ein wenig Wasser, um uns zu waschen, und gibt uns einen Schluck zu trinken. Dadurch dass wir besprengt und gewaschen werden, werden wir von Leiden und Befleckungen gereinigt. Durch das Trinken erleben wir höchst glückseliges Gewahrsein der Leerheit. Unsere fünf Körperelemente sind jetzt vollständig als die fünf weiblichen Buddhas ermächtigt.

8. Licht strahlt von den fünf weiblichen Buddhas in unserem Körper aus und holt aus dem Mandala Repliken ihrer dortigen Ebenbilder. Sie lösen sich ebenso wie die anderen ermächtigenden Gestalten in die weiblichen Buddhas in unserem Körper auf. Unser Lehrer Kalachakra bringt uns eine Gabe dar.

9. Unser Lehrer Kalachakra erklärt, dass die Wasser-Ermächtigung analog ist zum Waschen eines Kleinkindes unmittelbar nach dessen Geburt. Sie wäscht die Befleckungen der fünf Körperelemente ab und setzt Samen in unserem Geistesstrom für die Verwirklichung der fünf weiblichen Buddhas und der eigentlichen Erlangungen, die von ihnen abhängen. Sie gewährt die Fähigkeit, positives Potential im gleichen Maße zu erhalten, wie jemand mit dem Geist der ersten Bodhisattva-Ebene.

B. Kronen-Ermächtigung

1. Wir bringen ein Mandala dar, um die Kronen-Ermächtigung zur Reinigung der fünf Aggregat-Faktoren unserer Erfahrung zu erbitten, und wiederholen dreimal ein Ersuchensmantra.

2. Unser Lehrer Kalachakra beseitigt Störungen und reinigt unsere fünf Aggregate und eine Krone in die Leerheit. Im Zustand der Leerheit werden unsere fünf Aggregate und die Krone als die fünf männlichen Buddhas erzeugt, mit überkreuzten Beinen und die fünf weiblichen Buddhas umarmend, wobei alle Gestalten drei Gesichter und sechs Arme haben. Innerhalb unseres Körpers befinden sich die fünf männlichen Buddhas an unserem Kronen-, Stirn-, Kehl-, Herz- und Nabel-Chakra. An der Stirn jedes von ihnen ist ein weißes OM, an der Kehle ein rotes AH, am Herzen ein schwarzes HUM und am Nabel ein gelbes HOH.

3. Licht strahlt aus vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra und kommt mit Wesen des tiefen Gewahrseins zurück, die mit den männlichen Buddhas der Krone und unserer Aggregate verschmelzen. Die männlichen Buddhas des Mandalas ermächtigen die männlichen Buddhas der Krone und jeder erhält als einen bekrönenden Schmuck das Siegel der männlichen Hauptfigur seiner Buddhafamilie. Unser Lehrer Kalachakra bringt Gaben an die männlichen Buddhas der Krone dar. Sie schmelzen in Bodhichittatropfen und wandeln sich zurück in die Krone.

4. Erneut strahlt Licht vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra aus, das ermächtigende Gestalten in Form von männlichen und weiblichen Buddhas und Bodhisattvas anruft. Er bringt ihnen Gaben dar und bittet sie, seine Schüler zu ermächtigen. Sie stimmen zu. Einige rezitieren glücksverheißende Verse, andere werfen Blumen, einige grimmige vertreiben Störungen. Unser Lehrer Kalachakra rezitiert die glücksverheißenden Verse, während sein Helfer Karmavajra die Krone hochhält. Die männlichen Buddhas des Mandalas übertragen die eigentliche Kronen-Ermächtigung, indem sie mit der Krone die fünf Punkte unseres Körpers berühren und sie dann auf unseren Kopf setzen, damit wir sie tragen können. Bei der Berührung erleben wir höchst glückseliges Gewahrsein der Leerheit. Während er einen Vers und ein Mantra rezitiert, überträgt unser Lehrer Kalachakra eine abschließende Wasser-Ermächtigung, indem er Wasser aus der Muschelschale auftupft und versprenkelt und uns einen Schluck zu trinken gibt, genau wie zuvor. Unsere fünf Aggregate sind jetzt vollständig als die fünf männlichen Buddhas ermächtigt.

5. Licht strahlt von den fünf männlichen Buddhas in unserem Körper aus und holt aus dem Mandala Repliken ihrer dortigen Ebenbilder. Sie lösen sich ebenso wie die anderen ermächtigenden Gestalten in die männlichen Buddhas in unserem Körper auf. Unser Lehrer Kalachakra bringt uns eine Gabe dar.

6. Unser Lehrer Kalachakra erklärt, dass die Kronen-Ermächtigung analog ist zum Hochbinden der Haare eines Babys zu einem Haarknoten auf der Kopfspitze. Sie wäscht die Befleckungen der fünf Aggregate ab und setzt Samen in unserem Geistesstrom für die Verwirklichung der fünf männlichen Buddhas und der eigentlichen Erlangungen, die von ihnen abhängen. Sie gewährt die Fähigkeit, positives Potential im gleichen Maße zu erhalten, wie jemand mit dem Geist der zweiten Bodhisattva-Ebene. Weiter erklärt er, dass die beiden Ermächtigungen, die wir mit dem Gesicht zum weißen Körper-Gesicht erhalten haben, die Befleckungen des Körper-Tropfens beseitigen und Samen für das Erlangen des Vajra-Körpers setzen.

