Das Berzin-Archiv

Das Buddhismus-Archiv von Dr. Alexander Berzin

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An den Buddhismus realistisch herangehen

Alexander Berzin
München, Deutschland, Juni 1996
[leicht redigierte Abschrift]
Übersetzung ins Deutsche: Tara Dorn

Unterrichtseinheit 5: Eine gesunde Beziehung zu einem spirituellen Lehrern aufbauen

Mit problematischen Situationen umgehen

Wir sprachen über diesen ganzen Themenkreis, was ich tun sollte und was ich nicht tun sollte, und über die Angst, die davon herrührt und so weiter. Wir sahen, dass es bei dem ganzen Thema um eine fehlerhafte Wahrnehmung davon geht, wie wir die Dinge wahrnehmen. Wir müssen eine klare Unterscheidung zwischen der konventionellen, gewöhnlichen Existenz von uns selbst und von allen Dingen um uns herum, und der soliden Existenz, die tatsächlich überhaupt nicht existiert, treffen. Vielleicht erinnern Sie sich daran: Als wir über Leerheit gesprochen haben, haben wir über die Abwesenheit unmöglicher Arten von Existenz gesprochen haben, die gar nicht existieren.

Wie existieren die Dinge aber in Wirklichkeit? Im Buddhismus sagen wir, dass alle Phänomene durch das abhängige Entstehen aus vielen, vielen Faktoren entstehen – alles entsteht in Abhängigkeit von Ursachen, Teilen, geistigen Benennungen und Konzepten dafür und so weiter. Lassen wir es dabei, dass Dinge abhängig von Ursachen und Bedingungen entstehen und existieren. Von dieser Warte aus können wir sagen, dass Dinge nicht dauerhaft sind – d. h. nicht solide im Sinne von dauerhaft aus einer einzigen Ursache entstanden, sondern vielmehr, dass alle Dinge sehr komplex sind und daher aus sehr komplexen Wechselwirkungen entstehen.

Zum Beispiel sind die Dinge nicht schwarz und weiß, wenn wir uns einer Situation gegenübersehen: „Du solltest dies tun und du solltest das nicht tun“, und deshalb gibt es da nur einen Weg zu handeln, der richtig ist. Der andere Weg ist definitiv falsch. Tatsächlich ist jede problematische Situation, in der wir uns befinden könnten, sehr komplex und die Lösung die wir finden, wird von zahlreichen Faktoren abhängen. Daher braucht es ein großes Maß an Sensibilität und Gewahrsein, um zu entscheiden, was zu tun ist. Wenn wir anfangen dieses Syndrom von „ich sollte“ oder „ich sollte nicht“ zu überwinden und unkritisch Gesetze zu befolgen, heißt das nicht, dass es nichts ausmacht, wie wir uns entscheiden oder was wir tun, da alles nur unsere Einbildung ist. Anstatt uns bei der Vorgehensweise, wie wir problematische Situationen lösen, rigide und starr vorzugehen: „Hier ist das Gesetzbuch, lasst mich nur eben die Regeln nachschlagen und dann den Regeln folgen“ – eine solche Vorgehensweise wäre der rigide, festgeschriebene Weg des „ich sollte dies“ und „ich sollte das nicht“ – benutzen wir unsere Unterscheidungsfähigkeit, unsere Weisheit und unsere ganze Erfahrung, um eine Lösung zu finden, die der jeweiligen Situation angemessen ist. Das erfordert ein großes Maß an Flexibilität. Je mehr Faktoren wir, beim Versuch ein Problem zu lösen, in Betracht ziehen, desto größer ist die Chance, dass wir das Problem klug lösen. Wenn wir nicht eine große Anzahl an Faktoren in Betracht ziehen, dann werden wir lediglich zu einer Lösung kommen, die das Problem nicht wirklich löst.

Wenn wir daher feststellen, dass die Dinge nicht schwarz oder weiß sind, verneint das nicht die Tatsache, dass wir für ein Problem entweder eine wirksame oder eine unwirksame Lösung finden können. Das ist wichtig im Sinn zu behalten. Wir sollten uns auch daran erinnern, dass wir nicht Gott sind. Wir können nicht einfach nur losgehen und jedes Problem mit einem Fingerschnippen lösen.

Gibt es irgendwelche Fragen zu diesen Punkten, bevor wir weitergehen?

Die positive Kraft aufbauen, um Leerheit zu erkennen

Teilnehmer: Ist es möglich Leere oder Leerheit während der Meditationssitzung selbst zu erkennen und wie kann ich das erreichen? Oder ist es nur möglich, wenn wir von einem Lehrer in die Leerheit eingeführt werden?

Alex: Tsongkhapa war kein dummer Mann. Er arbeitete sehr hart und hatte sicherlich ein genaueres Verständnis von Leerheit als die meisten von uns. Er verstand aber, was er tun musste, um ein nicht-konzeptuelles, korrektes Verständnis von Leerheit zu erlangen, nämlich ein positives Potenzial aufzubauen, das für gewöhnlich als „Verdienst“ übersetzt wird. Auf einer sehr fortgeschrittenen Stufe seines spirituellen Pfades beschloss er, dass es notwendig sei, dreieinhalb Millionen Niederwerfungen zu machen und – ich habe die genaue Anzahl vergesse – auch Millionen von Mandala-Darbringungen. Nachdem er all das gemacht hatte, war er in der Lage, die Leerheit korrekt und nicht-konzeptuell zu verstehen. Ich glaube, dass das eine sehr wichtige Lehre ist. Ob wir für uns selbst auf dem Kissen sitzen und meditieren, um Leerheit zu verstehen, oder ob ein Lehrer vorbeikommt und sagt: „Alex, dies ist Leerheit, Leerheit dies ist Alex, gestattet, dass ich euch miteinander bekannt mache.“ Wenn wir das notwendige positive Potenzial oder das so genannte „ Verdienst“ nicht erworben haben, wird gar nichts geschehen.

Wir hören immer von der Notwendigkeit, die zwei Ansammlungen von Verdienst und Einsicht aufzubauen oder, wie ich sie zu nennen bevorzuge: „Speicher“ oder „Netzwerke“, „positives Potenzial“ oder „positive Kraft“ und „tiefes Gewahrsein“. Wie wir sie auch nennen, es ist extrem wichtig, diese zwei Ansammlungen oder Netzwerke aufzubauen. Diese Netzwerke aufzubauen, ist wirklich eine sehr reale Sache, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Wenn wir versuchen, einen Sachverhalt zu verstehen oder eine Aufgabe zu Ende zu führen oder was auch immer, ob es in der Meditation ist oder beim Schreiben eines Buches oder was immer es sein mag – sich beispielsweise mit einem Problem auseinanderzusetzen – manchmal erreichen wir dabei einen Punkt, an dem wir eine Art geistige Blockade haben. Wir können dann nicht einfach weiterarbeiten. Wir erreichen ein Plateau; das Interesse an der Arbeit lässt nach, und unser Projekt erscheint uns fade. Das Problem ist, dass nun unsere Energie zu schwach ist, um weiterzumachen. Wir brauchen etwas positive Energie, etwas positive Kraft oder positives Potenzial, um weiterzumachen. Darum geht es bei Verdienst. Es geht nicht darum, dass wir mehr Punkte benötigten, wie bei einem Spiel, bei dem wir mehr Punkte brauchen, um das Spiel zu gewinnen. In solchen Situationen, in denen wir blockiert sind, hilft es, das Projekt, an dem wir gerade arbeiten, beiseite zu legen und ein wenig ruhen zu lassen. Stattdessen richten wir unsere Aufmerksamkeit auf eine andere positive Aktivität – zum Beispiel darauf, anderen Menschen zu helfen.

