Das Berzin-Archiv

Das Buddhismus-Archiv von Dr. Alexander Berzin

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Wer war Shakyamuni Buddha?

Alexander Berzin
Knappenberg, Österreich, März 2010

Unbearbeitete Abschrift
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I am very delighted to be here in Klappenberg, Austria.

Er ist sehr froh hier zu sein in Knappenberg, in Österreich.

Today we are going to begin our series of talks with a discussion of the life of the Buddha.

Heute beginnen wir eine Serie von Vorträgen über das Leben von Buddha und auch Diskussionen darüber.

And this is not a very simple topic.

Es ist nicht ein einfaches Thema.

And the reason why it is not a simple topic is because there are many different versions of the Buddha’s story,

Der Grund warum es nicht ein einfaches Thema ist, weil es verschiedene Versionen gibt vom Leben Buddhas.

and one could ask are they all talking about the same person.

Man kann sich dann fragen: “Reden die alle über die gleiche Person?”

And, as I said, that is not a simple question to answer.

Wie ich gesagt habe, ist es nicht eine leichte Antwort darauf zu geben.

We have one version of the Buddha’s life which we find in the Pali Canon – these are the scriptures of the Theravada tradition.

Wir haben eine Version im Pali Kanon, es ist der Kanon von der buddhistischen Theravada Tradition.

And this is not really a whole account which is all put together; but you draw bits and pieces from different texts, and from that you can construct the life of the Buddha.

Es ist nicht ein ganzer Bericht, sondern verschiedene Teile wurden von verschiedenen Texten zusammengestellt und dann ergibt sich das ganze Bild.

But then, later on, as the Buddhist literature developed, many things were added to this bare skeleton of Buddha’s life.

Und später hat sich die buddhistische Literatur entwickelt und dabei wurde sehr viel hinzugefügt zur Buddhas Geschichte.

But then, we have a Mahayana version of the Buddha’s life,

Dann haben wir eine Version vom Mahayana,

Which expands very much the concept of who was Buddha.

was sehr erläutert ausführt, wer ist Buddha, was ist Buddha.

In this Theravada version, , they are speaking about a historical figure,

In der Theravadaversion sprechen sie von einer historischen Figur.

who lived from – well, again, there are many different versions of the dates, but one commonly accepted version is from 566 to 485 before the common era.

Also man spricht von einer Person, die lebte. Da gibt es wieder auch verschiedene, ganz unterschiedliche Versionen von der Zeit. Aber eine, die generell vertreten wird, ist 566 bis 485 vor unserer Zeitrechnung.

And he became enlightened during his lifetime and he passed away, and that was the end of the continuum of Buddha Shakyamuni.

Und er wurde erleuchtet in seinem Leben und er starb und letztendlich endete dann sein Kontinuum. Das war dann das Leben von Shakyamuni Buddha.

But according to the Mahayana version, that was just part of the story, what was described in the Pali canon.

Aber nach der Version vom Mahayana war das nur ein Teil der Geschichte, der beschrieben wird beim Pali Kanon.

But according to this version, Buddha became enlightened many, many lifetimes before that. And he descended to the earth in this form of Shakyamuni, and he went through the acts of becoming enlightened in order to show others how it can be done.

Und in dieser Version ist es, dass Buddha schon viele Leben davor erleuchtet worden ist und kam schließlich dann auf die Erde in der Form von Shakyamuni Buddha und hat dann all die Handlungen dargelegt, wie man erleuchtet wird.

And after he passed away, it wasn’t that his continuum ended; but his mental continuum goes on forever, and he manifests in many other realms and continues to teach and benefit all beings.

Und nach dem Tod ist es nicht, dass sein Kontinuum dann zu Ende gegangen ist, sondern es besteht für immer weiter, und er manifestiert sich in anderen Bereichen zum Wohle aller Lebewesen, wo er dann eben unterrichtet und lehrt.

Then we have another version, the Buddha which we find in the tantras.

Dann gibt es noch eine andere Version des Buddha in den Tantra-Schriften.

And in this version, the Buddha appears in all sorts of different forms, simultaneously.

Und in dieser Version erscheint Buddha in gleichzeitigen, vielen verschiedenen Formen.

And many of these forms are the various so-called “meditation deities,”

Und viele Gestalten sind sogenannte Meditationsgottheiten.

which have various colors, and many arms, and many faces, and many legs,

und die verschiedene Farben haben, verschieden viele Anzahln von Köpfen und Beinen,

all of which represent various aspects of the Buddha’s realizations.

welche alle verschiedene Aspekte der buddhistischen Realisation oder Verwirklichung repräsentieren, symbolisieren.

And the Buddha is appearing in these forms and teaching the tantras at the same time as he is appearing in a human form in, for instance, Vulture’s Peak in India, also teaching sutra teachings.

Und so erschien Buddha in diesen Formen und lehrte Tantra, wo er gleichzeitig als menschliches Wesen erschien und, [z.B.]auf dem Vulture Peak, dem Geierberg, [die Sutras lehrte.] wo er Sutras lehrte.

So, when we look at these three versions – and within each of these versions there are subversions – then we become a little bit perplexed: who actually was the Buddha?

Das sind die Hauptversionen. Es gibt aber noch untere kleinere verschiedene Versionen, dann sind wir schon etwas perplex: Wer war jetzt Buddha wirklich?

But I think we need to understand the basic Buddhist principle here in order to make sense of all these various versions –

Wir müssen vor allem die buddhistischen Prinzipien verstehen, damit wir dann einen Sinn daraus ersehen.

that each version of Buddha’s life describes the Buddha that teaches, or taught, the scriptures according to that particular aspect of Buddhism.

Jede Version von Leben lehrt eben wie Buddha verschiedene Aspekte der buddhistischen Lehre lehrte.

In other words, a Buddha doesn’t exist independently of a context.

Anders gesagt ist es so: ein Buddha existiert nicht unabhängig von irgendwelchem Zusammenhang.

And so we have the whole context of the Theravada teachings (this was written in Pali).

Wir haben den ganzen Zusammenhang im Kontext der Theravada Tradition, die alle in Pali verfasst sind.

And a Buddha that is described in these sources would be a Buddha that would teach what is in those sources.

Und ein Buddha, der dort beschrieben wird, wird dann so sein, der eben das lehrt, was in diesen Quellen beschrieben ist.

And so, of course, from the point of view of these Theravada sources, it makes no sense that that same person also taught general Mahayana and also taught tantra. It doesn’t fit in to the context of the type of Buddha described in the Pali Canon.