C. Die Ohrenquasten-Ermächtigung

1. Geführt von einer Emanation unseres Lehrers Kalachakra umrunden wir den Palast im Uhrzeigersinn bis zur roten südlichen Eingangshalle, in der wir uns mit dem Gesicht zum roten Rede-Gesicht unseres Lehrers Kalachakra hinsetzen.

2. Wir bringen ein Mandala dar, um die Ohrenquasten-Ermächtigung zur Reinigung unserer zehn Energiewinde zu erbitten, und wiederholen dreimal ein Ersuchensmantra.

3. Innere Ermächtigung.

Lichtstrahlen vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra ziehen uns in seinen Mund. Wir schmelzen zu einem Tropfen Bodhichitta, gehen durch sein Vajraorgan hindurch und gelangen in den Lotusschoß Vishvamatas. Dort lösen wir alle gewöhnlichen Erscheinungen auf, indem wir uns auf die Leerheit ausrichten. Während wir das Gewahrsein der Leerheit aufrechterhalten, entstehen wir zunächst als ein rotes AH, dann als ein rotes Juwel und schließlich als eine rote Vajra-Rede, mit überkreuzten Beinen sitzend, drei Gesichtern und sechs Armen und eine weiße Mamaki umarmend, die ebenfalls drei Gesichter und sechs Arme hat. Licht strahlt vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra und kommt mit Wesen des tiefen Gewahrseins zurück, die mit uns als Vajra-Rede verschmelzen. Erneut strahlt Licht von seinem Herzen aus und ruft alle männlichen und weiblichen Buddhas an. Unser Lehrer Kalachakra bringt an sie Gaben dar und bittet sie, seine Schüler zu ermächtigen. Freudig zustimmend vereinigen sie sich und schmelzen in die Form von Bodhichittatropfen. Sie treten durch seine Kopfkrone ein, kommen durch seine Körpermitte herab und gehen durch sein Vajraorgan hindurch in den Lotusschoß Vishvamatas, wo sie uns ermächtigen. Wir strahlen aus dem Lotusschoß heraus und kehren zur roten südlichen Eingangshalle zurück, wo wir unseren Sitzplatz einnehmen.

4. Unser Lehrer Kalachakra beseitigt Störungen und reinigt unsere zehn Energiewinde und eine Ohrenquaste in die Leerheit. Im Zustand der Leerheit werden unsere zehn Energiewinde und die Ohrenquaste als die zehn machtvollen Herrinnen (Shaktis) erzeugt, stehend, mit vier Gesichtern und acht Armen. Innerhalb unseres Körpers befinden sich die zehn auf den Energiekanälen, die von unserem Herz-Chakra ausstrahlen. An der Stirn jeder von ihnen ist ein weißes OM, an der Kehle ein rotes AH, am Herzen ein schwarzes HUM und am Nabel ein gelbes HOH.

5. Licht strahlt aus vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra und kommt mit Wesen des tiefen Gewahrseins zurück, die mit den machtvollen Herrinnen der Ohrenquaste und unserer Energiewinde verschmelzen. Die machtvollen Herrinnen des Mandalas ermächtigen die machtvollen Herrinnen der Ohrenquaste und jede erhält als einen bekrönenden Schmuck das Siegel der männlichen Hauptfigur ihrer Buddhafamilie. Unser Lehrer Kalachakra bringt Gaben an die machtvollen Herrinnen der Ohrenquaste dar. Sie schmelzen in Bodhichittatropfen und wandeln sich zurück in die Ohrenquaste.

6. Erneut strahlt Licht vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra aus, das ermächtigende Gestalten in Form von männlichen und weiblichen Buddhas und Bodhisattvas anruft. Er bringt ihnen Gaben dar und bittet sie, seine Schüler zu ermächtigen. Sie stimmen zu. Einige rezitieren glücksverheißende Verse, andere werfen Blumen, einige grimmige vertreiben Störungen. Unser Lehrer Kalachakra rezitiert die glücksverheißenden Verse, während sein Helfer Karmavajra die Ohrenquaste hochhält. Die machtvollen Herrinnen des Mandalas übertragen die eigentliche Ohrenquasten-Ermächtigung, indem sie mit der Ohrenquaste die fünf Punkte unseres Körpers berühren und dann ein Paar um unsere Ohren legen. Bei der Berührung erleben wir höchst glückseliges Gewahrsein der Leerheit. Während er einen Vers und ein Mantra rezitiert, überträgt unser Lehrer Kalachakra eine abschließende Wasser-Ermächtigung, indem er Wasser aus der Muschelschale auftupft und versprenkelt und uns einen Schluck zu trinken gibt, genau wie zuvor. Unsere zehn Energiewinde sind jetzt vollständig als die zehn machtvollen Herrinnen ermächtigt.

7. Licht strahlt von den zehn machtvollen Herrinnen in unserem Körper aus und holt aus dem Mandala Repliken ihrer dortigen Ebenbilder. Sie lösen sich ebenso wie die anderen ermächtigenden Gestalten in die machtvollen Herrinnen in unserem Körper auf. Unser Lehrer Kalachakra bringt uns eine Gabe dar.

8. Unser Lehrer Kalachakra erklärt, dass die Ohrenquasten-Ermächtigung analog ist zum Durchstechen der Ohrenläppchen des Kindes und dazu, ihm Ohrringe zu Tragen zu geben. Sie wäscht die Befleckungen der zehn Energiewinde ab und setzt Samen in unserem Geistesstrom für die Verwirklichung der zehn machtvollen Herrinnen und der eigentlichen Erlangungen, die von ihnen abhängen. Sie gewährt die Fähigkeit, positives Potential im gleichen Maße zu erhalten, wie jemand mit dem Geist der dritten Bodhisattva-Ebene.