Dies kann auf verschiedene Weise getan werden. Der einfachste Weg, den ich immer gehe, wenn ich etwas nicht verstehen kann und mich in die Lage versetzen möchte, den Sachverhalt zu begreifen, und in meinem Geist schnell Klarheit gewinnen möchte, dann halte ich inne und rezitiere wiederholt das Manjushri-Mantra mit der dazugehörigen Visualisationen. Das mache ich beispielsweise, wenn ich an einem Text schreibe und mir das passende Wort nicht einfällt, oder wenn ich einen Sachverhalt klar und deutlich ausdrücken möchte. Ich finde diese Vorgehensweise sehr hilfreich. Wenn wir uns selbst drängen: „Ich muss das verstehen, ich muss das verstehen!“ – ohne etwas Alternatives zu unternehmen, wie beispielsweise ein Mantra zu wiederholen, dann – verzeihen Sie mir den Ausdruck – ist es ein wenig so, als wenn wir auf dem Klo sitzen würden, wir an einer Verstopfung leiden und uns anstrengen würden zu koten. So wird nichts dabei herauskommen. Wir werden uns einfach nur sehr unbehaglich fühlen.

Es ist wirklich wichtig, entspannt zu sein, sodass wir viel klarer werden, und diese Art von Mantra-Praxis ist dafür eine sehr wirksame Methode. Besonders, wenn ich möchte, dass mein Geist sehr scharfsinnig und klar ist, erneuere ich meine feste Absicht und wünsche mir, scharfsinnig und geistesklar zu sein, dann wirkt das Mantra noch effektiver. Und diese Mantra-Rezitation gewinnt noch an Wirkungskraft, wenn ich meine Rezitation durch Visualisationen ergänze, die meinen Geist dabei unterstützen, sich einsgerichtet auszurichten. In dieser Situation fügen wir dem Rezept für die erfolgreiche Projektabwicklung gewissermaßen etwas hinzu. Wir fügen dem Rezept die positive Kraft und das positive Potenzial dieser Mantra-Rezitation hinzu, damit diese uns dabei unterstützen kann, unsere geistige Blockade zu überwinden. Ich finde, dass das sehr gut funktioniert. Diese Methode ist in den meisten Fällen sehr wirkungsvoll. Wenn wir sehr offen sind, dann wird uns die Lösung irgendwie zufliegen, ohne dass wir eine Lösung erzwingen müssen.

Was ich hier beschrieben habe ist eine Situation, in der wir unmittelbar eine Lösung benötigen, wenn ich zum Beispiel bei einer Übersetzung nicht das richtige Wort finden kann. Es gibt auch einige andere Situationen, in denen unsere Energie irgendwie ein wenig abgestanden oder schal wird. Aus meiner eigenen Erfahrung heraus betrachte ich meine Reiseaktivität und das Lehren an verschiedenen Orten als eine Art von Bodhichitta-Retreat. Das hilft mir die positive Kraft aufzubauen. Ich könnte das Reisen auch so betrachten: „Das ist eine schreckliche Ablenkung vom Schreiben“, und dass ich in gewissem Sinn die Zeit ungern getrennt von meinem Schreibtisch und Computer verbringe. Ich kann das viele Reisen und Lehren aber auch als eine sehr positive Sache betrachten, die mir hilft anschaulicher zu schreiben.

Ich verwende diese Beispiele aus meinem eigenen Leben, aber dieser Herangehensweise kann jeder auch auf sein eigenes Leben anwenden – ob wir es nun mit irgendeiner Situation bei uns daheim zu tun haben, in der Familie oder in irgendeiner Beziehung, oder ob wir eine Blockade haben. Wir können in die Welt hinausgehen und uns irgendeine konstruktive ehrenamtliche Arbeit suchen, beispielsweise in einem Krankenhaus oder etwas Ähnliches. Wir können uns irgendeine Aktivität suchen, die für unsere momentane Situation angemessen ist; das wird für den Aufbau unserer positiven Kraft und unseres positiven Potenzials einen großen Unterschied machen.

Diese Vorgehensweise, um positives Potenzial aufzubauen, ist nicht nur auf Situationen beschränkt, in denen wir eine geistige Blockade haben. Zum Beispiel lief meine schriftstellerische Arbeit sehr gut, bevor ich zu dieser Vortragsreise aufbrach. Es gab überhaupt keine Blockade. Ich wollte aber gewissermaßen, dass es noch besser laufen sollte. Ich wollte sogar noch mehr Energie haben. Ich denke nicht, dass Tsongkhapa eine Blockade gehabt hat und gar nichts mehr verstanden hatte. Ich denke vielmehr, dass er für sich erkannt hatte, dass er sogar noch mehr positive Energie benötigen würde, um zu einem wirklich brillanten Verständnis zu kommen und um eine wirklich tiefgründige, korrekte nicht-konzeptuelle Wahrnehmung der Wirklichkeit zu erfahren, wozu er sogar noch mehr positive Energie brauchen würde.

Unser Aufbau positiven Potenzials erfordert nicht unbedingt die Durchführung eines Bodhichitta-Retreats, bei dem wir, wie ich es tue, losziehen und meine Arbeit an Veröffentlichungen hinter mir lassen, um zu reisen und zu lehren. Wir können beides miteinander vereinen – meditieren und anderen helfen. Es heißt nicht, dass wir aufzuhören haben, über Leerheit zu meditieren, bloß weil wir eine Blockade haben, wir müssen aber etwas mehr positive Energie hinzufügen. Wir können das zwischen unseren einzelnen Meditationssitzungen machen. Wie ich denke, ist das wirklich sehr wichtig. Es reicht nicht aus, nur zu sitzen und zu meditieren. So ist es wirklich nicht. Wir müssen auch wirklich aktiv sein, wirklich immer mehr positive Kraft aufbauen und wirklich Dinge tun, um anderen zu helfen.

Warum es wichtig ist, einen spirituellen Lehrer zu haben

Das bringt uns zu dem umfassenden Themenbereich des spirituellen Lehrers. Welche Rolle spielt der spirituelle Lehrer in diesem ganzen Prozess? Natürlich dürfen wir dabei die Pratyekabuddhas nicht vergessen. Auch ihr Pfad ist von der Art wie der Buddha ihn gelehrt hat. Sie sind auf dem Zufluchtsbaum zu finden. Pratyekabuddhas sind solche Praktizierende, die während eines dunklen Zeitalters leben, also dann wenn keine Buddhas da sind und keine Lehrer vorhanden sind. Um meditieren zu können und Fortschritte auf dem Pfad zu machen, müssen sich die Pratyekabuddhas allein auf die Instinkte bezüglich des Dharma verlassen, die sie in ihren früheren Leben aufgebaut haben, als sie mit den Lehren der Buddhas Kontakt hatten.