Von daher passt es nicht zusammen die Art von Buddha, der beschrieben ist in der Theravada Tradition, dann dieser Buddha auch das allgemeine Mahayana Parts erklärte oder und auch Tantra Parts erklärte, das passt nicht in das Konzept, in den Typ von Buddha, der gelehrt wird im Theravada.

And if we look within the Mahayana texts, then that is talking about a Buddha that taught Mahayana. It is not talking about the historical Buddha.

Und wenn wir uns ansehen Mahayana Parts, hier wird ein Buddha beschrieben, der das Mahayana lehrt, und man spricht hier nicht über den historischen Buddha.

By historical Buddha, here, I mean one that became enlightened in his lifetime and after he died, finished – you know, no more continuum. Mahayana is not taught by that kind of Buddha.

Was ich jetzt mit historischen Buddha meine, ist eben die Person Buddha, der in diesem Leben Erleuchtung erlangt hat und dann starb und dann letztendlich auch kein Kontinuum mehr vorhanden ist, also diese Art von Buddha hat das Mahayana nicht gelehrt.

Same thing with tantra.

Dasselbe ist auch im Tantra.

No need to repeat the whole analogy; it is analogous.

Wir brauchen nicht die ganze Analogie wiederholen, also es ist dasselbe im Tantra.

So we need to understand things within a context. Nothing exists out of a context. This is a very basic Buddhist principle.

Es ist ein grundlegend buddhistisches Prinzip, dass nichts unabhängig existiert, unabhängig vom Zusammenhang, vom Kontext.

And the way that something is described or formulated, it exists, exists relative to that context.

Wie etwas beschrieben wird, wie etwas erklärt wird, wie etwas existiert, existiert in Beziehung zum Zusammenhang, in Bezug auf den Kontext.

So, in discussing the life of the Buddha, or discussing any of the topics that we will be covering during these next days, what I would like to do is not just present information.

Jetzt mit diesem Thema, das Leben des Buddha, und all die Themen, die wir besprechen werden in den nächsten Tagen, möchte ich nicht nur einfach Informationen zur Verfügung stellen, nur Informationen weitergeben,

One could present all this material just as information, and I could just, for instance, just give fact, after fact,

Man könnte das alles darstellen, indem man einfach Fakten über Fakten darlegt und weitergibt.

And that would be a presentation within a certain context, isn’t it – like what we are talking about the presentation of the life of a Buddha: in a context.

Das war eine bestimmte Präsentation in einem bestimmten Kontext, so wie wir sprechen von Buddha im bestimmten Zusammenhang.

But I could also present the same material in a different context,

Aber ich kann das gleiche Material auch in anderen Kontexten darlegen.

which would be a context of: What use is learning about this material? What is the benefit?

Das wäre im Zusammenhang zu sehen, was ist der Sinn, der Nutzen von dem.

Because you can pick up the information and the facts from books or from my website; there is no need for me to just read it out or repeat it.

Weil die ganzen Fakten und Informationen können Sie in Büchern nachlesen oder auch auf meiner Webseite, es ist nicht notwendig, dass ich sie jetzt hier wiederhole.

And in terms of what use is this material, what benefit, then of course there are various subcategories of that. Buddhism loves to have – at least the Indo-Tibetan tradition loves to have – subcategories of everything, everything presented in logical order.

Was jetzt den Sinn und Nutzen angeht, da gibt es auch wieder verschiedene Kategorien oder verschiedene Nutzen, unterschiedliche Arten, die Buddhistische Lehre liebt es ja alles zu kategorisieren und unterschiedliche Einteilungen zu machen, vor allem logische Einteilungen, Kategorisierungen.

So we could say, “What use or what benefit is this material in terms of my daily life?”

Wir können schauen, welchen Nutzen hat dieses Material in Bezug auf das alltägliche Leben.

Or, “What benefit would it have on the Buddhist spiritual path?”

Oder welchen Nutzen hat es für den spirituellen Weg.

So let us limit – what I suggest that we do is limit ourselves to the first of these subcategories: what benefit or use does this have to us in our daily lives. Why have we come here? What do we want to gain from this?

So begrenzen wir das jetzt in die erste Subkategorie: Warum sind wir hierhergekommen, welchen Nutzen möchten wir daraus ziehen? Also welchen Nutzen hat das Material hier, die Information für unser alltägliches Leben?

So if that is agreeable to you – and in a good Tibetan didactic way, I won’t wait for your answer – I will proceed in that manner.

Und wenn das mit Ihnen in Ordnung geht, ja dann werde ich nach der tibetischen didaktischen Methode nicht abwarten auf die Antwort sondern ganz einfach dann weitergehen.

And let’s look first at the life of Buddha Shakyamuni.

Also schauen wir uns zuerst einmal das Leben von Buddha Shakyamuni an.

The reason why I introduced this point of different context of the life of a Buddha is to hopefully avoid the problematic area that comes up, which is: “Did Buddha really teach the Mahayana sutras? Did he really teach the tantra?”

Warum ich gleich zu Beginn eingeführt habe diese verschiedenen Zusammenhänge, Buddha in verschiedenen Kontexten, weil ich vermeiden möchte, dass diese problematischen Themen: hat jetzt Buddha das Mahayana gelehrt, hat er das Tantra gelehrt? Dass diese nicht auftauchen.

Because there have been many debates concerning that within the Buddhist world.

Darüber gibt es sehr viele Debatten auch innerhalb der buddhistischen Welt.

Because you see nothing was written down at the time of the Buddha: everything was passed on orally.

Es war nichts niedergeschrieben zur Zeit Buddhas. Alles wurde mündlich weitergegeben, weiterüberliefert.

And a great Indian master, Shantideva, answered this question in debate in his great text Engaging in Bodhisattva Behavior.

Und der große indische Gelehrte Shantideva hat diese Frage beantwortet in seinem großen Werk der Eintritt in das Verhalten eines Bodhisattvas.

He said, “Any reason that you Hinayanists, Theravadans, any of the schools of the Hinayana – any of the reasons that you give for disqualifying our Mahayana sutras, I could use the exact same reasons to disqualify yours.” In other words, we say ours were carried on by oral traditions, and you say yours were carried on by oral traditions. So how do you know that it actually was authentic and that somebody didn’t just make it up? So if yours are authentic, ours are authentic.