D. Vajra- und Glocke-Ermächtigung

1. Wir bringen ein Mandala dar, um die Vajra-und-Glocke-Ermächtigung zur Reinigung unseres rechten und linken Energiekanals zu erbitten, und wiederholen dreimal ein Ersuchensmantra.

2. Unser Lehrer Kalachakra beseitigt Störungen und reinigt unseren rechten und linken Energiekanal, einen Vajra und eine Glocke in die Leerheit. Im Zustand der Leerheit wird unser rechter Kanal und der Vajra als ein blauer Kalachakra erzeugt, stehend und eine gelbe Vishvamata umarmend, während unser linker Kanal und die Glocke als eine gelbe Vishvamata erzeugt wird, stehend und einen blauen Kalachakra umarmend. Jeder von ihnen hat ein Gesicht und zwei Arme. Innerhalb unseres Körpers befinden sich Kalachakra und Vishvamata auf unserem rechten und linken Kanal auf Höhe des Herz-Chakras. An der Stirn jedes von ihnen ist ein weißes OM, an der Kehle ein rotes AH, am Herzen ein schwarzes HUM und am Nabel ein gelbes HOH.

3. Licht strahlt aus vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra und kommt mit Wesen des tiefen Gewahrseins zurück, die mit dem Kalachakra und der Vishvamata des Vajras, der Glocke und unseres rechten und linken Kanals verschmelzen. Der Kalachakra und die Vishvamata des Mandalas ermächtigen den Kalachakra und die Vishvamata des Vajras und der Glocke und jeder erhält als einen bekrönenden Schmuck das Siegel der männlichen Hauptfigur seiner bzw. ihrer Buddhafamilie. Unser Lehrer Kalachakra bringt Gaben an den Kalachakra und die Vishvamata des Vajras und der Glocke dar. Sie schmelzen in Bodhichittatropfen und wandeln sich zurück in den Vajra und die Glocke.

4. Erneut strahlt Licht vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra aus, das ermächtigende Gestalten in Form von männlichen und weiblichen Buddhas und Bodhisattvas anruft. Er bringt ihnen Gaben dar und bittet sie, seine Schüler zu ermächtigen. Sie stimmen zu. Einige rezitieren glücksverheißende Verse, andere werfen Blumen, einige grimmige vertreiben Störungen. Unser Lehrer Kalachakra rezitiert die glücksverheißenden Verse, während sein Helfer Karmavajra den Vajra und die Glocke hochhält. Das Vishvamata-Kalachakra Paar des Mandalas überträgt die eigentliche Vajra-und-Glocke-Ermächtigung, indem es mit dem Vajra und der Glocke die fünf Punkte unseres Körpers berührt und sie uns dann in unsere überkreuzten Hände zu halten gibt. Bei der Berührung erleben wir höchst glückseliges Gewahrsein der Leerheit. Während er einen Vers und ein Mantra rezitiert, überträgt unser Lehrer Kalachakra eine abschließende Wasser-Ermächtigung, indem er Wasser aus der Muschelschale auftupft und versprenkelt und uns einen Schluck zu trinken gibt, genau wie zuvor. Unser rechter und linker Energiekanal ist jetzt vollständig als Kalachakra und Vishvamata ermächtigt.

5. Licht strahlt von dem Kalachakra und der Vishvamata in unserem Körper aus und holt aus dem Mandala Repliken ihrer dortigen Ebenbilder. Sie lösen sich ebenso wie die anderen ermächtigenden Gestalten in den Kalachakra und die Vishvamata in unserem Körper auf. Unser Lehrer Kalachakra bringt uns eine Gabe dar.

6. Unser Lehrer Kalachakra erklärt, dass die Vajra-und-Glocke-Ermächtigung analog dazu ist, dass man das Baby zum lächeln bringt und ihm das Sprechen seiner ersten Worte beibringt. Sie wäscht die Befleckungen des rechten und linken Kanals ab und überträgt die Fähigkeit, unsere Energiewinde davon abzuhalten, durch den rechten und linken Kanal zu kursieren, sodass sie in den Zentralkanal eintreten, dort verweilen und sich auflösen. Sie setzt Samen dafür, dass unser Geist ein unwandelbares glückseliges Gewahrsein wird, unsere Rede mit allen positiven Aspekten versehen wird und wir die eigentlichen Erlangungen erreichen, die von Kalachakra und Vishvamata abhängen. Sie gewährt die Fähigkeit, positives Potential im gleichen Maße zu erhalten, wie jemand mit dem Geist der vierten Bodhisattva-Ebene. Weiter erklärt er, dass die beiden Ermächtigungen, die wir mit dem Gesicht zum roten Rede-Gesicht erhalten haben, die Befleckungen des Rede-Tropfens beseitigen und Samen für das Erlangen der Vajra-Rede setzen.

E. Ermächtigung des gezügelten Verhaltens

1. Geführt von einer Emanation unseres Lehrers Kalachakra umrunden wir den Palast im Uhrzeigersinn bis zur schwarzen östlichen Eingangshalle, in der wir uns mit dem Gesicht zum schwarzen Geist-Gesicht unseres Lehrers Kalachakra hinsetzen.