Wenn wir darüber nachdenken, können wir feststellen, dass die Pratyekabuddhas sehr beherzte und mutige Wesen sind. Sie sind unseres Respekts ziemlich würdig. Wir sollten nicht denken: „Oh, die Pratyekabuddhas sind diese schrecklich selbstsüchtigen Leute, die sich für sich alleine in Höhlen zurückziehen.“ Aber jetzt da es Buddhas und Lehrer unter uns gibt, stellt sich uns die Frage: „Sind wir wirklich auf sie angewiesen oder nicht; und was heißt es, sich wirklich auf einen Lehrer zu verlassen?“ Ich denke, dass dieses Thema des spirituellen Lehrers ein Thema ist, das sehr schwer zu begreifen ist.

[Siehe: Sich mit einem spirituellen Lehrer verbinden: Eine gesunde Beziehung aufbauen.]

Es kann sehr Vieles über die Lehrer-Schüler-Beziehung von vielen verschiedenen Gesichtspunkten aus gesagt werden und es ist bei dieser Gelegenheit nicht notwendig, alle diese Gesichtspunkte durchzugehen. Ich denke, auf einer praktischen Ebene, dass eines der Dinge, die so wichtig in Bezug auf einen spirituellen Lehrer sind, ist, dass der Lehrer – innerhalb des Kontexts, dass der Lehrer richtig qualifiziert ist und nicht bloß irgendein Spaßvogel, der herumgeht und behauptet, dass er ein Lehrer sei – die Unterweisungen zu einer menschlichen und greifbaren Angelegenheit macht – „ real“ wäre vielleicht ein etwas überladenes Wort. Der Lehrer macht den Dharma menschlich. Wenn wir keinen Lehrer habe und nur aus Büchern etwas über den Dharma erfahren, dann beruht die Vorstellung, die wir davon haben, was es bedeutet, die Lehren zu begreifen und sie in unserem Leben umzusetzen, vollkommen auf unserer eigenen Vorstellungskraft. Mit anderen Worten: Wenn wir den Dharma nur aus Büchern erlernen, haben wir kein lebendiges Vorbild von einem Menschen, der die Lehre des Buddha bereits verstanden hat, und auch kein lebendiges Vorbild von jemandem, der die Lehren in sein eigenes Leben überträgt. Ein Vorbild zu erleben, das die Lehren verkörpert, kann uns die größtmögliche Inspiration dafür geben, dass wir selbst versuchen möchten, die Unterweisungen zu verstehen und zu verinnerlichen.

Es gibt zwei Faktoren, die daran beteiligt sind, etwas über die Lehren des Buddha zu erfahren. Ein Faktor ist, dass man spezifische Lehraussagen, wie beispielsweise über die Leerheit, präzise in ihrer Fachterminologie versteht. Das ist die eine Sache. Ein Lehrer kann einen zudem Fragen beantworten, was ein Buch nicht kann. Zusätzlich zu der fachlichen Genauigkeit beim Verstehen ist uns der Lehrer ein lebendes Vorbild dafür, wie man das Verständnis im Leben praktisch umsetzt. Dieser Aspekt ist wirklich äußerst wichtig, wie ich denke.

Wir sehen jemanden wie Seine Heiligkeit den Dalai Lama und können mit Sicherheit sagen, dass er ein sehr weit entwickeltes Verständnis von Leerheit hat, und dass er eine Verwirklichung von Bodhichitta hat. Von jeder Warte aus würden wir dem zustimmen. Dann mit einer Messlatte zu kommen und zu versuchen zu messen: „Ist er auf dieser Bodhisattva-Stufe oder schon auf jener Bodhisattva-Stufe?“ – das wäre kindisch. Wen kümmert es? Durch die Art und Weise wie er handelt, können wir begreifen, dass ein Verständnis des Dharma sich nicht dadurch ausdrückt, dass man ein gedankenverlorener, schlecht geerdeter, ausgeflippter Mensch wird, der mit seinem Kopf in den Wolken steckt und mit seinem Leben nicht klar kommt. Am Beispiel Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama können wir deutlich erkennen, was es wirklich bedeutet, diese Vereinigung von Weisheit und Mitgefühl verwirklicht zu haben. Dies ist sicherlich ein sehr wichtiger Aspekt, wenn wir darüber sprechen, in den Dharma eingeführt zu werden, oder speziell in die Lehren über die Leerheit.

In den Dharma eingeführt werden

Es gibt viele Möglichkeiten wie wir mit dem Dharma bekannt gemacht werden können. Eine Möglichkeit besteht darin, dass ein Lehrer irgendeine Situation erzeugt, durch die wir in der Weise emotional bewegt werden, dass wir aus unserem gewohnten Trott herausgerissen werden, um dadurch eine Verwirklichung zu erlangen. Dabei handelt es sich um eine Art von Zen-Stil, den einige tibetische Lehrer praktizieren, aber nicht so viele. Geshe Wangyal, der ein kalmückisch-mongolischer Lehrer in den Vereinigten Staaten war, wandte diese Methode sehr geschickt an. Er ist bereits vor vielen Jahren gestorben. Er brachte seine Studenten aber dazu, dass sie für ihn und für sich selbst Gebäude wie ein Haus und einen Tempel errichteten. Einmal arbeitete einer seiner Studenten sehr hart daran, ein Haus für Geshe-la zu bauen und arbeitete dabei am Dach. Eines Tages kletterte Geshe-la auf das Dach, ging zu ihm hin und sagte: „Was tust du da? Das machst Du ganz falsch! Du machst alles kaputt! Verschwinde von hier!“ und der Student sagte: „Was meinen Sie damit, dass ich es falsch mache? Ich machte es genau so, wie Sie es mir gesagt haben, und ich machte es schon Monat um Monat so!“ Geshe Wangyal antwortete sofort darauf: „A-ha! Da ist das „Ich“ das zu widerlegen ist.“

Um uns in die Leerheit einzuführen, kann der Lehrer eine Situation wie diese herbeiführen, in der wir emotional etwas erkennen und dadurch eine Einsicht erlangen können. Es erfordert große Geschicklichkeit, um das gut zu machen. Das ist also eine Möglichkeit, durch die wir bis zu einem gewissen Punkt mit dem Dharma bekannt gemacht werden. Ein Buch kann das nicht bewerkstelligen.

Der zweite Weg, um mit dem Dharma bekannt gemacht zu werden ist so, dass einem sehr gut verständliche Erklärungen gegeben werden. Ein Buch könnte das auch. Die sehr verständlichen Erläuterungen eines Lehrers können in einem Buch niedergeschrieben sein.

Aber ganz egal wie klar und deutlich einem ein Sachverhalt erklärt wird, wir werden die Erläuterungen nicht verstehen, wenn wir eine geistige Blockade haben. Und daher gibt es eine andere Methode. Ein Lehrer lässt uns selbst das Dharma-Puzzle zusammensetzen, indem er uns nach und nach einzelne Puzzleteile gibt, statt uns den Dharma nur wie einem Baby mit dem Löffel zu füttern.