Er sagte eben, dass all diese Einwände, die Theravadas machen gegenüber Mahayana Lehren, die könnte auch er umgekehrt vortragen: „Ihr sagt, es wurde mündlich überliefert ……

The Theravada says to the Mahayana, “Yours weren’t really taught by the Buddha, because they came about later.” And then the Mahayanas say back to the Theravadans, “Well, the same thing is true of yours. Ours were carried on by oral tradition. Yours didn’t come around in writing until much later, either; they were also carried on by oral tradition. So if yours are authentic, then ours are authentic. If ours are inauthentic, yours are inauthentic.” So he argues like that quite nicely.

So, die Theravadas klagen die Mahayana Richtung an, dass das nicht wirklich von Buddha gelehrt ist, das ist nicht von Buddha überliefert worden. Doch dann sagt er eben zurück: „Aber eure Überlieferung ist auch eine mündliche Überlieferung. So, wenn eure authentisch ist, so ist unsere auch authentisch. Unsere wurde auch mündlich überliefert, wenn eure eine authentische Überlieferung ist, ist unsere auch eine authentische Überlieferung.“

So, another argument – the one that I was presenting – was that well, within the context of the Theravada, they are not saying that the Buddha taught Mahayana; and in the Mahayana, they are not saying that Buddha only taught Theravada. So, it’s a different concept of Buddha that we have in each of these. And it is the Mahayana type of Buddha that taught the Mahayana scriptures, and it is a Theravada type of Buddha that taught the Theravada scriptures. End of discussion. Why waste time with it?

Der Kontext ist verschieden zu sehen. Der Buddha im Kontext des Theravada, der lehrte eben Theravada Belehrungen. Der Buddha im Kontext des Mahayana ist diejenige Version, die die Mahayana Belehrungen gelehrt hat. Das ist das Ende der Diskussion, warum diskutiert man darüber? Es sind einfach verschiedene Kontexte.

So, what lessons then can we learn from the general life of the Buddha that we find in each of these traditions: in the Theravada as representative of Hinayana, and the Mahayana sutra tradition, and the Mahayana tantra tradition.

Was können wir daraus lernen vom allgemeinen Leben des Buddha, das in allen verschiedenen Richtungen dargelegt wird, in der Theravada Tradition, repräsentiert das Hinayana, was gelehrt wird in der Mahayana Tradition, die Sutra und Tantra Richtung.

First of all, when did the Buddha live?

Erst einmal: Wann lebte Buddha?

He lived at a certain time in a certain society, so again within a context.

Er lebte zu einer bestimmten Zeit in einer bestimmten Gesellschaft, also wieder im Zusammenhang zu sehen.

And this society at that time already had certain basic beliefs, and so Buddha addressed those beliefs, that system, and spoke in terms of that belief system.

Die Gesellschaft, in der Buddha damals gelebt hat, hatte schon bestimmte religiöse Vorstellungen, bestimmte Prinzipien, und diese hatte er angesprochen.

And so there are basic themes that we find in all Indian ways of thinking that were present at that time, and as they developed over history they continued as basic themes; and Buddha had his own explanation of these things.

Da waren bestimmte Themenbereiche, die in allen indischen Denkweisen vorhanden waren und sich weiterentwickelt haben. Buddha gab eigene Erklärungen zu diesen.

So basic ideas of rebirth according to karma: that your rebirth is affected by what you do – all the Indian systems talk about that, except maybe one.

Bestimmte Grundlagen wie die Wiedergeburt aufgrund von Karma, Wiedergeburt aufgrund von dem, was man macht, das war ein grundlegendes Konzept in der indischen Kultur, dies haben alle vertreten außer einer.

And all of them are speaking about how to gain liberation from this cycle of rebirth. And all of them pretty much speak in terms of knowledge, or understanding of reality, being the way that you get out of rebirth.

Und alle sprechen mehr oder weniger davon, wie kann man Befreiung erlangen vom Daseinskreislauf, wie kann man befreit werden, und mehr oder weniger sprechen alle vom Wissen, von der Wirklichkeit, das Wissen, um Befreiung erlangen zu können.

And Buddha was dissatisfied with the answers that the various philosophies and religions gave at his time, and he thought about it, and thought about it, thought about it, meditated, and did various practices, and he figured out what he said was the truth.

Buddha selbst war unzufrieden mit den Antworten der verschiedenen philosophischen Richtungen, der verschiedenen Religionen zu jener Zeit, und er hat darüber nachgedacht und nachgedacht und meditiert, praktiziert und [er erkannte, dass das, was er sagte, die Wahrheit war.] hat es dann mehr oder weniger herausgefunden.

So, this is a context that I think that we need to understand. Not just the life of the Buddha, but also the Buddha’s teachings, within the context of Indian thought.

Das ist wichtig zu verstehen diesen Bezug zur indischen Denkweise, nicht nur allein für das Leben Buddhas sondern auch der Lehren des Buddhismus ist es wichtig.

And almost all of the themes that we find in Buddhism, you have discussions of the same themes in the various Hindu schools, Jainism (another Indian religion), and so on. So Buddha is dealing in dialogue with all these various other thought systems.

Alle Themen im Buddhismus werden auch diskutiert in all den anderen philosophischen Systemen, Religionen, hinduistischen Religionen wie auch Jainismus, eine andere indische Religion. Der Buddha steht im Dialog mit all den anderen Systemen.

Now, at the time when Buddha lived, it was a very difficult time in Indian history,

Zu jener Zeit als Buddha gelebt hat, war es eine sehr schwierige Zeit in Indien.

because things were changing very much.

Die Dinge änderten sich sehr schnell.

You had various types of kingdoms,

Es gab verschiedene Königtümer.

and what was happening was that you had a growing merchant class – the society was no longer primarily agrarian –

Geschäftsleute wurden immer mehr und mehr. Die Bauern alleine waren nicht mehr vorhanden, sondern auch Geschäftsleute.

and the merchants were getting richer and richer and were becoming rivals of the kings in their wealth.

Die Geschäftsleute wurden reicher und reicher und zu Rivalen der Könige.

And in reaction to this, the kings became more and more autocratic.

Als Reaktion darauf wurden die Könige mehr und mehr autokratisch.

And in a few areas, you had small republics that were trying to do things a little bit more differently based on the general thought of the people.

Am Rand gab es auch einige Republiken, die ein bisschen anders was hatten umgegangen, also mit allgemeinen Gedanken in Bezug auf das Volk.

And it was in [or near] one of these republics that the Buddha was born.

In einer solchen kleineren Republik ist es, wo Buddha geboren wurde.

And that influenced very much the Buddha’s thought,

Das hat die Gedanken Buddhas sehr stark beeinflusst.

because he set up his monastic organization in a very nonhierarchical way in which decisions had to be done, or taken jointly, by all the members. So again, this is in reaction to this autocratic situation that was going on at his time.