2. Wir bringen ein Mandala dar, um die Ermächtigung des gezügelten Verhaltens zur Reinigung unserer sechs kognitiven Sensoren und ihrer Objekte zu erbitten, und wiederholen dreimal ein Ersuchensmantra.

3. Innere Ermächtigung.

Lichtstrahlen vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra ziehen uns in seinen Mund. Wir schmelzen zu einem Tropfen Bodhichitta, gehen durch sein Vajraorgan hindurch und gelangen in den Lotusschoß Vishvamatas. Dort lösen wir alle gewöhnlichen Erscheinungen auf, indem wir uns auf die Leerheit ausrichten. Während wir das Gewahrsein der Leerheit aufrechterhalten, entstehen wir zunächst als ein schwarzes HUM, dann als ein schwarzer Vajra und schließlich als ein schwarzer Vajra-Geist, mit überkreuzten Beinen sitzend, drei Gesichtern und sechs Armen und eine gelbe Lochana umarmend, die ebenfalls drei Gesichter und sechs Arme hat. Licht strahlt vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra und kommt mit Wesen des tiefen Gewahrseins zurück, die mit uns als Vajra-Geist verschmelzen. Erneut strahlt Licht von seinem Herzen aus und ruft alle männlichen und weiblichen Buddhas an. Unser Lehrer Kalachakra bringt an sie Gaben dar und bittet sie, seine Schüler zu ermächtigen. Freudig zustimmend vereinigen sie sich und schmelzen in die Form von Bodhichittatropfen. Sie treten durch seine Kopfkrone ein, kommen durch seine Körpermitte herab und gehen durch sein Vajraorgan hindurch in den Lotusschoß Vishvamatas, wo sie uns ermächtigen. Wir strahlen aus dem Lotusschoß heraus und kehren zur schwarzen östlichen Eingangshalle zurück, wo wir unseren Sitzplatz einnehmen.

4. Unser Lehrer Kalachakra beseitigt Störungen und reinigt unsere sechs kognitiven Sensoren und ihre sechs Objekte sowie einen Daumenring in die Leerheit. Im Zustand der Leerheit werden unsere sechs kognitiven Sensoren und ihre sechs Objekte sowie der Daumenring als die sechs männlichen und die sechs weiblichen Bodhisattvas erzeugt, mit überkreuzten Beinen und jeweils einen der sechs weiblichen bzw. der sechs männlichen Bodhisattvas umarmend, wobei alle drei Gesichtern und sechs Arme haben. Innerhalb unseres Körpers befinden sich von den zwölf jeweils zwei an unseren Ohren, der Nase, den Augen, der Zunge und an den beiden Punkten, an denen unsere Arme bzw. unsere Beine zusammenkommen. An der Stirn jedes von ihnen ist ein weißes OM, an der Kehle ein rotes AH, am Herzen ein schwarzes HUM und am Nabel ein gelbes HOH.

5. Licht strahlt aus vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra und kommt mit Wesen des tiefen Gewahrseins zurück, die mit den männlichen und weiblichen Bodhisattvas des Daumenrings und unserer kognitiven Sensoren und ihrer Objekte verschmelzen. Die männlichen und weiblichen Bodhisattvas des Mandalas ermächtigen die männlichen und weiblichen Bodhisattvas des Daumenrings und alle erhalten als einen bekrönenden Schmuck das Siegel der männlichen Hauptfigur seiner bzw. ihrer Buddhafamilie. Unser Lehrer Kalachakra bringt Gaben an die männlichen und weiblichen Bodhisattvas des Daumenrings dar. Sie schmelzen in Bodhichittatropfen und wandeln sich zurück in den Daumenring.

6. Erneut strahlt Licht vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra aus, das ermächtigende Gestalten in Form von männlichen und weiblichen Buddhas und Bodhisattvas anruft. Er bringt ihnen Gaben dar und bittet sie, seine Schüler zu ermächtigen. Sie stimmen zu. Einige rezitieren glücksverheißende Verse, andere werfen Blumen, einige grimmige vertreiben Störungen. Unser Lehrer Kalachakra rezitiert die glücksverheißenden Verse, während sein Helfer Karmavajra den Daumenring hochhält. Die männlichen und weiblichen Bodhisattvas des Mandalas übertragen die eigentliche Ermächtigung des gezügelten Verhaltens, indem sie mit dem Daumenring die fünf Punkte unseres Körpers berühren und ihn dann auf unseren rechten Daumen stecken. Bei der Berührung erleben wir höchst glückseliges Gewahrsein der Leerheit. Während er einen Vers und ein Mantra rezitiert, überträgt unser Lehrer Kalachakra eine abschließende Wasser-Ermächtigung, indem er Wasser aus der Muschelschale auftupft und versprenkelt und uns einen Schluck zu trinken gibt, genau wie zuvor. Unsere sechs kognitiven Sensoren und ihre sechs Objekte sind jetzt vollständig als die sechs männlichen und sechs weiblichen Bodhisattvas ermächtigt.

7. Licht strahlt von den sechs männlichen und sechs weiblichen Bodhisattvas in unserem Körper aus und holt aus dem Mandala Repliken ihrer dortigen Ebenbilder. Sie lösen sich ebenso wie die anderen ermächtigenden Gestalten in die männlichen und weiblichen Bodhisattvas in unserem Körper auf. Unser Lehrer Kalachakra bringt uns eine Gabe dar.