Noch eine andere Methode, mit den Dharma bekannt gemacht zu werden, ist, dass man einem Lehrer begegnet, der den Dharma verstanden hat, also jemanden sieht, der den Dharma verkörpert. Wie dem auch sei, auch wenn wir anschauliche Erläuterungen über den Dharma in einem Buch lesen – irgendjemand muss das Buch geschrieben haben. Daher muss es einen Lehrer gegeben haben, egal ob wir diesen Lehrer treffen oder nicht. In einem gewissen Sinn begegnen wir diesem Lehrer, auch wenn der Mensch schon lang tot ist, da wir mit den Worten des Lehrers zusammentreffen, indem wir sein Buch lesen. Solang wir keine Pratyekabuddhas sind, müssen wir das Rad nicht neu erfinden. Wir müssen dieses Verständnis nicht aus uns selbst heraus entwickeln. Das Verständnis wird uns von jemandem vermittelt, nämlich von einem Lehrer.

In dieser Hinsicht ist ein Lehrer sehr wichtig. Wir benötigen tatsächlich eine Kombination all dieser Methoden in einem Lehrer. Wir brauchen einen Lehrer, der uns die richtigen und anschaulich dargestellten Informationen gibt. Wir benötigen einen Lehrer, der wirklich ein lebendes Vorbild dafür ist, was wir selbst in unserem Leben in Erfahrung bringen wollen und der uns inspirieren kann. Wir brauchen auch einen Lehrer, der bestimmte Umstände erzeugen kann, die für uns in der Weise förderlich sind, dass wir dadurch Einsicht erlangen können. Und wir benötigen einen Lehrer, der uns zur genau im richtigen Augenblick auf geeignete Weise ein Teil des Dharma-Puzzles gibt.

Unpersönlich-persönliche Beziehungen

Was die spirituelle Lehrer-Schüler-Beziehung betrifft, gibt es viele Dinge über die wir sprechen können. Ein Thema, das immer wieder bei in westlichen Ländern lebenden Menschen aufkommt ist, dass wir gerne mehr persönliche Aufmerksamkeit hätten. Wir haben ein sehr starkes Gefühl für unsere eigene Individualität. Jeder Westler denkt: „Ich bin besonders und ich sollte deshalb besondere Aufmerksamkeit erhalten.“ Bei dieser Art von Verhalten nehmen wir uns ganz natürlicher Weise Situationen zum Vorbild, in denen wir beispielsweise zum Psychologen oder so jemanden gehen, unser Geld zahlen und wir dafür eine persönliche, auf uns abgestimmte Behandlung bekommen. Gut, so etwas gibt es im buddhistischen Kontext nicht immer. Es ist lustig. Wir halten nach „MEINEM Lehrer, der für MICH besonders sein wird“ Ausschau und haben irgendwie eine Hollywood-gleiche Vorstellung davon, wie diese Beziehung aussehen sollte. Wir wollen nicht, dass die Beziehung sich wie bei Milarepa und Marpa gestaltet. Wir wollen keinen Lehrer, der uns zu schwer arbeiten lässt.

Ich möchte ein Beispiel von Serkong Rinpoche und mir geben. Ich hatte das unglaublich große Privileg, ihm nah zu sein und ihm ungefähr neun Jahre als Dolmetscher, Englischsekretär, Manager für seine Auslandsreisen usw. zu dienen, und auch sein persönlicher Schüler zu sein. Ich hatte diese Art von Beziehung mit ihm bis zu seinem Tod 1983. Ich würde aber sagen, dass die ganze Beziehung eine „unpersönlich-persönliche Beziehung“ war. Er stellte mir in den neun Jahren keine einzige Frage zu meinem persönlichen Leben – er tat das nicht ein einziges Mal. Er fragte mich nie, wie es meiner Familie ginge oder etwas Ähnliches. Und ich hatte auch nie das Bedürfnis, ihm etwas über mein persönliches Leben zu erzählen. Wir hatten aber trotzdem eine sehr vertraute Beziehung, und zwar Bezug darauf, wie wir zu jeder Zeit mit dem gegenwärtigen Moment umgingen.

So haben wir miteinander gearbeitet, aber auf eine sehr besondere Art und Weise. Es war so eine Form von Beziehung, die ich „unpersönlich-persönlich“ nennen würde, in dem Sinne, dass es da nicht zwei Riesen-Egos gab, die einander sagten: „Lasst uns miteinander arbeiten – ICH und DU.“ Und es war nicht diese Art von persönlicher „Lass-uns-die-Zahnbürste-teilen-Beziehung“, in der ich dir alles über mich erzähle und du mir alles über dich. Das ist als ob wir jemandem unsere schmutzige Unterwäsche zeigen. In diesem Sinn war die Beziehung unpersönlich. Sie war aber auch persönlich in dem Sinn, dass er meinen Charakter und meine Persönlichkeit verstand, und wir auf der Grundlage miteinander arbeiteten, dass wir unsere Charaktere gegenseitig respektierten. Ich hatte Verständnis für sein fortgeschrittenes Alter und seine Bedürfnisse. Man kann daher sagen, dass unsere Beziehung sowohl persönlich als auch unpersönlich war.

Ich denke, dass eine der stabilen Grundlagen für den Erfolg unserer Beziehung war, dass es auf beiden Seiten einen großen Respekt füreinander gab, als reife Erwachsene miteinander zu arbeiteten. Als Erwachsener näherte ich mich ihm nicht auf kindische Art, indem ich Bestätigung von ihm bekommen wollte oder von ihm verlangte, dass er für alle Aspekte meines Lebens verantwortlich sein sollte, indem ich ihm die Führung und Kontrolle über mein Leben übergeben würde. Das heißt aber nicht, dass ich ins andere Extrem fiel, das gewesen wäre: „Ich möchte die Kontrolle beibehalten, und du hast mir nicht zu sagen, was zu tun ist.“ Bei schwierigen Entscheidungen in meinem Leben zog ich ihn zu Rate, traf aber meine eigenen Entscheidungen, auch wenn ich ihn konsultierte. Es ist eher so, dass ich ihn fragen würde, ob es besser sei dieses oder jenes zu tun, anstatt mich wie ein Kind zu verhalten und zu fragen: „Was soll ich tun?“ – womit wir zum Thema „ich sollte dies oder das tun“ zurückkehren.