Er hat eine klösterliche Organisation aufgebaut nicht hierarchisch, Beschlüsse, Änderungen mussten im Konsens mehr oder weniger beschlossen sein, also nicht hierarchisch. Das war also auch wieder eine Reaktion auf die Autokratie damals.

And also at that time, there was the old Vedic religion with all its rituals and ritual priests, and so on; and whether we are talking about republics or these autocracies, they all followed these rituals.

Damals gab es auch die vedischen Religionen, wo es Rituale, Priester, und so weiter gab. Egal, ob wir jetzt von den Republiken sprechen oder von den Königtümern, alle folgten dieser Religion.

But there was a reaction against that: the shramanera movement.

Dann gab es aber auch eine Reaktion auf diese Religion: die Shramaneren.

“Shramanera” means those who are wandering about, the wandering ascetics – not really ascetics, but the wandering “drop-outs” from the society.

Es waren diejenigen, die herumzogen, mehr oder weniger diejenigen, die die Gesellschaft hinter sich lassen.

And so these were the ones that withdrew a bit from society, wandered in the forest, meditated, worked more on their own spiritual development. And Buddha was not alone as a representative of this type of movement; there were others besides him, other schools.

Die Shramaneren gingen in die Wälder, meditierten dort, sorgten dort für die eigene spirituelle Entwicklung. So war Buddha damals nicht alleine in dieser Bewegung. Es gab sehr viele verschiedene Richtungen der Shramaneren.

So what do we learn from that?

Was haben wir daraus jetzt gelernt?

That often if one wants to follow a spiritual path, one needs to be a bit independent – in the sense of withdrawal from society – at least for a certain period of time, and seek the truth.

Was lernen wir davon, wenn wir einen spirituellen Weg folgen möchten, dass wir ein wenig unabhängig sein müssen, dass wir zumindest für eine Zeit lang uns der Gesellschaft entziehen.

And even if we find what we consider to be the truth, not to impose it in a hierarchical, autocratic manner on others, but have it be more – to use the modern word, perhaps a different term here – a more “democratic” type of way.

Wenn wir etwas gefunden haben, was wir als die Wirklichkeit ansehen, dass wir das dann nicht hierarchisch weitergeben, sondern mehr demokratisch.

So this is what we see from this aspect of Buddha’s life, what we can learn.

Dies sind Aspekte vom Leben Buddhas, von denen wir was lernen können.

And there is so much we can learn. I think a better way of formulating that is: Why write a biography at all? And the answer to that, from a Buddhist point of view, is that you write a biography in order to teach, to illustrate various things. Biographies in a Buddhist context – Indian or Tibetan context – they are not so concerned about the facts; they are concerned about teaching something from the life story of a great figure. And sometimes they add things to make it a better story in order to teach the point more clearly.

Warum wird überhaupt eine Biographie verfasst? Im buddhistischen Kontext sind es vor allem nicht die Fakten, die so wichtig sind, sondern eine Biographie wird verfasst, um etwas zu lehren, um bestimmte Punkte rüberzubringen. So dass Biografien von großen Menschen, die beschrieben werden, damit bestimmte Punkte von der Lehre gelehrt werden können. Oft wird etwas hinzugefügt, damit der Punkt besser rüberkommt.

The life of a great religious figure, within this context of Indian/Tibetan thought, is to inspire people; and so when we look at it within this context, then it is perfectly understandable that a lot of things are thrown into the life of a Buddha which, from a Western point of view, seem quite fantastic. You know, the mother was visited in a dream by a white elephant with six tusks, and Buddha was born from the side of the mother and took seven steps and “Here I am!” and these sort of things. From an Indian/Tibetan context, they don’t care whether this was historically accurate or not – that’s not the point. The point is what does it represent? What does it teach me?

Das Leben von einer großen religiösen Person soll inspirieren, das ist das Ziel von einer Biographie. Was für uns im Westen oft als unglaublich erscheint, wie z.B. vom Leben Buddhas, dass der Mutter Buddhas im Traum ein Elefant mit sechs Stoßzähnen erschienen ist. Oder dass Buddha von der Seite seiner Mutter geboren worden ist, oder dass er bei der Geburt gleich sieben Schritte gemacht hat, das ist hier nicht das wesentliche, sondern eben was die Geschichte uns vermitteln kann, was uns eben gelehrt werden kann durch diese Geschichte. Die Fakten an sich sind da gar nicht so wichtig. Dann ist es auch sehr gut zu verstehen, dass sehr Vieles in Buddhas Lebensgeschichte hinzugefügt worden ist.

So, from each context within which we look at the life of a Buddha – whether we’re trying to piece it together historically: what did he actually do, what actually happened among his followers and so on; or we look at it from the point of view of how an Indian or Tibetan would look at it – each one teaches us something. And you can’t say one is more valid than the other.

Wenn wir uns betrachten das Leben vom Buddha zusammengesetzt aus verschiedenen Teilen, was seine Nachfolger gemacht haben, alle verschiedenen Teile zusammensetzen auf der einen Seite, und wenn wir dann betrachten die indisch-tibetische Sichtweise, haben beide ihren Wert. Man kann nicht sagen eines hat mehr oder weniger Gültigkeit.

So another very important principle of how Buddhist thinking works is to be able to understand things on many different levels from many different points of view, and to consider that many of these can be perfectly valid; and it isn’t that there is only one truth: how it really was.

Eines, was wir auch lernen können von der buddhistischen Denkweise, ist eben, dass es viele verschiedene Ebenen gibt, verschiedene Sichtweisen, die alle gültig sind. Dass es nicht nur eine einzige Wahrheit gibt: so war es, und das ist das richtige, und sonst ausschließlich nichts.

That is illustrated by an example that you find a great deal in the Buddhist literature: that you could have a liquid, and to humans it looks like water; to the ghosts it looks like pus; to the hell creatures it looks like acid; to the gods it looks like nectar. Which one is correct? They are all correct: that is the Buddhist way of thinking. They are all correct, because the validity of something is only within a certain context, relative to the context.

Es ist sehr schön illustriert in den buddhistischen Schriften mit einer Flüssigkeit. Dieselbe Flüssigkeit erscheint den Menschen als Wasser, den Hungerwesen als Eiter, den Götterwesen als Nektar. Was ist jetzt das Richtige? Alles ist gleich korrekt, ist gleich wahr, weil eben nur zusammen im Kontext hat es seine Gültigkeit.