8. Unser Lehrer Kalachakra erklärt, dass die Ermächtigung des gezügelten Verhaltens analog dazu ist, dem Baby seine ersten angenehmen Sinnesobjekte zu genießen zu geben. Sie wäscht die Befleckungen der sechs kognitiven Sensoren ab und setzt Samen in unserem Geistesstrom für die Verwirklichung der sechs männlichen und sechs weiblichen Bodhisattvas und der eigentlichen Erlangungen, die von ihnen abhängen. Sie gewährt die Fähigkeit, positives Potential im gleichen Maße zu erhalten, wie jemand mit dem Geist der fünften Bodhisattva-Ebene.

F. Namen-Ermächtigung

1. Wir bringen ein Mandala dar, um die Namen-Ermächtigung zur Reinigung der sechs Funktionsteile des Körpers und ihrer sechs funktionellen Aktivitäten zu erbitten, und wiederholen dreimal ein Ersuchensmantra.

2. Unser Lehrer Kalachakra beseitigt Störungen und reinigt unsere sechs körperlichen Funktionsteile und ihre sechs Aktivitäten zusammen mit einem Armband in die Leerheit. Im Zustand der Leerheit werden unsere sechs Funktionsteile und ihre sechs Aktivitäten sowie das Armband als die sechs männlichen und die sechs weiblichen grimmigen Gestalten erzeugt, stehend und jeweils eine der sechs weiblichen bzw. der sechs männlichen Gestalten umarmend, wobei alle Gestalten drei Gesichter und sechs Arme haben. Innerhalb unseres Körpers befinden sich je zwei der zwölf am Ende unseres Harntrakts, am Mund, den Händen, den Füßen, dem Anus und dem unteren Ende unseres zentralen Energiekanals. An der Stirn jeder von ihnen ist ein weißes OM, an der Kehle ein rotes AH, am Herzen ein schwarzes HUM und am Nabel ein gelbes HOH.

3. Licht strahlt aus vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra und kommt mit Wesen des tiefen Gewahrseins zurück, die mit den männlichen und weiblichen grimmigen Gestalten des Armbandes und unserer Funktionsteile und ihrer Aktivitäten verschmelzen. Die männlichen und weiblichen grimmigen Gestalten des Mandalas ermächtigen die männlichen und weiblichen grimmigen Gestalten des Armbandes und jede erhält als einen bekrönenden Schmuck das Siegel der männlichen Hauptfigur ihrer Buddhafamilie. Unser Lehrer Kalachakra bringt Gaben an die männlichen und weiblichen grimmigen Gestalten des Armbandes dar. Sie schmelzen in Bodhichittatropfen und wandeln sich zurück in das Armband.

4. Erneut strahlt Licht vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra aus, das ermächtigende Gestalten in Form von männlichen und weiblichen Buddhas und Bodhisattvas anruft. Er bringt ihnen Gaben dar und bittet sie, seine Schüler zu ermächtigen. Sie stimmen zu. Einige rezitieren glücksverheißende Verse, andere werfen Blumen, einige grimmige vertreiben Störungen. Unser Lehrer Kalachakra rezitiert die glücksverheißenden Verse, während sein Helfer Karmavajra das Armband hochhält. Die männlichen und weiblichen grimmigen Gestalten des Mandalas übertragen die eigentliche Namen-Ermächtigung, indem sie mit dem Armband die fünf Punkte unseres Körpers berühren und dann jeweils eines um unsere Handgelenke legen. Bei der Berührung erleben wir höchst glückseliges Gewahrsein der Leerheit. Während er einen Vers und ein Mantra rezitiert, überträgt unser Lehrer Kalachakra eine abschließende Wasser-Ermächtigung, indem er Wasser aus der Muschelschale auftupft und versprenkelt und uns einen Schluck zu trinken gibt, genau wie zuvor.

5. Unser Lehrer Kalachakra steht auf seinem Thron, legt einen gelben Mönchsumhang an und sammelt in der Weise Shakyamuni Buddhas die Ecken des Umhangs in seiner linken Hand an seinem Herzen, vollführt mit der rechten Hand die Geste der Furchtlosigkeit und sagt die Ausformung voraus, in der wir als Buddhas erstehen werden. Diese Prophezeiung macht er, indem er den vertraulichen Namen rezitiert, der uns zuvor übertragen worden war, als wir dem Mandala eine Blume dargebracht haben und so die Buddhafamilie festgestellt haben, mit der wir die engste Beziehung besitzen. Mittels der durch diese Prophezeiung übertragenen Namen-Ermächtigung sind unsere sechs Funktionsteile des Körpers und ihre funktionellen Aktivitäten jetzt vollständig als die sechs männlichen und sechs weiblichen grimmigen Gestalten ermächtigt.

6. Licht strahlt von den sechs männlichen und sechs weiblichen grimmigen Gestalten in unserem Körper aus und holt aus dem Mandala Repliken ihrer dortigen Ebenbilder. Sie lösen sich ebenso wie die anderen ermächtigenden Gestalten in die männlichen und weiblichen grimmigen Gestalten in unserem Körper auf. Unser Lehrer Kalachakra bringt uns eine Gabe dar.