Zum Beispiel habe ich ihn am Ende unserer zweiten gemeinsamen Welttour gefragt: „Wäre es besser für mich in den USA zu bleiben und etwas mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen, oder wäre es besser mit dir nach Indien zurückzureisen und dem ersten Mönlam-Gebetsfest beizuwohnen, das Seine Heiligkeit der Dalai Lama in Südindien abhält? Was wäre heilsamer?“ Ich habe ihm diese Art von Fragen vorgelegt, wenn ich die Entscheidung nicht selbst treffen konnte. Rinpoche schlug vor, dass ich zum Gebetsfest reisen sollte, da es ein sehr bedeutendes historisches Ereignis sein würde, und ich folgte seinem Rat. Er erteilte mir aber keinen Befehl, den ich salutierend entgegennahm und sagte: „Yes, Sir!“ Ich ersuchte ihn nicht um Befehle. Er hat mir stattdessen die Situation mit etwas größerer Klarheit und einer weiteren Perspektive, als ich sie hatte, vor Augen geführt, so dass ich dann mithilfe meiner eigenen Weisheit für mich selbst zu einer Entscheidung kommen konnte. In anderen Situationen, wenn ich mir bereits selbst eine Meinung darüber gebildet hatte, was am Besten zu tun sei, habe ich ihn trotzdem gefragt, ob er irgendwelche Probleme für mein Tun voraussähe

Solche Fragen zu berücksichtigen ist, wie ich denke, sehr wichtig in einer Beziehung zu einem Lehrer. Wenn wir die Erwartung hätten, dass die Beziehung wirklich individuell und sehr persönlich sein müsse, dann würden wir unserer eigenen Person in gewisser Weise mehr Bedeutung geben als uns zustünde. Wir würden uns selbst sehr viel Bedeutung zumessen und uns selbst sehr wichtig nehmen, wenn wir diese Art persönlicher Aufmerksamkeit für uns einfordern würden. Wenn wir diese persönlicher Aufmerksamkeit einfordern würden, wäre es auch sehr einfach, in die Falle zu tappen, dass wir uns selbst als ein Kind sehen und den Lehrer als unsere Eltern, oder dass wir uns als Teenager sehen und den Lehrer als ein Popstar. Es könnte auch vorkommen, dass wir uns in irgendeine Art von Phantasievorstellung einer Romanze hineinsteigern.

Die Analogie von einer Honigbiene und Blumen

Wie wir unsere Beziehung mit einem spirituellen Lehrer auf eine persönlich-unpersönlichen Weise wirklich angehen, ist nicht so einfach. Und warum es wichtig ist, so zu handeln, beschränkt sich nicht nur auf unsere Beziehung mit einem spirituellen Lehrer. Es wäre hilfreich, wenn diese Vorgangsweise charakteristisch für unsere Beziehungen mit jedermann wäre. Shantideva schrieb, dass es in Bezug auf unsere Beziehungen zu anderen am Hilfreichsten sei, wenn wir uns wie eine Honigbiene verhalten würde, die von Blume zu Blume fliegt, sich nur mit der Essenz der Blume befasst und sich nicht bei jeder einzelnen Blume aufhält.

Ich möchte wieder Serkong Rinpoche als ein Beispiel nehmen. Er hatte gar keinen besten Freund. Vielmehr war jeder sein bester Freund, mit dem er gerade zusammen war. Sich in dieser Weise zu Verhalten ist gänzlich ein Aspekt der Offenheit, über die wir in der ersten Sitzung gesprochen hatten: Mit allen Menschen so umzugehen, als wären sie unser bester Freund. Wenn wir uns jemandem gegenüber so verhalten, dann ist unser Herz diesem Menschen gegenüber völlig offen. Wir kommen der Person auf diese Weise vollkommen persönlich entgegen, sodass wir wirklich von Herz zu Herz kommunizieren. Es ist aber nicht nötig, dass ich dir meine schmutzige Unterwäsche zeige, und ebenso ist es für dich nicht notwendig, dass du mir deine schmutzige Unterwäsche zeigst. Es ist nicht notwendig, auf all diese persönliche Einzelheiten einzugehen, weil wir gewissermaßen wollen, dass uns jemand dafür den Kopf tätschelt.

Gehen wir auf all diese Einzelheiten ein, ist es so, als ob wir unseren eigenen Müll und unser eigenes Durcheinander auf die andere Person abladen, sodass sie auch darin verwickelt wird. Wir haben alle unser eigenes, persönliches kleines Durcheinander mit dem wir in unseren Leben umzugehen haben. Unser eigener Müll und unser eigenes Durcheinander sollten aber nicht eine Last für andere Menschen werden und unsere Beziehungen mit ihnen belasten. Wir können mit diesen Menschen in Verbindung treten, völlig offen sein und empfinden, dass der andere Mensch unser bester Freund ist. Wir können wirklich mit dem Herzen dieser Person in Verbindung treten, ohne uns jedoch in seine Geschichten zu verwickeln, sodass wir genauso offen mit anderen Menschen umgehen – wie die Biene, die von einer Blume zur anderen fliegt – innig mit unserem Herzen dabei, aber nicht festgefahren.

Das ist die Art der Beziehung, die wir auch mit dem Lehrer haben könnten. Wir sind mit dem Lehrer beisammen, es ist da eine sehr direkte Offenheit in der Verständigung, aber dann gehen wir aus Situationen raus und die nächste Person ist dran. Wenn wir die Einstellung haben: „Ich WILL MEINEN GURU!“, dann werden wir sehr eifersüchtig und Besitz ergreifend, und die Situation wird für uns zu einer absoluten Qual: „Da gibt es diese In-Gruppe um den Lehrer herum und ich bin nicht Teil dieser In-Gruppe, ich gehöre nicht zu diesem erlauchten Kreis.“ Und: „…Oh, welches Leiden!“ Wir müssen ja alle unsere schmutzige Unterwäsche waschen. Wir müssen alle mit dem Chaos, mit dem Durcheinander unseres Lebens irgendwie umgehen. Wir sollten jedoch nicht erwarten, dass unser Lehrer sich diesem Durcheinander annimmt.

Das Extrem vermeiden, anderen Menschen die Anerkennung als Mensch zu verwehren

Gehen wir mit jemanden auf diese unpersönliche Art um oder treten mit jemandem in dieser Weise in Beziehung – egal ob es sich dabei nun um einen Lehrer oder einen Freund handelt – so lassen sich zwei Ebenen voneinander unterscheiden: Die tiefste Ebene und die konventionelle, relative Ebene. Auf der tiefsten Ebene ist jedermann gleich und niemand besonders, sodass dies zu dem unpersönlichen Aspekt jeder Beziehung führt. Auf der konventionellen Ebene aber sind wir Menschen Individuen und dies führt dann zu dem persönlichen Aspekt.

Es ist sehr wichtig, nicht in das Extrem zu verfallen, mit jemanden nur auf der tiefsten Ebene in Beziehung zu treten. Wir sollten nie den Versuch unterlassen, den jeweiligen Menschen dennoch als ein Individuum zu sehen. Anders gesagt heißt das, dass ich in einem gewissen Sinn überhaupt nicht in Beziehung trete, wenn ich mich zu dir in einer zu unpersönlichen Weise verhalte, auch wenn die Beziehung sehr herzlich ist. Wir müssen das Gefühl vermeiden: „Du bist Geistesstrom Nummer 14762 und diese andere Person ist Geistesstrom 14763, und mir ist es möglich, jedem Geistessstrom und jeder Seriennummer in gleich offener Weise zu begegnen und gleichermaßen emotional vertraut umzugehen“. Das wäre ein Fehler. Das würde heißen, diesen Punkt des Dharma bezüglich „aller fühlenden Wesen“ in einer extremen Weise zu interpretieren, indem jeder Mensch seiner einzigartigen Persönlichkeit entkleidet werden würde. Wir sollten uns immer daran erinnern, dass die andere Person sich selbst auf eine sehr persönliche Art sieht. Wir müssen daran arbeiten.