It helps us very much, actually. I’m thinking of an example in a branch of family therapy – contextual therapy – in which you look, for instance, at a family situation and you ask each member of the family to describe what is going on. The father has one version, the mother has another version, each of the children have a different version; and they are all correct, because this is the way that each of them are experiencing it, and you have to give equal respect to each of these points of views. This is a very Buddhist way of thinking.

Da fällt mir auch das Thema ein, in einer Familiensituation, wenn da gefragt wird, also der Vater hat seine Version und erzählt wie’s aussieht, die Mutter eine andere, das Kind wieder eine andere. Und alle sind gleich gültig, das sind die Erfahrungen der jeweils einzelnen Person. Sie sind alle gleich korrekt.

And the same thing in terms of the life of the Buddha: many different ways you can look at it, and each one will teach us something.

Die Sichtweisen der verschiedenen Familienmitglieder sind alle gleich gültig. Dies ist eine buddhistische Sichtweise. Also es gibt sehr verschiedene Arten.

So, some of the main facts of Buddha’s life: He was born into a privileged family, whether he was a prince or not, that could be debated – different versions, different things – but, in any case, he was born into a privileged, wealthy family and enjoyed all the pleasures and benefits that go with that.

Buddha selbst ist geboren in eine privilegierte reiche Familie. Ob er nun ein Prinz war, das kann man jetzt verschieden sehen, da gibt es verschiedene Versionen, jedenfalls war er geboren in einer reichen privilegierten Familie, und genoss all die Vorteile.

And he was well-educated, and he married, had a son.

Er war gut ausgebildet, war verheiratet, hatte einen Sohn.

And he was offered a very good career possibility, which was to take over after his father and rule this republic and be the head person of it.

Er hatte gute Karriereaussichten. Er wäre der Nachfolger von seinem Vater geworden, dass er die kleine Republik regieren könnte.

And Buddha rejected that – as I indicated from the shramanera movement, he was a drop-out.

Er hatte es aber aufgegeben, und hat sich den Shramaneren angeschlossen. Er war einer, der die Gesellschaft hinter sich gelassen hatte.

But again, we have to be careful not to look at it – it is unfair to look at this from a Western viewpoint that he was being irresponsible and he left his wife and children, and he was a terrible husband and a terrible father.

Aber es ist nicht gerecht von der westlichen Sichtweise das anzusehen, zu sagen: ah, er war jemand, der die Familie hinter sich gelassen hat, hat sich nicht um den Sohn, um die Frau gekümmert, usw., hat sie einfach im Stich gelassen.

In Indian society, extended family, his wife and his son were very well cared for within the context of grandparents, grandfather, and all the various members of the family in his home. So it wasn’t as if he was leaving them and they were going to starve to death.

Aber da müssen wir uns wieder ins Gedächtnis rufen, Indien zu jener Zeit, also Großfamilie, so gab es Großeltern und andere Familienmitglieder, die da waren. Es ist nicht so, dass jetzt Buddha die Frau und sein Kind im Stich gelassen hätte, unversorgt, und dass sie zu Tode hungerten.

And also, Buddha was born into the warrior caste, which meant that men usually left home and fought in battles: so Buddha fought in the internal battle against ignorance and disturbing emotions. So it was not so unusual. It wasn’t some sort of “Oh, how terrible, Buddha went off!”

Auch war Buddha geboren in die Kriegerkaste. Wenn man in die Kriegerkaste geboren worden ist, so ist es Gang und Gebe, dass man das Zuhause verlässt, wenn man in den Krieg zieht. So ist auch Buddha mehr oder weniger in den Krieg gezogen, hat den inneren Kampf gegen Unwissenheit und Geistesplagen aufgenommen.

But what we learn from this example given in Buddha’s life is that seeking the truth, seeking an end to suffering – whether we talk about the suffering of rebirth or we just talk about mental and emotional suffering – is far more important than having a good position, making a lot of money, and having power. And this is what is indicated by Buddha’s leaving all of that and going off to seek some sort of solution to this universal dilemma of suffering and problems that everybody faces.

Was können wir daraus lernen? Dass die Suche nach Wahrheit, sich vom Leiden zu befreien, egal vom Leid emotionell, oder mentalen Leid zu befreien, ist eben wichtiger als irgendeine gute Position inne zu haben.

So it is more important to try to seek the truth, to try to seek how do we get over basic problems that we all have. Whether we think of it in terms of personality disorders: anger, greed, selfishness, etc.; or social problems – whatever level we want to do that on – but somehow trying to find solutions to personal and societal problems is more important than money and power: individual money and power, wealth. Buddha’s life gives that lesson.

Wichtiger, Lösungen zu finden zu sozialen Problemen oder zu persönlichen Problemen, wie Wut, Ärger, Eifersucht, Anhaftung, ist viel wichtiger als irgendwelche persönliche Macht und Geld. Hier gibt Buddha ein gutes Beispiel dafür, dass es wichtiger ist.

And, as His Holiness the Dalai Lama says, it is not for everybody to go off and go into a hundred percent spiritual life, but fifty-fifty: just consider it important, the quality of your life, the quality of the life of those around you.

Wie seine Heiligkeit der Daila Lama sagt, ist es nicht für jeden, dass man 100 % gleich den Weg einschlägt, um ein spirituelles Leben zu führen. Aber man sollte es 50 zu 50, da es als wichtig anzusehen ist.

So Buddha left the palace and he went out in a chariot, and saw all the various types of suffering that were around him in the realm that he had been blind to before: he had not seen in terms of sickness, old age, and death, and those that leave and wander – these shramaneras. Now of course, this is taking the example from the Bhagavad Gita and this probably came in later in terms of going out in the chariot and the charioteer showing him things; but, hey, it doesn’t matter: it makes a good story.

Buddha verließ dann den Palast mit einem Wagen und sah dann das Leiden, das er vorher nicht gesehen hatte, wo er vorher gegenüber blind war, Krankheit, Alter, Tod, diese Leiden hat er wahrgenommen. Dieses Bild mit dem Wagen auszufahren ist übernommen worden später aus der Bhagavad Gita. Aber das macht nichts, wenn es übernommen worden ist. Es macht eben eine gute Geschichte, illustriert das gut.

So, very interesting, now we get a sort of Jungian type of analysis of stories: of what is symbolized and represented in these various stories. So he is blinded by wealth, blinded by pleasure, so that he doesn’t see the sufferings of the world, and it’s only when he goes out on the chariot – this is sort of a spiritual journey, being shown these things – that he comes to realize all the problems that everybody faces. It is a good story.