7. Unser Lehrer Kalachakra erklärt, dass die Namen-Ermächtigung analog dazu ist, dem Kind um seinen ersten Geburtstag herum in einer formellen Zeremonie einen Namen zu geben. Sie wäscht die Befleckungen der sechs Funktionsteile unseres Körpers und ihrer sechs Aktivitäten ab. Sie überträgt die Fähigkeit, die vier dämonischen Kräfte (Maras) mit den vier unermesslichen Einstellungen zu überwältigen und setzt Samen in unserem Geistesstrom für die Verwirklichung der sechs männlichen und sechs weiblichen grimmigen Gestalten und der eigentlichen Erlangungen, die von ihnen abhängen. Sie gewährt die Fähigkeit, positives Potential im gleichen Maße zu erhalten, wie jemand mit dem Geist der sechsten Bodhisattva-Ebene. Weiter erklärt er, dass die beiden Ermächtigungen, die wir mit dem Gesicht zum schwarzen Geist-Gesicht erhalten haben, die Befleckungen des Geist-Tropfens beseitigen und Samen für das Erlangen des Vajra-Geistes setzen.

G. Ermächtigung der nachfolgenden Erlaubnis und Anhangsprozeduren

1. Geführt von einer Emanation unseres Lehrers Kalachakra umrunden wir das Mandala im Uhrzeigersinn bis zur gelben westlichen Eingangshalle, in der wir uns mit dem Gesicht zum gelben Tiefes-Gewahrsein-Gesicht unseres Lehrers Kalachakra hinsetzen.

2. Wir bringen ein Mandala dar, um die Ermächtigung der nachfolgenden Erlaubnis zur Reinigung unseres Aggregats des tiefen Gewahrseins und des Bewusstseinselements zu erbitten, und wiederholen dreimal ein Ersuchensmantra. Dieses Aggregat und dieses Element beziehen sich auf unseren ursprünglichen Geist des klaren Lichts.

3. Innere Ermächtigung.

Lichtstrahlen vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra ziehen uns in seinen Mund. Wir schmelzen zu einem Tropfen Bodhichitta, gehen durch sein Vajraorgan hindurch und gelangen in den Lotusschoß Vishvamatas. Dort lösen wir alle gewöhnlichen Erscheinungen auf, indem wir uns auf die Leerheit ausrichten. Während wir das Gewahrsein der Leerheit aufrechterhalten, entstehen wir zunächst als ein gelbes HO, dann als ein gelbes Rad und schließlich als ein gelber Vajra-Tiefes-Gewahrsein, mit überkreuzten Beinen sitzend, drei Gesichtern und sechs Armen und eine schwarze Tara umarmend, die ebenfalls drei Gesichter und sechs Arme hat. Licht strahlt vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra und kommt mit Wesen des tiefen Gewahrseins zurück, die mit uns als Vajra-Tiefes-Gewahrsein verschmelzen. Erneut strahlt Licht von seinem Herzen aus und ruft alle männlichen und weiblichen Buddhas an. Unser Lehrer Kalachakra bringt an sie Gaben dar und bittet sie, seine Schüler zu ermächtigen. Freudig zustimmend vereinigen sie sich und schmelzen in die Form von Bodhichittatropfen. Sie treten durch seine Kopfkrone ein, kommen durch seine Körpermitte herab und gehen durch sein Vajraorgan hindurch in den Lotusschoß Vishvamatas, wo sie uns ermächtigen. Wir strahlen aus dem Lotusschoß heraus und kehren zur gelben westlichen Eingangshalle zurück, wo wir unseren Sitzplatz einnehmen.

4. Unser Lehrer Kalachakra beseitigt Störungen und reinigt unser Aggregat des tiefen Gewahrseins und unser Bewusstseinselement und einen Satz von Insignien der Eigenschaften der fünf Buddhafamilien in die Leerheit. Im Zustand der Leerheit wird unser Aggregat des tiefen Gewahrseins und das Bewusstseinselement sowie die Insignien als ein blauer Vajrasattva und eine blaue Prajnaparamita erzeugt, mit überkreuzten Beinen und eine grüne Vajradhatu Ishvari bzw. einen grünen Akshobhya umarmend, wobei alle Gestalten drei Gesichter und sechs Arme haben. Innerhalb unseres Körpers befinden sich Vajrasattva und Prajnaparamita an unserem Herzen. An der Stirn jeder Gestalt ist ein weißes OM, an der Kehle ein rotes AH, am Herzen ein schwarzes HUM und am Nabel ein gelbes HOH.

5. Licht strahlt aus vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra und kommt mit Wesen des tiefen Gewahrseins zurück, die mit dem Vajrasattva und der Prajnaparamita der Insignien und des Aggregates des tiefen Gewahrseins sowie dem Bewusstseinselement verschmelzen. Der Vajrasattva und die Prajnaparamita des Mandalas ermächtigen den Vajrasattva und die Prajnaparamita der Insignien und sie erhalten als einen bekrönenden Schmuck das Siegel der männlichen Hauptfigur ihrer Buddhafamilie. Unser Lehrer Kalachakra bringt Gaben an den Vajrasattva und die Prajnaparamita der Insignien dar. Sie schmelzen in Bodhichittatropfen und wandeln sich zurück in die Insignien.