Lassen Sie mich, als ein Beispiel, davon berichten als meine Mutter letztes Jahr starb. Als sie im Sterben lag, sagte ich zunächst Gebete und führte verschiedene Praktiken für sie aus, jedoch auf eine unpersönliche Art, indem ich sie als Geistesstrom Nummer so-und-so betrachtete. Um den Schmerz der Anhaftung zu vermeiden, betrachtete ich sie nicht nur als meine Mutter, sondern als jemanden, der von vielen vergangenen Leben in viele zukünftige Leben geht, wie jedes andere Lebewesen. Buddhismus lehrt uns ja, dass jeder zu irgendeiner Zeit unsere Mutter gewesen ist. Daher war meine Art mit ihr, als sie sich im Zwischenzustand des Bardo befand, in Beziehung zu treten, eher abstrakt.

Nachdem ich meine Erfahrung mit einem engen Freund besprochen hatte, verstand ich, dass es viel hilfreicher sein würde die Situation von der Warte meiner Mutter aus im Bardo zu betrachten, als von meinem eigenen Blickwinkel als Dharmapraktizierenden aus, der etwas von vergangenen und gegenwärtigen Leben versteht, von nicht-solider Identität und so weiter. Von der Warte meiner Mutter aus, die sich im Bardo befand, haftete sie noch immer an ihrer alten Identität als Rose Berzin und betrachtete mich noch immer als ihren Sohn.

Ich änderte sofort die Praxis, die ich ausführte, um ihr in der Zeitspanne des Bardo zu helfen und sprach mit ihr direkt. Ich lehrte zu dieser Zeit in Chile und danach in Tahiti und lud sie daher ein, zu jedem meiner Seminare zu kommen und mit mir zu sein. Ich sprach auch die Art von Gebeten und Dingen, die sie gern hatte, bei denen sie sich wohl fühlte. Mit anderen Worten, versuchte ich die Angst zu spüren, die sie haben könnte und versuchte sie mit etwas zu beruhigen, das ich für sie als geeignet empfand.

Zum Beispiel mochte meine Mutter den Gesang buddhistischer Mantras. Sie fühlte sich davon sehr beruhigt. Auch wenn es nicht genau das war, was ich für mich im Bardo hilfreich gefunden hätte, begann ich auf eine Weise zu singen, von der ich wusste, dass sie es sehr besänftigend gefunden hätte. Und ich spürte, dass ich dadurch mit ihr Kontakt aufnahm. Ich gewöhnte mich daran, das für sie zu tun. Ich nahm ihre Erfahrung auf der relativen Ebene an, nahm ihre eigene Realität ernst. Das ist der Punkt. Hätte meine Mutter den Gesang einiger christlicher oder jüdischer Gebete beruhigend gefunden oder etwas anderes, hätte ich das getan. Meine Mutter mochte es aber, sehr langsam gesungene Mantras zu hören. Wie ich schon sagte, fühlte ich eine sehr große Veränderung als ich begann, das zu tun.

Vordem war ich nicht wirklich mit ihr als Individuum verbunden, als ich nur abstrakt in der Art vorging wie: „Mögest du glücklich sein und mögen wir in allen Lebenszeiten verbunden sein und mögest du immer ein wertvolles menschliches Leben haben und möge ich dich zu allen Lebenszeiten zur Erleuchtung führen“, und mit all diesen abstrakten Formeln und netten Gedanken. Ich versuchte nicht wirklich, mich mit ihr als Individuum zu verbinden. Diese andere Weise, mich direkt mit ihr zu verbinden, fand ich aber sehr viel effektiver. Ich spürte, dass es ihr zu helfen begann, auch wenn ich natürlich mit der allgemeinen Art von Gebeten weiter fortfuhr. Kurz gesagt heißt das nicht, dass wir die Tatsache negieren, dass diese Person ein Individuum ist, und dass wir die ganz eigene individuelle Erfahrung, die diese Person ausmacht, negieren, wenn wir mit jemandem eine unpersönlich-persönliche Beziehung eingehen.

Um es in spezifischere Begriffe zu kleiden: „Ich bin dir gegenüber vollkommen offen und bereit, mich dir gegenüber in einer sehr persönlichen Weise zu verhalten, aber ohne dabei anzuhaften – und ohne dabei auf dein persönliches Durcheinander und mein persönliches inneres Chaos einzugehen. Aber innerhalb dieses allgemeinen Kontexts bin ich deiner Individualität und deinen Ansichten, die du über dich selbst hast, und so weiter, gegenüber sensibel, so dass ich auf eine Weise mit dir in Beziehung trete, die uns verbindet“. Da kommen wir dann zu dem umfassenden Thema der fünf Arten des tiefen Gewahrseins, mit deren Hilfe wir mit einer Person in Beziehung treten, aber lassen Sie uns das Thema für ein anderes Mal aufheben.

Ich zeige all das aus vielen Gründen auf, aber besonders aufgrund einer großen Schwierigkeit, der wir in der buddhistischen Mahayana-Praxis begegnen, wenn wir Bodhichitta, Mitgefühl üben und all diese Arten von Meditationen durchführen, die auf der Ebene agieren von: „Mögen alle fühlenden Wesen glücklich sein“, während wir abstrakt an alle fühlenden Wesen zu denken versuchen. Es ist sehr schwierig die abstrakte Formulierung „alle fühlenden Wesen“ gekonnt in einen individuellen Kontext, mit den Menschen, die sich uns unmittelbar gegenüber befinden, zu übertragen – also diese Formulierung auf Sie hier vorne oder Sie dort drüben unmittelbar anzuwenden. Praktizieren wir nur auf der Ebene von „alle fühlenden Wesen“, könnten wir das manchmal als Entschuldigung dafür nehmen, nicht wirklich auf irgendjemanden persönlich eingehen zu müssen.

Wenn mit einem persönlichen Gefühl des Verbundenseins nun in einem gewissen Sinn Anhaftung und all der Müll, der damit verbunden ist, einhergeht, dann benötigen wir irgendeine Methode, die uns dabei hilft, die Anhaftung und den Müll zu vermeiden. Haben wir aber einmal zumindest die grobe Ebene von Anhaftung, Wut und all diesen anderen Dingen im Griff – was wirklich keine kleine Errungenschaft ist – benötigen wir dennoch weiterhin persönliche Beziehungen, jedoch die eben besprochene Art von unpersönlich-persönlicher Beziehung; mit anderen Worten, wir benötigen individuelle Beziehungen ohne Anhaftung.