Wir sind jetzt angelangt bei Jungschen Erklärungen von den Symbolen. So war Buddha geblendet vom Reichtum und Wohlfühlen, so konnte er nicht das Leiden sehen. Erst dann, wenn er mit dem Wagen ausgeritten ist, hat er eine spirituelle Reise begonnen und nahm das Leiden dann wahr.

And then he goes off and he does very intensive meditation, and very extreme ascetic practices, and sees or realizes that this is not the way. This is also a very important aspect of Buddha’s story and Buddhist teachings, which is: don’t go to fanatic extremes.

Dann führt er Meditationen durch, macht asketische Praktiken, und entdeckte aber auch da, das ist nicht das Richtige. Und das ist auch eine wichtige buddhistische Einsicht: man soll nicht zu weit in den Extremen gehen.

And so then Buddha gave up these ascetic practices – he practically starved himself to death – and he sat under the tree and he was given yoghurt by a shepherd lady to break his fast: yoghurt, milk, these sorts of things – the cow represents love, compassion. It is added later in the story, but it again gives a very nice touch to it: that it is compassion that wakens us up from self-mortification to actually find the proper way – to be more concerned with the universal problems of suffering.

Dann gab er die Askese auf. Und von einem schönen jungen Mädchen hat er dann Joghurt bekommen. Da hat er dann sei Fasten gebrochen. Das symbolisiert auch wieder sehr schön das Mitgefühl, wo man dann eben auch seine …

Being associated with the cow, milk and yoghurt in Indian thought represents love, motherly love, compassion, and so on, and so it is this which turns us away from these self-mortifications, ascetic practices, to being more concerned with universal problems of suffering.

Also Joghurt, Milch ist verbunden mit der Kuh, im indischen mit der Kuh, und das auch mit der Mutter, das impliziert das Mitgefühl, das bringt uns weg von den eigenen asketischen Praktiken, von Selbstgeiselung, hin zu mehr universaler Verantwortung.

And then, very interestingly, Buddha attains enlightenment. He is sitting under the bodhi tree – it is a general theme in Indian thought, you always have these holy trees and so on, and lots of associations with that – but leaving that aside (the tree), Mara comes. Mara is the representation of obstacles, and hindrances, and temptations, and things like that.

Dann saß Buddha unter dem Bodhibaum, dem heiligen Baum, all die Symbole lassen wir jetzt einmal bei Seite. Aber dann, als er unter diesem Baum saß, kam dann Mara. Mara ist das Repräsentative für die Hindernisse, für die Versuchungen.

Actually, the name “Mara” comes from the Sanskrit word for death.

Der Name Mara kommt aus dem Sanskrit, und heißt Tod.

And what I find so helpful from that example is that even Buddha, right before he became enlightened, faced obstacles and hindrances in trying to accomplish something positive. So what do we expect from our own experience?

Was sehr hilfreich ist, was auch hier zu verstehen ist, dass auch Buddha, sogar Buddha vor der Erleuchtung, ihm Hindernisse begegnet sind, sogar vor so einem großen positiven Ereignis, vor der Erleuchtung, hat er Hindernisse erlebt. Und was sollen wir für uns erwarten, wenn das sogar dort so ist?!

He was very, very spiritually advanced right before he became enlightened: he didn’t start from being a dummy to being an enlightened being. So even at these final stages, obstacles are there, hindrances are there, and they appear even stronger at that point. So don’t get discouraged that now, at our level in our ordinary lives – whether we are following a spiritual path or not – there are hindrances, obstacles, different things that hinder us from accomplishing our purposes. Of course it is going to happen.

Buddha war da schon eine sehr fortgeschrittene spirituelle Person. Sogar dann bei dieser großen fortgeschrittenen Spiritualität, ist es, dass Hindernisse auftauchen, da sogar noch stärker. Was sollen wir dann erwarten, wir als normale Personen, wir sollen uns dann nicht entmutigen lassen. Egal ob wir einen spirituellen Weg befolgen oder nicht, aber es ist doch ganz klar, dass auch wir Schwierigkeiten und Hindernissen begegnen, die uns aufhalten oder abhalten, unsere eigenen Ziele zu verwirklichen.

And what is really quite strange is that the more positive what it is that we’re trying to accomplish, the greater the hindrances trying to prevent us from doing that. And that – if you’ve lived long enough and had enough experience in life – you find is quite true.

Was sehr eigenartig ist, umso mehr Positives wir verwirklichen möchten, umso stärker sind die Hindernisse, sind die Schwierigkeiten, die auftauchen. Wenn wir ein längeres Leben haben, umso älter wir werden, merken wir, dass das sehr wahr ist.

So don’t get discouraged is what it’s teaching us.

Was das uns lehrt, ist, dass wir uns nicht entmutigen lassen sollen.

You have to fight through it ,

Wir müssen uns durchkämpfen,

with strength, like a warrior.

Wie ein Krieger mit Kraft.

That is the point to Buddha coming from a warrior caste, because it really is an internal battle against our delusions, against our fears and so on.

Es hat schon einen Grund, dass Buddha aus der Kriegerkaste kommt, also ein innerer Kampf gegen Verblendungen, gegen Ängste.

Now, after Buddha became enlightened, he then hesitated teaching. He was wondering, “Who in the world can understand what I understood?” But he was requested to teach and he taught; he was going to try, anyway.

Nach der Erleuchtung hat Buddha gezögert zu lehren, zu unterrichten. Doch er wurde darum gebeten. Weil er hat gedacht: das versteht sowieso niemand.

So that teaches us, even if it is really very difficult, in this sense, to teach others – to explain to others – nevertheless, out of compassion, you do so. You try, try to help, regardless of how difficult it might be.

Was können wir daraus wieder lernen? Auch wenn es schwierig ist, anderen etwas zu sagen, zu lehren, usw., aber aus Mitgefühl heraus ist es so gut wie möglich versucht, es zu machen, egal wie schwierig es auch sein möge.

And many people wanted to follow the Buddha, which eventually started a monastic situation.

Und viele folgten dann dem Buddha. Es entstand auch eine monastische Institution.

And in the beginning there were no regulations there. But various problems came up with society, and in consideration – in other words, in the context of the fact that they were living in a society – then various rules were set up, the so-called “vinaya,” rules of discipline, to help avoid problems in the community and to help avoid problems with society.

Zuerst gab es keine Regel, doch dann tauchten Probleme mit der Gesellschaft auf. Und um Probleme mit der Gesellschaft zu vermeiden, wurden Disziplinregeln aufgestellt, Vinaya genannt.