6. Erneut strahlt Licht vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra aus, das ermächtigende Gestalten in Form von männlichen und weiblichen Buddhas und Bodhisattvas anruft. Er bringt ihnen Gaben dar und bittet sie, seine Schüler zu ermächtigen. Sie stimmen zu. Einige rezitieren glücksverheißende Verse, andere werfen Blumen, einige grimmige vertreiben Störungen. Unser Lehrer Kalachakra rezitiert die glücksverheißenden Verse, während sein Helfer Karmavajra die Insignien hochhält. Der Vajrasattva und die Prajnaparamita des Mandalas übertragen die eigentliche Ermächtigung der nachfolgenden Erlaubnis, indem sie mit den Insignien die fünf Punkte unseres Körpers berühren und sie uns dann zu halten geben. Bei der Berührung erleben wir höchst glückseliges Gewahrsein der Leerheit. Während er einen Vers und ein Mantra rezitiert, überträgt unser Lehrer Kalachakra eine abschließende Wasser-Ermächtigung, indem er Wasser aus der Muschelschale auftupft und versprenkelt und uns einen Schluck zu trinken gibt, genau wie zuvor. Unser Aggregat des tiefen Gewahrseins und unser Bewusstseinselement ist jetzt vollständig als Vajrasattva und Prajnaparamita ermächtigt.

7. Licht strahlt von dem Vajrasattva und der Prajnaparamita in unserem Körper aus und holt aus dem Mandala Repliken ihrer dortigen Ebenbilder. Sie lösen sich ebenso wie die anderen ermächtigenden Gestalten in den Vajrasattva und die Prajnaparamita in unserem Körper auf. Unser Lehrer Kalachakra bringt uns eine Gabe dar.

8. Eine Silbe BHRUM wandelt sich zu einem Rad, das unser Lehrer Kalachakra auf dem Sitz vor uns abstellt. Eine Silbe A wandelt sich zu einem Kalachakra-Text, den er in unseren Schoß legt. Eine Silbe AH wandelt sich zu einer Muschelschale, die er uns in unsere rechte Hand zu halten gibt. Eine Silbe AH wandelt sich zu einer Glocke, die er uns in die linke Hand gibt, damit wir sie halten und läuten. Wir sprechen ihm einige Verse nach zur Bekräftigung unserer Verpflichtung auf Weisheit und Methode und läuten nach jedem Vers die Glocke. Wir machen Niederwerfungen und stimmen zu, zu tun, was er sagt.

9. Die vier Anhangsprozeduren.

a. Das Geben der Mantras.

Unser Lehrer Kalachakra teilt den Buddhas mit, das er ihre Mantras gewähren wird und wir wiederholen ein Ersuchen um sie. In einem Augenblick erstehen wir in der Form eines vollen blauen Kalachakra mit vier Gesichtern, vierundzwanzig Armen und zwei Beinen, wir stehen und umarmen eine gelbe Vishvamata, die vier Gesichter, acht Arme und zwei Beine hat. Jedes Mantra wiederholen wir dreimal. Beim ersten Wiederholen geht vom Mantra am Herzen unseres Lehrers Kalachakra eine Replik aus, tritt durch seinen Mund in unseren Mund ein und platziert sich um eine schwarze Silbe HUM an unserem Herzen. Bei der zweiten Wiederholung wird das Mantra ununterscheidbar vom Mantra an unserem Herzen und bei der dritten wird es stabilisiert. Dies sind die Mantras: Das Herzmantra OM AH HUM HOH HAMKSHAH MALAWARAYA HUM PHAT (im Tibetischen wird "HAMKSHAH" als "HANKYA" und "PHAT" als "PÄ" ausgesprochen); das dem Herzen nahe Mantra OM HRANG HRING HRIRING HRUNG HRILING HRAH SVAHA (im Tibetischen wird "SVAHA" als "SOHA" ausgesprochen); das Wurzelmantra OM SHRI KALACHAKRA HUM HUM PHAT.

b. Das Geben von Augenmedizin.

Wir visualisieren auf jedem der beiden Hauptaugen auf unserem blauen Vordergesicht ein schwarzes PRAM. Unser Lehrer Kalachakra schmiert eine Winzigkeit Butter mit einem goldenen Augenlöffel auf unsere Augen. Wir stellen uns vor, dass genau wie wenn man uns einen Katarakt entfernt hätte die Trübung infolge unseres Mangels an Gewahrsein der Leerheit entfernt wird und wir Augen des tiefen Gewahrseins erlangen für das Verwirklichen eines begrifflichen Verständnisses der Leerheit.

c. Das Geben eines Spiegels.

Eine Silbe AH wandelt sich zu einem Spiegel. Unser Lehrer Kalachakra zeigt ihn uns während er Verse davon rezitiert, dass alles, einschließlich des Kalachakras in unserem Herzen, der sich auf den Geist des klaren Lichts bezieht, wie eine Illusion ist, wie eine Spiegelung in einem Spiegel.

d. Das Geben eines Bogens und von Pfeilen.

Eine Silbe HOH wandelt sich zu einem Satz von Bogen und Pfeilen für das Durchstoßen aller Störungen sowohl aus einer der vier Richtungen wie auch von oben und von unten, damit wir die unbegriffliche, direkte Wahrnehmung der Leerheit während der völligen Versenkung erreichen können.