Was wir alles so weit in Bezug auf die Beziehung mit dem spirituellen Lehrer besprochen haben, hängt nicht von diesem ganzen Bereich ab, ob wir den Lehrer als Buddha sehen oder nicht. Auch wenn wir den Lehrer nicht als einen Buddha betrachten, ist das, was ich beschrieben habe dennoch wichtig, um irgendeine Art von sinnvoller, erfolgreicher Beziehung mit diesem Lehrer einzugehen. Sicherlich müssen wir innerhalb des tantrischen Kontexts den Lehrer als ein Buddha betrachten, und wir müssen diese Verbindung als Erwachsene angehen und den Lehrer als Erwachsenen sehen, nicht als einen Vater und nicht als einen Popstar. Und wir müssen unseren Lehrer nicht in der bizarren Weise betrachten, die wir so gerne und vielgestaltig auf andere Menschen projizieren, zum Beispiel dass wir denken, der spirituelle Lehrer sollte zu uns eine besondere Beziehung haben, weil ich ein so besonderer Mensch bin.

Haben Sie irgendwelche Fragen?

Angst vor einer tiefen Beziehung mit einem Lehrer

Teilnehmer: Ich versuche mich als eine anonyme Person in einer großen Gruppe von Schülern zu sehen, die eine Menge Lehrer haben. Ich würde eher sagen, dass ich viele Lehrer habe, als dass ich in einer Eins-zu-eins-Beziehung mit irgendeinem Lehrer stehe.

Alex: Da kann es einige Probleme geben. Eines der Probleme kann sein, dass man Angst hat, Verpflichtungen einzugehen und dass man Angst vor zuviel Vertraulichkeit hat, wobei wir beispielsweise denken könnten: „Ich möchte mich nicht wirklich einem einzelnen Lehrer öffnen, da ich mich dann nicht mehr im Griff habe“. Offensichtlich bedarf es des Verständnisses von Leerheit, wenn wir fähig sein wollen, diese Angst erfolgreich zu überwinden. Wir haben nichts zu befürchten, wenn wir uns einem Lehrer öffnen. Öffnen wir uns, ist es nicht so, dass da dieses arme, schutzlose „ Ich“ ist, das verletzt werden wird. Oder: „Ich werde verlassen und im Stich gelassen.“ Ebenso ist es nicht so, dass ich mich öffne und dann ist da überhaupt nichts und ich bin verloren und es alles ein völliges Chaos. Sich einem Lehrer zu öffnen erfordert einiges Feingefühl für unser Verständnis, wie wir existieren. Damit eine Beziehung mit einem Lehrer erfolgreich ist, muss es sich dabei um eine reife Beziehungen handeln, bei der wir ein wohlbegründetes Verständnis für das konventionelle „ Ich“ haben, das zwischen dem unterscheiden kann, was hilfreich und was schädlich ist, und dass zwischen Handlungen differenzieren kann, die geeignet sind und Handlungen, die nicht geeignet sind. Wenn wir diese Punkte nicht beachten, kann sich eine unreife Beziehung ziemlich verheerend entwickeln.

Beim Aufbau einer Beziehung zu einem spirituellen Lehrer gemächlich vorgehen

Teilnehmer: [übersetzt] Bevor wir bei einem bestimmten Lehrer Zuflucht nehmen, sollte man ihn oder sie gründlich prüfen, aber wie kann man einen Lehrer gründlich prüfen, wenn man derzeit mit einem unreinen Geist denkt? Und wie kann man überhaupt prüfen, ob der Lehrer ein Buddha ist oder nicht?

Alex: Wenn wir sagen, dass wir wirklich reif sein sollten, damit die Beziehung mit einem spirituellen Lehrer wirklich gut geht, heißt das nicht, dass wir uns keinem Lehrer zuwenden, solange wir noch nicht voll entwickelt sind. Es heißt nicht, dass wir zu warten haben bis wir wirklich reif sind, bevor wir zu einem Lehrer in Beziehung treten können. Wäre das der Fall, müssten wir sehr lange Zeit warten. Ein geschickter Lehrer kann uns helfen, reifer zu werden. Ein ungeschickter Lehrer andererseits könnte uns ausnutzen und unsere Unreife missbrauchen. Nähern wir uns daher einem möglichen Lehrer, müssen wir zugeben, dass wir nicht wissen, ob diese Person wirklich qualifiziert ist oder nicht. Deshalb müssen wir sehr behutsam und sorgfältig vorgehen.

Die Beziehung zu einem spirituellen Lehrer ist etwas, das sich für gewöhnlich langsam entwickeln sollte, also über einen längeren Zeitraum hinweg. Zudem wird die Beziehung zu einem Lehrer mehrere Phasen durchlaufen. Auch wenn der Lehrer als ein Buddha gesehen wird – was nie auf der Stufe eines Anfängers geschieht – geschieht die Entwicklung, bei der man den Lehrer als ein Buddha betrachtet, in mehreren Stufen. Ich möchte jetzt nicht sehr detailliert in diese Materie eindringen, da es ziemlich lang dauert, sie zu präsentieren. Diese Art von Beziehung, bei der wir unseren Lehrer als einen Buddha sehen, ist nur wirklich angemessen, wenn wir uns auf sehr fortgeschrittenen Stufen der höchsten Klasse der Tantra-Praxis, auf der Stufe des Anuttarayoga-Tantra, befinden.

In seiner Schrift: „Eine umfassende Darstellung der geordneten Stufen des Pfades“, dem Lamrim chen-mo, schrieb Tsongkhapa, dass eine geeignete Beziehung zu einem spirituellen Lehrer die Wurzel des Pfades ist, und er skizzierte diese Beziehung so, dass der Guru als ein Buddha zu sehen ist. Aber wir müssen den Kontext begreifen, indem dieser Text geschrieben wurde und warum war diese Aussage gemacht hat. Tsongkhapa hat diese Punkte eindeutig für Mönche geschrieben und dargestellt, die mit tantrischer Praxis befasst waren. Wir können das daraus schließen, weil in seiner Darstellung des Pfades die Zufluchtnahme erst zu einem späteren Zeitpunkt erwähnt wird. Wie könnten wir möglicherweise eine Beziehung mit einem Lehrer aufbauen und ihn als einen Buddha sehen, wenn wir noch keine Zuflucht genommen haben und wir nicht einmal wissen, was ein Buddha ist? Es ist eindeutig, dass diese Instruktion, den Buddha als Guru zu sehen, für jemanden bestimmt war, der bereits Zuflucht genommen hat und schon in Tantra involviert war. Das lässt sich deshalb feststellen, weil all die Zitate, die Tsongkhapa benutzt hat, um die Betrachtungsweise des Gurus als einen Buddha zu untermauern, aus den Tantras stammen. Daher ist es klar, dass diese Lehraussage im Wesentlichen ein Thema des Tantra ist. Das gibt uns dann den Hinweis, dass für diejenigen von uns, die nicht diesen Hintergrund als ein Mönch oder eine Nonne haben, die bereits in die höchsten Tantra-Praktiken eingeweiht sind, Themen wie die Zufluchtnahme nicht als etwas selbstverständliches anzunehmen sind. Wir müssen auf einer einfacheren Stufe beginnen.