So that indicates, it is not as though there are laws – that these are the things you have to follow just because I said so – but rather the various regulations that you have were all formulated, and you find in the literature: this problem came up, and then Buddha said, okay to avoid, let’s say, the people thinking that the monks were greedy in terms of begging for food (which was the custom of shramaneras at that time, it wasn’t something new) that you look down; you only take what’s accepted; you don’t ask for more; you don’t hoard the food away; you eat what you’v e gotten – these sort of things, to ensure that they fit into society okay, and the society would not disapprove of them, and so on. It is important. It is very valid for us today as well.

Es sind nicht Gesetze, die befolgt werden müssen, weil ich so gesagt habe, sondern es sind bestimmte Regeln. Die sind so entstanden, nachdem bestimmte Probleme aufgetaucht sind. Diese Regeln sind dann entstanden, um Probleme zu vermeiden. Z.B. in der Gesellschaft, nicht dass die Gesellschaft denkt, dass z.B. die Mönche gierig seien, das die Gesellschaft nicht denkt, Mönche sind gierig, [was damals bei den Shramaneras üblich war, es war nichts Neues.] weil die Tradition war es damals wo die Shramaneras betteln gehen um das Essen. Nicht dass man mehr verlangt, noch mehr möchte, sondern nur das isst, was man bekommt. Dafür wurden dann die Regeln gemacht.

The monks and nuns can’t ask for food: they just walk around and the people come and they give them whatever they give.

Die Mönche und Nonnen, die gehen herum und die Leute geben ihnen das, was sie ihnen geben möchten, sie konnten nicht fragen.

And in the beginning, Buddha hesitated to include women in the monastic order as nuns because he was quite worried in terms of society. The society would think that they were the men and women off together in the forest – they must be doing all sorts of naughty things! And so he hesitated at first. But then when he accepted women into the order he set very, very specific rules to make sure that the people weren’t violating it within the order, and that society wouldn’t get the wrong idea in terms of why there were both men and women in the monastic order.

Zuerst wurde auch gezögert Frauen in den Orden aufzunehmen, weil die Gesellschaft könnte dann denken: Ja, da gibt es Frauen und Männer, die gehen in den Wald gemeinsam, und die machen da alles Mögliche, irgendwelche Dinge da im Wald. Nachdem dann aber die Frauen akzeptiert worden sind im Orden, da gab es dann bestimmte Regeln. Und diese Regeln waren dafür da, dass sie geschützt werden vor den falschen Vorstellungen, dass die Gesellschaft nicht falsche Vorstellungen hat von den Frauen.

So, you couldn’t have a monk and a nun together just by themselves. There always had to be more than one nun together – sort of chaperones. These type of things are very practical and all of this teaches us a lesson.

Alles ist sehr praktisch. Also eine Nonne und ein Mönch konnten niemals alleine sein. Es musste immer eine Nonne, jemand noch dabei sein. Das sind sehr praktische Beispiele. Das lehrt uns sehr viel.

And they can’t sit on the same seat or the same bed together – these sort of things.

Sie können nicht auf dem gleichen Bett nebeneinander sitzen, beispielsweise. Und solche Dinge.

And so, what it teaches us is, on the one hand, Buddha rejected all the glories of society to find the truth, but on the other hand, he doesn’t want to offend society, doesn’t want them to get the wrong idea. And so, although one might not agree with all the principles of society in terms of their values; nevertheless, you don’t want to alienate society. This indicates very well – politicians perhaps need to learn about this, perhaps they do, perhaps they do – how to be diplomatic, how not to offend, how not to cause unfounded suspicion, and so on, even though you might disagree with what society’s values are.

[Das lehrt uns auf der einen Seite, dass Buddha all den Ruhm der Gesellschaft verwarf, um die Wahrheit zu finden, aber auf der anderen Seite wollte er die Gesellschaft auch nicht kränken, oder dass sie z.B. auf falsche Gedanken käme. Auch wenn man nicht mit den Prinzipien der Gesellschaft in Bezug auf ihre Werte übereinstimmt, möchte man sie doch nicht entfremden. Dies weist sehr gut darauf hin, diplomatisch zu sein, (Politiker sollten vielleicht etwas daraus lernen, möglicherweise tun sie es,) nicht zu kränken, keinen Argwohn, wenn auch unbegründet, oder ähnliches zu verursachen, auch wenn man nicht mit den gesellschaftlichen Werten übereinstimmt.] Auf der einen Seite wurden Dinge von der Gesellschaft abgelehnt von Buddha, doch auf der anderen Seite war er sehr bedacht darauf, dass die Gesellschaft keine falsche Vorstellung entwickelte. Auch nicht, dass er die Gesellschaft an sich beleidigte, was für heute ganz wichtig ist, was wir jetzt auch daraus lernen können. Vielleicht Politiker sollten das sich genauer anschauen, es wär was Wichtiges, wie man diplomatischer umgeht.

And one thing I find so wonderful in Buddha’s life is that he had a cousin who really disliked him, Devadatta, and he always caused trouble with the Buddha. And actually, if you look further in the Pali canon, a lot of people caused trouble with the Buddha; a lot of people didn’t like him.

Was ich auch sehr interessant finde: der Buddha hatte einen Cousin, Devadatta genannt, der immer Probleme machte, der hat Buddha überhaupt nicht gemocht, er hasste ihn. Im Pali Kanon, wenn man da nachschaut, da gibt es sehr viele Problememacher, die sehr viele Probleme machten, die Buddha nicht mochten.

So it teaches a very valuable lesson, which I always tell my students, which is that if not everybody liked even the Buddha, what do you expect: that everybody’s going to like you?

Das, was ich meinen Schülern dann immer sage: dass, wenn nicht sogar alle Buddha liebten, ja was sollen wir uns erwarten. Ist doch ganz klar, dass nicht alle uns gernhaben.

So of course there are going to be people that don’t like us. There’s going to be people that – we can’t please absolutely everybody, Buddha wasn’t able to please everybody, and so be realistic and don’t get depressed.

Wir sollten eben realistisch sein. Es ist ganz klar, wenn Leute sogar Buddha nicht gern hatten, ist es ganz klar, dass es Personen gibt, die uns nicht mögen. Also wir sollen das realistisch sehen und uns nicht entmutigen lassen, nicht deprimiert werden wegen dem.

And then Buddha passed away.

Dann verschied Buddha. Buddha starb.

And a very interesting thing in the life stories: it says that Ananda (that’s one of his main disciples) had the opportunity to ask Buddha not to pass away, but somehow he didn’t ask and so Buddha passed away.