10. Vajrameister-Ermächtigung.

a. Unser Lehrer Kalachakra beseitigt Störungen und reinigt uns selbst, einen Vajra und eine Glocke in die Leerheit. Im Zustand der Leerheit werden wir selbst und der Vajra als ein blauer Vajrasattva und die Glocke als eine blaue Prajnaparamita erzeugt, mit überkreuzten Beinen und ohne Partner, wobei beide drei Gesichter und sechs Arme haben.  An der Stirn der beiden ist jeweils ein weißes OM, an der Kehle ein rotes AH, am Herzen ein schwarzes HUM und am Nabel ein gelbes HOH.

b. Licht strahlt aus vom Herzen unseres Lehrers Kalachakra und kommt mit Wesen des tiefen Gewahrseins zurück, die mit dem Vajrasattva von uns selbst und dem Vajra und mit der Prajnaparamita der Glocke verschmelzen. Die fünf weiblichen Buddhas des Mandalas ermächtigen den Vajrasattva des Vajras und die Prajnaparamita der Glocke und beide erhalten als einen bekrönenden Schmuck das Siegel der männlichen Hauptfigur ihrer Buddhafamilie. Unser Lehrer Kalachakra bringt Gaben an den Vajrasattva des Vajras und die Prajnaparamita der Glocke dar. Sie schmelzen in Bodhichittatropfen und wandeln sich zurück in Vajra und Glocke.

c. Unser Lehrer Kalachakra gibt uns den Vajra in unsere rechte Hand zu halten, der das nicht länger unharmonische tiefe Gewahrsein des Buddha-Geistes repräsentiert, der untrennbar ist von der Leerheit, seinem Objekt. Dies überträgt die enge Bindung für unseren Geist. Er gibt uns die Glocke in unsere linke Hand zu halten, was das Vortragen der Leerheit repräsentiert. Wir läuten die Glocke und rezitieren einen Vers über Leerheit. Dies überträgt die enge Bindung für unsere Rede. Dann denken wir daran, dass unser Körper, als ein Vajrasattva, die Erscheinung ist, die glückseliges tiefes Gewahrsein der Leerheit ganz natürlich auftreten lässt. Dies ist das große Siegel (Mahamudra) des Körpers einer Buddhaform und die enge Bindung für unseren Körper. Vajra und Glocke haltend überkreuzen wir während wir so denken unsere Arme und erleben höchst glückseliges Gewahrsein der Leerheit.

d. Während er einen Vers und ein Mantra rezitiert, überträgt unser Lehrer Kalachakra eine abschließende Wasser-Ermächtigung, indem er Wasser aus der Muschelschale auftupft und versprenkelt und uns einen Schluck zu trinken gibt, genau wie zuvor. Wir erhalten als einen bekrönenden Schmuck das Siegel von Akshobhya, der männlichen Hauptfigur unserer Buddhafamilie. Unser Lehrer Kalachakra bringt uns Gaben dar.

11. Zeigen der reinen Maßnahmen des Dharma.

a. Zeigen der interpretierbaren und der letztendlichen Bedeutung der reinen Maßnahmen der engen Bindungen.

Unser Lehrer Kalachakra erklärt die interpretierbaren und letztendlichen Ebenen der dem Kalachakra eigenen Übungen der engen Bindung an die sechs Eigenschaften der Buddhafamilie.

b. Unser Lehrer Kalachakra erklärt, dass die Ermächtigung der nachfolgenden Erlaubnis, die wir erhalten haben mit dem Gesicht zu seinem gelben Tiefes-Gewahrsein-Gesicht, analog dazu ist, dem Kind das Lesen beizubringen. Sie reinigt die Befleckungen des Tropfens des tiefen Gewahrseins und gewährt zusammen mit ihrem angehängten Teil die Fähigkeit, positives Potential im gleichen Maße zu erhalten, wie jemand mit dem Geist der siebten Bodhisattva-Ebene.

c. Er erklärt weiter, dass alle sieben, auf der Grundlage eines Sandmandalas gegebenen Ermächtigungen Wasserermächtigungen genannt werden, weil jeder eine Reinigungshandlung mit Wasser zur Bereinigung negativen Potentials folgt. Alle sieben zusammen ermächtigen uns zur Meditation auf dem Pfad der Erzeugungsstufe und dazu, die letztendliche eigentliche Erlangung von Akanishta zu erreichen, dem "Zustand-neben-nichts-Anderem". Wir werden Laienanhänger (Upasaka) des Tantra. Wenn wir alle Gelübde für sieben Leben rein halten, werden wir als Mindestes ein Herr der siebten Bodhisattva-Ebene des Geistes. Wir überkreuzen unsere Arme und wiederholen ein Mantra, während wir den Stolz darüber spüren, dass sich dies alles so verhält.

d. Verstehen der Zeit des Erhalts der Ermächtigung.

Unser Lehrer Kalachakra teilt die Zeit der Ermächtigung mit einschließlich aller astrologischen Bezüge.

e. Abschließender Hinweis zur Verhinderung irgendwelcher Hauptübertretungen.

Unser Lehrer Kalachakra erklärt, dass wir, wenn wir eine Übertretung begehen und unsere tantrischen Gelübde verlieren und wenn wir lediglich diese sieben Ermächtigungen erhalten haben, 36.000 Mal das Mantra der Buddhaform wiederholen, auf die unsere Blume gefallen ist. Um unsere Gelübde neu zu errichten, betreten wir erneut das Mandala – entweder während einer Kalachakra-Initiation oder, wenn wir die Kalachakra-Klausur mit Hunderttausenden Mantras durchgeführt haben, mittels Selbstinitiation – und nehmen erneut die sieben Ermächtigungen des Eintretens wie ein Kind. Unser Lehrer Kalachakra erklärt die vierzehn tantrischen Hauptgelübde entsprechend dem Kalachakra. Wir wiederholen dreimal, dass wir uns genau so, wie er es gesagt hat, üben werden, rezitieren einen Vers des Erfreuens und bringen ein Mandala dar als Ausdruck unserer Dankbarkeit.