Am Beginn unserer Studien mit einem Lehrer, besonders wenn wir einen Abendländer sind, ist das Thema überhaupt nicht wirklich wichtig: „Ist dieser Lehrer ein Buddha oder nicht?“ Zuerst müssen wir schauen, ob das ein guter Lehrer ist. Kann er Sachverhalte gut erklären? Was für Themen erläutert er? Passt das, was er erklärt, mit den klassischen Texten zusammen? Sind seine Erklärungen für meine jetzige Situation geeignet, so dass ich sie für mein Leben fruchtbar machen kann? In eben dieser Weise würden wir vorgehen, wenn wir irgendeine Art von Lehrer prüfen wollten – genauso würden wir beispielsweise auch einen Lehrer prüfen, von dem wir eine Sprache erlernen wollen: „Kann er uns die Sprache effektiv beibringen?“

Wir können auch dieses allgemeine Gefühl spüren, das wir haben, wenn wir mit diesem Menschen zusammen sind. Wir können auch beim Gefühl, das wir haben, wenn wir mit dem Menschen zusammen sind, empfindsam sein und spüren, welche Art von Beziehung wir mit ihm haben könnten. Ist das jemand, der uns inspiriert, oder ist es jemand, der uns nur unberührt lässt? Ist das jemand, der mit uns wirklich kommuniziert; oder ist es jemand, mit dem wir einfach nicht können? Das ist möglicherweise zu spüren. Es braucht keine Hellsichtigkeit oder nicht einmal eine besondere Form der inneren Reife.

Dann können wir damit beginnen einige Aspekte des Lehrers, wie sein ethisches Verhalten, ein wenig sorgfältiger zu untersuchen. Ist der Lehrer eine ethische Person? Ist der Lehrer jemand, der leicht und oft wütend wird oder der seinen Studenten gegenüber Besitz ergreifend ist und versucht ihre Leben zu kontrollieren? Dann können wir andere fragen, um herauszufinden, auf welche Weise dieser Lehrer mit anderen Studenten umgeht. Das sind einige dieser Wege, mit deren Hilfe wir einen Lehrer prüfen können, um zu entscheiden ob wir bei ihm etwas lernen möchten oder ob wir nicht mit ihm studieren wollen.

Ob wir dann bereit sind, eine Beziehung mit diesem Menschen einzugehen, in der wir ihn als einen Buddha sehen, ist etwas sehr anderes; das ist sehr fortgeschritten und nicht wirklich so wichtig auf der Anfängerstufe. Sind wir jemand, der bereits Zuflucht genommen hat, jemand der bereits die Grundstufen des Pfades gegangen ist und auch schon mit der höchsten Klasse des Tantra befasst ist, sind wir so jemand und haben diese starke Beziehung mit dem Lehrer, dann können wir den Lehrer innerhalb des tantrischen Kontexts als einen Buddha ansehen, mit dem Wissen, was das bedeutet. Wenn wir dann durch alle Stufen bis zum Anfang des Pfades wieder zurückgehen, wie im Fall eines Mönches, der sich den gesamten Stufenpfad vor Augen führt, wenn er Tsongkhapas Lam-rim chen-mo hört, um sich dadurch auf den Erhalt einer tantrischen Initiation vorzubereiten, dann wird diese Beziehung zu dem Lehrer als einen Buddha die Wurzel des Erfolgs sein, um den ganzen Pfad zu gehen. Dann macht es einen großen Unterschied.

Unsere kritische Fähigkeit nicht verlieren

Wir müssen Dinge innerhalb eines passenden Kontexts verstehen. Es ist nicht einfach. Am Anfang ist es aber, wie ich denke, besonders wichtig, seine kritische Haltung dem Lehrer gegenüber nicht zu verlieren. Wenn wir uns später auf einen Lehrer als einen Buddha beziehen, stehen wir dann mit diesem Lehrer in einer besonderen Beziehung. Diese Form von Kontakt erfordert dann, dass man einen hohen Grad an emotionaler Reife hat. Was wir grundlegend bei dieser Art von Kontakt sagen, ist: „Du bist ein Buddha und das heißt – egal was du auch immer machst – , ich betrachte dich als einen Buddha, der versucht, mir etwas beizubringen“. Erinnern Sie sich, dass die Existenz von Dingen nicht von ihrer eigenen Seite aus begründet ist, unabhängig von allen anderen Phänomenen. Ebenso ist die Existenz dieser Art von Beziehung mit dem Lehrer in Relation zu der gesamten Situation zu betrachten: „Du hilfst mir zu wachsen“ und damit begründet.

Grundlegend sagen wir dann in unserem Geist zu unserem Lehrer: „Es macht mir nichts aus wie deine Motivation beschaffen ist; es macht mir nichts aus, ob du wirklich objektiv erleuchtet bist oder nicht. Ich werde vielmehr die Gelegenheit in dieser Beziehung nutzen, mit dir stetig zu wachsen und etwas zu lernen. Wenn du mir eine Aufgabe gibt, die dumm ist, werde ich nicht widersprechen und sagen ‚Du bist dumm‘ und mit dir ärgerlich werden. Vielmehr werde ich es so sehen, dass du mich gebeten hast, etwas Dummes zu tun, damit ich die Lektion lerne, meine eigene Unterscheidungsfähigkeit und meinen eigenen Geist zu benützen, diese Aufgabe nicht zu erledigten.“ Mit anderen Worten: Wir betrachten alles, was unsere Lehrer tun, als eine Lehre und versuchen etwas daraus zu lernen. Dabei ist es unwichtig, was von ihrer Seite aus betrachtet tatsächlich vor sich geht.

Das ist sicherlich die Bedeutung davon, wenn gesagt wird, dass wir jeden als einen Buddha betrachten sollen. Wir sehen alles als eine Lektion. Daher können wir auch von einem Kind etwas lernen. Handelt ein Kind in einer garstigen oder dümmlichen Weise, können wir daraus lernen, nicht so zu handeln. Das Kind ist unser Lehrer. Ein Hund kann uns etwas lehren. Jeder kann uns etwas beibringen. Das erfordert aber einen hohen Grad an emotionaler Reife, nicht wahr? Es erfordert viel Reife, nicht ärgerlich und nicht urteilend zu werden, oder nicht? Es ist eine sehr fortgeschrittene Praxis. Es ist nicht etwas, das wir als Anfänger leicht schaffen können.

Offensichtlich müssen wir ganz genau untersuchen, ob wir reif dafür sind, diese Art von Vertrag mit unserem Lehrer einzugehen oder noch nicht, wenn wir uns auf diesem Niveau von Beziehung bewegen wollen. Ist der Lehrer qualifiziert? Sind wir qualifizierte? Wir können diese Art von Beziehung selbst mit einem Lehrer eingehen, mit dem wir nicht sehr viel persönlichen Kontakt haben. Wenn wir die allgemeinen Vorträge besuchen, die ein großer Lehrer vor einer großen Menschenmenge hält, können wir in gleicher Weise vorgehen: „Was auch immer du sagst und tust, ich werde daraus lernen“. Denken sie aber daran, dass das keine Beziehung wie zwischen einem Rekruten und einem General in der Armee ist: „Yes, Sir! Welchen Befehl soll ich ausführen? Sagen Sie es mir. Geben Sie mir einen Befehl. Jawohl! Ich werde ihn ausführen“ – so ist es überhaupt nicht.