Was sehr interessant ist, Ananda, einer von den Hauptschülern, er hätte die Möglichkeit gehabt, ihn zu bitten nicht zu sterben, doch er hat es nicht gemacht. Er hat die Möglichkeit nicht genützt.

And this teaches us that Buddha only teaches when he is asked, and Buddha only stays when he is asked to stay, and if nobody wants him around, he leaves.

Was lehrt das uns? Dass ein Buddha nur lehrt, unterrichtet und auf der Welt bleibt, wenn er gefragt wird, wenn er darum gebeten wird. Also ein Buddha, wenn man den nicht bittet zu lehren, dann wird er nicht lehren, und auch nicht um uns herum bleiben. Das ist ganz wichtig für uns.

That is a very good lesson for us. If others don’t want our help, and if others don’t need us, don’t push yourself on them. There are plenty of others elsewhere who might be much more receptive to us and might wish for our help – a very good lesson.

Dies ist wieder ein sehr guter Hinweis, also wenn andere unsere Hilfe nicht benötigen, sollen wir uns denen nicht aufdrängen, es gibt viele andere, die uns benötigen.

So we can see, we can look at the Buddha’s life and try to find all the historical facts – and in this year he did this, and on this date he did that, and so on – and that would have its validity within the context of the Western view of history. Very nice,

Wir können uns ansehen das Leben Buddhas mit den historischen Fakten, er hat das zu jener Zeit gemacht, und zu jener Zeit hat er jenes gemacht. Das hat auch seine Gültigkeit im Kontext westlicher Wissenschaft.

but even that would be quite difficult to get any sort of certainty that this happened in this particular year and so on. But anyway, that has its importance.

Aber hier ist es auch schwierig mit Sicherheit zu sagen, das ist in jenem Jahr geschehen, dass zu jener Zeit das war, aber es hat auch seine Wichtigkeit, seine Gültigkeit.

Or we can look in terms of what lessons can we learn –

Oder wir können uns das ansehen: Was können wir daraus lernen.

in terms of when you tell a story, or legend, the various symbols or things that are used in it, like in the Jungian analysis – what does it indicate to us? What does it represent? Very helpful.

Wir können es auch betrachten als eine Geschichte, als eine Legende. Wenn wir uns die ganzen Symbole ansehen, welche Bedeutung haben sie für uns. Wenn wir das mit der Analyse von Jung betrachten z.B., was bedeutet das.

And we can look at it in a larger Mahayana context, with the presentation that Buddha became enlightened ages ago, many lifetimes before, and is going to go on for endless eons in the future, to teach us the theme of universality: that you want to be able to help others forever – this is the main Mahayana theme – it doesn’t just end when we die.

Und wenn wir uns das von der Mahayana Sichtweise aus ansehen, so ist es, dass der Buddha viele Leben vorher schon die Erleuchtung erlangt hat, und dann letztendlich ohne Ende weiterlehren wird zum Wohle der Lebewesen.

And so what does that teach us even if we don’t accept rebirth, which perhaps most of us don’t? Nevertheless, it teaches us: whatever we are doing now is the result of all the generations that came before us, and if we are trying to do something positive in the world, don’t just think in terms of my generation, but think in terms of future generations, endlessly into the future – think big. That’s what it teaches us.

Was lehrt uns das? Auch wenn wir nicht die Wiedergeburtslehre akzeptieren, was wahrscheinlich der Fall ist, dass die meisten das nicht tun, ist es so, dass das, was wir jetzt tun, das Ergebnis ist von Generationen vor uns. Und dass wir dann weitersehen in die Zukunft, weitere Generationen nach uns ansehen, dass wir groß denken, weit.

And then we have the tantra presentation. The tantra presentation is quite fantastic, actually, if you look at it.

Also wenn wir uns die Tantra-Präsentation ansehen, die ist ziemlich fantastisch.

Buddha appears and he is teaching in one place the teachings on the deepest philosophical themes, and in another place he is appearing as this figure with four faces and from each face he is teaching something different simultaneously – quite extraordinary.

Es ist sehr außergewöhnlich, auf der einen Seite erscheint Buddha und unterrichtet Philosophie auf der anderen Seite gleichzeitig erscheint er in einer Gestalt mit vier Köpfen, [wobei jedes Gesicht simultan etwas anderes lehrt.]

But what does it indicate? It indicates that all the various aspects of the Buddha’s teachings – and there are many, many different kinds of Buddhist teachings that we find if we look at the history – and all of them fit together, all coming from the same source. Now whether these are historical sources, I’ve been trying to indicate, is irrelevant. They come from the same basic ideas: and you can give it a historical presentation, or you can give it another type of presentation.

So sind es die verschiedenen buddhistischen Aspekte, die alle zusammenpassen, sie sind alle von der gleichen Quelle, es ist jetzt nicht die historische Quelle, man kann sagen von der gleichen Quelle, von der gleichen Idee.

So we find basic principles that are present in all the various types of Buddha teachings: whether we think of the Theravada presentation, the Mahayana sutra presentation, the Mahayana tantra presentation. In all the various things there are these basic principles, and actually they are represented by the various arms of these figures, and the number of faces, and so on. It’s all there.

Die grundlegenden Prinzipien der buddhistischen Lehre werden dargestellt von der Figur mit den vier Köpfen, vom Theravada, vom Mahayana, Tantra …..

In these Buddha-figures they have many arms, and they have many faces, and they have many legs. So the basic Buddha teachings was in terms of the four noble truths – four faces! Everything represents something.

Alles repräsentiert etwas, die vier, die grundlegende Lehre von den vier edlen Wahrheiten wird repräsentiert von den vier Köpfen.

So we have our presentation, then, of the life of the Buddha. This is, I think, all that we have time to go into.

Das war jetzt kurz die Darstellung vom Leben Buddhas. Mehr Zeit ist nicht übrig, um darauf genauer einzugehen.

But this is the approach that I would like to take through our topics these days that we are together: is what can we learn from these topics – not the actual facts, the facts you can read, and the many presentations of it – but what is the purpose of it, what’s the application of it? And that way we gain, I think, a deeper appreciation for this material. Not just to memorize a list and give it back in a test. Okay? Thank you.

Das ist der Zug, den ich jetzt während dieses Seminars haben möchte. Nicht eben nur die Fakten geben, es gibt ja verschiedene Darstellungen auch von den verschiedenen Fakten, usw., sondern: was können wir lernen, was ist der Zweck, die praktische Anwendung von dem. So lernen wir dann auch all diese Darstellungen mehr wertzuschätzen. Das ist mein Zugang, und diesen Zugang möchte ich vermitteln. Danke.